Becken für Akkordeon-Orchester

  • Guten Mittag allerseits,


    ich bin ja bekanntlich (?) seit einigen Jahren dabei, die Akkordeon-Orchester im Umkreis aufzumischen.

    Mich würde mal interessieren, was Ihr da für Becken einsetzen würdet.


    Angefangen habe ich 2017 in Bad Vilbel, da hingen 2000 Medium Hi-Hats 14", Zildjian Heavy Ride 20", Sabian (HH oder AA?) (Thin?) Crash 16" und irgendwo noch ein 18er Zildjian ohne erkennbare Klassifizierung (wahrscheinlich Avedis Crash).

    2020 in F-Griesheim habe ich mein eigenes Zeug mitgebracht, aktuell ist das noch 900 Medium Multi Purpose (Paar als Hi-Hats) 14" und 2002 Medium 20", Cup Chime 7,5".

    In Mühlheim (a. M.) begegnen mir 2002 Sound Edge Hi-Hats 14" und 505 Ride 20" (das andere Becken belasse ich im Keller, das sieht doof aus und ist irgendwas, was ich nicht anfasse),

    in Sulzbach lecker Meteor 14" und Sabian Hi Bell 22", letzteres ein Becken, wo ich nie so recht weiß, was ich davon halten soll.


    An der ein oder anderen Stelle besteht die Möglichkeit der Veränderung (dank meinem Beckenrucksack faktisch überall).


    Die Musik ist überall eine wilde Mischung aus Klassik, Pop etc., all das, was heutige Orchester so rausblasen, äh, -quetschen.


    Grüße

    Jürgen

  • Hallo Jürgen,


    schönes Thema. :) Ich spiele seit Anfang der 2000er in nur einem solchen Orchester, habe mich mit der Frage aber auch schon ausgiebeig beschäftigt, mal mehr, mal weniger erfolgreich. Ich finde es in Abhängigkeit der Lokalität sogar recht schwierig, das richtige Becken zu finden. Bei moderner Pop/Rock Literatur regeln so gut wie alle Dirigent/innen das Schlagzeug meiner Meinung nach nur allzugern herunter, sodass es auch ein Shaker für die rhythmische Begleitung täte. Kurz: Die Becken sind grundsätzlich zu laut. Wenn man leise spielen muss, wird der typisch in Proberäumen verbreitete Paiste-Sound eines Rides sehr dünn. Dunklere Becken verbreiten im gewünschten Dynamikbereich eher zu viel Wash und wenig Ping. Am liebsten spiele ich mit dem Orchester draußen, weil ich dann einigermaßen komfortabel den Sound spielen kann, der meiner Meinung nach zu dem jeweiligen Stück gehört. Bei den "Jahreskonzerten" in der Halle ist das kaum möglich (Trommelwirbel sollen so leise sein, dass der Snare-Teppich faktisch nicht mehr schnarrt).

    Ich habe viele Jahre Paiste Alpha gespielt und das so dezent wie möglich. Im letzten Konzert mit den Alphas habe ich das Ausklingen mit Halstüchern zu einem Ring geformt und verknotet etwas verkürzt, was beim Dirigent gut ankam:

    drummerforum.de/gallery/image/13197/


    Danach habe ich die Alphas abgeschafft und durch die gänzlich anderen Byzance Sand ersetzt. Die kamen 2019 noch einmal beim Hallenkonzert und ein paar mal draußen zu Einsatz. Draußen war der Wash zu viel, der ungeprobte Beckenwirbel auf dem Thin Sand Crash war ebenso abenteuerlich wie das konzertante "Adventure" (--> für klassische/konzertante Musik nicht zu brauchen). =O

    In der Halle haben sie sich aber erstaunlich gut "geschlagen"! Keine Beanstandungen.


    Trotzdem mussten die Byzantiner im letzten Jahr weichen.


    Daher suche ich wieder (noch) nach den "perfekten AO-Becken".


    Man muss aber auch dazu sagen, dass sich meine Art, Becken zu spielen im vergangenen Jahr sehr zum positiven entwickelt hat, da ich sehr viel Zeit für mich am Drumset hatte. Wenn es irgendwann mal wieder losgeht, werde ich meine BigBeats im Orchester testen, :)

    Four on the floor sind zwei zu viel.
    SONOR Vintage Series: 22" BD; 14" Snare-Drum; 12", 13" TT; 14", 16" FT
    PAISTE 2002 Big Beat: 15" HiHat; 18", 20", 22" Multi, 16" PSTX Thin Crash, 14" Stack aus PST7 China und 14" PTSX Thin Crash

    VIC FIRTH 5A American Classic Hickory, REMO Ambassador Coated

    >> Mein Vorstellungsthread

  • Ich würde bei Orchestern nach meinen Erfahrungen eher zu dunklen Becken greifen. Das Ride darf ruhig in Medium da sein, eher B20 und eher weniger brillant. Die Crashes am Drumset können durchaus sehr dünne Crashes sein, damit sie auch bei leisen Dynamiken einen schönen Crash Sound erzeugen, tendenziell eher >=17". Hihats auch welche mit dunkleren Wash, nicht zu leicht damit sie mit dem Tip auch schön holzig klingen. Generell wird mehr Wash und dunklere Becken nach meinen Erfahrungen wohlwollender aufgenommen, mehr Lautstärke ist selten das Problem und Definition ist bei einem Orchester auch nicht so wichtig, da sollten ohnehin alle ein Auge bei dem Menschen mit einem Stock vorne haben.

    Für Beckenwirbel mit Mallets würde ich eher zu einem Medium Crash gerne auch in brillant greifen, da kann ein 20" 2002 Medium zum Beispiel sehr schön funktionieren.


    LG

  • Da würden ganz gut die dream 14“ bliss hihats sowie die bliss paperthims oder crash rides zu passen. wer es dreckiger im klang will nehme die dark matter paperthins. Von istanbul agop kann ich die signatures empfehlen oder die 30th anni bzw trad. jazz oder dark oder thin. bei paiste wären es entweder die twenty masters oder dark energy oder signature trad. bei zultan gäbe es auch einige gute modelke aus der heritage line. bei zildjian definitiv kerope bzw k.

  • Ich würde genau die Becken einsetzen, die ich immer einsetze, nämlich meine alten und semi-alten Sabians, mit denen ich eigentlich alles spielen kann, wenn ich's spielen kann.

    Ich stelle mir vor, dass man für Akkordeon mit "klassischen" Sounds eh nicht viel falsch macht. Rudes fänd ich dagegen eher komisch.

  • Gestern habe ich einen Satz Zultan Caz Becken in der ersten Orchesterprobe seit langer Zeit gespielt, den ich noch rumliegen habe und im Eifer des Gefechts (30 Minuten Zeit zwischen Feierabend und Probe, und im pandemiekonformen Übergangsproberaum steht gerade kein Drumset) eingepackt habe: 14" HiHat, 16" Crash, 19" Crash-Ride als Ride.

    Diese Becken sind dunkler und klingen größer als sie aussehen/sind - allen voran das 16er Crash. Das fügt sich wunderbar ein und ist nie aufdringlich splashy oder blechig, wie andere 16er Crashes. Das 19er CR als Ride gespielt hat eine gute Mischung aus Ping und Wash, wird wegen seiner Größe nie zu laut und klingt nicht so lange nach - wirkt im Gesamtgefüge somit eher trocken. Man kann auch locker mal die Glocke einsetzen, ohne sich von den Quetschkommoden abzuheben.

    Könnte sein, dass das mein "Go to AO-Beckensatz" wird... :/

    Four on the floor sind zwei zu viel.
    SONOR Vintage Series: 22" BD; 14" Snare-Drum; 12", 13" TT; 14", 16" FT
    PAISTE 2002 Big Beat: 15" HiHat; 18", 20", 22" Multi, 16" PSTX Thin Crash, 14" Stack aus PST7 China und 14" PTSX Thin Crash

    VIC FIRTH 5A American Classic Hickory, REMO Ambassador Coated

    >> Mein Vorstellungsthread

  • Guten Morgen,


    irgendwie ist das alles ganz schön divers.


    Richtig schnuckelig ist ja das Trockenhandtuchset in Beitrag #2.

    Tatsächlich habe ich auch schon Tücher zwischen die Hi-Hat-Becken geworfen, vielleicht - es wird ja bald Winter - gönne ich auch den großen Einzelblechen ab und an mal einen Schal, gute Idee!


    Neukauf ist aktuell nicht so richtig angesagt, also nimmt man das, was man hat und schaut, was geht.

    Dank diverser Trommelstöcke (und Schlägel und Ruten und was weiß ich) lässt sich ja auch das ein oder andere vermeintliche Problem beseitigen.


    In F-Griesheim habe ich das Cup Chime gegen eine echte Triangel getauscht, keiner hat sich beschwert. Nebenbei kam noch ein Alpha (alte Serie) als Splash in 10" dazu, das trägt nicht auf und führt zu dem ein oder anderen Akzent. Tatsächlich komme ich dort mit dem 20er Medium und den Multifunktionsblechen an der Charley gut klar für "Feuert los!" über "Italo Pop Hits" bis "The Pink Panther" und "Moment For Morricone". Das Set wird also wahrscheinlich so wie es jetzt ist, im November im Saal auftreten dürfen.


    In Mühlheim (a. M.) fehlt mir aktuell ein Crash. Vielleicht hole ich doch das "Headliner"-Blech mal aus dem Keller, aber Begeisterung klingt anders. Mal sehen. Als Luxus könnte ich mir auch bei einer Nummer zumindest ein China vorstellen, aber mal sehen, der Auftritt wird wohl erst im April sein, das kann man noch nachdenken. Dort ist das Programm etwas poplastig, wobei "Fascinating Rhythm" und "Ungarischer Tanz Nr. 6" dann auch wieder das Band verbreitern.


    In Sulzbach (Taunus) werde ich wohl einfach aus meinem mobilen Kommando die Colorsound 5 Heavy Hi-Hat 14" und 2002er 22er Ride nebst 18er Crash verwursten. Optional könnte ich noch 20er China und 20er Crash auffahren, letzterer kommt mir aber daheim etwas zu mächtig vor.


    Irgendwie ist das alles gar nicht so dunkel, wie die Jahreszeit vermuten ließe, aber es muss mir ja auch irgendwie gefallen und solange keiner was anderes einkauft (ich schon mal nicht), muss das dann halt gehen.


    Dennoch wäre es natürlich weiterhin interessant, was so woanders geklöppelt wird und natürlich auch, wie sich die ein oder andere (auch meine) Meinung so im Laufe der Zeit ändert.


    Grüße

    Jürgen


    Edith:

    PS

    In Kriftel wird wohl auch RotGraut mit dem Beckensatz für Sulzbach zum Einsatz kommen, da geht es um ein geschlossenes Werk, was relativ drum-set-lastig ist und das Projektorchester hat laut Liste 68 Mitglieder, wem da noch was zu laut sein wird ...

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