Guten Nachmittag,
irgendwie habe ich den Eindruck, hier wird gerade eine neue Musikrichtung erfunden.
Nur im Proberaum zu spielen, macht natürlich vieles einfacher: Projektion, Zusammenspiel usw. kann man vergessen, somit kann man natürlich eigentlich nach der Papier- oder auch Erfahrungsform eher weniger geeignete Instrumente verwenden und somit zarte Klänge mit hartem Anschlag kombinieren.
Ob das langwierig zukunftsträchtig ist, das weiß man erst später.
Die Bezeichnung "warm" finde ich bereits irreführend, vielleicht liegt es daran, dass ich Wärme anders empfinde. Für mich klingen die üblicherweise als "warm" genannten Legierungen eher "erfrischend", wie ein Wasserfall im Frühling.
Die entscheidendere Frage ist für mich aber das unmittelbare Mittelswerkzeug. Wir schlagen ja üblicherweise nicht mit der bloßen Hand, sondern die Zauberstäbe gibt es nicht nur in verschiedenen Holzsorten, sondern auch verschiedenen Bauweisen nebst höchst unterschiedlichen Konstruktionen, was die Spitze betrifft, das, was beim Blastbeat ja gerne in höchster Frequenz auf das Blech trifft.
Die klanglichen Unterschiede können gerade bei Becken höchts interessant sein.
Das würde ich mal nicht außer Acht lassen wollen.
Für was das K Sweet Ride 23" geeignet ist, das würde ich eher in den Bereich des gepflegten Jazzes einreihen wollen.
Selbiges würde ich der 14" K Constantinople unterstellen wollen.
Die genannten Crash-Becken dagegen wären sogar für mich klanglich nicht uninteressant, ich würde sie tatsächlich - wenn ich ein Zildjian-Set zusammenstellen wollte - für Rockmusik in Erwägung ziehen:
18" K Custom Dark Crash
19" K Custom Dark Crash
20" Oriental Crash of Doom
Insbesondere Letzteres finde ich recht interessant.
Für klassische Blastbeat-Musik würde ich persönlich eher an dickere, starrere Becken denken, aber vielleicht bin ich da altmodisch oder nicht à jour.
Ein Musikhaus zu besuchen (oder auch fremde oder befreundete Proberäume) ist immer eine gute Sache, um die eigene Erfahrung zu bereichern.
Ob man dafür ausgerechnet zum größten Versand-(!)-händler fahren muss, halte ich eher für nicht so zwingend, um nicht zu sagen: für die Ausrede, nicht aus dem Haus gehen zu wollen.
Auf gerade mal halbem Weg ist man ja schon in Ibbenbüren oder in Maintal.
Nun ja, Versuch macht kluch, alles andere ist graue Theorie.
Sagte ich schon, dass ein und diesselbe Trommel bei mir Montags anders klingt als Mittwochs?
Nein, es liegt nicht am Tag, sie wird in einem anderen Raum gespielt, mal wenig gedämmt, mal viel gedämmt.
Und die nächste Anekdote: ich hatte in einem Kellerproberaum mal ein Becken chinesischer Bauart rechts hängen, ungefähr 20 cm hochkant von der Wand entfernt.
Man riet mir, das Ding gegen ein gutes Becken, z. B. einem von Z. zu ersetzen, die würden gut klingen. Nun mag man raten, was auf dem recht verwischten Aufdruck auf dem Becken einst stand? Und natürlich klang es in anderen Räumen viel besser.
Grüße
Jürgen