Achtung, Gretsch-Broadlaster-Kalkulation eines Teil-Nichtwissenden (ich hab zwei Jahre in einem metallverarbeiten Betrieb gearbeitet, wo galvanisierte Zukaufteile mit Gewinde und ähnlichem in großer Stückzahl eingekauft wurden, Solche Teile kosten fast nichts im Einzelpreis, da wundert man sich wirklich) mit guten, wertigen Komponenten für ein Jazz-Kit: Ein qm Schälfurnier Ahorn in guter Qualität kostet maximal 15 Euro, Pappel maximal 10 Euro, wenn überhaupt im gewerblichen Bereich. Großzügig gerechnet 4 Platten Ahorn für ein dreiteiliges Set, 2 Zuschnitte Pappel, sind 80€ für das Holz, da werden auch noch die Hoops für die Bassdrum rausgeschnitten. 40 Spannböckchen im gewerblichen Einkauf in ordentlichen Qualität kosten maximal 1,50 Euro pro Stück. 60 Euro. Gute Standtombeine mit Halter 10 Euro pro Stück, 30 Euro. 4 Spannreifen, Guss, lass das nochmal 40 Euro sein. Ein RIM, ein Halter, zusammen im Einkauf 30€. Ich komme für einen gewerblichen (Groß-) Einkäufer auf 240€ Materialkosten, und das ist schon sehr sehr reichlich gerechnet. Das kann man natürlich noch halbieren wenn man die billigeren Komponenten nimmt. Aber das Material macht diese Preissprünge definitiv nicht aus. Und die Verearbeitungsschritte sind eigentlich für jede Trommel halbwegs gleich.
Interessanter Einblick! Was grundsätzlich noch dazu kommt sind natürlich Kosten für die Werkstätten, Lagerräume, Logistik, Büro etc. und der Lohn für die Mitarbeiter. Sehr niedrige Preise sind somit sicher auch nur mit Ausbeutung billiger Arbeitskräfte in Schwellenländern möglich.
Durch ein paar Umstände hatte und habe ich es in letzter Zeit häufiger mit verschiedenen Einsteigersets (wo es ja auch noch verschiedene Preisstufen gibt) zu tun. Und kann sagen, dass man die niedrigen Preise an der gesamten Qualität merkt. Das beginnt bei billigen Bauteilen, geht über z.T. schlecht zusammenpassende Konstruktionen und endet bei schlechter / unsauberer Verarbeitung. Da ist vieles auch einfach nicht zu Ende gedacht. Merke ich gerade bei einer Mapex Tornado Bassdrum, welche Probleme macht.
Ein hochwertiges Instrument hat nicht nur teurere Bauteile. Das verwendete Holz wird sicher auch besser selektiert. Mir fällt dazu analog das Beispiel von Vic Firths Billigmarke "Nova" ein, die ich z.Z. live nutze. Die Sticks halten im Schnitt einfach nicht so lang wie die "echten".
Und dann eben die bessere Verarbeitungsqualität, welche mit deutlich höherem Zeitaufwand und mehr Know How (-> höhere Stundenlöhne) verbunden ist.
Die Preispolitik im "Luxusbereich" dürfte mit all diesen Faktoren trotzdem nicht mehr viel zu tun haben.