Ich hatte den Vergleich von Oktava MK-012 (Niere) und Rode M5 (nicht NT-5) als Overheads im Vergleich in der Zwischenzeit übrigens gemacht. Die M5 haben zwar auch 'ne leichte Höhenbetonung, klingen aber auch insgesamt deutlich dünner als die MK-012. Die Becken klingen bei den M5 sogar klarer und differenzierter (bzw. definitiv heller), aber klingen insgesamt nicht so schön / tendenziell nervig. Wenn ich die MK-012 untenrum mit 'nem Shelf leicht ausdünne, weil's mir da zu viel mumpft (da drücken die Trommelmikros bei mir schon genug), klingen die Becken bei denen immer noch "geschmeidig".
In dem Zusammenhang habe ich noch mal einen Direktvergleich von MK-012 und Neumann KM184 als Overheads rausgesucht (von Oliver_Stein ). Die KM184 haben ja, im Gegensatz zu den alten KM84i, auch 'ne leichte Höhenbetonung. Berücksichtigt man das, klingen diese beiden Mikros sogar recht ähnlich. Wobei Neumann halt noch mal insgesamt "besser" klingt. Weichere Höhen, natürlichere Mitten usw. ...
Im Preissegment der M5 sind die aber definitiv eine gute Wahl.
Overheads für die meisten Anwendungen im Hobbybereich die meist in eher kleinen Geschlossen Räumlichkeiten, meist auch klanglich ungünstigen
Räumlichkeiten stattfinden, nicht selten eher Kontraproduktiv.
Definitiv sind Overheads als Hauptmikros, ohne dass Stützmikros eine besondere Rolle spielen (Bassdrum ausgenommen), in kleinen und niedrigen Räumen problematisch. Kontraproduktiv ist das gerade im Hobbybereich aber ganz sicher nicht. Denn immer noch besser als gar keine Aufnahme. Auch mit größerem Budget muss man es halt erstmal schaffen aus deutlich mehr Mikros was vernünftiges zu Mixen.
Mich würde echt mal 'ne Aufnahme von dir interessieren, wo du ein Schlagzeug nur mit Close-Mics aufnimmst. Mal davon abgesehen, dass Becken aus nächster Nähe immer scharf klingen, braucht man für Aufnahmen noch Mikros für den Gesamteindruck vom Set. Die wirken dann wie Kleber. Können ja auch Raummikros sein. Aber nur mit Close-Mics wirds nicht nur heftig zerpflückt und unnatürlich, sondern bei den Becken auch sehr scharf und direkt.
Ich forme meinen Schlagzeugmix noch ein gutes Stück über die gesamte Summe, welche alle Tracks inkl. parallelen Receive-Tracks umfasst. Und zwar ganz bewusst, um die vielen Einzelspuren wieder zusammenzufügen. Man nimmt das Schlagzeug mit Einzelmikrofonierung sowieso schon auseinander.
Auch einen Bandmix kriegt man aufgeräumter, wenn man alle Schlagzeugspuren am Ende in ihrer Gesamtheit komprimiert und EQed.