Beiträge von m_tree

    Mittlerweile favorisiere ich das Audix D6 und nutze das Beta 52a als Stützmikro vor dem Reso.

    Das D6 war bei meiner Auswahl im Vorfeld des Tests rausgefallen - nicht, weil es ein schlechtes Mikro wäre, aber es ist halt ein echter Spezialist für die Bassdrum und es macht dort genau einen Sound - den D6 Sound halt. Man muss ja auch immer ein bisschen schauen, den Mikrofonpark etwas zu diversifizieren und da passte ein extrem gesoundetes neben das Beta52a nicht rein.

    Muss man das? Ich werde sowohl mein D6 als auch mein Beta 52a behalten. Letzteres macht sich z.B. auch an einem Bassamp gut und ansonsten geht das an/in Bassdrums sowieso immer, ob als Haupt- oder als Stützmikro.


    "Spezialmikros" haben halt oft den Vorteil, dass sie nicht mehr viel Nachbearbeitung brauchen. Der Sound ist schon schön vorgeformt und bei Bassdrums will heutzutage sowieso selten noch jemand bspw. den "Plöck", den man von außen mit einem SM57 oder MD421 aufnimmt.

    Die Frequenzverteilung ist in einem transparenten Bandmix eben essentiell. Da gibts ja noch ganz andere Baustellen als die Bassdrum.


    Im Resoloch kriegt man übrigens physikalisch bedingt den meisten Wumms bzw. Subbass und live ist das auch ein sehr gängiger Ansatz. Für Aufnahmen sehe ich da aber ein bestimmtes Problem - zumindest war es beim Beta 52a so.

    Danke und Respekt auch von mir für diesen sehr umfangreichen und detailierten Test. :thumbup:


    Niles schrieb das ja auch schon oben - ich finde das Beta 52a auch ganz weit vorne in diesem Feld. Im Resoloch ist es ungeschlagen IMHO. Innen in der Trommel finde ich es nicht mehr so überragend

    Das Beta 52a hatte ich auch eine Zeit lang favorisiert und hatte es zeitweise auch als einzelnes Mikrofon im Resoloch für Aufnahmen benutzt (mein Rosanna Cover hatte ich so gemacht). Das hat bei Aufnahmen meines Erachtens aber ein paar Nachteile. Schließlich hatte ich es wieder reingestellt und ein Stützmikro außen vor dem Reso hinzugefügt.


    Mittlerweile favorisiere ich das Audix D6 und nutze das Beta 52a als Stützmikro vor dem Reso. Auf das D6 bin ich durch den (sehr erfahrenen) Live-Tontechniker / Produzent von Stephan Graf gekommen, der immer am liebsten ein D6 als Hauptmikro nimmt. Vom Beta 52a hält der wiederrum nicht viel.


    Die Beta 91a Grenzfläche hatte ich auch mal für Bassdrum-Aufnahmen benutzt, sowie auch für Cajon-Aufnahmen.

    Wie schon im anderen Thread erwähnt, halte ich von Grenzflächenmikros für Aufnahmen nichts.


    Bei Interesse kann ich meine Standpunkte noch ausführlicher erläutern bzw. begründen.

    Natürlich ist die Mikrofonauswahl Geschmackssache.


    Ich finde das Beta 91a in Bassdrums aber schon ziemlich aufgeblasen und eben künstlich, fast schon steril. Das Sennheiser dürfte in eine sehr ähnliche Richtung gehen.

    Ohne ein Stützmikro schon experimentell, find ich.


    Und ich schätze auch, dass allgemein sehr wenige Produktionen mit Grenzflächenmikros in Bassdrums gemacht werden.


    Aber es gibt da keine Regeln und kein Richtig und Falsch.


    Für einen Cajonbauer hatte ich mal zusammen mit einem Perkussionisten Werbeaufnahmen gemacht, mit dem 91a als Hauptmikro im Cajon. Für live sind Grenzflächenmikros in Cajons ja sehr praktisch. Für Aufnahmen fand ich das letztendlich wiederrum zu unnatürlich. Hinterher ist man halt schlauer ...


    Man hat mit einem Mikrofon IN der Bassdrum oder im Cajon ja sowieso schon eine starke Färbung, unabhängig vom Mikrofon.


    MoM Jovi

    Ich hör später mal rein.

    Niles

    Danke. Könnte ich tatsächlich für den finalen Track für Fabian machen - hab ich noch nicht rausgegeben. In meinem 18m² Raum lohnen sich keine Raummikros und ich arbeite im Mix da immer mit zwei Reverbs - einer Raumsimulation mit ordentlich Kompression (wie bei echten Raumspuren üblich) und einem Plate Reverb. Nach längeren Experimenten schicke ich grundsätzlich alle Spuren an die Räume, in etwas unterschiedlicher Lautstärke. So klingt das Drumset einfach noch mehr aus einem Guss.


    Ja - habe zwei 1/4 Delays (150,25 BPM) auf der Snare. Der Track besteht ja sowieso hauptsächlich aus Delays ... hab da aber schlussendlich nur die Snarespuren hingeschickt und die Delays zusätzlich hart gegated sowie die Sends in der Lautstärke automatisiert, damit in den Fills nix rumsaut.

    ja schön,

    und da hört und sieht man ja auch die Neue "Kleine"

    8)

    Jo. Die hat echt nen schönen, geschmeidigen Crack. Messing halt. Auch die Tiefe mit 6" find ich ein schönes Mittelding. Ist hier noch mit den Originalfellen - Evans G1 Top, Evans Hazy 300 Reso. Mit dem "feinen" Tama Teppich.


    Lässt sich auch sehr gut stimmen und ich denke, dass da auch noch viele verschiedene Sounds rauszuholen sind.


    Auch die gerasterte und beidseitige Teppichjustierung und die Spannschrauben (lassen sich einfach vom Spannreifen weg klappen - kein Raus- und wieder Reindrehen nötig) sind Klasse. Ist wohl was fürs Leben. :)

    Die Haare sind mir ehrlich gesagt gerade zu kurz (längere Geschichte) ... aber das ist hier ja auch gerade ein bisschen "Underground Shit" und man kann ja auch einfach mal cool tun. 8o

    Deshalb sind diese ganzen "Drum-Cover"-Dinger auch mehr oder weniger aussagekräftig.

    Ob man trommeln kann oder nicht, ist eine Sache. Ob das Gerät etwas taugt, ist eine ganz andere Frage.

    Natürlich kann ein Meister auf Müll etwas machen. Aber das fällt ja eher in die Kategorie "guckt mal und staunt".

    Musik macht man üblicherweise dann doch lieber mit hochwertigen Instrumenten, es sei denn, man hat einen an der Waffel, kein Geld (klassisches Problem) oder hat einfach keine Ahnung vom Tuten, Blasen und natürlich Trommeln.

    Dem ist nix hinzuzufügen. Echt gut geschrieben, btw ...


    Da schaut man sich das Video von dem Herrn mit dem DIY-Drumset an und schon wirken alle unsere Threads über Felle, Fußmaschinen, Gratungen und den richtigen Snareteppich irgenwie peinlich.

    Das geht mir auch so, man kommt sich selbst als bescheidener Drummer ziemlich dekadent vor.

    Redet ihr jetzt von dem "Tom Sawyer" Video? Die Nummer ist hart, keine Frage. Ich hatte den 2012 ja schon mal gecovert und vor 1-2 Jahren auf privat gesetzt, obwohl ich recht nah dran war.

    Bei allem Respekt ... ich brauchte nur die ersten Sekunden vom verlinkten Video zu hören und dachte mir nur "groovt nicht". Wenn jemand sich kein ordentliches Equipment leisten kann heißt das ja auch nicht, dass er automatisch mit Samthandschuhen beurteilt werden muss.

    Neil Peart war zwar kein klassischer Groover, aber er hat gegroovt.


    Vielleicht cover ich den auch noch mal. Muss dann wohl nur aufpassen, dass ich trotz guter Performance nicht Dislikes von den NP-Freaks kriege, weil ich nicht so viel Klimbim wie er benutzt hab. :/


    Denn ansonsten finde ich auch solche Hypes wie um den mit den Plastikeimern z.T. einfach überzogen. Aber es zeigt immer schön auf, wie viel die Show eben letztendlich ausmacht.

    Erstmal ohne weitere Worte (siehe Beschreibung im Video):


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    Rampen

    Das Gute dabei ist auch, dass es Geschmackssache ist. Nehme auch immer mal wieder an MCs auf Mix Challenge - Official Homepage teil und das ist schon sehr interessant. Letztendlich gehts dann darum, ob man die Intention und den Geschmack des Kunden bzw. Songproviders trifft. Deswegen findet sich ja auch in der Szene das, was zusammen passt.

    Aber ohne Arbeit geht auch da überhaupt nichts. Kunst kommt zwar bekanntlich von Können, aber letzteres kommt auch nur durch Übung und Erfahrung. Letztendlich spielt gerade dabei die Intuition auch eine große Rolle (Entscheidungen aus dem "Gefühl" oder Bauch heraus treffen, ohne viel darüber nachzudenken), aber die baut auch nur auf Erfahrung auf.


    Passt zwar nicht zum eigentlichen Thema. Verdeutlicht aber m.E. ganz gut, dass Equipmentfragen oft so zweitrangig sind. Letztendlich gehts doch immer darum, was man damit macht und ausdrückt. Ich werfe da einfach mal ganz dreist dieses Video (180+ Mio. Klicks) in den Raum ^^


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    Fakt ist, dass die Zeitspanne zwischen den Vergleichen möglichst kurz sein muss. Außerdem spielt die (wahrgenommene) Lautstärke eine große Rolle. Denn lauter klingt immer besser.


    Durch die Audionachbearbeitung bin ich häufig mit rein subjektiven Vergleichen konfrontiert. Das ist übrigens wirklich auch einfach Übungssache. Natürlich sind das keine Blindvergleiche und genau das ist auch die Schwierigkeit. Ist man da nicht offen für Neues und zu Selbstkritik fähig, tritt man zwangsläufig auf der Stelle.


    Was die Gewichtung der Faktoren angeht, glaube ich da übrigens eher Rossi Roßberg mit "70% kommen vom Fell". Es ist auch gar nicht klar, inwieweit er da überhaupt die Stimmung berücksichtigt hat. Ich glaube nämlich, nicht. Die Stimmung ist letztendlich der Dreh- und Angelpunkt - alles andere sind nur die Grundbausteine.

    Inwieweit sich vor allem das Material und die Kesselkonstruktion dann noch auswirkt lässt sich m.E. aber nicht pauschalisieren. Bei Snares macht Holz vs. Metall m.E. schon einen weitaus deutlicheren Unterschied als verschiedene Holzarten. Von der Konstruktion mal ganz abgesehen.

    Ich habe mal mit einen Schlagzeugbauer telefoniert. ich weiß nicht mehr wer es war. Der meinte ein Schlagzeug ist kein akustisches Instrument.

    Denn kenn ich. Er hat ja schon Recht. Die richtig alten Vintage-Kisten sind meist sehr leicht gebaut, dünne Kessel mit Verstärkungsringen, damit die wenig Attack und viel Ton produzieren. Mit der üppigeren Mikrofonierung ab den späten 1960ern war das nicht mehr so wichtig und man hat möglichst dicke Kessel gebaut, die am Mikro viel Attack produzieren. Das klingt rein akustisch anders und aus Sicht des zitierten Trommelbauers semioptimal, deswegen schließt er, dass diese Trommeln für die Mikrofonierung entworfen wurden, daher also semi-Akustische Instrumente sind. Ich finde das durchaus nachvollziehbar.

    Sehr interessant und für mich auch nachvollziehbar. Denn nah mikrofonierte Trommeln klingen ganz anders als "in echt". Am ausgeprägtesten dürfte das bei fast allen modernen Bassdrumsounds sein, die mit stark färbenden Mikros innen (oder im Resoloch) mikrofoniert erzeugt werden. Auch direkt am Schlagfell färbt Nahmikrofonierung mit gebräuchlichen Mikros sehr.


    Aber wäre es dann nicht tatsächlich sinnvoll, kleine Trommeln mit proportional dünneren Kesseln zu bauen und größere Trommeln vice versa?

    Was mir generell beim Mixdown von Drums auffällt ist, dass ich dazu neige, größere Toms lauter zu mixen als kleinere. Das mag zum Teil sicher auch damit zu tun haben, dass kleinere Toms i.d.R. einen kürzeren Abstand zu den Overheads haben. Zu einem anderen Teil aber sicher auch damit, dass größere Toms einfach eine geringere wahrgenommene Lautstärke haben, auch wenn gleich doll drauf gehauen wird. Die Grundtöne liegen halt tiefer.

    Das ist ja auch ein Grund dafür, dass Bassdrums in kleineren Locations i.d.R. als erstes und ggf. einziges vom Schlagzeug verstärkt werden.

    Daher versteh ich nicht warum die Bassdrum nicht am Schlagfell mikrofoniert wird.

    Ich hatte das mal im Vergleich zu innerer Mikrofonierung oder im Resoloch notgedrungen probiert und wusste sofort, warum. Hauptnachteil ist das Übersprechen vom restlichen Set. Auf einer Led Zeppelin Aufnahme, wo die Bassdrum außen am Schlag- und Resonanzfell (mit 2 MD421) aufgenommen wurde, hört man die Fußmaschine(nfeder) quietschen. I.d.R. wird ja auch noch ein bisschen mit EQ und Kompressor nachgeholfen.

    Im Inneren oder im Resoloch nach innen ausgerichtet hat man aber auch einfach einen definierteren Sound mit - je nach dem - ausreichend Attack.


    Grenzflächenmikros halte ich für Bassdrum-Aufnahmen übrigens für ungeeignet und der Tour-Tontechniker von "Stephan Graf's Double Vision" hält davon auch live nichts. Dynamische Mikros "drücken" einfach mehr und klingen natürlicher und kompakter.

    Meine künftigen Schlagzeugaufnahmen werde ich mit einem Audix D6 im Inneren und einem Shure Beta 52a als Stützmikro außen vor dem Reso (nicht im Loch) machen.

    Die Zusammenhänge zu verstehen ist schon wichtig, und Praxis funktioniert ohne ein bisschen Theorie meist auch nicht (z.B. Stimmen).


    Ich finde allerdings, dass man sich grundsätzlich eher damit beschäftigen sollte, wie man sein Equipment bedient statt sich mit dem Equipment selbst und dessen Auswahl zu beschäftigen. Natürlich ist vernünftiges und passendes Equipment wichtig, das ist die Grundlage. Aber ob man nun Trommeln aus Birke oder Ahorn, Toms mit 5 oder 7 mm Kesseldicke, Flansch- oder Gussreifen, 30 oder 45° Gratungen spielt - all das interessiert letztendlich keinen, wenn die Dinger nicht richtig zum Klingen gebracht werden. Sowohl was Stimmung und Performance angeht. Ein guter Drummer kriegt mit jedem brauchbaren Set was Vernünftiges zu Stande.


    Was Mitmusikern und auch dem Publikum nämlich ganz und gar nicht egal ist (bzw. sein sollte :S ), ist, wie man spielt und grundsätzlich klingt. Es macht halt einen Unterschied ob ein Schlagzeug mit Jahrzehnte alten, völlig durchgenudelten, tot gedämpften und nie richtig gestimmten Fellen bestückt ist, auf denen untight rumgekloppt wird, oder ob sich der Drummer um seinen Sound und seine Performance kümmert.

    Ich kann dem Blindvergleich überhaupt nichts abgewinnen.

    Zum einen, weil ich den Klang aller Toms da relativ besch...eiden finde. Das liegt aber daran, wie die Drumsets benutzt wurden - zu einem erheblichen Teil sicher auch an der tontechnischen Umsetzung.

    Zum anderen habe ich bisher mit sehr geringen Mitteln gearbeitet und - abgesehen von Snares - bin ich da mittlerweile auch etwas abgehärtet, denk ich. Denn wenn die Trommeln gut verarbeitet sind spielen da viele andere Faktoren ein viel deutlicheres Gewicht. Wie es am Ende klingt, hängt halt vor allem von den Menschen ab, die die Felle aussuchen, stimmen, spielen, aufnehmen und mixen. Bzw. anders gesagt - es hängt davon ab, wie die Trommeln benutzt werden.


    Die Wahl der Mikros spielt auch noch eine erhebliche Rolle. Besonders krass finde ich das bei "modernen" Bassdrumsounds, wo mitunter stark färbende Bassdrummikros meistens in der Trommel oder im Resoloch stehen oder auch liegen. Ob man da jetzt ein MD421, SM57, ein Grenzflächenmikro oder eben D112, Beta 52, D6 usw. nimmt färbt den Klang weitaus deutlicher als die meisten gebräuchlichen Bassdrums aller Preisklassen selbst.


    Nu mach mal halblang ... ich bin Abi-Abbrecher und hab nicht studiert. So what?

    Ich bin mir aber relativ sicher, dass tiefe Frequenzen mehr Energie (egal ob kinetische oder elektrische Energie usw.) in der Erzeugung benötigen. Werde das mal weiter recherchieren.

    Das meinte ich ja eben auch:

    Aber das kann man dann doch umkehren: Bei gleicher Schlagenergie (das soll hier mal mein Bezugspunkt sein) auf die Trommel, hat der entstehende Ton weniger Amplitude, wenn er tiefer ist, also die Trommel tief gestimmt ist.

    Und wenn ich das mal eben schnell auf meinem Set probiere und den Stock nur fallen lasse, dann habe ich subjektiv den Eindruck, dass das höchste Tom "lauter" ist als das tiefste.

    Akustische Instrumente sind für die eher praktische Veranschaulichung dafür, wie viel Energieaufwand zum Erzeugen tiefer und hoher Frequenzen im Vergleich nötig ist, m.E. ein sehr gutes Beispiel ...


    Trommeln:

    Für tiefere Grundtöne braucht man größere Trommeln (Durchmesser) und muss mehr Fellmasse und Luft zum Schwingen bringen.


    Saiten:

    Für tiefere Töne braucht man dickere Saiten oder zumindest mehr Saitenlänge, die man zum Schwingen bringt.


    Blasinstrumente:

    Für tiefere Töne muss mehr Luft bewegt werden.


    Für Lautsprechermembranen gelten ähnliche Zusammenhänge. Zumal Bassboxen größer und schwerer sein müssen als welche für Hochtöner.

    Tiefe Frequenzen in Räumen zu absorbieren ist aufwändiger - man braucht mehr Material, das folglich auch mehr Schallenergie in Wärme umwandelt.

    Und so weiter ...


    - werden Kesselsätze wohl aus derselben Wanddicke gebaut bzw. wäre alles andere unnötig.

    Nun ja - Bassdrums sind in Kesselsätzen ja meist etwas dicker als die Toms. Ich denke aber vor allem aus Stabilitätsgründen.


    Alles in allem bin ich jedenfalls der Meinung, dass ein Obertonreicher (nicht zu dumpfer / Grundton-lastiger), aber auch nicht zu resonanter (Sustain) Klang erstrebenswert ist. Das würde bedeuten: Eher spitze Gratungen mit weniger gedämpften Fellen, eine starre Aufstellung / Aufhängung der Trommel und ggf. zusätzliches Beschweren der Kessel.

    Aber spätestens hier sind wir da angekommen, wo Diskutieren nicht mehr viel bringt: beim Geschmack. ;)

    Hatte kürzlich bei einem Kollegen gesehen, dass er einen Backstein mit auf Tour nimmt, den er in die Bassdrum legt.

    War das in den 70ern bei Led Zep? ;) Bonzo war dafür m. W. bekannt und es ging tatsächlich darum, die Wumme zu beschweren, aber wohl weniger aus Gründen der Soundtüftelei, sondern primär damit ihm der Eimer nicht dauernd wegrutscht.

    Nee, erst vor kurzem. Warum der Kollege das macht ist mir zwar nicht bekannt, aber Simon Phillips hat den Eimer Sand definitiv aus klanglichen Gründen reingestellt. Wenn du willst, such ich das Interview raus.


    Ich kenne das Problem mit wegrutschenden Bassdrums nur in Verbindung mit einem ungeeigneten Teppich, nicht richtig genutzten Spikes und/oder schlechter Ausrichtung der Beine. Bzw. anders gesagt - meine Bassdrum rutscht mir nicht weg, auch wenn nur ein kleines Kissen drin ist und keine Toms drauf lasten.


    Dass Masse, auch wenn diese nur auf den Kessel wirkt (also kein Abkleben/Dämpfen der Felle), den Klang beeinflusst, kann man m.E. am besten mit Standtoms testen. Der Effekt ist wirklich deutlich und sofort hörbar.


    Ca. 70% des Klangs kommt halt sowieso von den Fellen [...]


    Mir stellt sich dabei eher die Frage, inwieweit es überhaupt sinnvoll oder erwünscht ist, dass der Kessel mitschwingt. Grundsätzlich geht's ja um die Felle und die Luftsäule in der Trommel.


    Ich bin mir da nicht so sicher, vor allem mit den 70% nicht. Klar machen Felle viel aus, aber ich schätze nicht so viel. Und dass Kessel mitschwingen sollen bzw. (insbesondere deren hier diskutierte Dicke) den Klang beeinflussen (sollen), halte ich für gegeben. Im Hifi-Bereich werden Boxen m. W. so konzipiert, dass das Gehäuse(-material) den Klang möglichst wenig beeinflusst (meist recht starres Innenleben + Dämpfung), aber bei Instrumenten (auch Geigen, Celli etc.) ist der Kessel m. E. schon auch als bewusster Klangkörper gedacht.

    Was die 70% betrifft, plappere ich da auch nur das nach, was Rossi Roßberg erzählt:


    Ich würde mittlerweile sagen, dass circa 70 Prozent des Klangs vom Fell kommen und unterschiedliche Felle demzufolge maßgeblich den Sound verändern.


    Was das Mitschwingen der Kessel betrifft bin ich mir generell nicht so sicher. Klar ist mir jedenfalls, dass das nicht schwarz/weiß ist und es auf das Maß ankommt. Sieht man ja daran, wie das Beschweren der Kessel den Klang beeinflusst. Ein ausgeprägter Grundton und schöne, reichhaltige Obertöne kommen ja in erster Linie vom Anschlagen und Interagieren der Felle miteinander. Versetzt man dabei die Trommel zusätzlich mit in Schwingung, führt das vor allem zu einem langen Nachklingen und "Resonieren" - sodass die Trommelschwingung wiederrum das System Felle/Luftsäule zum Schwingen anregt.


    Zieht man dazu noch in Betracht, wie sich Gratungen, Kesselhardware (besonders Spannreifen) und Material auf den Klang auswirken, weiß man: das Thema ist hochkomplex. Ich maße mir gar nicht an, das wirklich zu verstehen. ;)


    Wie hoch oder tief man eine Trommel stimmen kann gibt vor allem der Durchmesser vor, punkt.

    Ich glaube zu wissen, was du meinst ("Wie hoch oder tief man eine Trommel stimmen kann, dass sie "gut" - was immer das sein mag - klingt, ..."), aber so formuliert stimmt das m. E. nicht. Man kann Trommeln unabhängig von ihrem Durchmesser stimmen, von labbrig bis festgeknallt. Ob einem der Klang dann gefällt, ist nat. was anderes. Ich kenne z. B. einen, dessen 16er meist höher klingen, als meine 10er. Wer´s mag ...

    Ja klar kann man Trommeln sehr hoch oder sehr tief stimmen. Aber der Durchmesser gibt durchaus Grenzwerte und Sweetspots vor. Man kann eine 8" große Trommel einfach nicht so tief stimmen wie eine 22" und umgekehrt eine 22" auch nicht so hoch wie eine 8". Und selbst wenn doch, liegen die jeweiligen Stimmungen dann ganz weitab vom physikalisch vernünftigen und gut klingenden Spektrum.


    Ich kann mich noch an eine Diskussion mit Nils (dem Trommelstimmer) hier im Forum erinnern, als es um Intervallstimmung von Toms ging. Jede Tomgröße hat da so ihren "typischen" Bereich, der Sinn ergibt.



    Um die gleiche Lautstärke (Amplitude) zu erreichen, muss für tiefere Frequenzen mehr Energie aufgewendet werden.

    Ich kann mich irren, aber auch da muss man m. E. zwischen wahrgenommener Lautstärke bzw. Lautheit und Amplitude bzw. Energie unterscheiden. Ist es nicht so, dass mit gleicher Energie erzeugte tiefe und hohe Töne gleiche Amplituden haben, aber vom Ohr unterschiedlich (je nach Frequenz lauter oder leiser) subjektiv wahrgenommen werden? Im Sprachbereich hört der Mensch am empfindlichsten (wen wundert´s). Hier reicht für eine Gitarre weniger Energie, als für einen Bass, um subjektiv im Klangbild gleich "laut" bzw. ausgewogen zu erscheinen. Meinst du das?

    Die subjektive Wahrnehmung des menschlichen Gehörs meine ich auch. Hatte ich auch schon erwähnt:


    Dazu kommt dann noch die frequenzabhängige Lautstärkewahrnehmung des menschlichen Gehörs: Kurve_gleicher_lautstärke.svg

    Ansonsten ist mir aber gerade noch mal klar geworden, dass auch dieses Thema hochkomplex ist und obwohl ich in Bayern mal ein Jahr Physik LK hatte, steige ich da selbst gerade nicht ohne größeren Zeitaufwand durch: Schallenergie – Wikipedia


    Rein physikalisch unterscheiden sich tiefe und hohe Frequenzen (mal auf die Hörschwelle des Menschen bezogen - also z.B. 0,1 vs 10 kHz) schon deutlich. Das sieht man schon an den unterschiedlichen Wellenlängen, die in Räumen und auch bei der Wiedergabe mit Lautsprechern völlig unterschiedliche Auswirkungen haben.


    Ich bin mir aber relativ sicher, dass tiefe Frequenzen mehr Energie (egal ob kinetische oder elektrische Energie usw.) in der Erzeugung benötigen. Werde das mal weiter recherchieren.

    Um die gleiche Lautstärke (Amplitude) zu erreichen, muss für tiefere Frequenzen mehr Energie aufgewendet werden.

    Aber das kann man dann doch umkehren: Bei gleicher Schlagenergie (das soll hier mal mein Bezugspunkt sein) auf die Trommel, hat der entstehende Ton weniger Amplitude, wenn er tiefer ist, also die Trommel tief gestimmt ist. Eine tief gestimmte Trommel wird dann resonanter, wenn sie mehr schwingen kann, und das tut sie, wenn sie weniger Masse hat.

    Mir stellt sich dabei eher die Frage, inwieweit es überhaupt sinnvoll oder erwünscht ist, dass der Kessel mitschwingt. Grundsätzlich geht's ja um die Felle und die Luftsäule in der Trommel.


    Je mehr Resonanz, desto komplizierter wird der Trommelsound in der tontechnischen Umsetzung. Bzw. stehen sehr resonante Trommelsounds eigentlich dem "gebräuchlichen" modernen Schlagzeugsound entgegen.

    Demgegenüber sind "von Haus aus" mehr Obertöne bzw. Brillanz von Vorteil, denn diese sorgen letztendlich für Durchsetzungsvermögen im Bandkontext und Klangcharakter. Hier ist aber auch die Frage, wie sich die Obertöne genau aufteilen. Tiefmitten sind bei modernen Rock- und Metalsounds z.B. eher weniger angesagt.

    Ist es nicht so, dass hohe Töne im Vergleich zu tieferen energiereicher sind?

    Nein. Wenn überhaupt, dann anders herum - und das auch nur mit Bezugspunkten:


    Um die gleiche Lautstärke (Amplitude) zu erreichen, muss für tiefere Frequenzen mehr Energie aufgewendet werden. Egal ob es um ein akustisches Instrument oder eine Hifi- oder PA-Anlage geht.

    Dazu kommt dann noch die frequenzabhängige Lautstärkewahrnehmung des menschlichen Gehörs: Kurve_gleicher_lautstärke.svg


    Die Wellenlänge tiefer Frequenzen ist größer (100Hz bei 343m/s Schallgeschwindigkeit => 3,43m - 1kHz => 0,343m). Tiefe Frequenzen breiten sich auch leichter durch geschlossene Türen usw. aus. Wenn überhaupt ist es also anders herum: tiefe Frequenzen sind Energiereicher als hohe. Das ist aber auch eine Pauschalaussage, die eigentlich nicht stimmt, weil man dafür immer einen Bezugspunkt braucht.