Diese Aufforderung find ich in einem drummerforum bei dem Thema hier ein bisschen sinnlos. Musiker engagieren sich im Regelfall ja sowieso schon, besonders wenn in eigenen Bands Musik gemacht und live gespielt wird.
Und so einfach ist es eben auch nicht. Es gibt viele Dinge, gegenüber denen man halt einfach machtlos ist. Zumal es immer schon so war, dass die jenigen Macht erlangen, die auch Macht wollen - und die jenigen Geld erlangen, die auch viel Geld wollen. Meistens zumindest.
Beim Musikstreaming lässt sich ja eine ähnliche, wenn auch prinzipiell komplett gegenläufige Entwicklung beobachten. Für 10€ (+/-) pro Monat hat man schlagartig Zugriff auf 100 Millionen Musiktitel, bei Deezer sogar in Audio-CD Qualität. Die Musik verliert damit nicht nur drastisch an finanziellem, sondern auch "sachlichem" Wert. Kaum einer weiß noch einzelne Musikalben als Gesamtkunstwerke zu schätzen, kaum einer konsumiert noch ein Album so, wie es im Mastering angedacht wurde. Da geht's dann auch nicht nur um die Reihenfolge, sondern auch um die Lautstärkeverhältnisse der Titel untereinander - Stichwort Normalisierung der Lautheit von Streaming-Diensten.
Die Kids, die's nicht anders kennen, wissen es sowieso nicht besser. Und viele Leute, die sonst nichts mit Musik zu tun haben, nehmen es eben einfach so hin.
Bei den teuren Konzerten von Weltstars geht's für viele, die sonst keinen Bezug zu Musik haben, sicher auch um's Prestige. Wenn man dann sowieso gut verdient und hohe Lebenshaltungskosten hat, fällt es wohl nicht weiter ins Gewicht, 100€ mehr für den lang ersehnten Konzertbesuch des Idols auszugeben.
Ich kann mich da selbst an das TOOL-Konzert erinnern. Hatte die Band bis dahin als früherer Fan noch nie live gesehen und da war mir nach der Entscheidung auch egal, ob das Ticket 150 oder 100€ kostet.