ich weiß net ob du jetzt was über jazz wissen möchtest. aber im Internet steht darüber sicherlich sehr viel.
hier mal ein kleiner interessanter teil:
Jazz
[d’æz; der; engl.englisch]
eine Ende des 19. Jahrhunderts im Süden der USA entstandene eigenständige und zunächst von Schwarzen geprägte Musik, die sich rasch weltweit verbreitete. Der Begriff Jazz ist seit etwa 1915 eingeführt, seine Herkunft aber noch nicht ganz geklärt. Für die meisten Jazzstile sind folgende Merkmale charakteristisch:
1. der Rhythmus lebt vom Gegeneinander eines durchgehenden Impulses (Beat) und unregelmäßiger kleinster Akzentverschiebungen (Offbeat).
2. durch die übernommenen Traditionselemente afroamerikanischer Musik und des Blues entstehen Tonverschleifungen der 3. und 7. Stufe (Schwanken zwischen kleinem und großem Intervall, genannt Blue Note), so dass nicht notierbare Intonationen entstehen können (Hot Intonation).
3. die Besetzung kann zwischen Solo, kleinem Ensemble (Combo), Band und großer Besetzung (Big Band) schwanken.
4. Hauptmerkmal ist die Improvisation der Musik. Als Grundlage dafür dienen Themen (Originals, auch "komponierte" Einleitungsteile), deren harmonisch-rhythmische Schemata dann improvisatorisch gestaltet werden.
Geschichte
Quellen des Jazz waren verschiedene Arten afroamerikanischer Musik wie Blues, Gospels und Spirituals und die US-amerikanische Tanz- und Marschmusik (Marching Band, Cakewalk), besonders der Ragtime. Aus diesen Richtungen entwickelte sich Ende des 19. Jahrhunderts als erster Jazz-Stil der New Orleans Jazz, einer der ersten Vertreter war J. R. Morton. Eine Abart davon ist der, nun primär von Weißen gespielte, Dixieland. Der Schwerpunkt der Jazz-Entwicklung verlagerte sich in den 1920er Jahren nach Chicago, wo wiederum meist weiße Musiker einen neueren New-Orleans-Stil kreierten, den sog. Chicago-Stil, in dem die Gruppenimprovisation zugunsten von Soli zurücktritt. Diese Richtungen regten fast alle Komponisten der 1920er Jahre an, Jazzelemente in einzelne Kompositionen zu übernehmen. Hauptvertreter des Jazz waren B. Smith, J. Oliver, L. Armstrong. Dixieland und Chicago-Jazz sind die ersten Jazz-Stile, die alle folgenden Entwicklungen überlagern und bis heute gepflegt werden.
Mit dem Beginn der 1930er Jahre begann die Ära des Swing, der dem Jazz eine große Breitenwirkung verschaffte und besonders durch die neuen Big Bands geprägt ist. Der Swing ist vor allem eine Schöpfung von B. Goodman, daneben aber auch vertreten von D. Ellington, C. Basie und O. Peterson. Der zunehmenden Kommerzialisierung des Jazz als Unterhaltungsmusik trat seit 1940 der Bebop entgegen. In ihm wird wieder großer Wert auf Improvisation und expressive, auch soziale Nöte artikulierende Spielweise gelegt. Kennzeichnend sind hektische und nervöse Tempi und Melodiephrasierungen (Vertreter: K. Clarke, D. Gillespie, T. Monk, C. Parker, L. Young). Der Bebop fand in den 1950er Jahren seine Fortsetzung im Hardbop (Vertreter z. B. A. Blakey und eher eigenständig C. Mingus). Ebenfalls als Reaktion auf die Vermarktung mancher Jazzarten (Dixieland-Revival) entstand in den 1950er Jahren der Cooljazz, eine an Kunstmusik ausgerichtete, verhaltene Stilrichtung. Hauptvertreter sind M. Davis, L. Konitz, J. Lewis, L. Tristano.
Ein radikaler Bruch mit allen bisherigen Traditionen wurde um 1960 vom Freejazz vollzogen. Weder Form noch harmonische Abläufe sind festgelegt, der Rhythmus wird völlig frei gestaltet. Maßgeblich an der Entwicklung beteiligt waren M. Davis, C. Taylor, J. Coltrane, O. Coleman. Europäische Musiker traten in den Vordergrund (A. von Schlippenbach, A. Mangelsdorff, P. Brötzmann, H. Bennink u. a.). Seit den 1970er Jahren gibt es eine Überlagerung verschiedener Jazzstile. Neu sind die Bemühungen um eine Verbindung von Jazz und Rockmusik (Jazzrock, auch Fusion Music), auch um die Einbeziehung elektronischer Instrumente, etwa durch J. McLaughlin. Daneben bleibt der sog. Mainstream, die traditionellen Jazzstile, bestehen. Ferner sind zu nennen Tendenzen zu ausgeglichenen, auch romantischen Musizierformen (E. Weber, J. Garbarek, K. Jarrett) und zur Verschmelzung mit außereuropäischen Musikkulturen. In jüngster Zeit dominiert ein ausgeprägter Elektrizismus mit Rückgriffen auf Swing, Bebop (Free Bop), Hardbop, Rhythm & Blues, dazu kommen Neoklassizismus, No Wave, Acid Jazz und Welt-Musik, alles Versuche, dem Jazz neue Impulse zu geben.