Beiträge von m_tree

    Die Hi-Hat statt eines Crashbeckens anzucrashen halte ich für experimentell. Bei sehr kleinen Setups mit nur einem Crash mag das noch ok sein. Im Studio ist das aber nicht nur wegen der mangelnden Notwendigkeit (man kann auch einfach mal ein Crash mehr hinhängen ...) fragwürdig, sondern auch weil es aus tontechnischer Sicht schwierig ist:


    • Die Hi-Hat überspricht ins obere Snare-Mikrofon - und zwar deutlich mehr als die anderen Becken. Crashbecken hängen i.d.R. deutlich weiter weg vom Snare-Mikrofon.
    • Ein Hi-Hat Mikrofon braucht man für allem, um feines, akzentuiertes und leises Spiel im Mix besser hörbar zu machen.
    • => Eine gecrashte Hi-Hat ist im Mixdown also schon erstmal ein Problem, wenn die Snare nicht gegated ist und ein Hi-Hat Mikrofon für die geschlossen angespielte Hi-Hat rein gemixt ist.


    Bei der Nachbearbeitung meiner Aufnahmen automatisiere ich das Hi-Hat Mikrofon i.d.R. in der Lautstärke. Ganz einfach, um die Hi-Hat nur in den leiser gespielten Parts zu unterstützen (ist ja auch nur ein Stützmikro). Eine geschlossen mit der Stickspitze angespielte Hi-Hat ist aus mehreren Gründen deutlich leiser als eine offen am Rand angespielte.


    Also klare Antwort von mir:


    Hör auf den Tonmann und baue lieber ein zusätzliches Crash auf. Da wird dir schon kein Zacken aus der Krone brechen ...

    Hi-Hats haben für gewöhnlich die Eigenschaft - besonders wenn geschlossen angespielt - einen deutlich höher angesiedelten Frequenzbereich einzunehmen als Crashes.

    Crashes bewegen sich für gewöhnlich von den oberen Mitten rauf bis um 10 kHz. Geschlossen angespielte Hi-Hats entfalten über 10 kHz z.T. erst so richtig ihre Brillanz.

    Zwischen 10 und 20 kHz liegt der erweiterte Höhenbereich. Für die Musikproduktion spielt der eine ähnlich untergeordnete Rolle wie der Subbass-Bereich - wobei letzterer meistens eher weniger erwünscht ist als Brillanz im erweiterten Höhenbereich.


    Offen angespielte Hi-Hats klingen auch wegen der Frequenz-abhängigen Lautstärkewahrnehmung des menschlichen Gehörs (Fletcher Munson) lauter als geschlossen angespielte Hi-Hats.


    Bei Interesse kann ich das Thema gerne vertiefen mit Bildmaterial vom Analyzer und Hörbeispielen.

    Ich stehe demnächst wieder vor dem selben Problem, auch weil ich in meinem aktuellen Raum eine Obergrenze von fünf Schülern seitens des Vermieters habe.


    Die Situation ist leider überall ähnlich besch...en. Frühere Möglichkeiten gibt's hier aktuell auch nicht mehr.


    Aus meiner Zeit in Mittelfranken kenne ich noch die MUZ, die insgesamt drei Proberaumzentren in Nürnberg, Fürth und Erlangen am Laufen hatte bzw. hat.


    Ich bin hier in Gotha auch nicht der einzige, der wieder auf Raumsuche ist.

    Und meine Idee dazu ist auch, ein leerstehendes Bürogebäude anzumieten und einzelne Räume weiter zu vermieten.


    Die Mietpreise werden wohl insgesamt mit den lokalen Verhältnissen korrelieren. Da sieht's hier z.Z. deutlich besser aus als in vielen anderen Städten.


    Also klare Antwort von mir: bei guter Publicity dürften die Räume relativ zügig gefüllt sein, wenn ein Proberaummamgel besteht.


    Neben Heizung, brauchbaren Fenstern und sanitären Anlagen geht's aber auch um Diebstahlschutz.

    Ich wollt's ja noch mal machen. Jetzt ist auch die Optik besser - ein bisschen Spaß muss sein 8)


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    Das quadratische Format finde ich einen guten Kompromiss für Kurzvideos.

    danyvet

    Man kann das auch als Normaltime zählen und notieren. Dann eben mit Sechzehnteln bzw. Sechzehntel-Triolen auf 60 bpm. Bei diesem Tempo würde beides Sinn ergeben. Bei niedrigerem Tempo eher der Halftime und bei höherem Tempo Normaltime.


    Der Groove hat es im übrigen Faustdick hinter den Ohren. Die Bassdrum macht den Offbeat sehr dominant.

    Da haut es einen unter Umständen raus und man nimmt den Off-Beat als Puls wahr.

    Ich hatte mir die Bassdrumfigur so ausgedacht, um das hier gut zu demonstrieren. Der Puls wird hier eigentlich klar vom Backbeat und der 1 dominiert. Ich habe auch bewusst zugesehen hier ein bisschen Dynamik ins Spiel zu bringen. Also Akzente und eben auch mal Ghostnotes.

    Der letzte Bassdrum-Schlag ist beim Spielen am Schlagzeug im Normalfall deutlich leiser. Was automatisch dazu führt, dass der nächste Schlag auf der 1 betont ist.


    Bei den ternären Grooves habe ich schon zugesehen, die Bassdrum auf den üblichen Flow auf den ersten und letzten Noten der Triolen zu setzen und die Viertel generell zu betonen. Der Puls ist so ganz klar auf den Vierteln.

    Die mittleren Noten der Triolen sind ja komplett frei von der Bassdrum. Lustig sind z.B. Bassdrum-Doublestrokes auf den 2. und 3. Noten der Triolen. Aber auch schwieriger.

    Der hinkende Vergleich von Groove B war mir auch ein Dorn im Auge. Ein paar Ghostnotes und 'nen Shuffle wollte ich schon auch mit reinbringen.

    Evtl. ergänze ich für "Binär B" noch ein paar Achtel auf der Hi-Hat, sodass die Ghostnote auf der 1+ als Lückenfüller bestehen bleibt.

    Sechzehntel möchte ich hier eigentlich außen vor lassen, damit es anschaulich bleibt.


    Freut mich, dass das hier so gut ankommt. :thumbup:

    Dieses Thema wurde kürzlich wieder in diesem Thread diskutiert: Recording Korrektur von Timing-Ungenauigkeiten - binär / ternär


    Zur besseren Veranschaulichung der Unterschiede habe ich ein paar Hörbeispiele und Notationen erstellt. Grundsätzlich geht's dabei um einen Groove und ein Fill. Vom Groove habe ich jeweils drei binäre und drei ternäre Varianten erstellt, vom Fill eine binäre und zwei ternäre. Wo ich es für nötig hielt habe ich Handsätze hinzugefügt. Für die Notationen habe ich "Groove Scribe" benutzt.


    • 4/4 Halftime (Backbeat auf 3)
    • Achtel und Achteltriolen
    • Ghostnotes sind grundsätzlich nur Lückenfüller
    • jeweils 4 Takte (Grooves) und 1 Takt (Fills)
    • 120 bpm


    Groove Binär A Binär-A.mp3 Groove-Binaer-A.jpg


    Groove Ternär A Ternär-A.mp3 Groove-Ternaer-A.jpg


    Groove Binär B Binär-B.mp3 Groove-Binaer-B.jpg


    Groove Ternär B Ternär-B.mp3 Groove-Ternaer-BStickings.jpg


    Groove Binär C Binär-C.mp3 Groove-Binaer-CStickings.jpg


    Groove Ternär C Ternär-C.mp3 Groove-Ternaer-CStickings.jpg



    Fill Binär Fill-Binär.mp3 Fill-BinaerStickings.jpg


    Fill Ternär A Fill-Ternär-A.mp3 Fill-Ternaer-AStickings.jpg


    Fill Ternär B Fill-Ternär-B.mp3 Fill-Ternaer-BStickings.jpg



    Man erkennt, dass ternär 1,5x so viele Zählzeiten beinhaltet - in diesem Fall hier 12 statt 8 pro Takt. Außerdem werden die Handsätze bei Ternär komplizierter, weil eine ungerade Komponente ins Spiel kommt.


    Falls es weitere Vorschläge für Hörbeispiele dieser Art gibt - gerne her damit. :)

    Ich überlege, alles noch mal mit geringerem Tempo einzuspielen.

    “Einfach Rausschmeißen” ist eher nicht drin. Wir hatten vor einigen Jahren schon mal eine ähnliche Situation wegen einem anderen Thema, bei der seine Ansage war, dass wenn die Band in irgendeiner Weise in der Besetzung aufhören sollte, dass er als Hauptsongwriter uns anderen dann in der Konsequenz die weitere Verwendung seiner Songs und des Bandnamens untersagen würde.


    Woraufhin wir anderen uns hingesetzt haben und uns doch nochmal mit ihm zusammengerauft haben. Die Aussicht, dass es dann erst mal mit seiner Band aus wäre, hatte ihn wohl doch zum umdenken bewegt, wir sind nach der Aussprache damals dann eine ganze Zeit lang wieder ziemlich gut miteinander klar gekommen.


    Nur nehmen eben jene Spannungen die letzten Monate aus meiner Sicht wieder stark zu, vor allem halt zum Thema Proberaum, aber auch was das Songwriting betrifft… Das Ende vom Lied wäre dann aber das Ende der Band und ein Neustart bei fast null.

    Solche "Bands" kenne ich. Eine saubere Sache bei sowas ist, wenn die Band nach dem Bandleader benannt wird. Das ist wenigstens eine klare Angelegenheit.


    Ansonsten würde ich mir fürs Schlagzeug einfach einen eigenen Raum suchen. Da kannst du so oft üben wie du willst und du kannst die Band zu dir zum Proben einladen. Es hat nach meiner Erfahrung einen riesigen Vorteil, wenn man eine eigene Basis hat. Wo man selbst der Chef ist.


    Hat man es mit Arschlöchern zu tun, ist man immer gut damit beraten, nicht zu viele Abhängigkeiten entstehen zu lassen. Und da sehe ich bei dir / euch definitiv zu viele.

    Ich denke auch, dass man differenzierter betrachten und nicht zu viel durcheinander würfeln sollte.


    Angefangen beim Herzschlag: Die 0,7 und 0,3 Sek. bei 60 Hz sind wohl nur ein Durchschnittswert. Das wird in der Realität sicher Richtung ternär (0,67 Sek.) und binär (0,75 Sek.) schwanken. Und im Falle von ternär wird es auch nicht immer ein Slow Blues sein - wenn der Puls mal höher ist ...


    Ursprünglich ging es bei dem Thema auch darum, was das ungeborene Kind vom Herz der Mutter hört. Tatsächlich hat es ab einem gewissen Zeitpunkt aber doch auch schon ein eigenes Herz :/


    Wie auch immer hat das alles m.E. nicht viel damit zu tun, dass ternär grundsätzlich schwieriger ist als binär. Es stimmt natürlich, dass vieles von den Hörgewohnheiten abhängt. Orientalische Musik baut z.B. häufig auf ungeraden Taktarten auch im populären Bereich. In der westlichen Musik sind das eher Einzelfälle. Dort hingegen ganz normal.


    Rein faktisch gibts bei gleichem Tempo mit Triolen halt 1,5x mehr Zählzeiten. Das führt zu einer komplexeren Rhythmik und u.U. auch schnelleren Schlagfolgen.

    Außerdem kommt eine ungerade Komponente ins Spiel, die die Handsätze grundsätzlich komplizierter macht. Bei Hand-to-Hand Achteltriolen werden die Viertel abwechselnd mit rechts und links gespielt. Bei einem Shuffle spielt man mit Ghostnotes üblicherweise RLR. Und so weiter.


    Wie augeprägt das Rhythmusgefühl und die Veranlagung sind, steht auf einem weiteren Blatt. Nicht jeder Mensch hat das Zeug zum Schlagzeuger. Das sollte klar sein.


    Weiterhin sollte man auch das reine Verstehen eines Rhythmus' sowie dessen spielerische bzw. spieltechnische Umsetzung unterscheiden. Eine gute Spieltechnik erfordert einfach Übung. Das Durcharbeiten von "Stick Control" hat da bei mir letztes Jahr noch ein paar Quäntchen rausgeholt, glaube ich.

    EDIT

    Noch mal recherchiert. Der menschliche Herzschlag ist wohl weder binär noch ternär, sondern irgendwas dazwischen: https://www.kardionet.de/herzzyklus-herzfunktion/

    Es ist ein Shuffle Rhythmus. Bumm-Bumm….Bumm-Bumm…

    Genau genommen nicht. Die beiden Phasen (Diastole und Systole) haben eine Dauer von 0,7 und 0,3 Sek. bei 60 Hz Puls. Binär wäre eine Dauer von 0,75 und 0,25 Sek., ternär / triolisch von 2/3 und 1/3 Sek.

    ist mir geläufig, dass Swing schon eine besondere ternäre Spielart ist. Z.T. wird ein Swing-Feel ja auch mit Punktierungen angedeutet.

    Mitnichten ;)

    Klassischerweise wird eine Swingnummer gerade notiert, nur im Kopf steht der Hinweis, das zwei notierte Achtel (Achtung!) triolisch zu spielen sind. Wo dann genau das Feel herkommt, bildet sich in den Noten überhaupt nicht ab. Das trifft auf Swingnummern ebenso zu wie auf viele andere Jazzstandards, die nicht aus der Swingära stammen. Deshalb macht es imho wenig Sinn, über die exakte Positionierung der Einzelschläge zu philosophieren, zumal das auch Jazzdrummer nicht einheitlich interpretieren. Als Beispiel das typische Elvin-Jones-Ridepattern, das nicht die 2 und 4 betont, sondern die 2 e  sowie 4 e.

    Sehr interessant. :thumbup:

    Aber ich werde in meinem Leben kein richtiger Jazzer mehr. Wenn jemand Jazz-Schlagzeug lernen will, muss er zu 'nem anderen Lehrer gehen. Das fängt schon beim Traditional Grip an.


    Aber Schlagzeugunterricht beginnt in der Regel mit binärer Spielweise. Warum? Keine Ahnung. Ist es einfacher?

    Ich halte tatsächlich einen gleichmäßigen binären Rhythmus für das natürliche, angeborene Feeling. Schon im Mutterleib spürt ein Kind die Schritte der Mutter als gleichmäßigen Puls (zumindest wenn die Mama nicht Alkoholikerin ist und ständig torkelt), und auch das Herz schlägt üblicherweise binär.

    Ist das so? Im Mutterleib hört ein Kind nicht die binäre Pulswelle sondern den Shuffle des mütterlichen Herzens.

    Binär ist spielerisch auf jeden Fall einfacher. Es hat schon einen Grund, warum Triolen im Unterricht erst später dazu kommen.

    Hatte mich dieses Jahr mal wieder mit Quintolen beschäftigt. Zwar Hand-To-Hand, aber vom Grundprinzip wie Triolen auf einen 4/4 angewendet. Habe dann noch angefangen die fortlaufend 4. Noten der Quintolen zu betonen. Dann noch 16tel Quintolen in Dreiergruppen reingespielt. Da kommt das abstruseste Zeug raus - ein ganz eigener "Flow". Das ist das nächste drums-only Video, das ich veröffentliche.


    Worauf ich hinaus will: Quintolen sind definitiv schwieriger als Triolen. So ist zumindest meine Wahrnehmung. Wobei natürlich auch mit einspielt, dass ich mich mit Triolen wohl bisher 1000x mal oder so mehr beschäftigt habe als mit Quintolen.


    EDIT

    Noch mal recherchiert. Der menschliche Herzschlag ist wohl weder binär noch ternär, sondern irgendwas dazwischen: https://www.kardionet.de/herzzyklus-herzfunktion/