Ich verstehe bis zu einem gewissen Punkt, dass Hobbybands auch mal auf die Bühne wollen und selbst PayToPlay dann kein echtes Hindernis wäre. Man ist es ja aus vielen anderen Lebensbereichen gewohnt, dass Hobbies Geld kosten. Nur ist an dem Punkt bei dir und mir Schluss, wenn das Hobby des Einen den Gewinn des Anderen finanziert. Nur bin ich auch ganz ehrlich, es gibt so viele Hobbymusiker in Deutschland, die ich bestenfalls als "bemüht" bezeichnen würde, dass ich es eher als fragwürdig empfände, wenn die plötzlich Gagen aufrufen würden wie gute etablierte Bands.
Klingt vielleicht etwas überheblich, aber "Es gibt Pizza und 50€ Spritgeld" ist für mich persönlich schon Pay to Play, wenn ich den ganzen Aufwand und Materialeinsatz gegenrechne.
Ich verkaufe eine unterhaltende Dienstleistung und die sollte auch entsprechend vergütet werden.*
Nur mal diese 2 stellvertretenden ZItate.
Pay 2 Play ist es doch im Prinzip auch dann noch, wenn die Gage gerade so ist, dass keiner der (Hobby-)Musiker aus privater Kasse noch was für den Proberaum löhnen muss. Wenn noch was für Bier übrig bleibt, ist schön. Wenn (zumindest teilweise) was für Gear übrig bleibt, schon Luxus.
Es ist ne hart umkämpfte Branche und weder ist es richtig, jeder "bemühten" Band eine standardisierte Fixgage zu bieten, noch dass eben jene für umme oder sogar gegen Geld oder auch nur auf Hut spielen und den weniger "bemühten aber besseren" Bands das Wasser abgraben.
Man verkauft am Ende des Tages ein Produkt und man muss dafür was tun. Man kann nicht immer alles auf die andern schieben. Die oben erwähnte "Gage pro Kopf" aus den 70ern funktioniert heute ebenso wenig. Dann fragt der Barbetreiber "Hey, ihr seid super, aber gibt's euch auch in kleiner? Eine Gitarre plus Gesang würde reichen und passt eh besser in meine Kneipe, dann können sich die Leute besser unterhalten." Ja klar, finde den Fehler! Die Leute vor der Tür sagen dann "wir wollen nur ein Bier trinken und uns bisschen unterhalten - müssen wir da jetzt echt Eintritt zahlen? Wir gehn doch gleich wieder."
Nur weil ich ne Gitarre bedienen kann und Menschen damit vielleicht eine Freude mache, hab ich doch noch kein Anrecht, dass es an jeder Ecke eine Bühne gibt, auf die ich mich nur stellen muss und schon k*** der Goldesel los!? "Make music, not war" ist halt auch nur ein großer Traum.
Was ich eigentlich sagen will: Geht zu den Barbetreibern, Veranstaltern, überzeugt sie, dass ihr gut seid. Macht einen Kompromiss beim ersten Mal, wenn es sein muss: Spielt für umme und geht notfalls selbst mit dem Hut rum. Und wenn es gut war, für beide Seiten, dann redet miteinander und macht einen Deal für's nächste Mal. Das ist ein Haufen Arbeit, am besten stellt man dafür jemanden an, wenn man sich das leisten kann. Aber es geht bis zu einem gewissen Punkt auch ohne "Manager". Und wenn man sich wo nicht einig wird, bleiben lassen.
Am Ende muss die Band es hinbekommen, dass die Leute gerne 15 Euro zahlen, um ein Bier zu trinken und der Band zuhören wollen.