Beiträge von m_tree

    Mit unreflektiert meine ich, dass ich die verschienden Aspekte meines Trommelns nicht alle während des Spielens bewusst kontrolliere. Das kann ich auch garnicht. Es würde bedeuten, die emotionale Komponente weitgehend zu eliminieren und bewusste Kontrolle an die Stelle zu setzen.

    Ich glaube, das kann keiner so ganz - wobei die Grenzen sicher fließend sind. Das baut ja auch alles aufeinander auf. Man braucht einfach Automatismen, die sich aus der Übung und Spielerfahrung entwickeln, um über den Tellerrand - also bspw. die (emotionale) Begleitung einer Band - zu schauen.


    Ich habe auch noch keinen "normalsterblichen" Drummer (also nicht gerade Vinnie Colaiuta) gesehen, der auf der Bühne so vom Blatt spielt, dass er gleichzeitig immer noch wirklich zusammen mit der Band spielt und dabei auch noch groovt.


    Es kommt auf das Ziel an. Wenn ich als Freelancer ein möglichst großes Spektrum bedienen will, damit ich möglichst viele Jobs bekomme, sind verschiedene Fähigkeiten von Vorteil, wie Vom-Blatt-Spielen, ausgefeilte Technik und eben die bewusste Kontrolle über alle Aspekte des Grooves.

    Man lernt natürlich nie aus. Aber nach meiner bisherigen Erfahrung werde ich als "Freelancer" - zumindest bis zu einem gewissen Punkt - keine Probleme damit haben, an Jobs zu kommen, wenn ich Noten nur rudimentär nutze (nicht vom Blatt spiele) und lieber auf mein Gefühl vertraue statt bewusst mein Timing zu verbiegen.

    Den Vergleich kann ich schon nachvollziehen. Ich versuche da gerade nur detailierter zu differenzieren.

    Äpfel und Birnen sind auch beides Kernobst- und Rosengewächse. Sehen aber trotzdem anders aus und schmecken anders.


    Gesang ist bspw. auch kein Sprechen, obwohl beides auf die selbe Weise erzeugt wird.

    Mit einem Instrument "spricht" man natürlich auch bzw. ist das das Ziel des ganzen.


    Im Regelfall sind Alben und produzierte Musik ja die Kunstwerke, um die es letztendlich geht (und Live-Performances).

    Niemand - mal abgesehen von Komponisten - wird auf die Idee kommen, das nur in Notenform an die Konsumenten zu bringen. Und auch diese lassen es dann von einem Orchester performen und von Tonleuten aufzeichnen.


    Ganz anders verhält sich das z.B. bei Literatur. Bücher sind die Information (und die Kunstform) selbst, die jeder verstehen kann.

    Ich gebe zu, dass ich da als "ungelernter" Schlagzeuger, der sich bisher kaum mit Noten beschäftigt hat, natürlich meine eigene Sichtweise habe.


    Für die meisten HobbytrommlerInnen mag das tatsächlich so sein. Ich spiele auch oft unreflektiert, wie es mir grad so gefällt.


    Wenn man sich allerdings fragt, woraus dieses "Feel" eigentlich besteht, kommt man auf die Hauptfaktoren innere Dynamik und kleine, systematische zeitliche Abweichungen bestimmter Schläge von der exakten Position im Takt.


    Innere Dynamik ist etwas, mit dem man sich auch im Hobbybereich mal beschäftigen sollte. Fragen wie "Wie laut spiele ich Ghostnotes?", "Wie laut muss die Bassdrum im Verhältnis zu Snare gespielt werden?", "Wie kriege ich die Hihat zum Grooven?" gehören dazu.

    Wieso sollte es denn unreflektiert sein, wenn man so spielt wie es einem gerade gefällt? Gerade das ist doch reflektiert. Damit vertraut man sich selbst, seiner Intuition und seiner Wahrnehmung am meisten. Und das ist es ja letztendlich: der künstlerische Ausdruck ist die eigene Wahrnehmung und damit auch die Reflektion des Umfeldes.


    Über die Theorie hinter dem "Feel" und dem individuellen Timing hatten wir hier an anderer Stelle schon mal gesprochen, glaube ich. Die Summe der vielen Details, die das eigene Feel ausmachen und auszeichnen, eben.


    Die zeitlichen Abweichungen von der exakten Position im Takt sind schwieriger zu trainieren. Ich habe schon Trommler erlebt, die das sehr gut kontrollieren können, die einzelne Instrumente des Sets gezielt vor oder hinter der Time spielen können.

    Ein sehr interessanter Punkt! Einerseits ist hier eine gewisse Flexibilität und Wandlungsfähigkeit definitiv gut. Andererseits stellt sich aber auch die Frage, warum man das eigene Timing (Feel) derart verbiegen sollte, wenn es gut und passend für den Bereich ist, den man bedient. Und wenn es einen Wiedererkennungswert hat.

    Die Aussage verstehe ich nicht ganz.

    Du hast meine Aussage ja auch nur bruchstückhaft zitiert. :/


    Der Vergleich von Schriftsprache mit Noten hinkt meiner Meinung nach. Äpfel und Birnen und so ... aber ich schreib jetzt auch noch zum zweiten Mal dazu, dass das meine Meinung ist. Muss man nicht verstehen.

    Und noch eine Ergänzung von mir:


    "Feel" hat nichts mit Theorie und Noten zu tun. "Feel" ist eine rein praktische Sache, über die man nicht nachdenkt.


    Meiner Meinung nach sind (Schlagzeug-)noten auch nicht mit Schriftsprache vergleichbar bzw. das eigentliche Musizieren nicht mit Sprechen.


    Musik macht man mit den Ohren und mit dem Gefühl. Es geht um Emotionen. Das spielerische Können ist letztendlich nur das Handwerk, das Mittel für den Ausdruck.

    Türen und ggf. Fenster zusätzlich abzudichten bringt schon was für die Dämmung nach außen. Aber nicht viel. Und "Raum in Raum" ist richtig aufwändig und teuer.

    Am einfachsten ist ein Proberaum, in dem du so laut sein kannst wie du willst. Ggf. nur zu bestimmten Uhrzeiten. Das muss individuell geklärt werden.


    Was die Akustik im Inneren bzw. die Gestaltung des Nachhalls betrifft:

    Bzgl. des Materials von Absorbern wurde ja schon Auskunft gegeben (Noppen, Basotect, ...).

    Breitbandabsorber sind allerdings nur eins von drei wesentlichen Akustikelementen. Diffusoren zerstreuen die Reflektionen, machen den Nachhall "weicher" und lassen den Raum größer klingen.

    Dicke Bassabsorber in den Raumecken sind besonders in kleinen Räumen effektiv, da in kleinen (rechteckigen) Räumen die Bässe verhältnismäßig lange nachhallen und Raummoden eine größere Rolle spielen.


    Ich würde eine Kombination aus den drei genannten Elementen bevorzugen. Auch 15cm Breitbandabsorber fangen erst im unteren Mittenbereich an zu wirken - 300Hz aufwärts. Grundtöne von Trommeln, "normal" gestimmte 14" Snares inbegriffen, liegen da aber deutlich drunter.


    Akustikdrums profitieren übrigens oft von großen Räumen mit entsprechendem Nachhall. Schalltot klingts immer kleiner.

    Kommt eben drauf an, was man will ...

    Alleine sein: „Hello, boys and girls!“, zaubert mir immer ein Lächeln ins Gesicht. :)

    Er hat einfach eine ganz sympathische Art!

    Jepp - und dazu noch der britische Akzent 8)


    Mich wundert ein bisschen, dass das ganze Zeug ohne ein Rack aufgebaut ist. Ist wohl aus der Mode gekommen? :/

    Obwohl es auch schon nichts mehr mit dem Thema zu tun hat ... ^^


    Ein bisschen Offtopic bzw. den natürlichen Verlauf von Gesprächen finde ich auch völlig in Ordnung. Ist halt immer die Frage des Maßes. Wenn der "Gastgeber" bzw. Threadstarter kein Problem damit hat ...

    Habe den Thread nicht gelesen. Es gibt da schon Unterschiede.


    Triolen sind die Basis und grundsätzlich drei Noten / Schläge pro gerader Zählzeit. Vergleichbar mit 3er, 6er oder 12er Rhythmen.


    Ein Shuffle lässt die mittlere Note der Triolen aus. Es entsteht das typische Pattern. Auf der Hi-Hat z.B. ... eins der Paradebeispiele ist "Rosanna" von Toto. Hier mein Cover zum Song:

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    Swing bezeichnet grundsätzlich eine Art des Jazz'. Typischerweise ein Shuffle-Feel, allerdings wird von jeder zweiten Triole nur die erste Note gespielt. Meist auf dem Ride.


    Ein weiteres Video von mir hatte ich übrigens nachträglich umbenannt, weil es kein echter Shuffle ist. Mein Ride-Pattern ist hier zwar geshuffelt, aber die Triolen mit der doppelten Fußmaschine haben nichts mit Shuffle zu tun.


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    ... ich war mal so frei hier eigene Beispiele anzubringen. ;)

    Liebe Community,


    in meiner YouTube-Serie "Real Book Drumming" habe ich mir die ersten 48 Takte des Songs "A Call For All Demons" von Sun Ra erneut vergeknöpft und neu aufgenommen. Die Transkription folgt nun dem Video, zudem konnte ich dank der Software „Moises“ weitere Details im Spiel von Schlagzeuger Robert Barry herausfinden.


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    Ich find's auch gut. Man erkennt auch sofort, dass es um die Vermittlung von Inhalten (Lehrtätigkeit) geht. Das Playback find' ich dabei nebensächlich und den Klang des Rides genau passend zum Genre und zur Spielweise.


    Mir ist schleierhaft, warum man da so eine Diskussion vom Zaun bricht. Vielleicht besser einen neuen Thread dafür aufmachen? ;)

    Mit dem Ding aus dem Startpost wollte ich wohl eine Situation von letztem Jahr abarbeiten. Welche Rolle ich in dem Fall tatsächlich übernommen hatte - keine Ahnung :/

    Die ganze Situation war zum Kotzen. Daher auch die Schimpfwörter. ;)

    Und da ich ja nun auch beide "Jobs" selbst kenne - also den des Drummers und den des Produzenten...


    Finde das "American Chopper" Meme übrigens grundsätzlich lustig, obwohl ich die Serie nicht kenne.

    Habe meine Vergleichsaufnahmen vorhin im Proberaum nicht mehr gefunden (obwohl ich diese recht genau dokumentiere). Nutze hier momentan ein Rode M5 an der Hi-Hat (vorher ein Bändchen - t.bone RB500).


    Ich finde die Position unter der Hi-Hat auf der Snare-Seite (da, wo der Stick auftrifft) z.Z. am besten. Nach vielen Experimenten klingt das m.E. a) am Rand sowieso relativ rund und weich und vor allem b) repräsentiert es die (filigrane) Stickarbeit am besten. I.d.R. ziele ich generell eher auf Kompression der Performance ab, um auch leisere Anschläge hervor zu bringen. Bspw. klingt die Hi-Hat gegenüberliegend vom Stick-Auftreffpunkt relativ verwaschen bzw. hat diese Position eher einen expandierenden Effekt auf die Dynamik. D.h., leisere Anschläge werden noch leiser und lautere lauter.


    Meine Devise dabei: Die Overheads bringen schon viel Hi-Hat "von oben" in den Mix. Das obere Snare-Mic recht viel Hi-Hat "von wo seitlich auch immer" (man berücksichtige die frequenzabhängige Richtcharakteristik und Position des Snare-Mics).

    Ein bisschen Support von der unten abgenommenen Hi-Hat kann m.E. also nicht schaden und meines Erachtens ist das im Regelfall sowieso immer nur ein Stützmikrofon.


    Was die Phasenlage betrifft, ist diese bei so rein höhenlastigen Dingen wie einer Hi-Hat vernachlässigbar. Eine von unten abgenommene Hi-Hat konnte mich jedenfalls weder mit noch ohne Phasendreher im Gesamtmix begeistern. Klingt eigentlich beides gleich besch...en. Kleiner Scherz :D

    Noch ein Nachtrag zum Thema "Übersprechen der Hi-Hat aufs Snare-Mikro" ... never ending story ;)


    Es ist definitiv immer sehr individuell. Das geht schon damit los, ob die Hi-Hat offen durch "geprügelt" ist oder geschlossen angespielt wird. Und eben wie laut die Snare im Verhältnis dazu ist.

    Bezogen auf die Nachbearbeitungsmöglichkeiten bei Aufnahmen: jeder Mix ist anders, sogar oft jeder Part eines Mixes / Songs (Stichwort Lautstärke-Automation).


    Bei bestimmten Aufnahmen meines Stammkunden komme ich bspw. ums Gaten der Snare und Dazumischen von Samples gar nicht drum rum, damit die Hi-Hat nicht zu dominant wird - ohne Hi-Hat Mikrofon wohlgemerkt.

    Bei meinem letzten Drums-only Ding wieder ganz anders: Viele Ghostnotes (keine Gates, keine Samples), aber hauptsächlich geschlossen angespielte Hi-Hat und entsprechend laut dazu gemischtes Hi-Hat Mikro.

    Bei meinen letzten beiden Covers wiederrum habe ich die Snare ganz leicht mit einem direkt vor dem Take aufgenommenen Sample unterstützt und das Hi-Hat Mikro in der Lautstärke automatisiert.

    Rampen

    Mal von ein bisschen EQ auf dem Master abgesehen booste ich auf meinem Snare-Mikro insgesamt 2x Höhen: einmal direkt und einmal über den Drumbus. Auf letzterem ziehe ich auch etwas untere Mitten raus. Also da entsteht - aufs Top-Mic bezogen - 'ne Differenz von ca. 15dB zwischen 500Hz und 7kHz.

    Auch bzw. sogar besonders was Kompression betrifft ist der Schlüssel bei Drums die Summe, meiner Meinung nach. Ich würde Trommeln (auch nicht top+bottom gemeinsam o.ä.) nie mehr einzeln komprimieren (höchstens parallel). Gates benutze ich nur noch für die Bassdrum.


    Davon abgesehen spielen der Grundsound und die Spielweise die tragende Rolle. Eben z.B. was das Lautstärkeverhältnis von Snare und Hi-Hat betrifft. Und den Grundsound und die Brillanz der Snare.


    Andererseits gehört ein bisschen Übersprechen auf der Snare aber auch dazu, wenn's auch um Ghostnotes geht und man es natürlich halten will.

    Ein Bottom-Mic kann hilfreich sein und die Snare auch fetter machen.

    Hohe Hihat = wenig Übersprechen ins Snare-MIC = mehr Kompression/EQ auf der Snare möglich. Das freut jeden Soundtechniker (zumindest bei stark bearbeiteten Drums).

    Ist zwar Offtopic, aber ich beschäftige mich seit ein paar Jahren ja auch wieder intensiv mit dem Thema. Vor zwei Jahren hatte ich das Snare-Mikro bei zwei Racktoms noch zwischen den beiden Toms, mittlerweile zwischen Hi-Hat und 10er Tom. Snare und Hi-Hat haben bei mir keinen all zu großen Abstand zueinander und für mich kommt Ergonomie immer vor Mikrofonierung.


    In der Summe EQe ich meine Drums relativ stark und komprimiere sie mittlerweile auch mehr. Dennoch muss ich mein Hi-Hat Mikro gut hörbar dazu mischen.


    Um auf den Punkt zu kommen: mir erschließt sich die Problematik nicht mehr so ganz. Es kommt da aber auch auf viele Details an, auch auf die Spielweise.

    Thema Hi-Hat:


    Das macht definitiv einen Unterschied. Es macht auch einen Unterschied, ob ein Richtmikrofon eher auf den Rand oder die Mitte zeigt. Und es macht sogar einen Unterschied, auf welche Seite (innen bzw. da, wo die Sticks auftreffen oder außen) es zeigt.


    Ich hatte das alles schon durchprobiert. Allerdings halt mit Aufnahmen bzw. Studiobedingungen. Im Livebetrieb wird man die Unterschiede kaum ausmachen können. Und wie blechern oder was auch immer das dann bei einer anderen Band klingt hängt ja auch von den Becken, dem Mikrofon, dem EQing am Pult und der PA ab.


    Ich lade bis morgen noch ein paar meiner Vergleichsaufnahmen hoch.


    So wie auf dem Bild würde ich es jedenfalls nicht machen. Dass DAS blechern klingt ist klar :D

    Geht ja auch um den Abstand des Mikrofons.