Und genau das ist das Interessante: Dass in einem einzigen Sticking schon wahnsinnig viele Möglichkeiten verborgen liegen. Man muss also nicht zwangsläufig hunderte neue Stickings lernen, sondern kann mit bekanntem Material unglaublich viel entdecken, verfremden und musikalisch weiterdenken.
Genau das ist das, was zumindest mir Schwierigkeiten macht, einen Zugang zu finden - und wahrscheinlich vielen anderen auch: Ich habe bei einem Sticking immer auch eine rhythmische Anwendung, mit der ich es gelernt habe. Nehmen wir den 5 Stroke Roll: die beiden Doubles (4 Noten) sind vier 16tel, der Akzent eine Achtel. Das einmal zu spielen, ist kein Problem. Das direkt (uns endlos) hintereinander zu spielen, war anfangs eine Herausforderung, aber machbar - im 4/4 Takt verschieben sich die vier 16tel und die Achtel ja bereits ordentlich. Beim 7- oder 9-Stroke Roll wirds entsprechend schwieriger, aber irgendwie noch machbar. Bei Groupings, wo alle Schläge gleich lang sind, steige ich bei ungeraden Gruppen mit mehr als 6 Schlägen ziemlich bald aus. Und jetzt soll ich dieses Sticking auch noch rhythmisch anders anwenden.
Ich hab ja schon Schwierigkeiten, die Orchestrierung zu ändern - schon gar nicht spontan bei einer Impro - weil es plötzlich eine andere Melodie bekommt.
Aber genau daran sehe ich auch, dass es sich lohnen kann, sich mit solchen Dingen zu beschäftigen. Man muss ja nicht gleich völlig kollabieren. Es reicht, wenn man ganz einfach anfängt und z. B. einfach mal seinen Go2-Fill rückwärts spielt. ![]()
Von Müssen darf da natürlich nie die Rede sein. Man muss halt Prioritäten setzen und seine Zeit sinnvoll einsetzen. Claus Hessler hat dieses wirre Zeug ja auch nicht entwickelt, nachdem er gerade den Bumm Tschack gelernt hat.