Eigentlich wird nur der erste Punkt (Abhören) darüber entscheiden, wie optimiert deine Abhörsituation wirklich sein muss. Geht es dabei um Mixing und Mastering? Wenn ja, geht es nur um deine eigenen Sachen und wenn ja, für welche Veröffentlichungen? Oder geht's um Kundenaufträge, also Fremdproduktionen für Tonträger, Streaming, Radio ...?
Ein guter (ausgewogener / nicht zu schön färbender) Kopfhörer kann eine gute Kontrollinstanz sein. Daheim nutze ich z.Z. einen AKG K-712 und AKG K-240. Mittlerweile nutz ich ersteren eher nur noch zur Kontrolle für den Bassbereich und chirurgisches Hören.
Wenn man da ein paar Sachen beachtet (Aufstellung, Abstand zu Wänden und Tisch, Absorber an kritischen Stellen) ist die Optimierung gar nicht so schwierig. Der Raum setzt oft auch natürliche Grenzen. Raummoden sind in rechteckigen und kleinen Räumen grundsätzlich problematischer.
Sowohl zum Optimieren als auch für die Kenntnis über die eigene Abhörsituation empfehle ich, das mit einem Messmikrofon (das günstige von Behringer reicht) und REW auszumessen. Interessant sind dabei vor allem die Frequenz-abhängige Lautstärke und Nachhallzeit (aus der man auch Raummoden ermitteln kann).
Für die Position des Schlagzeugs einfach mal mit Floortom und Bassdrum im sonst noch leeren Raum verschiedene Positionen ausprobieren und den eigenen Ohren vertrauen.
In meiner kleinen Bude (3,85x5,30) macht es einen gewaltigen Unterschied. Ich hatte das Set erst an der kurzen Wand aufgestellt. Das tiefe Grummeln der Floortom war kaum in den Griff zu bekommen, angeregt durch die Bassdrum hat die immer weiter gedröhnt.
Mittlerweile steht das Set an der langen Wand, leicht schräg, Floortom möglichst weit raus aus der Ecke. Dabei musste ich aufpassen, das die Bassdrum nicht genau in der Mitte der Kammer landet, das dröhnt sonst auch ganz gewaltig.
Der Raumklang der Snare wäre mir persönlich wichtiger.
Ansonsten kommt es auch sehr auf den grundsätzlichen Klang der Trommeln an. Davon abgesehen, dass die sich sowieso gegenseitig zum Schwingen anregen, eben vor allem bzgl. Befellung, Stimmung und Dämpfung.
Und vor allem in Raumecken klingt z.B. die Bassdrum grundsätzlich wuchtiger. Das muss auch nicht schlecht sein. Ist eher Geschmackssache.
Nils (der Trommelstimmer) hier aus dem Forum stimmt die Bassdrum sogar individuell gezielt auf Raummoden, damit sie größer und wuchtiger klingt.
Mir wäre das zu aufwändig.
Das zeigt auch, wie viel Einfluss die Stimmung hat.
Ich würde das Schlagzeug weder mittig im Raum aufstellen noch in Raumecken. Rückseitig (Hocker) mit einem geringeren Abstand zur Wand und vorderseitig (Bassdrum) mit einem größeren. In diesem Bereich dann auch Raummikrofone aufstellen ... so, wie man es fast überall sieht. 