Beiträge von m_tree

    Ersters: So sollte eigentlich sein, ich habe aber gerade bei Rockkonzerten (insbesondere bei Nachwuchs-Festivals) sehr oft erlebt, dass die Snare viel zu laut im Mix ist. Und in den 1980ern gab es auch somanche Recordings, die eine exoribitant überdrehte Snare-Abmischung aufwiesen. Springsteens "Born in the USA" ist da so ein Beispiel von vielen. Das nervt einfach nur, wie da der Eimer gehämmert wird.

    Hier wirfst du aber zwei verschiedene Dinge in einen Topf. Wie ein Drummer spielt und wie ein Mischer die Drums mischt ist unabhängig voneinander.


    Im Mix geht's letztendlich darum, wie der Song insgesamt rüberkommt. Und meistens hat der Leadgesang Priorität.


    Wobei ich auch eher ausgewogen gemixte Drums mag. Die Snare ein bisschen fetter als in echt zu mischen finde ich aber auch schick. Es kommt halt auch immer aufs Maß an.


    Und es geht auch darum, wie es klingt, wenn man sachte oder hart drauf haut. Viele bekannte Rock- und Heavydrummer haben nicht ohne Grund so einen markanten Sound. Z.B. Bonham, Grohl, Carey, ...


    b) Das ist eigentlich eine Grundvoraussetzung, die jeder Drummer erfüllen können muss, finde ich.

    Und - kannst du sie erfüllen?

    Ich wollte sehr gerne Kunst studieren. Auf Lehramt Oberstufe. Ich fand die ganze Theorie richtig toll und hätte meine Begeisterung gerne weiter gegeben. Aber ich konnte (und kann bis heute) nicht malen. Ich bin halt kein Künstler, aber ich wäre bestimmt eine gute Kunstlehrerin geworden. Einen Studienplatz konnte ich ohne eigene Werke jedoch nicht ergattern.

    Den fehlenden Zusammenhang verstehe ich bis heute nicht. Warum muss ich eine Begabung fürs Malen haben, wenn ich Kunst unterrichten möchte? Eine Skizze an der Tafel hätte ich zusammen gebracht.

    Dass zu einem Kunststudium auch Praxis gehört leuchtet mir ein. Auch fürs Unterrichten sind praktische Fähigkeiten im Hintergrund m.E. unabdingbar. Das fängt schon bei der Glaubwürdigkeit und Autorität gegenüber den Schülern an. Wenn man etwas lernen will, geht man zu jemandem, der es kann. Ich würde ja auch nicht auf die Idee kommen, Schlagzeugunterricht zu geben, wenn ich selbst nicht oder nur mittelmäßig spielen könnte. Das ist aber auch nur die Grundlage für guten Unterricht - Didaktik, Pädagogik usw. spielen ja auch eine große Rolle.


    Ich habe als Kind, vor allem während der Grundschulzeit, viel gezeichnet und gemalt. Auf einem für die Verhältnisse sehr hohen Niveau. Mittlerweile ist das aber komplett weg.


    Meiner Erfahrung nach, suchen Kinder sich instinktiv Hobbys aus, wofür sie auch ein gewisses Talent mitbringen. Sie entwickeln Interesse an Dingen, die sie sich bei sich selbst vorstellen können, die sie ausprobieren möchten. Ich denke, man sollte Kinder selbst entscheiden lassen. Gibt ja so Eltern, die zerren ihre Kinder von A nach B, nur um die irgendwo schlummernde Hochbegabung zu entdecken. So etwas geht an die Nerven aller Beteiligter.

    Stattdessen sollte man sein Kind gut beobachten und Rückschlüsse ziehen.

    Das unterschreibe ich hingegen sofort. Gerade bei kreativen Tätigkeiten, die mit Selbstausdruck verbunden sind, geht zu viel Zwang m.E. schnell nach hinten los.

    Anmerken möchte ich noch, dass ich es generell für ziemlich unproduktiv halte, jemandem zu sagen, er habe kein Talent.


    Was z.T. an Musikschulen so los ist finde ich fragwürdig. Da leisten sich Lehrer Sachen, die sie selbstständig / privat in den Ruin treiben können.

    Vielleicht ist "Talent" auch einfach nur, ob das betreffende Instrument (ggf. unter anderen) "das Ding" des jenigen oder der jenigen ist. So ganz kurz gesagt.

    Haben denn z.B. die großen und bekannten Persönlichkeiten, die gefragte Literatur / Noten zum Thema verfasst haben oder einfach spielerisch und künstlerisch Maßstäbe setzen, Talent? Benny Greb hat glaube ich mal gesagt, dass er nach eigenem Empfinden am Anfang kein Rhythmusgefühl gehabt hätte. Die ganze Geschichte ist aber wohl doch irgendwie "sein Ding" geworden, so wie es scheint.


    Davon abgesehen spielt auch die eigene Einstellung eine Rolle. "Wie gut" will man etwas machen? Wie weit geht der Anspruch an die eigene Leistung, wie weit die Selbstkritik? Ist jemand immer noch unzufrieden mit sich, obwohl er für nahezu 100% der Hörer perfekt abliefert?


    Das sind m.E. auch so Sachen ...

    martinelli

    Danke, das schau ich mir mal später daheim an. Habe noch das ABC-Musik da, aber das ist für den Anfang schon sehr umfangreich. Werde mir eine Klavierschule für Anfänger in Buchform besorgen. Geht mir ja auch um Gehörbildung und da hilft wohl nur Praxis.


    Bin gerade noch im Proberaum und hatte, angeregt durch die erneute Diskussion hier, meine Toms (abgesehen vom 10er) mal nach und nach runtergestimmt und zwischendurch mit Testaufnahmen dokumentiert. Nun bin ich gerade bei D3-A#2-F#2-D2. Das entspricht drei großen Terzen. Fand ich gut so. Hab dann nur noch das Verhältnis von Schlag- und Resofell beim 16er und 10er etwas angepasst.

    Ich bastel gerade an einem Kurzvideo zum Rosanna-Shuffle mit dem berühmten Fill. Im Direktvergleich klingt die neue Stimmung da viel besser und lässiger für meine Ohren.


    Eine Oktave zwischen 10 und 16" und gleiche tonale Abstände zwischen allen Toms hat auch was.

    Chad Smith spielt 12-14-16, oder? Dann würde sich seine Stimmung, nur auf die Intervalle bezogen, mit meiner aktuellen Stimmung decken (große Terz zwischen 12+14, kleine Terz zwischen 14+16).

    Wäre genau umgekehrt ;)

    Ach so, ja ... stimmt. ^^

    Den Grundton würde ja das 16er machen, darauf dann eine große Terz und 'ne Quinte. Aber immerhin auch 'ne Quinte pro vier Zoll Differenz.

    Seelanne

    Sehr guter Einwand. Eine leichte Skepsis hatte ich hier ja bereits auch schon zum Ausdruck gebracht:


    Wie der Lehrer, um den es hier geht, drauf ist, wirkt auf mich zwar irgendwie schockierend. Allerdings kann man die Gesamtsituation auch schlecht beurteilen, wenn man den Schüler nicht kennt und nicht weiß, wie er spielt und lernt.


    Es weiß eben keiner, was da wirklich los ist ...

    Ich würde mal sagen, jede Stimmung ist eine "Intervallstimmung". Die einen benennen die Grundfrequenz in Hz (ok), Andere nennen Töne (irreführend bis falsch) und wieder Andere stimmen intuitiv (sing:) "bimm-bumm-boo" (tip-top).

    M.

    Um die Grundfrequenz in Hz anzugeben muss man ja erst recht messen. Da finde ich Töne schon vernünftiger, weil sich eben Frequenzverhältnisse wie z.B. Quinten (3:2) leicht erkennen lassen und besonders auch weil man Trommeln sowieso nicht 100% exakt stimmen kann. Die Tonhöhe korreliert nämlich auch mit der Anschlagstärke: leiser Schlag -> tieferer Grundton ... lauter Schlag -> höherer Grundton. Das sind zwar nur Nuancen, ist aber so.


    Was du hier als "tip-top" bezeichnest - so habe ich die meiste Zeit auch immer gestimmt und war voll überzeugt davon. Durch die genauere Beschäftigung damit und eben auch mal zu Messen und genau zu wissen, wo ich tonal bin, konnte ich meinen Horizont aber erweitern und mein Gehör schulen. Wenn ich jetzt rein nach Gehör stimme, gehe ich da etwas anders ran.


    Chad Smith hat mal gesagt, er stimmt die Toms so, dass er den Anfang von "In the mood" von Glenn Miller drauf spielen kann...

    Was das jetzt für Abstände sind? Keine Ahnung....

    Ich bin zwar kein Chad Smith (nicht mal so ungefähr :D ), aber ich stimme 4 Toms meist auf den Abständen, dass sich der Imperial March von John Williams abbilden lässt. 8o

    Chad Smith spielt 12-14-16, oder? Dann würde sich seine Stimmung, nur auf die Intervalle bezogen, mit meiner aktuellen Stimmung decken (große Terz zwischen 12+14, kleine Terz zwischen 14+16).


    Ich mag den Imperial March (und die alten Filme) auch. ^^

    Aber von welchen Tönen sprichst du hier bei vier Toms? :/

    https://s3.amazonaws.com/halleonard-pagepreviews/HL_DDS_905122oj34mp80Rw.png

    Die Rhythmik stimmt ja hier überhaupt nicht ... das ist eigentlich triolisch.

    Ich hätte in der Tat mal Bock das mit dem Stimmen nach Intervallen zu machen, aber trotz fleißigem mitlesen hier (und auch anderweitig im Netz), blick ich da leider (noch) nicht so ganz durch.

    Das würde ich davon abhängig machen wie du allgemein mit dem Stimmen zurechtkommst. Evtl. ist es auch ratsam da erstmal noch ein bisschen tiefer zu gehen, bevor du dich mit Intervallstimmung beschäftigst. Denn wie ja hier durchkommt ist das wirklich nur eine Möglichkeit. Aber nicht notwendig.

    Ich behaupte auch gar nicht, hier irgendwie die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Ursprünglich hatte ich ja selber gefragt. Und Nils (der Trommelstimmer) stimmt mit Quinten pro vier Zoll Differenz. So wie er es hier eingangs erklärt hat. Von dem habe ich das ursprünglich. ;)

    Hab's dann aber ein bisschen abgewandelt mit zwei kleinen Terzen und einer großen pro zwei Zoll Differenz (er geht das etwas anders an).

    Vielleicht klingt dein Standtom ja tatsächlich irgendwie "schief" und der Sänger bezieht das halt fälschlicherweise auf seinen Gesang

    Gut, wenn man als Drummer ein geschultes Gehör hat und die Dissonanzen bemerkt, noch ehe die "Diven" der Band was mitbekommen. :D

    Mit "schief" meine ich halt nur nicht besonders gut gestimmt. Ich wurde schon mal fast dazu gezwungen, für Aufnahmen auf die Tonarten der Songs zu stimmen. Zum Glück ist da nix draus geworden. Das halte ich nämlich für völligen Quark.


    Du sprichst wahrscheinlich von einer 1up2down-Konfiguration? Da klappt ne Quinte gut. Sobald du mehrere Toms spielst, geht das Konzept nicht mehr auf, weil du zwischen Tom 1 und 3 ne None hättest, das klingt seeehr merkwürdig.


    Gleiche Intervalle zwischen ALLEN Toms müssen aber auch gar nicht sein. Wenn ich meine Toms mit Drum Dial auf gleiche Spannung bringe, kommt klanglich irgendwas zwischen Terzen und Quarten raus, und mit Finetuning by Ear bringe ich die Toms dann in eine Reihe, die am ehesten einem Dur- oder Mollakkord entspricht. Je akkurater die "Töne" dabei sind, umso schwerer finde ich es allerdings, unterschiedliche Tonarten zu bedienen, ohne dass es schief klingt. Insofern gehöre ich nicht zur denen, die sich arg für absolute Tonhöhen interessieren. Die Reihe der Toms muss sich halt gut ergänzen, ohne zur Band schief zu klingen.

    Nein. Ich habe das zwar bereits alles schon geschrieben, aber für dich gerne noch mal:


    Ich rede nicht von einer 1 up und 2 down Konfiguration. Und nein, das Konzept mit Quinten geht auch mit vier Toms auf. Auf der letzten Seite hatte ich zweimal was dazu geschrieben. Denn ja - gleiche Intervalle zwischen allen Toms müssen nicht sein. Beispiel mit Quinten pro vier Zoll Differenz: 10er auf D3, 12er auf B2, 14er auf G2, 16er auf E2

    Ich habe allerdings kaum Ahnung von Harmonielehre und spiele (bisher) nur Schlagzeug. Daher brauche ich ein Hilfsmittel um exakt auf Töne zu stimmen.

    Nix gegen Hilfsmittel, aber genau vor diesen Denkfehler wollte ich warnen. Wir spielen keine Töne in dem Sinn und ob z.B. Toms gute abgestuft sind oder die Bassdrum für den Raum (!) gut gestimmt ist, hört jemand Deiner Klasse. Das muss keine Frequenz eines absoluten Tons sein. Harmonielehre brauche ich dafür nicht. Trommeln zu stimmen ist für mein Dafürhalten (!) was gänzlich anderes als Melodie- oder Harmonie-Instrumente.

    Trotzdem gut, dass Du in die Harmonielehre kucken willst. Ich schick Dir gerne mal einen Einstieg.

    M.

    Klar, kannst mir gern was schicken. :)


    Klar ist mir auch, dass wir als Schlagzeuger nichts mit Tönen zu tun haben. Das, was Terry Bozzio da mit seinem Monsterkit veranstaltet, ist ja höchst experimentell.


    Das genauere Messen ist für mich aus folgenden Gründen dennoch sinnvoll:


    • Man kann auch in Situationen, in denen man Kopf-mäßig mit anderen Sachen beschäftigt ist (z.B. damit, einen guten Take einzuspielen), ohne größeren Aufwand Stimmungen exakt reproduzieren ... das ist dann ein "no brainer", sozusagen.
    • Bei mehr als drei Toms liegt es m.E. schon sehr nahe, sich mal etwas genauer mit den tonalen Abständen zu befassen. Egal wie man die dann nun stimmt.
    • Quinten sind wahrscheinlich auch für Intervalle zwischen Toms "am harmonischsten". So hat das auf mich jedenfalls den Anschein. Zusätzlich hatte Nils hier erklärt, dass es bei diesem Frequenzverhältnis von 3:2 zu Unterschwingungen im Bassbereich kommt, die das ganze noch fetter klingen lassen. Und ich spiele sehr gerne Flams auf je zwei Toms. :)


    Gestern durfte ich mir anhören, dass mein Standtom die falsche Tonlage hat, sie würde nicht zum Gesang passen und wäre daher irritierend :wacko:

    Manche Sänger sind echte Divas :rolleyes:

    Ja, Sänger und Gitarristen sind oft Divas. Kannst du aber auch positiv sehen, indem du dich mal mehr mit Stimmen beschäftigst. Vielleicht klingt dein Standtom ja tatsächlich irgendwie "schief" und der Sänger bezieht das halt fälschlicherweise auf seinen Gesang :S

    Ja ja - das lustige Wörtchen "Talent" ... ich versuch's mal etwas differenzierter zu betrachten:


    Ein Instrument zu lernen macht prinzipiell Arbeit. Und ohne ein paar Voraussetzungen geht's nicht. Zumindest fürs Schlagzeug ein gewisses Rhythmusgefühl. Und auch ein gewisses Maß an Sensibilität. Weiterhin bin ich auch der Meinung, dass tatsächlich die intrinsische Motivation eine große Rolle spielt. Zu viel Druck und "Brechstange" von außen kann auch was kaputt machen. Aber wenn da eine/r Bock drauf hat, dann setzt die oder derjenige sich auch hin und macht was.

    Ich versuche jedenfalls genau das irgendwie ein bisschen rauszukitzeln. Schon auch mit ein bisschen Druck und Hausaufgaben. Aber insgesamt relativ locker.


    "Talent" würde ich eigentlich mit Sensibilität bzw. einfach neuronalem "Zugang" und auch bestimmten weiteren Persönlichkeitseigenschaften übersetzen.


    Ein denkbares Szenario für dieses Thema hier ist für mich übrigens, dass der Lehrer einen recht starren und festgefahrenen Stiefel fährt und der Sprössling da einfach nicht reinpasst. Zu eigensinnig. Zu "viel" Persönlichkeit. Was wiederrum exakt das Gegenteil davon wäre, wie der Lehrer es darstellt. Vielleicht liegt das Problem also eher bei ihm als beim Schüler.

    martinelli

    Ich verstehe deinen Einwand. Meine Ohren sind auch mein liebstes Tool, auch fürs Aufnehmen, Mixen und Mastern. Ich habe allerdings kaum Ahnung von Harmonielehre und spiele (bisher) nur Schlagzeug. Daher brauche ich ein Hilfsmittel um exakt auf Töne zu stimmen.


    Ich denke es sollte hier eigentlich recht unmissverständlich klar sein, dass das schon eine speziellere Angelegenheit und eine Art i-Tüpfel ist. Oder einfach nur eine Möglichkeit. So wie vieles am Ende eben Geschmackssache ist.


    Vieles ist auch Einstellungssache und die kann sich auch mal ändern. Bis vor ein paar Jahren hatte ich eine grundsätzliche Abneigung gegen Hilfsmittel fürs Stimmen. Spätestens als ich dann aber mitgekriegt habe, dass auch Drumtechs und Stimmgurus z.B. mal einen Tunebot nutzen und auch auf die Intervalle zwischen den Toms achten (nils hat sich dazu hier ja geäußert ;) ), hat sich das dann ein bisschen gewandelt.


    Man muss sich das Leben auch nicht unnötig schwer machen.

    Eine Kündigungsfrist über ein Jahr ist heftig. Ich mach bei mir z.Z. zwei Monate, sowie einen Monat Probezeit nach der Probestunde. Unterrichte erst seit einem knappen Jahr, scheint mir aber zu liegen.


    Neben der individuellen Herangehensweise - jede/r Schüler/in ist anders, hat ein anderes spielerisches Level, lernt anders usw. - halte ich einen Mittelweg zwischen Spaß und trockeneren Übungen für sinnvoll (und auch einen Mittelweg zwischen reinen Snaredrum-Geschichten und dem gesamten Drumset). Ohne ein bisschen Theorie und Spieltechnik geht es eben nicht. Und da liegt auch der springende Punkt: Ich bin im Prinzip Autodidakt, hab's aber trotzdem hingekriegt mir eine gute Spieltechnik anzueignen (manche sagen mir sogar eine sehr gute Spieltechnik nach).

    Das ist aber nicht die Regel. Ich stelle gerade bei Anfängern fest, dass ich immer wieder auf die selben Sachen hinweisen muss. Z.B. Sitzhaltung, Stickhaltung, grundsätzliche Position der Sticks über dem Fell usw. ... es gibt halt viele Sachen, die die Schüler nicht wissen und auch selbst nicht bemerken.


    Wie der Lehrer, um den es hier geht, drauf ist, wirkt auf mich zwar irgendwie schockierend. Allerdings kann man die Gesamtsituation auch schlecht beurteilen, wenn man den Schüler nicht kennt und nicht weiß, wie er spielt und lernt.


    Ich hab schon Leute getroffen, die das ganze als reine Mathematik vermitteln (Klavier- und Schlagzeuglehrer). Natürlich ist da was dran und man kann das durchaus so trocken angehen. Ich versuche neben viel Spielpraxis auch schon in den ersten Spieljahren zu vermitteln, worum es dabei am Ende des Tages eigentlich geht bzw. zumindest auch gehen kann: Selbstausdruck, Emotion, vielleicht sogar ein bisschen "Kunst". Und natürlich auch Spaß. Zumindest versuche ich, rüberzubringen, dass es dabei eben doch noch um etwas mehr geht und so zu erklären, warum ich z.T. so viel leidenschaftlich gespielt und geübt habe. Nur so kommt man ja auf gewisse spielerische Levels.

    Aha, ich verstehe es so ungefähr. Nur wie kann ich die Wirkung überprüfen?

    Indem du dich selber aufnimmst. Hat auch den Vorteil, dass du es zur weiteren Überprüfung z.B. deinem Lehrer zeigen kannst.


    Da ich ja gern Triolen spiele: Sehr geil wird's, wenn man in Triolen denkt, diese aber weder als Shuffle noch sonstwie komplett ausspielt. Sondern eben nur anshuffelt. Davon leben auch viele RATM-Nummern z.B. ... das klingt schön funkig und fett. Ist am Ende aber echt Gefühlssache. Und natürlich Übungssache.

    Nur um nochmal klarzustellen, daß wir vom gleichen ausgehen: wenn ich von den Tonhöhen von Schlag- bzw. Resofell spreche, meine ich den Oberton, der am Rand angeschlagen entsteht.

    Und der ändert sich eigentlich nicht, ob ich das gegenüberliegende Fell nun abgedämpft habe oder nicht (gerade nochmal ausprobiert). Man hört ihn nur besser, weil der Grundton dann weggedämpft wird.

    Am Rand klopfe ich nur fürs Feintuning ab, um die Felle in Stimmung mit sich selbst zu bringen. Obwohl ich gerade nicht im Proberaum bin kann ich aber mit Gewissheit sagen, dass sich auch die Obertöne am Rand ändern, wenn man das gegenüberliegende Fell abdämpft oder nicht.


    Den Tunebot besitze ich nicht. Ich nutze halt nur die angesprochene App um genauer stimmen zu können. Ich fang gerade erst an mich mehr mit Tönen zu beschäftigen (hab immerhin schon mal ein Keyboard daheim).


    Nach meiner Erfahrung hat das mit den Tabellen des Tunebots aber immer ganz gut gepasst, wenn ich zum Checken gegenüberliegend abgedämpft und in die Mitte geschlagen habe. Also welcher Grundton bei welchen einzelnen Tonhöhen von Schlag- und Resofell rauskommt.

    Abweichungen konnte ich vor allem durch die Fellwahl feststellen, wenn Schlag- und Resofell unterschiedlich dick sind.

    Selbstverständlich. Nichts anderes habe ich geschrieben. Man hört den Oberton des Resofells nur selten im Gesamtklang, den des Schlagfells allerdings sehr wohl.

    Nun ja. Es gibt zwar immer nur einen Grundton. Obertöne gibts aber ganz viele. Die sind auch hauptsächlich für die Klangfarbe eines Instruments verantwortlich.

    Rein physikalisch ist es auch so, dass das Resonanzfell vor allem die tiefen Frequenzanteile mit "formt", die hohen weniger. Daher hat das Schlagfell eben auch einen größeren Einfluss auf den Klang. Fakt ist jedoch, dass der Klang einer Trommel spätestens nach 2-3ms (je nach Kesseltiefe) immer ein Gemisch aus den sich gegenseitig beeinflussenden Fellen ist.


    Hatte kürzlich mal aus Spaß einen Test mit einer Bassdrum mit/ohne Resonanzfell gemacht. Die sonstigen Faktoren gleich belassen (Stimmung des Schlagfells, grundsätzliche Mikrofonierung). Das war ein Unterschied wie Tag und Nacht. Bei einem Tom genau das selbe.

    Ich hatte mir schon gedacht, dass du das so machst. Genau da liegt m.E. aber der Hase im Pfeffer. Denn punktgenau lassen sich die Tonhöhen der einzelnen Felle eben nur ermitteln, wenn das jeweils nicht angeschlagene Fell gar nicht in den Klang involviert ist. Natürlich hat das einen erheblichen Einfluss auf die jeweils hörbare Tonhöhe. Mit gegenüberliegend abgedämpftem Fell kommen wesentlich höhere Töne raus als z.B. bei Concert-Toms, bei gleicher Fellspannung.


    Deine Art zu messen halte ich aber für sehr schwammig und nicht vergleichbar mit den Angaben in den Tunebot-Tabellen, z.B. ...


    Was man auf Aufnahmen hört und im Spektrum auch sieht, sind fast immer Grundton und Schlagfell. Das Resonanzfell geht im Gesamtklang meistens unter

    Insbesondere mit Mikrofonierung am Schlagfell ist das zwar durchaus der Fall, bezieht sich allerdings nur auf die Klangfarbe. Das Resonanzfell ist schon erheblich an der Entstehung des Grundtons beteiligt. Kann man ganz einfach testen, indem man nur das Resonanzfell höher oder tiefer stimmt.


    Nimmt man z.B. 10" Kesseltiefe, hat man eine Laufzeit von 0,7-0,8 ms von Fell zu Fell. In diesem Fall braucht der Schall also 1,5 ms vom Schlagfell zum Reso UND wieder zurück zum Schlagfell. Nimmt man nun z.B. einen Grundton von 100 Hz, hat dessen Wellenlänge eine Dauer von 10 ms. Das sollte ganz gut verdeutlichen, dass das Resonanzfell erheblich an der Entstehung des Grundton beteiligt ist - von Anfang an. Ausgenommen davon ist nur die Transiente, also der Einschwingvorgang bzw. Attack.


    In dem Video hört man die beiden Tonhöhen (Schlagfell A#3 und Grundton C#3) an ein paar anderen Stellen aber eigentlich auch so ganz gut raus.

    Spielst du noch andere Instrumente? Um das so rauszuhören muss man schon fit mit Harmonielehre und vor allem Gehörbildung sein.