Schlagzeug spielen - jedoch nicht in einer Band?!

  • Leute ich bin verzweifelt. Gerade eben habe ich einen "Deal" mit einer Band platzen lassen, bei denen ich hätte als Schlagzeuger einsteigen können. Es hätte musikalisch auch recht gut gepasst, da diese Formation eine Mischung aus progressivem und 70s- Rock spielt. Nun ist das nicht das erste mal. Bei meiner vorherigen Band war es ähnlich. Jedoch habe ich da einen Monat -was insofern schon lange ist- "durchgehalten". Zu meiner Verteidigung, in diesem Fall, sei jedoch gesagt, dass sich zu dem Zeitpunkt auch meine Freundin von mir getrennt hatte und ich den Kopf für die Band einfach nicht frei bekam.


    Ich denke, ich weiß woran das liegt, nur wollte ich mal bei erfahrenen Leuten nachfragen, ob das "normal" sein kann. was immer das auch heißt. Immer wenn es nämlich zu einem Banddeal kommt, wird mir kurz vorher wirklich unwohl. Dann fange ich an, an meinen Fähigkeiten zu zweifeln und denke, dem Projekt nicht mehr zu genügen. Und das, obwohl man erst einen Monat (ohne Auftritt) oder eben wie jetzt, zwei Tage ein "Teil" der Band war. Ich kann mir nicht helfen, nur alleine schon der Gedanke in einer Band zu spielen, die nicht genau meinen Erwartungen entspricht, löst in mir Panik aus. Und ich meine wirkliche Panik mit Schweißausbrüchen und Übelkeit.


    Ich liebe das Schlagzeug als Instrument und möchte es auch um Gottes Willen nicht mehr missen, nur würde ich doch viel lieber für mich spielen und mir dann wirklich sicher sein können, dass ich das machen kann was ich machen möchte, als mich in einer Band integrieren zu müssen, bei der es mir nur schlecht geht. Das klingt ziemlich egoistisch. Ich sehe es aber so:


    Wenn man Musik nicht aus komerziellen Gründen verfolgt, dann sollte man doch voll und ganz hinter dem stehen können was man macht. Schließlich wird man ja nun nicht gezwungen.


    Einen Proberaum für mich alleine zu haben, der dann natürlich auch kleiner sein könnte, in dem ich alles mögliche, was ich spielen möchte, für mich üben könnte und das solange bis ich es wirklich kann, ist meine Idealvorstellung. Ab und an mal mit einzelnen Leuten zu jammen, ist dann natürlich auch mal eine nette Abwechslung. Das Üben mit anderen Musikern sollte nämlich, trotz alledem, nicht zu knapp kommen jeodch nicht an erster Stelle stehen.


    Das mag jetzt alles ziemlich befremdlich auf manch alten Drummerhasen wirken, ist mir aber in letzter Zeit immer klarer geworden. Was meint ihr dazu?


    Danke und LG :)

  • Ja äh, da sagst du was. Mir geht das nämlich auch ähnlich bei Beziehungen zu Frauen so. Wobei das dann irgendwann funktioniert. (Weil ich das ja dann auch WIRKLICH will.) Ach kompliziert das Alles.. Ich komme mir dabei auch so schäbig vor, weil ich es einfach nicht gebacken bekomme. ;(

  • Hallo Guido,


    ich kann deine Situation ganz gut nachvollziehen, und schreibe jetzt gerade weil ich mit Sicherheit kein alter Hase bin (spiele 1,5 Jahr Schlagzeug). Bei mir persönlich ist das immer gerade anders gelaufen. Ich wollte von Anfang an mit anderen Musikern zusammenspielen hatte auch nie Angst davor, im Gegenteil, ich freu mich auf jede Bandprobe.


    Um auf dein Problem einzugehen: Nur für sich allein zu spielen find ich etwas langweilig, es fehlt dann einfach ein gewisser Background, der einfach sonst da ist. Aber was man nie wirklich hatte vermisst man auch nicht.


    WENN es dir so wichtig ist, ganz allein dein Ding zu machen, musst du wohl oder übel alleine für dich im Proberaum üben. Vielleicht verlässt dich ja irgendwann von allein diese Berührungsangst. Oder du findest jemand der ganz genau das mit dir machen will, dass du gerne machen würdest. So lange Musik machen Hobby bleibt ist das ja sowieso recht irrelevant, so wie man es will macht man es, aber auf Dauer denke ich nicht dass es eine Lösung ist.




    Beste Grüße


    Andi

    Würde mich freuen wenn du mal auf meiner Homepage vorbeischaust:


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  • Hi Guido,


    das klingt nicht wirklich gut. Natürlich kennt jeder die Situation, dass man im letzten Moment kalte Füsse bekommt und dann gerne einen Rückzieher machen möchte. Jedoch lernt man dadrüber hinweg zu sehen und die Sache durchzuziehen, solange die Basis zum grössten Teil stimmt.


    Für mich klingen da zwei Bestandteile durch (wobei ich mich irren kann):


    1. Ich bin vielleicht nicht gut genug- und wenn das so ist, dann ist das einstellungstechnisch so ziemlich der grösste Fehler, den Du machen kannst. Meine Schüler frage ich dann immer: Wie gut willst Du denn noch werden? Wer so denkt, wird nie "gut genug" sein, weil es immer etwas geben wird, das er noch nicht kann. Es eröffnet einem natürlich die Möglichkeit, den Rest seines Lebens auf der Flucht zu sein- aber ob das die Erfüllung ist?


    Trau Dich und spring ins Wasser- keine Angst, Du gehst schon nicht unter!


    2. Das Bandding muss genau so laufen, wie ich es mir vorstelle. Das lässt auf mangelnde Kompromissfähigkeit schließen, und das ist natürlich sehr schlecht, denn in einer Band musst Du ein Teamplayer sein- also zur Not Dein Ego mal hinten anstellen und auch Sachen mittragen, die Dir nicht zu 100 % gefallen- zum Wohle der Band. Diese Fähigkeit brauchst Du im späteren Leben übrigens alle Nase lang, von daher solltest Du so früh wie möglich da ran und das in den Griff bekommen.


    Ein Grund mehr, die Jungs anzurufen und zu sagen: Hey Ho, ich will doch!


    Schäbig brauchst Du Dich jedoch nicht zu fühlen, weil Du es nicht gebacken bekommst. Vielleicht sind die von mir angeführten Überlegungen auch falsch, und dann macht es keinen Sinn, sich einer Stresssituation auszusetzen, nur um in einer Band zu sein. Körperliche Symptome halte ich schon für ein sicheres Zeichen, so sie denn nicht auf Unsicherheit beruhen oder mit den von mir genannten Dingen in Verbindung stehen.


    Wie auch immer, ich hoffe, Du findest Deinen Weg.


    LG

  • Ich kann dir jetzt nur in der Beziehung mit dem "für sich" spielen helfen. Füßr das andere bin ich noch ein klein wenig zu jung um einem dafür Ratschläge zu geben. :)


    Deine Selbstzweifel wirst du nur los in dem viel Live spielst. Um diesen Ängsten vorzubeugen ist immer gut mit Leuten musikzumachen, die auf dem selben Level sind wie du, dass beugt vor, das einer denkt er währe schlechter als die anderen und müsse sich selbst nur noch mehr unter Druck setzten.
    Meiner Meinung nach ist immer nur im Keller spielen keine Lösung, weil es weniger Spaß macht und dann auch einen nie die Mädels sehen^^, jetzt mal ganz vom Selbstwertgefühl abgesehen.
    Du solltest am besten selbst eine Band gründen, damit du auch von Anfang an dabei bist und auch fest von diesem Projekt überzeugt bist. In eine schon vorhandene Band einzusteigen ist immer viel schwerer als sofort dabei zu sein, nicht nur weil dann die anderen keine Erwartungen an dich stellen.



    Also nur Mut zu dir selbst. wenn es schief geht interessiert das sowieso keinen. Siehe Dieter Bohlen. Erster Auftritt im Vollsuff und dann schon nach 5 Minuten beendet.


    Hoffe ich konnte dior etwas helfen.


    Gruß


    Nico

    :( Ich bin nicht Silverstar!!! Ich putze hier nur.


    Richtige Übersetztung für Becken : Tellerförmigen Hochtonschallerzeuger

  • Danke Euch Jungs für die Antworten. Ja es ist in der Tat so, dass ich immer sehr hart mit mir selbst in Gericht gehe, vor allem beim Schlagzeug spielen. Allerdings denke ich, oder war ich zumindest bis dato der Meinung, dass ein gewisser Ehrgeiz nicht schlecht ist, um auf dem Laufenden zu bleben. Wahrscheinlich habe ich die Zeichen aber falsch gedeutet.
    Das die Basis stimmt. Mhhh, ich hatte vorhin darüber mit dem Keyboarder gesprochen und der hat mir gesagt, dass sogar ein Proberaumwechsel in Frage käme, wenn das das einzige Problem sei.


    (Zur Info: der Raum ist zeimlich weit außerhalb in einem Institiut am Flughafen bei uns gelegen, was es mir auch unmöglich gemacht hätte dort alleine zu üben. Ist ein gesicherter Bereich mit Alarmanlage und so) Noch ein weiterer Grund der mich direkt abgeschreckt hat.


    Aber wie gesagt, wäre sogar ein PR-wechsel in Frage gekommen. Jetzt nachdem ich alles mit den Leuten geklärt habe, dass es halt doch nichts wird, gehts mir auch psychisch wieder besser. Ganz schlagartig. Also kein unwohlsein geschweige denn Panik in irgendeiner Form.


    Evtl ist es auch die Verantwortung vor der ich zurückschrecke. Denn wie Grafdaniel schon gesagt hat, ist das eine "Beziehung in der eine Verbindlichkeit im Raum steht" und ich das nicht ertrage. Ändern müsste ich das, nur wie?

  • Hey Silverstar,


    weise Worte für einen 15 Jährigen. Schon komisch, dass ich 22 Jähriger mir Tipps von einem jüngeren Kollegen geben lassen muss. Aber du hast mit dem gesagten nicht unrecht. Ja, ich werde es wohl so tun, wie du es gesagt hast und mein eigenes Projekt gründen. :)


    Um die Mädels gehts mir da natürlich auch :D ...


    danke dir

  • Auch 15 jährige haben manchmal schon in sehr vielen Projekten mistgespielt, wo genau diese Probleme aufgetreten waren/sind (schreibt man das so?)

    :( Ich bin nicht Silverstar!!! Ich putze hier nur.


    Richtige Übersetztung für Becken : Tellerförmigen Hochtonschallerzeuger

  • Hallo Guido!


    Ich sehe hier kein ernsthaftes Problem! Ich spiele seit meinem 11. Lebensjahr und bin heute 33. Habe in zahlreichen Combos gespielt und bin in den unterschiedlichsten Stilrichtungen unterwegs gewesen....
    Mittlerweile spiele ich in keiner festen Band mehr. Habe einerseits keine Lust mehr auf regelmässige Terminproben, Absprachen mit Bandmitgliedern oder Gigstress...


    Vielmehr habe ich mir mein eigenes "Studio" aufgebaut...meine Sets dort untergebracht.
    Ich bin mein eigener Herr, spiele wann und wie ich will!!!!!!! Und das alles für mich!!!!
    Nichts desto trotz jamme ich hin und wieder gerne mit Drummer-/ Basskollegen...wobei der Fun im Vordergrund steht.



    Daher finde ich Deine Einstellung nicht falsch und kann ich gut nachvollziehen! Bleibe "Einzelkämpfer" wenn es Dir dabei gut geht!

    Einmal editiert, zuletzt von huhustgt1 ()

  • Boaaahhh vielen dank!!! Jetzt muss ich gleich heulen.. Du lebst genau meinen Traum. Es geht mir ja an sich auch nicht darum, dass ich Angst vorm spielen hätte, sondern wirklich vielmehr darum, dass ich extrem freiheitsliebend bin und wirklich, eben gerade wegen des spaßes an dem Instrument und meiner Liebe zur Musik, das machen möchte was mich weiter bringt. Vielen Dank!!! :thumbup:

  • Trotz meines ebenfalls zarten Alters habe ich auch schon einige Erfahrungen in diese Richtung gemacht und kann dem oben genannten nur zustimmen.In eine bereits existierende Band einzusteigen ist nie ganz so einfach, weil man natürlich immer Erwartungen ausgesetzt ist, sich die Songs draufschaffen muss etc. Sinnvoll könnte es auch sein, wie schon erwähnt, eine eigene Band zu gründen und dort am besten noch mit Musikern zusammenspielt die man gut kennt. Gute Freunde und nicht wildfremde Musiker zum Beispiel ;) Dadurch senkt sich der "Panikpegel" merklich, die Athmosphäre ist einfach lockerer. Man weiss das man auf einem Level ist, man kennt sich und macht einfach Locker Musik. Später kann man immernoch neue Musiker und Bands kennenlernen. Nur alleine zu spielen wäre für mich auch keine Lösung, denn irgendwann möchte man ja auch mal zeigen was man draufhat 8)

  • Boaaahhh vielen dank!!! Jetzt muss ich gleich heulen.. Du lebst genau meinen Traum. Es geht mir ja an sich auch nicht darum, dass ich Angst vorm spielen hätte, sondern wirklich vielmehr darum, dass ich extrem freiheitsliebend bin und wirklich, eben gerade wegen des spaßes an dem Instrument und meiner Liebe zur Musik, das machen möchte was mich weiter bringt. Vielen Dank!!!


    :thumbup: Gerne geschehen!
    .....Du kannst grundsätzlich machen was Du willst (auch beim Trommeln...), so lange es keinem Anderen weh tut!


    Trommelnde Grüsse aus dem Süden!

  • Alles wichtige Punkte. Das ist schon ganz richtig. Der Gedanke mit meinem Kumpel (Basser) eine Combo zu Gründen löst in mir keine Panik aus. Ganz im Gegenteil. Dadurch, dass man sich schon lange kennt, ist man dann auch etwas entspannnter. Man kennt einfach auch schon die Marotten des anderen. Und ja, in so einer Formation wäre es dann auch kein Problem einen Auftritt zu spielen. Ich meine das Lampenfieber dazu gehört, wenn diese jedoch zur Panik wird bevor überhaupt erst eine Niote gespielt wurde, sollte man doch lieber ehrlicher zu sich und vor allem den anderen Musikern sein.

  • Man kann sich auch in allen sonstigen Beziehungen auf sich selbst beschränken und tut dabei keinem anderen weh. Die Frage ist, ob man sich nicht selbst schadet, wenn man den Weg des scheinbar geringsten Widerstandes geht, um nicht über seinen Schatten springen oder ein Risiko eingehen zu müssen.


    Deine Panik tut keinem anderen weh, trotzdem würde ich mir an deiner Stelle dringend überlegen, daran zu arbeiten*.


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    * , übrigens davon unabhängig, ob sie Bequemlichkeit, Egozentrik, Perfektionismus oder Soziopathie entspringt

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    Gesendet von meinen Babyphone mit Papatalk

    2 Mal editiert, zuletzt von pbu ()

  • Ja pbu recht hast du. Man sollte natürlich tunlichst vermeiden soetwas auch in andere Lebensbereiche einfließen zu lassen. Nur geht es mir bei der Musik vorrangig um den Spaß und wenn der nicht stattfindet, hat das alles keinen Sinn. Das man sich durchbeißen muss, merke ich auch gerade in meinem gegenwärtigen Beschäftigungsverhältnis. Nur gibt es eben Dinge die man tun muss und andere die man tun kann. Ich kann Musik machen muss aber nicht, von daher gibt es nur ein Kriterium, dass entscheidend ist und das ist nuneinmal der Spaß.

  • Momentchen, du schrobst, du bist verzweifelt darüber und hast körperliche Angst-Symptome. Ich will jetzt nicht küchenpsychologisch anfangen, aber dein Rückzugverhalten würde ich selbstkritisch deutlich hinterfragen, auch, wenn es mir damit scheinbar besser ginge (dann wäre ich nämlich nicht verzweifelt).

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    Gesendet von meinen Babyphone mit Papatalk

  • Ähh, Guido,


    in einer Beziehung zu einem weiblichen/männlichen Wesen geht es auch vorrangig um den Spass, der aber unter Umständen schnell vorbei sein kann. Ähnliches gilt eigentlich für alle Lebensbereiche und wenn man da anfängt, mit Spass zu argumentieren, landet man...nirgendwo.


    Das Leben ist nun mal kein Ponyhof.


    Ich kann Deinen Standpunkt verstehen, glaube aber, dass Du hauptsächlich aus Unsicherheit (oder was auch immer) davon läufst. So kommen Deine Posts bei mir an, sorry, falls ich Dich da misinterpretiere.


    Mann, gib Dir einen Ruck und versuch doch mal, dass mit der Combo durch zu ziehen. Die Ansprüche werden zu meistern sein, sonst hätten sie Dich nicht gefragt bzw. aufgenommen.


    Andererseits musst Du wissen, was am Besten für Dich ist. Kenne diese Gespräche nur zur Genüge von Schülern, die hinterher übrigens alle total happy sind, wenn sie es durchgezogen und Spass dabei haben.


    LG

  • Ich kann dir gleich sagen, dass ich weder ein Soziopath noch ein Egozentriker bin. Ganz im Gegenteil. Meine Panik ist eine Folgeerscheinung durch die Angst nicht gut genug zu sein. Eine ganz klare kausale Struktur. Das lässt mich ein Engagement nicht ertragen...

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