Der Risset Rhythmus - "the increasing beat" - eine auditive Illusion

  • Aloah,


    Da in diesem Forum über Risset und diesen zugegebenermaßen abstrakten Rhythmus nichts zu finden war, gehe ich mal davon aus, dass diese akustische Illusion eher unbekannt ist. Nun, einige mögen mit der Shepard Tonfolge vertraut sein. Eine Shepard Tonfolge besteht, man möge mir verzeihen für die vereinfachte Ausdrucksweise, aus aufeinander folgenden Tönen die den Eindruck machen sie würden kontinuierlich auf- oder absteigen, obwohl sie sich aber (zyklisch) wiederholen. Ich verzichte auf eine genaue Beschreibung, da das Internet hier genug Info bietet, sehr zu empfehlen ist z.B. das hier: http://www.netalive.org/tinkering/shepard-effect/


    Aufbauend auf dieser Illusion, erfanden Jean-Claude Risset (und Kenneth Knowlton) eine ähnliche Illusion, für Schlagzeuger weitaus interessanter; der Risset Rhythmus. Hierbei handelt es sich um einen Computer generierten Rhythmus, welcher den Eindruck erweckt er würde kontinuierlich schneller werden.
    Hörbeispiele:
    Als Flash-Version: http://odeo.com/episodes/23643…of-Roger-Shepard-s-scales
    Oder als lahmer MP3-Download: http://swiki.hfbk-hamburg.de:8888/MusicTechnology/826


    Obwohl ich stark bezweifel, dass es menschlich spielbar ist, habt ihr schon einmal von jemandem gehört, der so etwas auch nur annähernd auf dem Schlagzeug zu stande bringt?
    Falls es jemand versuchen möchte, hier mal eine Erklärung der Illusion (auf Englisch), welche gegenfalls als Anleitung funktionieren kann:
    http://hebb.mit.edu/courses/9.…athena/auditory/beat.html


    Grob zusammengefasst ist das Prinzip ähnlich der Shepard Tonfolge. So wie ich es bisher verstanden habe, sieht das ganze folgendermaßen aus: Man spielt verschiedene Grooves zeitgleich, welche allerdings alle verschiedene Lautstärken haben. Hierbei nimmt die Lautstärke bei einige Grooves ab, bei anderen zu. Die Grooves die man spielt, haben zwar dieselbe bpm-Zahl, jedoch unterschiedlich viele Beats, Die Illusion besteht dadrin, dass man sich meist auf den lautesten Groove konzentriert, da die Grooves allerdings ihre Lautstärke kontinuierlich ändern, wird das menschliche Gehirn quasi ausgetrickst und es entsteht die Illusion, dass der Groove immer schneller wird (oder langsamer).
    Das ist auf jeden Fall grob mein Verständnis des zuletzt geposteten Links. Beim Hören hatte ich allerdings eher den Eindruck, dass sich 2 Grooves abwechseln, indem die 1 zwar immer gleich bleibt, aber bei dem lauteren Groove alles (bis auf die 1) nach vorne geschoben wird, bei dem leiseren hingegen alles (bis auf die 1) nach hinten verschoben wird (um zB 1/64). Der lautere Groove wird hierbei leiser, und der leisere lauter. Ab einem gewissen Punkt dreht sich der ganze Kram um.


    Man möge mir verzeihen wenn ich diesen Risset-Rhythmus nicht ganz korrekt erklärt habe. Es handelt sich hierbei ja auch um etwas nicht ganz triviales, und die einzigen Seiten die ich konsultiert habe, sind die hier geposteten.


    Wenn jemand eine bessere Erklärung hat, ich wäre sehr interessiert.
    Ebenso interessant wäre es, wenn es schon für einen Drummer unmöglich spielbar scheint, wenn sich einige Drummerkollegen zusammentun könnten und versuchen die Illusion nachzuspielen. Wenigstens das sollte machbar sein, und würde auch einiges an Aufmerksamkeit wecken. (Es kann natürlich auch ein Drummer alleine die Grooves einspielen und (am besten visuell und auditiv) übereinander legen).


    Ich hoffe, das Thema erfreut sich einiger Beliebtheut :)
    Also dann, einen schönen Abend noch!

  • Hallo!
    Die Shepard Tonfolge kenn ich, dieser risset rhythmus ist mir jedoch neu. Was mir bei dem rhythmus (hab mir nur die flashsache angehört) auffällt, ist dass bei einem groove die tonhöhe steigt und beim anderen sinkt. Das trägt meiner Meinung nach hauptsächlich zu der Illusion bei oder ist das bereits die Illusion selber?? vielleicht bilde ich mir das auch nur ein (?). wenn die tonhöhenänderung programmiert wäre fände ich die ganze sache nicht so beeindruckend und vor allem ist es dann nicht von einem oder zwei drummern reproduzierbar.


    Trotzdem eine interessante Sache!

  • Das Flash-Plug-In spielt dieselbe Datei ab, die man auch als MP3 runterladen kann.
    Und so wie ich das höre, ist die Shepard Tonfolge in dem Rhythmus integriert. Warum und wieso, weiss ich nicht, ich kann mir aber vorstellen, dass es auch ohne diese Folge wirkt. Der Mann, der dieses Stück gemacht hat, sieht sich halt als Künstler, und wollte damit nicht wissenschaftlich zeigen, dass diese Illusion existiert. Von daher wollte er vermutlich Aufsehen erregen, daher auch die Shepard Tonfolge. Aber das ist nur meine Theorie :)

  • für mich funktioniert weder die shepard-sklala noch der risset rhythmus, ich höre deutlich wann die sache von vorne losgeht. spannend allemal! versuht mal die skala zu singen, das ist echt bizarr, man wechselt immer in die nächste oktave.

  • 'is dat denn fürn quatsch? :D


    Irgendwie sind das wohl mindestens 2 "Grooves" auf wahrscheinlich mindestens 4-5 Spuren durch jeweiliges "pitchen", schneller werden und Lautstärke variieren werden so ineinander verschachtelt sind, dass man ab einem bestimmten Tempo/Zeitpunkt sich wieder in ca. halftime "zurückhören" kann. Erinnert mich bisschen an diese Zeichnungen von Escher.

  • Der Snare-Backbeat generiert sich immer aus diesem anfangs "wie eine zertretene Apfelsine"-Effekt, der wird dann als immer schneller werdender "2" und "4" Backbeat wahrgenommen, bis er dann plötzlich als ca. auf den "undzeiten" erscheint, weil nämlich die nächste Apfelsine wieder ins Spiel rollt. Der Bass tut das seine um das zu unterstützen.
    So glaub ich das zu hören.

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