Einrichten des Unterrichtsraums bzw. Vorstellung meines Kinderschlagzeugs

  • Alles andere ist dogmatisches Gewäsch, auch von denen, die behaupten, bei "open handed" müsse man das Rhythmus-Becken zwingend nach Links hängen.

    Immer schön Gesetze und Zwänge erfinden, Hauptsache einschränken. Metal muss trve sein.

    Bullshit.

    Es gibt eine schöne Schlagzeugschule von Sönke Herrmannsen, die heisst "Der hohe Hut". Die ist so angelegt, das man mit links Hihat spielt und später im Werk bei der Einführung des Ride-Beckens dieses mit der rechten Hand spielt. Damit habe ich inzwischen zwei oder drei Jahrgänge unterrichtet, denen es zum größten Teil komplett Wurst ist, was sie mit welcher Hand bedienen. Das hat mal eine Jury bei "Jugend musiziert" derartig verwirrt, das das nicht als Feature sondern als Bug angesehen wurde. Bei den anderen Schülern hat sich im Fortgang des Unterrichts schnell herausgestellt, ob die linke oder die rechte Hand die Hihat bedient. Das kann (und sollte man imho) alles völlig undogmatisch angehen. Übrig bleibt für mich nach Möglichkeit ein Standard-Aufbau mit Ride auf der rechten Seite, weil das eben das ist, was man in 99% der Fälle so vorfindet. Linkshänderflügel und Posaunen sind ja auch eher selten.

  • Es gibt eine schöne Schlagzeugschule von Sönke Herrmannsen, die heisst "Der hohe Hut". Die ist so angelegt, das man mit Links Hihat spielt und später im Werk bei der Einführung des Ride-Beckens dieses mit der rechten Hand spielt. Damit habe ich inzwischen zwei oder drei Jahrgänge unterrichtet, denen es zum größten Teil komplett Wurst ist, was sie mit welcher Hand bedienen. Das hat mal eine Jury bei "Jugend musiziert" derartig verwirrt, das das nicht als Feature sondern als Bug angesehen wurde.

    Interessant. Sind dir dabei irgendwelche Besonderheiten aufgefallen? Ich kann mir vorstellen, dass das nur was für Schüler mit höherem Potenzial, mehr Übebereitschaft und allgemein schnelleren Fortschritten ist. Hatte das auch schon bei einem anderen relativ jungen Drummer (Simon Schröder aus Hannover) auf Youtube gesehen. Aber der ist auch nicht "normal", sondern spielt hier im DF wohl fast jeden an die Wand.

  • Bei den anderen Schülern hat sich im Fortgang des Unterrichts schnell herausgestellt, ob die linke oder die rechte Hand die Hihat bedient.

    Ja, genau. Ich will vermeiden dass open Hand eine Vermeidung ist, wie schon begründet. Mehr auch nicht.


    Das mit dem stabilen Sitz und Fuß auf der HiHat interessiert mich nach wie vor noch.

    Gilt das auch bei einem kleineren Set wie bei meinem?

    Ich kenne dieses kipplige Sitzen nur bei Knirpsen an großen Sets.

    Warum hat eigentlich kaum ein Lehrer ein kleines Set zum Unterrichten da stehen?

    In 90% der Fälle ist es ein "Tama Imperialstar" etc. mit Messingbecken.


    Da würde ich doch als erstes mal ansetzen, wenn es um einen stabilen Sitz geht.

    Bei der Gitarre fängt man ja auch normalerweise mit 3/4 Größe an.

  • Die Größe der Trommeln und Becken sind eigentlich zweitrangig. Wichtiger ist, dass die Höhen und Abstände passend für den jeweiligen Schüler eingestellt sind.


    Die Faustregel besagt, dass Ober- und Unterschenkel einen leicht stumpfen Winkel bilden sollten, wenn die Fersen auf den Pedalen aufliegen. Also Oberschenkel leicht nach unten und Unterschenkel leicht nach vorn geneigt. Die Snare mittig leicht zum Körper geneigt in etwa auf Höhe des Bauchnabels (für Matched Grip) und so positioniert, dass die Stickspitzen ungefähr mittig aufs Snare-Schlagfell treffen, wenn die Arme entspannt ungefähr in einem rechten Winkel neben dem Oberkörper sind.

    Die Pedale in etwa symmetrisch zur Snare. Für die nötige Beinfreiheit kann man sich auf runden Hockern etwas weiter vorn hinsetzen. Das ist besonders bei kleinen Schülern ratsam. Kommt auch einfach auf das Verhältnis vom Durchmesser der Sitzfläche und Größe des Gesäßes an.


    Dafür stelle ich das Schülerschlagzeug zwischen den Schülern auch neu ein, wenn es sein muss. Ein Hocker mit Drehspindel, der auch sehr tief einstellbar ist, ist dabei hilfreich. Aber auch die Höhe der Snare und der Hi-Hat passe ich an. Privat mach ich sowieso kurze Pausen zwischen den Schülern. An Musikschulen ist das natürlich eher nicht machbar. Außerdem nutze ich am Schülerschlagzeug eine 13" Snare.

  • Ich habe einfach einen kleinen Hocker und eine flache Snare parat. Die Sitzposition ist das A und O, sagen so Leute wie Dave Weckl. Wenn ich nicht mit beiden Beinen am Boden bin, bin ich nicht geerdet, sagen andere. Guck Dir vielleicht mal die "Big Time"-DVD von Billy Ward an, der erklärt das sehr charmant wie ich finde. Hier ist ein Ausschnitt:

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    Ein Buch, was ich super spannend finde zu dem Thema ist das hier: https://www.amazon.com/Anatomy…Better-Feel/dp/1511590041

    Das gibt es glaube ich inzwischen auch auf deutsch, Übersetzung von Flo Fochs.

    Einen Workshop vom Autor gibt es hier, wie ich gerade bei Link-Suche festgestellt habe: https://www.drumeo.com/beat/anatomy-of-drumming/

    Habe ich selber noch nicht gesehen, aber die Überschrift Posture is one of the most overlooked topics in drum education gefällt mir schon mal :)


    Ich habe bei mir grundsätzlich mindestes zwei Sets aufgebaut, eins im Rechtshänderaufbau, an dem normalerweise die Schüler sitzen. Das ist bei mir im Studio ein Gretsch Renown mit 20er Bassdrum, von mir aus auch mit 5 Toms und Istanbul Mehmet Becken nach Wahl. Aus Bronze. Messingbecken besitze ich keine. An der Musikschule an der ich arbeite, gibt es ebenfalls Drumsets mit 20er Bassdrum und passenden, tief einstellbaren Hockern.

    Dafür stelle ich das Schülerschlagzeug zwischen den Schülern auch neu ein, wenn es sein muss.

    Mir ist es wichtig, das man an einem gut klingenden, gepflegtem Instrument mit funktionierender Hardware lernt. Die beste Bindungsarbeit nützt ja nichts, wen am verstimmten Klavier drei Tasten in der mittleren Oktavlage fehlen. Ein Sonor Martini mit entsprechend kleinen Größen habe ich im Lager, aber die Altersgruppe ab 6 Jahren ist in der Regel groß genug, um an einem "normalen" Drumset anzufangen. Fotos findest du bei Interesse auf meiner in der Signatur verlinkten Website.


    Bei der Gitarre fängt man wie bei anderen Instrumenten auch am besten mit der passenden Größe an, das muss keine 3/4 sein. Sinnvoll ist dann ein Leihinstrument weil man wird ja schnell größer. Dazu gehört dann aber auch, das die örtliche Musikschule über ausreichend Instrumente in der passenden Größe verfügt, das ist nicht immer gegeben.

    sorry wenn das deinen Thread kapert, vielleicht kann das ein Moderator verschieben.


    Interessant. Sind dir dabei irgendwelche Besonderheiten aufgefallen? Ich kann mir vorstellen, dass das nur was für Schüler mit höherem Potenzial, mehr Übebereitschaft und allgemein schnelleren Fortschritten ist. Hatte das auch schon bei einem anderen relativ jungen Drummer (Simon Schröder aus Hannover) auf Youtube gesehen. Aber der ist auch nicht "normal", sondern spielt hier im DF wohl fast jeden an die Wand.

    Mir ist dabei eigentlich nur aufgefallen, das das ein recht natürlich Prozeß ist, den meisten Schülern fällt das gar nicht groß auf, die Hihat steht halt links, das Ride eben rechts. Ich rede aber von grundlegenden Grooves, also alles im Achtel- und Viertelraum.


    Dafür stelle ich das Schülerschlagzeug zwischen den Schülern auch neu ein, wenn es sein muss.

    edit weil sich die Posts überschnitten haben:

    Das passiert bei jedem Schüler, je älter und erfahrener desto weniger aktive Unterstützung gibt es dabei, ich stelle dann Fragen wie "Kommst du damit gut zurecht oder ist die Snare vielleicht doch zu tief, wenn die Ellbogen auf den Oberschenkeln liegen?"

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