Die Diskussion ist insbesondere zumeist deshalb relativ unergiebig, da alle im Regelfall wie die Blinden über die Farben reden:
Die OpHler kennen in erster Linie nur ihre Spielweise und die dazugehörigen Vor- und Nachteile und wissen nicht, wie es ist, über Kreuz zu spielen, und die Kreuzler wissen letztendlich relativ wenig über die speziellen Geheimnisse des OPHler, jedenfalls was die Probleme in der Tiefe angeht und über das hinausgeht, was beim erstmaligen oder zweimaligen Antesten sich als sonderbar ausnimmt.
Ich denke, es gibt da relativ wenig Drummer, die hierzu aus eigener Vergleichserfahrung profundes zu berichten wissen, statt nur über die Problematik ins Blaue hinein zu spekulieren und zur Theoretisieren.
Im übrigen gibt es ja auch im Bereich open Hand nun wiederum verschiedene unter-Gruppierungen und Spielarten, sei es die Drummer, die links dann auch als Führ-Hand nehmen, seien es diejenigen, die zwar OH spielen, aber trotzdem rechts als Führhand nehmen, dann wiederum echte Linkshänder, wo rechts die "weak-hand" ist, dann wiederum die, bei denen es fast egal ist, ob sie links oder rechts spielen, weil beide Arme und Hände gleich stark sind
(wobei,nebenbei bemerkt, im Detail betrachtet es ohnehin zumeist nicht um die "weak-hand" sondern um den "weak-arm" geht, alle entscheidenden Muskelpartien und Sehnen sind im Arm verankert, "Schwache Hände" gibt es eigentlich so gut wie nicht, selbst bei Schlaganfallpatienten ist es ja idR neuronal bedingt, wobei der Nervenausfall nicht in der Hand ist).
Im übrigen gibt es bei der Thematik viele selten bis gar nicht beachtete Themen, beispielsweise die Frage, ob Kreuzler eventuell gerade wegen ihrer verschränkten Haltung eine bessere Sitzposition haben als OPHler, oder ob bestimmte Stilrichtungen und Patterns in der klassischen Kreuzhaltung nicht doch besser beziehungsweise leichter zu spielen bzw zu erlernen sind, beispielsweise Half-Time Shuffles ala Rosanna oder Samba-Variationen oder aber für Swing es feelingmäßig etwas abträglich ist, die Führungsseite mit Ride und HH zusätzlich gegenläufig aufzusplitten auf einer Körperseite.
Davon abgesehen ist aber die Frage, ob open Hand oder Kreuzhaltung besser ist, so ergiebig wie die Frage, ob ein Spaghetti-Eis besser schmeckt als ein Bananen-Split.
PS: betreffend des hier schon angesprochenen OpenHand'ler Claus Hessler hatte ich bei einem seiner letzten Workshops den Eindruck, dass es bei ihm einfach Geschmackliche Präferenz ist, da er alle Dinge ohnehin zur Not spiegelverkehrt auf dem Kopf stehen spielen könnte.