Beiträge von Seelanne

    TripHops: kann ich 90 % von exakt so unterschreiben. Erstaunliche Erkenntnis dadurch: ich spiele Schlagzeug tatsächlich nur um des Schlagzeugspielens willen, keinerlei andere Motivation vorhanden, weder Anerkennung, noch Applaus, noch Kommunikation, noch Geld oder sonst irgendetwas. (Eine Form von) Glück sind Zeit, Sticks und ein Pad, Steigerungsform Zeit, Sticks und mein Set. Ich übe mittlerweile jeden Tag mindestens 1/2 Stunde am Pad und oftmals 1 Tag in der Woche für 5-7 Stunden am Stück.

    Die Aufnahmen lassen erahnen, welche fantastische Projektion die Trommeln haben. Wunderbares Set.


    Der Eindruck wird aber leider geschmälert durch das Tuning: die Trommeln klingen - jedenfalls in meinen Ohren - sowohl in sich als auch als Set indifferent und unrund sowie drucklos. Ist schade bei dem schönen Set.

    Kann ich gut nachvollziehen, ich hasse es auch, wenn Dinge am Set anders sind als gewohnt, bin ich extrem picky.


    Halte das aber auch für okay: ich meine, man sagt ja auch nicht zum Pianisten: "sorry, aber wir haben dir das C jetzt mal 5 cm nach rechts verschoben und das F 3 cm nach links". Und der Gitarrist muss auch nicht damit klarkommen, dass seine e Seite mal 4 cm weiter unten angeschraubt wurde.


    Und es gibts wohl nichts nervigeres als beim Rimshot wegen falsche Snarehöhe oder -Winkel sich entweder auf die Oberschenkel zu dengeln oder pausenlos am Rim zu scheitern und sich die Vibrationen Comic-artig-federnd in den Ellbogen zu beamen.


    Zur Muscle memory gehört jedenfalls für mich auch eine immer gleiche Hardware-Position (das man gelegentlich auch mal Alternativen austestet, hindert das ja nicht).

    Also ich empfehle bei schweren Snares den Yamaha 950, das ist die schwerste Ausführung bei Yamaha, da gibt's sogar noch Dornen für die Füße, damit der Ständer nicht weghoppeln kann , aber insbesondere eben sitzt das stufenlos einstellbare Kugelgelenk genau im Zentrum des Ständers, was bei der Ausrichtung insbesondere bei schweren Snares günstiger ist, als nicht zentrierte Gelenke. Das sitzt dann in der Regel bombenfest.


    Gleichwohl: die hier von Vorrednern verlinkenkten Pearl und Gibraltar sind davon abgesehen ebenfalls sehr gut. Nachteilig bei einigen Pearl Modellen sind allerdings die wuchtig ausfallenden Gummihalterungen, die – je nachdem wie man sitzt oder wie man die Snare eingestellt hat - durchaus zu Problemen führen können.


    Mit Tama hatte ich seltsamer Weise bislang immer nur Schwierigkeiten, trotz Tonnenschwerer Ausführung hab ich mit den Dingern immer Stress gehabt. Irgendwas war da immer.


    Allerdings muss man auf eins achten: fast alle stufenlos einstellbaren Ständer mit Kugelkopf Gelenk lassen sich eigentlich exakt ausrichten. Dass es trotzdem immer mal wieder zu Problemen kommt, insbesondere für Hochsitzende Drummer, ist, dass die Flügelschrauben so tief sind, dass man automatisch beim Einstellen des Korbs am Ende irgendeine Bewegung macht, die die gerade Ausrichtung dann doch wieder im letzten Moment des zudrehens der Schraube hinfällig werden lässt. Insbesondere bei Tiefen Snares ist es manchmal echt eine Kunst.


    (Tip: jedes Handy, jedenfalls alle iPhones, haben die Wasserwaage als App gleich eingebaut. Die kann man gut nutzen, um den Winkel immer gleich einstellen zu können (so auch bei den Toms). Denn je nachdem, wie das Set aufgebaut ist, ergeben sich optisch oftmals viele Fluchtlinie, die manchmal sie Snare fälschlicherweise schräg oder gerade aussehen lässt, obwohl sie vom tatsächlichen Winkel richtig eingestellt ist. So eine App kann die Sache dann schon etwas objektivieren.).



    Yamaha SS950
    Yamaha SS950 Snare Ständer, neues exclusives Korb Klemm System lässt die Snare in jedem Winkel positionieren, schweres stabiles Untergestell, doppelstrebige…
    www.thomann.de

    Vergiss diesen Lehrer. Wenn der Typ sagt, dass man Kinder beziehungsweise Schüler einfach laufen lassen muss und der Rest dann von alleine käme, ist das ja gewissermaßen das selbst-Eingeständnis, dass ein Lehrer generell überflüssig ist. Mindestens aber bräuchte man dann ja einen Lehrer, der eben dieses Laufen sinnvoll begleitet und lenkt, aber gerade daran mangelt es wohl offensichtlich.


    Nach alldem, was du erzählst, scheint es im übrigen sogar eher ein Lehrer zu sein, dessen Fähigkeiten ausreichen, absolute Anfänger anzulernen, dessen didaktische und vielleicht sogar auch Drumtechnische Fähigkeiten aber nicht ausreichen, um selbst einen fortgeschrittenen Anfänger begleiten zu können. Sowas gibt es. Denn eigentlich müsste ein Lehrer ja ein Riesenspaß daran haben, wenn er mit einem jungen, begeisterten Schüler eventuell überdurchschnittliche Lernerfolge basteln kann. Und die Tatsache, dass hier noch nicht einmal Hausaufgaben verteilt werden, zeigt, dass das ganze vollkommen planlos ist.


    Letztlich ist es aber auch vollkommen egal, woran es nun liegt, klar ist, dass der bisherige Weg nicht weiterführt. Also muss was Neues her.


    Für einen begeisterten Zwölfjährigen, der für sein Instrument "brennt", sind solche 60 Minuten in der Woche sowieso lediglich das reine Pflichtprogramm und tatsächlich die Möglichkeit, eine Leitlinie zu geben, alles andere bringen sich Schüler in dem Alter zumeist zusätzlich selber bei. Von daher wäre es vielleicht sinnvoll, darüber nachzudenken, auf Materialien zurückzugreifen, die er selber in Sachen Fortschritt selber bestimmen kann und die einigermaßen flexibel sind. Zu denken wäre beispielsweise an "My Groove" von Martin Grubinger und Thomas Lang. Das Ding hat eigentlich durchweg gute Kritiken bekommen, und man kann durch die gezielte Anwahl von entsprechenden Modulen Zielgenau lernen. Andere Vorschläge wurden auch hier schon unterbreitet. Da muss man einfach mal das Angebot sondieren.


    Oder suche in der Nähe einen anderen Lehrer, zumindest einen, der die Fähigkeiten deines Sohnes mal vernünftig checkt. Dann würde sich auch die von dir konkret gestellte Frage beantworten: denn hier im Forum wird man schwer beurteilen können, auf welchem Stand dein Sohn ist, das hängt ja nicht nur von theoretischen Fähigkeiten ab, sondern auch an vielem anderen (Körperhaltung, Stick Technik, etc. PP). Hier gibt es im übrigen auch keine objektiven Kriterien: der eine spielt nach einem Jahr schon Konzerte mit einer Band, der andere hat Schwierigkeiten, einen simplen Takt hinzubekommen beziehungsweise flüssige 16tel Singles zu spielen. Die Bandbreite ist einfach zu groß.


    Auch die Entwicklungsschritte bei Schülern sind ja recht unterschiedlich, es gibt Schüler, bei denen "platzt der Knoten" relativ spät, die holen dann allerdings in Windeseile das auf, wofür andere weniger Zeit gebraucht haben, überflügeln diese dann aber.

    Musikalisch nicht wirklich meine Baustelle aber der hat schon was. Insbesondere zuweilen wirklich intelligente und fantasievolle Grooves, was in dem Musik-Genre ja nicht alltäglich ist. Zur Abrundung:


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    Mir will ohnehin nicht in den Kopf, weshalb man bezweifelt hat, dass A. Nilles die Rush- Sachen spielen kann. Das stand für mich ausser Frage, da ich sie objektiv für die technisch bessere Drummerin halte als Neil. Dessen Leistung liegt ja auch nicht darin, höllisch komplizierte Sachen zu spielen, seine Genie war, geniale Drum-Parts bis ins kleinste auszutüfteln und zu komponieren in einer Art und Weise die selbst für heutige Verhältnisse einmalig ist und das ganze dann eben auch technisch umzusetzen, was in dieser Form und Qualität seinerzeit eine Klasse für sich war und auch heute noch nach 40 Jahren Vergleiche nicht scheuen muss.


    Dass eine Drummerin vom Format von Annika N. das daher grundsätzlich spielen kann, war im Kern klar. Eine ganz andere Frage ist dann ja wieder, ob man sowas mental und körperlich anspruchsvolles 2 1/2 Stunden über eine ganze Tournee hinbekommt und inwieweit man eventuell seinen Spielstil anpassen muss - von der anspruchsvollen Konzentration auf die "nicht eigenen und daher nicht in Fleisch und Blut verankerten" Kompositionen mit ihren unzähligen vertrackten Arrangements mal abgesehen.


    Ich meine, jedenfalls erkennen zu können, dass Nilles ihren Stil teilweise abgeändert hat und teilweise eine andere Schlag Technik benutzt, als sonst, ich denke, das kommt daher, weil bestimmte Dinge sich einfach nicht anders spielen lassen, beispielsweise die schnellen, einhändigen und doppelhändigen HiHat Passagen, da sieht man deutlich, dass mehr Kraft eingesetzt wird. Wäre mal interessant von ihr zu erfahren, ob und was genau sie eventuell hat umstellen müssen (also von der Technik her), um alles sauber zu bewerkstelligen.


    Ps: letzteres fände auch ich jedenfalls interessanter als onkelhaft – klebrige Schein-Komplimente zu lesen.

    Gerne, schön, dass es hilfreich war, danke für die Rückmeldung.


    Es gibt ja mittlerweile schon so viele Variationen, dass man auch unter den im Verhältnis zu Hickory-Modellen etwas weniger umfangreichem Maple-Portfolio doch genug Auswahl hat.


    Im 2b-Bereich haben mich die SD1-Modelle von Vic Firth und insbesondere Vater überzeugt. Tolle Modelle, die auch nicht zu leicht sind, sondern gewichtsmässig zwischen 5a und 5b liegen.


    Ein noch andere Idee verfolgt VF im übrigen beim Danny Carey Signature Stick: der hat am Ende im hinteren Drittel eine 2b-Dicke, hat dann eine konkave Einwölbung an der Stelle, wo man üblichweise das Fulcrum bildet, sodass die Dicke sich dann dort auf 5b beläuft und wird zur Mitte dann - aber nur minimalst - wieder dicker.


    Die Idee mit der dünnen Fulcrum-Stelle ist dabei nicht total neu: schon Zildjian hatte beim Trilok Gurtu-Stick (dem schwarz- gelben) sowas - da war es aber mehr eine grosse Kerbe - und auch der Mike Mangini hat eine Verjüngung , da ist es aber eher eine konkave Andeutung und der hintere Teil ist so dick wie der Rest des Sticks.


    Der Danny C. Hat daher wirklich was innovatives zu bieten: wer also wegen der Grösse seiner Hände grade im hinteren Bereich etwas mehr Material braucht, ansonsten aber keine 2b -Dicke benötigt, sondern eher auf 5b steht, ist hier genau richtig.


    (Ähnliches - nur ohne Verjüngung - hat ja der Vater 3a Fatback zu bieten, aber der wird einfach zum Ende hin dicker - alles auf 3a Niveau).


    Der Stick hat zudem etwas Überlänge und alles zusammen bringt einen wirklich überdurchschnittlichen und extrem schnellen Rebound, der wirklich flinkes und dabei trotzdem kontrolliertes Handling zulässt, sowohl bei Singles als auch bei Doubles.


    (Thomann müsste aber mal ihre Homepage überarbeiten: die geben die Dicke des Sticks mit 17,6 mm an, was Unsinn ist. Der Stick hat hinten 'ne Dicke von 16,0 und an der Fulcrum -Stelle geschätzte 15,5-15,8)

    "Ab ungefähr Mitte 1980er hat Pearl klare Serienbezeichnungen eingeführt (BLX, MLX, MHP, GLX, DLX etc... "


    Am Rande bemerkt:

    Für mich hat sich da über die Jahre nicht viel geändert. Nach wie vor denke ich, dass ein abgeschlossenes Hochschulstudium mit anschließender Promotion die beste Voraussetzung ist, um durch die Produktlinien von Pearl durchzukommen. Insbesondere, weil alle Nase lang wieder ein neues System eingeführt wird. Ich stand zweimal davor, ein Pearl zu kaufen, beides mal hab ichs gelassen, weil ich vor lauter Undurchsichtigkeit der Produktlinien nie wusste, was was ist.

    Im direkten Vergleich dichten mE die Drumeo-IE's etwas besser ab die 215, was ich in erster Linie auf die etwas vergrößerte, Deckplatte zurückführe. Ob das aber auch nur bei meinen Ohren so ist oder generell gilt, kann ich natürlich nicht sagen. Kriegsentscheidend ist der Unterschied ohnehin nicht.


    Für mich hat sich auch nach so langer Zeit einfach die Kombination IE plus Schallschutz-Kopfhörer bewährt. Schon vor 25 Jahren waren die 3M-Peltor-Hörer in Sachen Dämmung einfach das Beste, der ViCFirth-Hörer ist letztlich ja diesen Dingern auch nachempfunden. Und 3M Hat eben auch das Problem der Klobigkeit gelöst, indem es jetzt in den letzten 20 Jahren so viele leichtere Modelle auf den Markt gebracht hat, dass jeder eigentlich für kleines Geld da was finden kann.


    Je nach Geschmack findet man dann eben die klobigen Doppelkapsel Hörer, oder die modernen Hörer mit nur einer Kapsel, die natürlich etwas weniger Isolation aufweisen, dafür allerdings höher im Tragekomfort sind. Entscheidend ist aber im Regelfall zur Schallisolierung ja nicht nur die Kapsel, sondern eben auch der Anpressdruck und der allgemeine Sitz, das muss man einfach mal austesten.


    Interessante schlanke Varianten gibt es auch aus dem Bereich des Schiesssports, die auf eine gute Mischung aus Isolation und Beweglichkeit aus sind. Zudem haben die meisten ein Mikrofon eingebaut, welches man anstellen kann, wenn man sich unterhalten will, ohne die Kopfhörer immer wieder abnehmen zu müssen. (Keine Sorge: das Mikrofon macht bei lauten Tönen von außen automatisch "dicht", weil da ein Impuls eingebaut ist.)


    In jedem Fall alles besser als Hörsturz oder Tinnitus:


    Gavin Harrison : Lautstärke

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    Gavin Harrison: Tinnitus

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    Keiner hat hier. irgendwas. relativiert.


    Was relativiert wurde, sind deine nachweislich falschen Schlussfolgerungen und Behauptungen, die du bereits gezogen bzw wiederholt hattest noch bevor du überhaupt die Studie gelesen hast. Und die du ja - trotz Gegenbeweises - noch immer ziehst.


    Die Behauptung, der Repräsentanz der Studie wird da auch durch beharrliches wiederholen nicht richtig:


    Das eigentliche Problem ist dabei ja noch nicht einmal die absolute Zahl von nur rund 219 Teilnehmenden: aber bei einer solch geringen Quote entsteht ein erhebliches Risiko des sogenannten Self-Selection-BIAS: gerade bei sensiblen Themen wie sexuelle Misshandlung ist das ganz besonders riskant, zumal, wenn die sich selbsternannten Teilnehmer dann auch noch relevante Eigenschaften und Befindlichkeiten aufweisen, die sie ausgerechnet in diesen Bereichen aus dem BevölkerungsSchnitt herausheben.


    Das beweist zwar nicht direkt die vollkommene Unrichtigkeit der getroffenen Feststellungen, aber die Studie ist eben in ihrer Repräsentanz in dieser Form unbrauchbar.


    Und wie gesagt: bereits die Studien Grundlage, nämlich die Definition, was denn jetzt eigentlich Micro Aggression und was genau Misshandlung ist, wird nach der Studie nach meinem Kenntnisstand bereits jedenfalls nicht erbracht.


    Man könnte es auch bei böser Absicht, rhetorisch wie folgt zuspitzen: wenn jemand, der an Depression leidet und als Notenständer gelesen werden will, mir etwas über Mikroaggression erzählt, werde ich im Hinblick auf die Objektivierung seiner Aussagen - na, sagen wir mal - vorsichtig.


    Das Problem mit solchen unsicheren Studien und vorstellen Verallgemeinerungen ist einfach, dass siw der Sache selbst ein Bärendienst erweisen:


    Denn der einzelne wirkliche Fall ist schlimm genug und - wie hier auch schon mehrere Teilnehmer bekundet haben - ist in der Tat jeder Fall einer zu viel. Aber gerade deswegen sollte man bei diesen Themen nicht vorschnell irgendwelche Schlussfolgerungen in die Welt setzen. Wir erleben nämlich gerade in der Gesellschaft einen völligen Backlash in solchen Dingen: grade in diesem Bereich wurde soviel Quatsch und Unsinn bereits erzählt und Effekthascherei und Empörungskultur etabliert, dass die Leute es mittlerweile leid sind und dadurch die tatsächlichen Fälle dann am Ende wirklich nicht zur Sprache kommen können.


    Es endet dann so wie im hiesigen Thread: wir reden jetzt gar nicht mehr über die einzelnen tatsächlichen Fälle, sondern über die Tatsache, dass du aus einer schwachen Studie Schlussfolgerungen gezogen hast und willst, die von der Studie schlichtweg nicht getragen werden.


    PS: Interessant wäre ja, wie der Vorfall, weswegen Steve Lukather seinen pro-bono-Lehrauftrag in Berkley verloren hat, in diese Statisik eingegangen wäre - sorry, aber ich kann sowas einfach nicht ernst nehmen - was jetzt aber zugegeben subjektiv ist.)


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    Die in der Doku erwähnte Studie der Charité in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sozialforschung sagt, das 98% der Studierenden von Misshandlung berichten, 43% von sexuellen Übergriffen. Auch wurde eine signifikante Zahl von Lehrenden entlassen bzw. beurlaubt. Das lässt mich schon darauf schließen, dass hier ein systematisches Problem von Machtmissbrauch vorliegt............

    Äh............. nein, so mindestens erklärungsbedürftig: Die Studie, und insbesondere das, was in der öffentlichen Diskussion daraus gemacht hat, ist eher ein schönes Paradebeispiel dafür, wie derartige Prozesse mittlerweile besprochen werden.


    Daher vielleicht zur Klärung:


    Die Studie der Charité bezog sich zunächst einmal auf alle (!) Universitäten für Kunst und (!) Musik. Bei dieser online Befragung haben insgesamt "nur" 611 Personen mitgemacht. Zur Erläuterung: an deutschen Kunst- und Musikhochschulen studieren ungefähr 120.000 Studenten, rund 23.000 entfallen darauf auf Musik.


    Gerechnet auf alle Kunst – und Musikstudenten reden wir bei den Befragten 611 Personen daher von 0,5 %.


    (Konkret Bezogen auf die Musik stammten von den 611 teilnehmenden Personen 36 % aus dem Musikbereich. Das sind dann also etwas höhere 0,9 % gerechnet auf 23.000 Musikstudenten.)


    Von diesen 611 Personen litten im Übrigen 42 % selbsterklärt an einer psychischen Erkrankung und 36 % bezeichneten sich selbst als schwul, lesbisch, Trans, Queer, non Binary, pansexuell oder sonst lgbtq. (Das sind sämtlichst Werte, die deutlich über dem sonstigen Bevölkerung-Schnitt liegen).


    Und nun zur 98,1 % Aussage selbst: Dieser Wert bezieht sich im Detail nicht auf sexuellen Missbrauch oder Misshandlung etc. sondern allgemein auf "feindseliges Verhalten". (=hostile behaviour). Feindseliges Verhalten beinhaltet beispielsweise auch "Mikroaggressionen".


    Es ist daher schlicht falsch zu sagen, 98 % der Studierenden an deutschen Musikschulen haben Missbrauch oder Misshandlungen erlebt oder berichtet.


    Richtig wäre es, zu sagen, dass von allen 120.000 studierenden an deutschen Kunst und Musikschulen bei einer Befragung von 0,5 % hoervon, die sich selbst zu 40 % als psychisch Symptombelastet und rund 30 % als homosexuell etc. bezeichnet, "feindseliges Verhalten" erlebt haben. 43 % haben von so etwas wie sexuellen Misshandlung berichtet. Hierbei blieb im übrigen offen, was eigentlich genau unter sexueller Misshandlung zu verstehen ist.


    Das war's.


    Ich denke, dass man bei der Sachlage weder von systematisch, noch systemisch, noch insgesamt von allgemein verbreitetem Machtmissbrauch reden kann, noch weniger kann man wohl behaupten, dass die vorliegende Studie in irgendeiner Weise für irgendeine der genannten Aussagen repräsentativ sein kann.


    Im übrigen wollte auch die Studie gar nicht den Machtmissbrauch an Kunsthochschulen nachweisen, im Kern ging es bei dieser Studie darum, Zusammenhänge zwischen psychischen Erkrankungen und feindseligem Verhalten, hier insbesondere in Bezug auf Kunst- und Musik-Studenten zu eruieren. Hintergrund der Studie war nämlich die hinlänglich bekannte Tatsache, dass es unter Künstlern und Musikern insgesamt oftmals einen erhöhten Prozentzahl an psychischen Erkrankungen gibt. Die Studie ist im übrigen selbsterklärend im Zuge der allgemeinen #meToo-Debatte entstanden.


    Nur zur Klarheit: Jeder Fall von Machtmissbrauch ist einer zu viel. Aber man sollte bei der Verbreitung von Studienergebnissen, insbesondere durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, schon etwas genauer hinsehen, auch wenn es dann eventuell nicht in die gewünschte Stoßrichtung zeigt beziehungsweise nicht die nötige Dramatik mitbringt.

    Vielleicht zur Erklärung, da amerikanisches Handels – und Steuerrecht sich vom Deutschen unterscheidet:


    Remo und d'addario sind beides nicht-börsennotierte Unternehmen, also Privatunternehmen, in den USA heißt das dann "private companies". Als solche sind sie nicht verpflichtet, ihre Bilanzen zu veröffentlichen (selbstverständlich müssen sie Bilanzen erstellen und im Rahmen der Steuererklärungen die gegenüber den dortigen Finanzämtern angeben und offenlegen). Das US – Handelsrecht ist hier unterschiedlich zum deutschen Handels – Recht, wo bilanzpflichtige Unternehmen in jedem Fall ihre Abschlüsse im entsprechenden Registern zugänglich machen müssen.


    Der Unterschied von Remo zu d'addario ist wohl lediglich, dass offensichtlich d'addario wohl tatsächlich als reines Familienunternehmen besteht, d.h. die Inhaber alle zur Familie gehören, dagegen die Inhaber bei Remo auch noch andere private Teilhaber hat, die nicht aus der Familie stammen.


    Das ändert aber nichts daran, dass beide eben nicht verpflichtet sind, ihre Bilanzen in öffentlichen Registern zugänglich zu machen.

    Mach einfach mal Pause.


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    Dass ein Stick gehalten und nicht "fest"gehalten werden soll, ist ja die erste Grundregel der Griptechnik, da mit jeder Art des Schliessens der Hand bzw der Finger - und erst recht beim richtigen Festhalten - , die Sehnen angespannt und dadurch die Bewegungsfreiheit des Handgelenks beeinträchtigt wird.

    Deswegen formulierte Dom Formularo einst: "Tension ist the Enemy of Speed". (Und deswegen führt dieser klassische "Pinzettengriff" mit Daumen und Zeigefinger auch häufig so auf Abwege).


    Hier geht es aber auch weniger um die Art und Weise, den Vogel zu halten, sondern die Frage, wie groß und schwer der Vogel denn sein soll:


    Und hier gilt: Je kleiner der Vogel, desto mehr muss ich die Hand schließen, damit er nicht wegfliegen kann, beziehungsweise ich Kontrolle über den Stick habe. Ein zu dünner Stick hat daher – völlig unbemerkt – ähnliche Wirkungen, wie das tatsächliche festhalten, wenn ich die Hand nämlich schließen muss, um Kontrolle zu erlangen und dabei dann die Sehnen im Handgelenk anspannen muss, sodass die Handbewegung steifer bzw unbeweglicher wird.


    Deswegen macht es bei großen Händen (insbesondere bei grossen Handrücken) definitiv Sinn, auch entsprechend dicke Sticks zu nutzen, weil ich viel weniger die Hand schließen muss um den Stick zu kontrollieren und daher alles freier und beweglicher bleibt.


    Dicke Sticks sind ja auch nur deshalb etwas im Hintertreffen, weil im Regelfall die Sticks als Hickory Holz angeboten werden, und bei diesem verhältnismäßig schweren Holz die Fliehkräfte fürs Handgelenk schnell ziemlich taff werden. Wenn alles in Maple angeboten würde, würden viele, die heuer 5A spielen, 5B oder 2B spielen.


    Man sollte daher sich nicht allzu schnell auf einen Stick-Typ festlegen, sondern tatsächlich einmal durch die Bank die verschiedenen Größen eine Zeit lang testen, da sind Überraschungen definitiv vorprogrammiert.


    (Allerdings macht es auch definitiv Sinn, beim Spiel mit dicken Sticks ab und an mit dünnen Sticks zu üben - genauso wie umgekehrt –, man erreicht so einfach Bewegungsabläufe und Muskelgruppen, die man ansonsten nicht aktivieren würde.)

    fwdrums:


    Frankieboy, da ich bin bei Dir:


    Mich hat es vor ca 20 Jahren bei einem Konzert von Karizma inkl. Vinnie C. erwischt: Statt Begeisterung erfasste mich spontan ein seltsamer entfremdelnder Kältestrom, der mich zur Pause sogar gehen liess.


    Seither ist mir klar, dass es - für mich - zwei Arten von Musik gibt: Eine, die dem Zuhörer etwas mitteilt, sich an ihn wendet, ihm Fragen stellt, kurz: kommunizieren will, wenn auch nur fiktiv.

    Und eine andere, die zufrieden ist mit sich selbst, eine, die sich selbst genügt; Musik, die dem Zuhörer bei jeder Note klarmacht: "Ich brauch dich nicht, hör zu oder nicht, ist mir egal, ich bin hier und ich bin verdammt gut".

    Musik gewissermassen als Selbstgespräch, ein Witz, den sich die Musiker selber erzählen, um dann verschroben in sich reinzukichern wie ein betrunkener Clochard unter einer Brücke.


    Mag diese Musik auch noch so virtuos sein: sie will nichts mitteilen, sie will nicht helfen, sie will nicht trösten, sie will keinen aufrütteln, mitreissen, will niemanden beleidigen, ja, sie will noch einmal begeistern: Denn die Musiker würden den Kram sogar spielen, wenn ihn sich kein Mensch jemals anhören würde. Vielleicht schwingt schon irgendwo ein wenig Wunsch nach Bewunderung mit (denn wieso sollte man sonst auf die Bühne gehen), aber das wars auch schon, ansonsten gilt: "Wenn Du's nicht checkst, verzieh dich!".


    Fast notwendige Folge dieses rüden Affronts: es stellt sich noch nicht einmal das Gefühl ein, Zeuge von etwas Ausserordentlichem zu sein, bei dem man glücklich ist, zumindest dabei gewesen zu sein - auch wenn man es nicht verstanden hat.


    Dabei sei die absolute und einmalige Virtuosität der Musiker natürlich in keiner Weise geleugnet. Und es auch nicht so, das Virtuosität schlechthin abschreckt: die eines Gavin Harrison beispielweise hat mich immer erreicht, bei ihm erscheint mir die Virtuosität stets nur als Vehikel, als Mittel zum Zweck und eben nicht als Selbstzweck. Und auch Vinnie C. hat mich - in anderem Kontext - schon dergestalt "erreicht".


    Alles in allem jedenfalls eine seltsamer Vorgang, nicht ganz zu erklären und zu durchschauen.


    Aber auch ich bin sicher: es liegt an mir. Und wenn einer dieser Virtuosen unser Geschreibsel sehen würde, würde er wohl ohnehin das sagen, was ein berühmter Drummer (dessen Name mir entfallen ist) einst erklärte: " Hey, no mystery: don't overthink it: its just the music i love to play."

    Ich denke, die Thematik ist letztlich abhängig davon, wo man selber die Prioritäten setzt, und führt einen schlussendlich vielleicht sogar zu der Frage, weshalb man überhaupt Schlagzeug spielt.


    Die Hauptpunkte der Prioritäten sind dabei – ich meine, wir hatten schon mal ein Thread darüber – A. Spaß haben und B. Geld verdienen, wobei Ersteres ( A.) sich wiederum splittet in die Bereiche 1) Schlagzeug spielen 2) Musik machen mit anderen und 3) Musik machen vor Publikum. Und je nachdem, wo ich meine Schwerpunkte setze und wo meine Motivation ihre Heimat findet, entscheidet sich die Frage, wo ich unter welchen Umständen für wieviel Geld spielen will.


    Menschen sind verschieden, und so fällt die Beantwortung bei jedem natürlich anders aus. Ich z.bsp. hab für mich rausgefunden, dass die Lust und Motivation einzig und allein im Schlagzeugspielen selbst besteht. Ich brauch nix: Keine Mitmusiker, keine Band, keine Zuhörer und keine Zuschauer. Schön ist es natürlich, wenn alles zusammenkommt, aber es gehört nicht zu den wesentlichen Dingen, ein nice to have, kein MustHave. (Im Gegenteil: häufig führt alles sogar von dem wesentlichen weg und man stellt sich die Frage, warum man das eigentlich alles macht.)


    Es ist vielleicht auch eine Frage des Alters,dabei aber weniger eine Frage des damit verbundenen Hanges zur Bequemlichkeit: denn einmal aus allen Bands und Verpflichtungen ausgestiegen, habe ich festgestellt, dass ich seither mehr und intensiver spiele und übe - und mehr Spaß habe - als jemals zuvor.


    Solange jedenfalls ein Auftritt purer Spaß wäre, würde es mich nicht interessieren, ob ich damit Geld verdiene, ich verdiene es ja ohnehin anders, warum sollte ich dann da unbedingt drauf achten.


    Ablehnen würde ich allerdings, wenn ich merken würde, dass jemand sich auf mein "Spaß haben" etwas ausrechnet und mich zum Gegenstand seines wirtschaftlichen Kalküls macht. Dann kann er von mir aus zum Teufel gehen - allein schon deshalb, um Musikern, die tatsächlich davon leben, nicht den Markt kaputtzumachen.