Beiträge von Katschi

    Der Sinn der clave (= Schlüssel) ist nicht, diesen zu zerlegen oder zu überlagern. Die clave ist die Schlüsselfigur, die Richtlinie, an der sich alle anderen orientieren. Je nach Größe der Band hört man sie oder allenfalls im Hintergrund. Für die Musiker ist sie aber präsent. Nur so laufen die komplexen polyrhythmischen Figuren nicht aus dem Ruder. Die clave wird in aller Regel konsequent durchgespielt.

    Also anhand deiner Fragen würde ich dir erst einmal empfehlen, die Latte deutlich tiefer zu hängen und dir das Grundverständnis der Schlagzeugnoten-Schreibweise, Notenwerte und Symbolik zu erarbeiten. Und mit einfachen Übungen zu beginnen. Basics, die dir mehr bringen, weil du dann einen besseren Zugang zum Verständnis und Lesen von Noten als auch zum Rhythmusaufbau bekommst, als gleich in komplexere Koordinations- und Handsatzübungen einzusteigen. Du zäumst sonst das Pferd von hinten auf. Das, was du hier üben willst, setzt genau dieses Grundverständnis voraus.

    Zwei völlig unterschiedliche Bands, anderer Musikstil, räumlich entfernte Orte. Und dann noch diverse Gigs (wenn es wieder losgeht). Daher je Band/Proberaum ein Kit. Ich schleppe mir keinen Wolf mehr. Das ist meine Philosophie. Selbstverständlich sind sowohl Set und Beckenset auf die jeweilige Band ausgerichtet. Mein (bestes) Set zu Hause ist zum Proben und für Gigs. Je nachdem, mit welcher Combo ich spiele, nehme ich das dafür vorgesehene Beckenset mit. Die R&B-Combo wird typisch bestückt, die Bigband-Combo unterstütze ich ausschließlich mit diversen Rides. Die Set-Kesselgrößen sind bei mir identisch, aber da unterschiedliche Hersteller, auch klanglich auseinanderliegend. Damit komme ich prima zurecht.

    Also wer sich das antun möchte, nur zu und das Folierungs-Video vorher genau anschauen. Es empfiehlt sich, das Folieren an einem größeren rundum begehbaren Tisch zu machen und beim Anpressen mit viel Fingerspitzengefühl vorzugehen. Berührt die Folie erst einmal den Kessel, gibt es kein Zurück und auch keine Korrektur mehr. Das Inlay für die BD-Spannreifen habe ich nach dem Aufkleben mit einem Spanngurt fixiert, damit das schön in Form bleibt. Und auch das Abnehmen des Überstandes an den Gratungen muss zuerst mit dem Cutter und dann mit einer Raspel nachgeschliffen werden. Hier sollte man extrem spitzwinkelig arbeiten. Sowohl zur Gratung als auch um den Kessel rum, damit man keine Kerben reinhaut.

    So sehe ich das auch. Kein Dogma. Die Griffweise - ob traditional oder matched grip - mache ich rein vom Groove und Feeling abhängig. Ich achte gar nicht mehr darauf, in welchem Kontext ich eine entsprechende Stockhaltung spiele, sondern mache das rein nach Feeling. Während des Spiels wechsle ich häufig die Griffhaltung, je nachdem, mit welcher Dynamik ich gerade spiele. Das ist intuitiv. Ich empfinde den Wechsel der Griffhaltung als eine sehr bereichernde Variante meines Spiels, weil ich dadurch ein Stück viel abwechslungsreicher gestalten kann, sei es eben die Dynamik, Phrasierung, Betonung und Lautstärke.

    Moinsen,


    ich greif mal diesen Thread auf, da ich 'ne Frage zu einer alten Paiste 602 14"-Hihat habe. Die Becken sind von 1975, haben aufeinanderfolgende Seriennummern, allerdings ist das Top mit 932 g etwas schwerer als das Bottom mit 888 g. Das hatte ich bisher noch nie. Ist das eher ungewöhnlich oder gab es das doch öfters?


    Danke.

    Nein, das hat seinen Weg in die V. Republik gefunden. Adieu! Aber die HW habe ich mir nochmals 1:1 besorgt. Ich wollte das diesmal mit zweifach geflanschten Reifen und Klauen komplettieren, aber die Kessel waren allesamt ein wenig unterdimensioniert, sodass ich wieder auf die gängigen Reifen gewechselt habe. Die Retro-Rims und Klauen liegen bei mir auf Lager.

    Compañeros,


    da mit Proben (noch) nix ist, hatte ich genügend Zeit, mein Proberaum-Set aufzumöbeln.

    Ist seit gestern endlich fertig und die ersten Eindrücke und Bilder gleich frisch von der Werkbank.


    Ich wollte das Set soweit als möglich im Retro-Style herrichten. Klingen tut's wie immer, aber optisch

    macht es endlich eine wesentlich schlankere Figur.


    Die Ingredienzen:


    Sonor Champion-Kessel (22 x 14, 13 x 9, 16 x 16)

    Premier Royal Ace Snare-Kessel (14 x 5,5)

    St Pro Vintage Creme Pearl Folie (ein Gedicht)

    Beavertail-Lugs Set (Replika)

    Tube-Lugs Snare (Replika)


    Hier das Ergebnis:









    Das Seriennummerndatum QY geht eindeutig Richtung Yamaha Recording Custom, gebaut im November 1980. Ist doch gar nicht so schwierig zu entziffern ... :)

    Aber die Modellbezeichnung TT915RF ist der Power Recording Serie zuzuordnen. Und die gab's doch erst Mitte der 80er.

    Diese Farbkleckse laufen an den Enden immer spitz zu, also kommt die Farbe genau aus den Nahtstellen der Lagen. Meine Vermutung ist auch, dass die zweite Lage von außen minderer Qualität ist, vielleicht Lufteinschlüsse o. ä. Das lässt Farbe nach außen laufen, Flüssigkeit sucht sich ihren Weg. Lt. Pearl verwenden die nordamerikanisches Ahorn, bestens bewährt, da darfst du davon ausgehen, dass die bei der Auswahl der Lagen einwandfrei sortieren und nicht wie bei vielen Billigherstellern und -serien außen und innen halbwegs ansehnliche Lagen nehmen und zwischendrin das lausigste Holz verarbeiten. Auf jeden Fall reklamieren.

    Völlig richtig. Die eigentlichen Herausforderungen waren eher die Marktanteile, die Verkaufsstrategie (Endorser) und eine verlässliche Produktion abhängig von der nicht vorhersehbaren Nachfrage. Nicht die Qualität. Das Know-how war exzellent und bestens vorhanden. Die konnten also auf höchstem Level weiter produzieren und mussten das Rad nicht neu erfinden. Kein Vergleich zu den unzähligen Klein-Schmieden heute, die in einem übersättigten Markt sich das Leben gegenseitig schwer machen und die oft gar nicht ihre Becken richtig ausreifen lassen, bevor sie ihren endgültigen - besser: verkaufsreifen - Klang haben.