Beiträge von m_tree

    Nr.1: PreQ #1 nach Modifikation

    Nr.2: Originalfile

    Nr.3: PreQ #1 vor Modifikation

    Interessant. :)


    Nachdem der Blindtest draußen war, ist mir eine kleine Schwäche aufgefallen: Das Originalfile hätte ich eigentlich zum faireren Vergleich einmal durch ein leeres Kabel aus dem Interface heraus- und wieder hereinführen müssen - dann hätte es wie die anderen Signale die DA und AD-Wandlung im Bauch gehabt, aber nicht den Preamp. Ich hatte es direkt aus dem Projekt heraus gerendert, was etwas "unsauber" war. Ich liefere das File nochmal nach, nur um zu sehen, was die doppelte Wandlung noch beeinflusst hätte.

    Ich gehe davon aus, dass die Wandlung in diesem Szenario kaum ins Gewicht fällt. Sieht man ja daran, wie unterschiedlich die Preamps vor und nach der Modifikation klingen.


    Interessant der Phasen-Auslöschtest - dazu muss man allerdings die Stereofiles auftrennen und nur linke und linke oder rechte und rechte Kanäle vergleichen, denn bei der manuellen Aussteuerung der Testaufnahmen kann es Abweichungen zwischen L/R gegeben haben, die man sonst nicht wegbekommt durch Pegeln auf größte Auslöschung.

    Ich hatte dies bzgl. mal etwas rumprobiert (geht mit 100% Panning und Feinsteinstellung der Fader ja einfach) und festgestellt, dass die so schon sehr gut gepegelt sind. Also da bleibt bei gleicher Fadereinstellung am wenigsten übrig.


    Aber auch, wenn man das macht, bleibt das Ergebnis so, wie Rampen es beschrieben hat. Nr. 1 weicht nur im Bassbereich ab, während Nr. 3 über weite Teile des Spektrums anders abbildet.

    Kann ich bestätigen.


    Vorläufiges Fazit: durch das reine Austauschen des Mikrofonvorverstärker-ICs im PreQ haben sich Veränderungen, aber nicht zwingend Verbesserungen ergeben. Den zweiten PreQ werde ich so lassen, wie er ist. Beide Geräte sind nach meiner Einschätzung brauchbar, zumindest für unkritische Signale wie z.B. Toms oder ähnliches. Signale, wo im weiteren Bearbeitungsverlauf der Rauschteppich weiter verstärkt wird (Vocals mit Kompression o.ä.) empfehlen sich für diese Preamps wohl eher nicht.

    Ich nutze ja z.Z. ein Focusrite Scarlett 18i20 2nd Gen, über ADAT mit einem Behringer ADA8200 erweitert. Die Preamps im Scarlett waren meines Wissens auch in den Firewire Vorgängern (namentlich Saffire) verbaut und waren für damalige Verhältnisse (Preisbereich) schon sehr gut. Hatte auch schon früher viel mit den Saffires gearbeitet.

    Im 8200 sind ja neuartige MIDAS Preamps verbaut und das ist wohl insgesamt wirklich ein Upgrade zum Vorgänger.


    Mit dem Behringer nehme ich aber auch grundsätzlich nur unkritischere Sachen wie Toms und generell Stützmikrofone auf, z.B. für Becken oder Bassdrum.

    Ich denke allerdings, es gibt durchaus noch mehr unkritischere Signale als diese. Z.B. auch Mikrofone vor E-Gitarrenamps. Diese rauschen ja oft mehr oder weniger stark. Aber auch das Rauschen wenig rauschender Amps überdeckt jedes Preamp Rauschen wahrscheinlich bei weitem.

    Auch sollte man sich vor Augen führen, was eine Verstärkung um 93dB (deine Files mit den Rauschteppichen) eigentlich bedeutet: Mit 16bit (was CD-Qualität entspricht und für finale Masters ausreicht) können 96dB dargestellt werden bzw. liegt das Quantisierungsrauchen von 16bit bei -96dBFS. Die menschliche Hörfläche umfasst bei Musik ca. 60dB.

    Obwohl durch die Phasendreher hier so deutliche Unterschiede zu Tage treten, kann man diese im Direktvergleich schon schwer ausmachen. Bspw. bleibt zwischen File Nr. 2 und 3 ein Frequenzgemisch über, dessen wahrgenommene Lautheit gerade mal 21dB (LUFS nach EBU R128) unter der des Originalfiles liegt. Und trotzdem höre ich da im Direktvergleich auch erstmal nur, dass es etwas anders klingt.


    Schaut man sich dann an, wie stark Preamps zu früheren Zeiten gerauscht hatten ... oder auch professionelles Multitrack Recording-Tape. Und die analoge Tontechnik, mit der nachbearbeitet wurde. Es werden ja auch heutzutage z.T. ganz bewusst noch die alten klassischen Preamps (z.B. Neve 1073), aber auch Tonband und ansonsten klassische, analoge Tontechnik benutzt, um den Klang "musikalisch" zu beeinflussen.

    Ich will damit nicht sagen, dass die Überlegungen zum Grundrauschen moderner Preamps fehl am Platze wären. Versuche das nur etwas zu relativieren.


    Ich erinnere mich auch noch an einen Satz in "Mastering Audio" (von Bob Katz), der in etwa lautete, dass ein Rauschen nicht per se schlecht ist, sondern auch musikalisch klingen und bspw. unschönere Details überdecken kann.

    Der Sterilität von rein digitalen Aufnahmen und rein digitaler Nachbearbeitung versucht man ja schon mit entsprechenden Emulationen in Plugins entgegen zu wirken. Wenn ein Hardware-Nachbau als Plugin nicht direkt so konzipiert ist, kann man in vielen Waves Plugins das Brummen und Rauschen ja wahlweise an- und ausschalten.

    Mal von der Sättigung und anderen Dingen abgesehen. :)

    Ein Frage stellt sich mir noch... Vielleicht banal, oder mir fehlt noch ein Teil der Hardware. Ich bin quasi bei einer bestehenden Band als Schlagzeuger eingestiegen. Die Songs über ich jetzt per MP3-Files über Kopfhörer. Bekomme ich es mit meinem Setup hin, dass ich gleichzeitig meinen Drumsound über den Mixer hören und ein MP3-File über den gleichen Ausgang abspielen kann. Das konnte ich mir bisher noch nicht so ganz klären. Ich bin mit meinen InEars aktuell im Kopfhörerausgang des XR18 eingestöpselt.

    Mit dem XR18 kenne ich mich zwar nicht aus, aber mit REAPER.


    Unabhängig vom Monitoring würde ich die Files grundsätzlich in ein Projekt in REAPER einfügen und von dort abspielen. Hat ein paar Vorteile und macht man bei Aufnahmen auch so. Bspw. wenn man Drums auf Pilotspuren einspielt. Oft sind das ja auch mehrere Spuren (z.B. Bass, Gitarre, Gesang).


    Seit einiger Zeit ist in REAPER allerdings immer das interne Monitoring eingeschaltet. Das muss man pro neu erstelltem Track jedes mal wieder ausschalten. Ich nutze ja das Effekt-freie DSP-Monitoring meines Scarlett 18i20. Das Hauptproblem ist dann, dass das Monitoring über REAPER nicht Latenz-frei ist und sich mit dem Latenz-freien vom Interface überlagert. Mal davon abgesehen, dass man sich ja einen exakten Monitormix einstellen möchte.


    Ich weiß nun nicht, ob das XR18 über eigenes Monitoring verfügt. Egal wie - mit REAPER geht alles :)

    Ich finde das alles ziemlich fadenscheinig. Wer sich mal richtig mit Musikmachen und Sound (besonders Drums :) ) beschäftigt hat, der weiß, worum es tatsächlich geht. In erster Linie um die Performance und darum, wie man das ganze (aus meiner Sicht) Werkzeug bedient. Da macht die Mikrofonauswahl an der Bassdrum noch die deutlichsten Unterschiede - und bei Becken, ob die Höhen eher brizzeln (billig) oder schimmern (teuer).

    Es interessiert letztendlich keinen, ob eine geile Performance mit einem guten Drumssound und einer passenden Mikrofonauswahl- und Aufstellung mit Behringer oder RME Preamps gemacht wurde. Die, die das interessiert, sind dann am ehesten von der Sorte, die hinten bei Konzerten mit verschränkten Armen stehen und meckern, aber selbst nicht spielen können.


    Jemand hat in einem anderen Thread kürzlich gesagt, man könne mit gutem Equipment auch schlecht arbeiten, aber mit schlechtem nicht gut.

    Auch das halte ich für eine, wie so oft, für die eigene Weltanschauung zurecht gebogene Aussage.

    Denn wenn bspw. ein wohlhabender Arzt sich 50 teure Gitarren in die Villa hängt, aber nicht damit spielt, interessiert das keinen. Da interessiert jede wirklich gute Performance eines Straßenmusikers mehr, und der Hut füllt sich dabei ganz sicher nicht wegen des hochpreisigen Equipments, das sich amortisieren soll.


    Sorry und jetzt nicht persönlich rein- oder anziehen, aber:

    Warum bist du dann noch im Drummerforum aktiv? ;)

    Welche Recordingforen kann ich dir gerne via PN schreiben. Aber das werden die sein, wo du verschwunden bist?

    Ich bin hier wieder aktiv und es gibt bestimmte Unterschiede. Zunächst mal gehts hier ja hauptsächlich um Drums.

    Hab übrigens kein Interesse darüber weiter per PM zu lamentieren.


    Schreibe später noch mal was zu den Audiofiles ...

    Damit ihr ein bisschen Spaß habt, habe ich euch drei Files vorbereitet: einmal das Originalfile, dann die Aufnahme mit dem PreQ vor der Modifikation, dann die Aufnahme nach der Modifikation. Alle drei Files sind auf Lautheit normalisiert - die Unterschiede bei der Aussteuerung sind aber marginal gewesen (max 0,5 dB). Ich biete euch die Files als Blindtest an - vielleicht erstmal nur hören und vergleichen, bevor ihr mit irgendwelchen technischen Analysen nachhelft.

    Die Files sind als Wavedatei in 96 kHz und 24 Bit abgelegt und jeweils ca. 395MB groß.


    PreQ Modifikation Blindtest

    Hab mal reingehört. Höre tatsächlich Unterschiede. Ist auch kein Wunder, denn der Test mit dem Phasendreher bringt bei allen Dateien deutliche Unterschiede zu Tage.

    Da bleibt ziemlich viel über. Gut zu wissen, damit man weiß, dass man sich die Unterschiede nicht einbildet.


    Werde mich noch mal weiter damit beschäftigen. Aber eine Zuordnung werde ich nicht abgeben - kann da höchstens mutmaßen. Eher fände ich dann eine Auflösung interessant. ;)


    Das sind alles Gerätschaften an der Schwelle zwischen SemiPro und Pro.

    Lass das mit der Behringermodifikation und steig, bezüglich der PreAmps, "weiter oben" ein.

    Also Neumann und Genelec sind definitiv nicht mehr an irgend einer ominösen Schwelle zwischen SemiPro und Pro.

    Und was bedeutet SemiPro und Pro? Kann man mit günstigem Equipment kein Geld verdienen? :/

    Oder ist man ein Pfuscher, wenn man es tut?


    Bzgl. der KM184:

    Eine deutliche Stufe drüber sind da nur noch Schoeps CMC-64 und ich bin wohl nicht der einzige, der die für Schlagzeugoverheads nicht so geeignet sieht. Mal vom Preis und Prestige abgesehen sind die für manche Zwecke halt schon zu detailiert und dynamisch. Lead- und Solo-Instrumente setzen sie wohl am besten in Szene.

    KM184 und (ehemals) KM84i dagegen sind wohl der "professionelle" Standard für Schlagzeugoverheads.


    Zitat von drummerjoerg

    Und ja, in den Recordingforen wird man das auch so beraten. Warum ist das wohl nur so? ;)

    In welchen Recordingforen denn? Ich bin mittlerweile froh, dass ich aus zwei dieser Foren verschwunden bin. Musik macht man halt nicht, indem man sich in Foren über Gear streitet.

    Ja, jetzt wo du's sagst ... mir wäre es auch etwas spanisch vorgekommen, wenn es so einfach wäre. Dieser Satz bringt es wohl auf den Punkt:


    Vereinfacht gesagt, gibt der Phasengang die frequenzabhängige Phasenverschiebung zwischen Eingangs- und Ausgangssignal an.

    Das erinnert mich am Beispiel von einfachen Hoch- und Tiefpässen auch wieder schön daran, wie Eingriffe mit Equalizern den Klang färben (Phasenverschmieren und Nachschwingen). Und wie wichtig gute Aufnahmen und eine geeignete Mikrofonauswahl sind (besonders wenn es um Bässe geht) :)


    Hmmm... klingt für mich nach: Don't fix it if it ain't broken. :/

    Vielleicht sind die Berichte über Modifikationen durch Austausch des SSM2017 dann getrieben durch die reine Erwartungshaltung. In einem Bericht wurde davon geschrieben, dass der modifizierte PreQ im High End Bereich mitspielt - aufgrund der nahezu identischen Daten der beiden Bausteine dürfte es sich bei dieser Einschätzung wohl ziemlich sicher um reines Wunschdenken handeln.

    Da ich die Teile schon hier habe und auch nicht mehr zurück geben kann, werde ich einen der PreQs trotzdem umrüsten - und wenn es nur dazu ist, den Mythos zu widerlegen.

    Aus dem Rest was ich nicht durch ESD zerstöre kann mein Sohn vielleicht batteriegespeiste Preamps für dynamische Mikros zusammen löten.

    Ich denke, der tatsächliche Nutzen deiner Aktion liegt eher darin, dass es halt interessant ist und (Dir) Spaß macht.


    Interessant wäre m.E. dann auch tatsächlich noch ein praktischer Vergleich - und dafür kann man ja ruhig die ganzen sensiblen Ohren hier zu Rate ziehen. ;)

    Wenn man überhaupt Unterschiede hören kann :/

    Verstehen bzw. interpretieren kann ich die Kurven nur zum Teil - Frequenzgang und Phase ist klar, bei den THD+N Kurven ist mir nicht so ganz klar, was der Verlauf bedeutet...

    Die Phase ist doch einfach die 1. Ableitung bzw. Steigung des Frequenzgangs, oder?


    THD steht ja für Total Harmonic Distortion, N für Noise. Der Graph stellt deren addierte Schalldruckpegel (Y-Achse) in Abhängigkeit von der Frequenz (X-Achse) dar.


    Oder steckt noch mehr dahinter? :/

    Na dann werde ich mich mal genauer mit den angesprochenen Threads befassen.

    Ich hatte doch glatt angenommen, es ginge auf "einfache" Art und Weise...danke einstweilen!

    Man kommt mit drei bis vier Mikrofonen, wie bereits angesprochen, schon recht weit. Mehr ist für die ersten Gehversuche auch nicht sinnvoll. D.h.:


    1x Bassdrum (Beispiel: Shure Beta 52a)

    1x Snare (Beispiel: Shure SM57)

    2x Overhead (Beispiel: Oktava MK-012 Stereopaar)


    Geeignete Stichworte für die Suche nach Infos sind "Recorderman" bzw. "Glyn Johns" - das ist eine bestimmte Aufnahmetechnik für zwei Overhead-Mikrofone (Stereo), die sich vor allem auf die Overheads stützt. Grundsätzlich braucht man dafür nur noch ein Mikrofon für die Bassdrum.


    Damit ist man aber noch recht weit von dem modernen, fetten und "besser als die Realität" Drumsound, den man von einschlägigen Produktionen so kennt, entfernt.

    Neben einem grundsätzlich guten Sound (Stimmung!) und der Mikrofonierung ist es dann vor allem der Mixdown, mit dem man so einen Sound erreicht.


    Ich würde aber auf jeden Fall gleich in ein Interface mit 8 Mikrofoneingängen und zusätzlich möglicher Erweiterung über ADAT investieren. So kannst du dann nicht nur noch Mikrofone fürs Schlagzeug (Toms, Snare-Teppich, 2. Bassdrum-Mikro, Einzelmikrofone für Becken, Raummikrofone) hinzufügen, sondern ggf. auch gleichzeitig andere Instrumente aufnehmen. Probemitschnitte mit Bass, Gitarre und Gesang z.B. ...

    Mal von der Mikrofonie abgesehen sollte man sich darüber im Klaren sein, dass es dabei auch viel um Know How geht. Akustikdrums sind, was einen mit üblicher Mehrfachmikrofonierung erzeugten "modernen" Klang angeht, eine recht komplizierte Angelegenheit. Mehr als alle anderen Instrumente.


    Kommt natürlich auch auf den eigenen Anspruch an. Aber wenn man an der tontechnischen Umsetzung selbst keine Freude findet, wird man da auch nicht weit kommen. Dann lieber weiter das EAD10 genutzt und dafür mehr gespielt ...

    Sennheiser e604 an den Toms brauchst du dafür trotzdem nicht. Und es müssen im Proberaum auch keine teuren K&M Mikrofonstative sein. Die von Millenium halten auch.


    Was das Pult / Interface angeht verstehe ich deine Entscheidung aber voll und ganz. Mein Einwurf sollte auch nur zur Festigung der Entscheidung beitragen. ;)


    Ich nutze z.Z. ein Focusrite Scarlett 18i20 2nd Gen, erweitert mit einem Behringer ADA8200 auf 16 Kanäle und bin völlig zufrieden. Wichtig ist mir Latenz-freies Monitoring, Effekte brauch ich dabei nicht. Ist halt nix für live ...

    Geht es hier wirklich nur um Monitoring zum Proben oder auch um Mehrspuraufnahmen, die im Nachhinein nachbearbeitet werden sollen?


    Für den ersteren Fall würde ja ein kleiner und günstiger Analogmixer völlig ausreichen. Nachbearbeitung braucht man fürs Monitoring auch nicht unbedingt (ich komme sehr gut ohne aus).


    e604 an den Toms halte ich für dieses Szenario hier für völlig übertrieben. Ich mach meine Aufnahmen an den Toms z.Z. mit diesen Mikros hier - im Gebrauchtkauf unschlagbar günstig und klingen an Toms für meinen Geschmack runder als SM57: the t.bone MB85 Beta Mikrofon – Musikhaus Thomann

    Beispiel dazu von mir: Fat toms tuned in intervals - 6/8 with triplets - YouTube


    Und es würde für den Anfang auch erstmal ohne Mikros an den Toms gehen, bei entsprechender Overhead-Aufstellung. Z.B.:

    Bassdrum: AKG D112, Shure Beta 52a, Audix D6 (je nach Geschmack)

    Snare: Shure SM57, Audix i5 (je nach Geschmack)

    Overheads: Oktava MK-012 matched pair (Niere)


    Günstiger und fürs Monitoring völlig ausreichender Analogmixer: Behringer RX 1202 FX V2 Rackmixer – Musikhaus Thomann

    So wie ich das verstanden habe, sollten im Allgemeinen nicht die Anlötplättchen, sondern wirklich nur der Teppich auf dem Fell aufliegen. Außerdem sollten die Anlötplättchen nicht bis an die Gratungen gehen. D.h., der Teppich sollte nicht zu breit sein.


    Mit "abgewinkelt" meinte ich übrigens, dass die Enden der Anlötplättchen schräg im Vergleich zum Teppichteil geführt sind. Also nicht einfach nur versetzt, wie üblich.


    Bei meiner Tama PBR146 Starphonic Brass mit Standardteppich sieht das so aus:


    Nein ich meine das eines dieser Stoffbänder von den Tama Teppichen gerissen ist. WItzigerweise einfach während dem Spielen, auf einmal war die Snare "aus". :D

    Besonders auf Gigs ist das dann eine sehr gelungene Show-Einlage. Kommt auch gut bei den Kollegen an. Vor allem, wenn man keine Ersatz-Snare dabei hat und sich die Bühne an jenem Abend nicht mit anderen Bands teilt. ^^


    Ähnliches gilt natürlich auch für gerissene Felle und gerissene Fußmaschinenfedern. :P


    Welchen Unterschied macht es jetzt ob ich ein Band drunter herziehe oder Schnüre?

    Bei diesem Teppich bzw. diesen Anlötplättchen macht das schon einen Unterschied. Sieht man ja auf den Fotos. Mal von den sonstigen Unterschieden abgesehen.


    Niles

    Auf den Fotos sieht es so aus, dass die Anlötplättchen außen leicht abgewinkelt sind. Ist dem so? Wenn ja, würde ich tatsächlich einen anderen Teppich besorgen.

    Ich melde mich nochmal, sobald ich ein Band aufgetrieben habe.

    Vorschlag für eine vorübergehende Lösung: ein altes (nicht zu dickes) Fell in passende Streifen schneiden und zurecht biegen. Hat zwar ein paar Nachteile, aber hält nach meiner Erfahrung besser als die Gewebebänder. So eins ist mir schon mal gerissen. Obwohl ich meine Teppiche nur moderat spanne.

    Oliver_Stein

    Ich steige an der Stelle mal mit in die Fachsimpelei ein.


    Kenne den Rechner auch und wusste natürlich, wer EBS entwickelt hat (es waren wohl auch ein paar Tonstudenten beteiligt).


    Die Schwierigkeit, die ich bei den meisten Mikrofonsystemen sehe, ist eben genau der Punkt, dass der Achsenwinkel ungleich des Aufnahmebereichs ist.


    Warum ich bei Schlagzeug-Overheads (wie viele andere übrigens auch) lange Zeit eher bei AB war, hat vor allem den Grund, dass Schlagzeug-Overheads eigentlich keine klassische Anwendung für ein Stereo-Hauptmikrofonsystem sind. Es kommen da sehr viele Faktoren ins Spiel, unter anderen:


    - Welche Rolle sollen die Overheads übernehmen? (gutes Beispiel -> Olivers hier nicht zusätzlich mikrofonierte Toms)

    - Jedes Schlagzeug ist individuell aufgebaut -> wie kann ein möglichst ausgewogenes Klangbild erzeugt werden? Auch mit Stützmikrofonen ist eine gute Ausgangsbasis der Overheads wichtig. Hatte erst kürzlich (wieder) bei einer Mix-Challenge erlebt, dass ein bestimmtes Becken viel zu laut im Vergleich zum Rest war. Da half dann nur noch Lautstärke-Automation.

    - Welche Rolle spielen Stützmikrofone und wie wichtig ist die Monokompatibilität der Overheads wirklich? Bei vielen Stützmikros und mittig gepannten Snare- und Bassdrumspuren ist die Monokompatibilität der Overheads vernachlässigbar. Zumal man diese ja auch nicht zwingend 100% L/R pannen muss.


    Mein experimenteller AB-Aufbau zielte zum einen darauf ab, die Becken auf den Overheads nicht zu vordergründig und vor allem nicht zu scharf klingen zu lassen (Becken klingen am Rand weicher). Aber auch auf eine - auf die Laufzeitdifferenz bezogen - mittige Snare auf den Overheads.

    Dennoch fand ich EBS letztendlich besser. Das ist einfach ein vernünftiges Stereobild als Ausgangsbasis und klingt für mich runder - mit etwas mehr Raumanteil und damit auch nicht ganz so vordergründig. Natürlich ist die Snare dann nicht genau mittig, aber glücklicherweise von der Laufzeitdifferenz auf den OHs vernachlässigbar (ich aligne die so, wie sie sind). Eine nicht ganz mittige Snare auf den Overheads (Extreme also ausgeschlossen) führt auch dazu, dass die Snare mit Stützmikros etwas räumlicher / breiter ist.

    XY fand ich in jeglicher Hinsicht enttäuschend. Zugunsten der Monokompatibilität hat man einfach kaum Stereoanteile.


    Was man bei all den Sachen im Mix natürlich auch berücksichtigen muss, wenn man die Overheads z.B. an die Snare aligned: wie groß ist die Laufzeitdifferenz der Snare auf den Overheads? Denn es bringt wenig, ein von vorn herein gutes Stereobild der Overheads zu zerstören, indem man die Laufzeitdifferenz der Snare auf den OHs ausgleicht.


    Da man sich damit für die jeweilige Drumkit-Breite und Overhead-Höhe dann einfach sein eigenes System mit gewünschtem Aufnahmewinkel als Startpunkt ausrechnet, und von dort ausgehend finetunen kann, braucht man die Standardsysteme (wie ORTF, NOS, XY; AB, DIN, RAI etc) dann eigentlich kaum noch.

    Das halte ich für gewagt. Die Stereosysteme wurden von Experten entwickelt, die sich sicher etwas dabei gedacht hatten. Also wenn man nicht sowieso mit einem "spaced pair" bzw. groß-A/B arbeitet, hat es m.E. wenig Sinn, da großartige Experimente zu starten. Das schöne an EBS ist eben wirklich, dass nicht nur der Achsenwinkel sehr einfach messbare 90° sind, sondern Achsenwinkel = Aufnahmebereich und damit die Aufstellung sehr einfach wird. Die Aufstellung ließe sich dann sogar ganz einfach mit dem Pythagoras berechnen: angenommen zwei Crashbecken bilden die jeweils äußere Begrenzung des Drumsets und man will diese als Begrenzung nutzen (und Bassdrum/Snare sind als Einheit relativ mittig zwischen diesen Becken), reicht die Entfernung der Crashbecken zueinander, um die nötige Höhe des EBS-Mikrofonsystems zu berechnen.


    Zitat von streichelzeuger

    An dem Idealziel, also daß einem

    - weder alle Klangquellen des Kits an die äußeren Ränder der Stereobasis wandern

    - noch daß das Drumkit schmal und mittig im Stereofeld sitzt,

    ist man durch das Ausrechnen schon im ersten Wurf näher dran als nach stundenlangem Experimentieren mit willkürlichen oder auch altbewährten Stereo-Setups.

    Wieso? Der Rechner bietet keinen Bezug zu tatsächlichen Entfernungen. Bei EBS ist es z.B. ganz einfach: ist die Klangquelle 2m breit, muss das Mikrofonsystem einen Abstand von 1m zur Klangquelle haben. Das lässt sich mit dem Rechner aber nicht berechnen.

    Hab vorhin die Teppichmontage korrigiert, Fotos gemacht und bin die Stimmungen von Snare und Toms (10+14") noch mal komplett durchgegangen. Habe dann noch eine dritte Testaufnahme gemacht und die drei Aufnahmen jetzt auch mal verarbeitet und hochgeladen. Zum besseren Verständnis habe ich auch noch ein Bild der betreffenden Passagen des Tuning-Guides (Tunebot) angehängt - links Toms, rechts Snare.



    Teppich (siehe Fotos)

    • ist jetzt ziemlich exakt mittig
    • die Schnüre waren und sind ziemlich sicher richtig fixiert



    Stimmung - Snare

    Noch bevor ich den Tuning-Guide des Tunebots (den ich übrigens nicht besitze) kannte, hatte ich meine 14er Snares mittels der Tuning-App meistens auf G3 (196 Hz) gestimmt (ist eine schöne Ausgangsbasis, find ich). Mit der Empfehlung von 398Hz fürs Reso werde ich aber nach wie vor nicht warm (ist mir zu hoch). Ohne das jetzt weiter zu vertiefen - ich hatte ein bisschen hin und her gestimmt und letztendlich nur so lang geschraubt, bis ich wieder ein für mich zufriedenstellendes Ergebnis hatte. Der Grundton liegt auf allen Aufnahmen bei ca. G3.



    Stimmung - Toms

    14er -> G2

    10er -> D3


    Mit jeweils gegenüberliegend abgedämpftem Fell noch mal komplett durchgecheckt. Meine Basis war und ist hier "Low Resonance".

    Sehr auffällig war bei beiden Toms, dass die Empfehlung im Guide bei mir hier so gar nicht funktioniert hat. Das hatte ich bei meinem Studioaufenthalt vor ein paar Monaten mit den gleichen Fellen anders erlebt (soweit ich mich erinnere). Emperor clear auf der Schlagseite, Diplomat Clear auf der Resoseite. Ich vermute, dass der Guide hier nur für Kombinationen gleicher Felle bzw. gleicher Fellstärken greift. Fakt ist jedenfalls, dass ich entweder die Resos oder die Schlagfelle höher stimmen muss, um auf den entsprechenden Grundton zu kommen. Habe mich vorhin für letzteres entschieden. Denn zu große Tonhöhendifferenzen der beiden Felle führen bekanntermaßen ja auch dazu, dass diese nicht mehr richtig miteinander interagieren können.


    Für meine Testaufnahme danach habe ich das Gaffa komplett von beiden Toms runtergehauen und ich war überrascht: Kein Nachrascheln des Teppichs mehr durch Mitschwingen der Toms. Bestätigt hatte ich mir das noch mal, indem ich das Schlagfell des 10ers mit einer Hand abgedämpft hatte, während ich die Snare mit der anderen gespielt hatte (nicht auf den Aufnahmen zu hören).

    Die Kehrseite der Medaille ist allerdings auch, dass das 10er nun deutlich mehr zum Schwingen angeregt wird. Der Vergleich hinkt insofern zwar etwas, dass das Gaffa auf den Aufnahmen vom 27.10. noch auf dem 14er drauf war, aber es betrifft sowieso mehr das im Mixdown rechts verortete 10er Tom.

    Nils' Aussage mit "irgend einen Tod muss man sterben" bringt es also wirklich gut auf den Punkt.



    Testaufnahmen

    Ich habe die Aufnahmen absichtlich in meiner gewohnten Manier nachbearbeitet, allerdings lediglich was die Phasenbeziehungen, das Frequenzspektrum und die Dynamik betrifft (habe also keinen Hall hinzugefügt -> furztrocken). Denn die übliche Nachbearbeitung bringt normalerweise noch mehr Details zum Vorschein. Mit Nachbearbeitung ist das hier einfach näher an der Praxis, finde ich.

    Zu hören sind beide Snarespuren, Overheads und Bassdrum (In+Out) in passenden Lautstärkeverhältnissen und die Tomspuren auf dem Level, auf die ich sie leiser automatisiere, wenn nicht gespielt (-15dB). Stützmikros für Becken habe ich gemutet.



    Mir hat das Gespräch hier auf jeden Fall schon sehr weitergeholfen und mich motiviert, der Sache weiter nachzugehen. Beeindruckend find ich letztendlich immer wieder, wie komplex das alles ist. Mal sehen, wie ich mir in Zukunft praktische Ansätze zurecht lege, um grundsätzlich einen soliden Sound anzubieten.