Darf ich fragen zu welcher Erkenntnis dich der Besuch gebracht hat? 😉
Das wollte ich hier eigentlich außen vor lassen, um dich nicht von vorneherein zu beeinflussen. Ich packe es einfach in einen Spoiler, dann kannst du selbst entscheiden, ob du es lesen möchtest. ![]()
Vorweg, ich habe das >> VAD506, und ein bisschen meiner Gedanken, Sorgen und Erkenntnisse dazu kannst du in meiner Galerie lesen.
Ich war letztes Jahr, einige Wochen nachdem ich das VAD506 gekauft hatte, in Berlin und habe einen Vormittag bei Just Music in der E-Drum Abteilung verbracht...
Da mich das GEWA G9 optisch nicht losgelassen hatte (ich es aber nach einigen Diskussionen hier vor allem bezgl. Sound wieder vernachlässigte), ergriff ich die Chance, darauf zu spielen. Vom Sound ist es meiner Meinung nach entgegen aller anderen Meinungen dem Roland überlegen! Es klingt weitaus akustischer als die Roland Module, soweit ein elektronisches Kit akustisch klingen kann...was mir aber nicht gefiel, waren einige "Querschläger" vor allem bei den Becken. Da kann es sein, dass dir beim Ride mal die Glocke um die Ohren fliegt, wenn du nur auf dem Bogen spielst. Mag vielleicht auch eine Einstellungssache sein. Wer weiß, was beim Ausstellungsstück schon alles gefuhrwerkt wurde...an die HiHat muss man sich gewöhnen bzw. sie mal richtig kalibrieren, aber das ist bei allen elektronischen Kits so. Die HiHat ist wohl das komplizierteste Instrument, weil das Zusammenspiel von Hand und Fuß richtig implementiert sein will.
Mechanisch hat mich das GEWA G9 jedoch enttäuscht. Zwar sind die Kessel aus Holz, aber alles andere macht einen wackeligen Eindruck - trotz Ausstellungsstück muss man ja evtl. mit dem ein oder anderen Auf- und Abbau rechnen...die Randsensoren der Trommeln sind nicht allzu hochwertige Kunststoffstreifen, die erstens nicht wie bei Roland um den ganzen Trommelumfang herumgehen und zweitens erkennt man fast noch die Grate vom Guss...
Bei den Roland Kits habe ich das TD27 KV, das TD17 KVX und das TD50 gespielt. Größte Sorge ist und bleibt die HiHat. Leider hatte ich noch nie das Vergnügen mit der digitalen VH14. Manche sagen, die sei eine wirkliche Innovation. Die digitalen Snare und Ride bei den höherpreisigeren sind schon ein schöner Luxus! Beim TD17 KVX ist allerdings sind Gesamtbild und -eindruck besser: Man erwartet von der "Plastikkiste" nicht mehr, als aus dem Modul rauskommt. Beim TD27 ist das schon anders, wenn man die digitalen Komponenten und evtl. akustisch anmutende Trommeln unter den Sticks hat.
Man muss auch immer betrachten, wofür man das Set braucht. Ich war auf der Suche nach einem E-Kit in einer Zeit, in der man nicht wusste, wann man überhaupt nochmal aus dem Haus kommt. Zwar habe ich jetzt kein Problem, zuhause auf dem akustischen Set zu spielen, aber spät abends wirds dann doch irgendwann kritisch. Ich wollte dann einfach das bestmöglichste Spielgefühl haben und war von den digitalen Roland-Komponenten (Snare und Ride) sehr angetan. Also musste das Modul mindestens TD27 aufwärts sein. Zum VAD kam ich über ein passendes Gebrauchtangebot. Außerdem hat man allerlei Hirngespinste, wenn man auf Auftritts-/Bandproben-Entzug ist und denkt sich, dass man das E-Kit ja mal bei Gigs verwenden könnte, wo ein Master-Lautstärkeregler von Vorteil ist und das VAD dann auch noch schön aussieht. Das habe ich mittlerweile verworfen, weil auch der Verkabelungsaufwand nicht ganz klein ist. Sprich: Bei einem Gig, an dem ich das Set voll verkable, ist die Lautstärke auch kein Problem mehr, und ich spiele gleich akustisch mit Mikros. Wenns tatsächlich leise sein muss, dann nehme ich mich spielerisch zurück.
Der größte Nachteil an den VAD503/506 (nicht VAD306) für den Hausgebrauch ist außerdem die 16" tiefe Bassdrum. So braucht das Set extrem viel Platz, während man ein Set mit Rack und normalem Bassdrum-Pad wie das TD27 KVX schön an deine Wand stellen kann. Hier hätten 14" oder sogar 12" für die Optik völlig gereicht!
Aus heutiger Sicht würde ich wohl maximal das TD27 KVX holen, vielleicht aber auch nur das TD17 KVX. Wenn man wieder 2-3 Abende im Proberaum verbringen kann und sogar den ein oder anderen Gig hat, dann reicht ein rudimentäres E-Kit für zuhause, wenn man überhaupt eins braucht.
Aber in deinem Fall wären die digitale Ronald Snare und Ride vielleicht eine Überlegung wert!
Wenn du aber sagst, dass du länger nicht mehr gespielt hast, wäre es wahrscheinlich am sinnvollsten, wenn du irgendwo die Möglichkeit hast, dich wieder ein bisschen in die akustische Welt "Hineinzuspielen" - auch wenn es nur beim Musikhändler ist. Wenn man sich wieder bewusst ist, was akustisch alles geht, dann kann man die elektronischen Kits auch besser einstufen und entscheiden, ob man "nur" was zum Üben haben will, wohl wissend der Defizite einer elektrischen Lösung - oder ob man möglichst nah am akustischen Feeling sein möchte.
Ich bin mir sicher, seine Erkenntnis war, dass Haben besser als Brauchen ist. Ganz generell.
Das ist ja eh klar. ![]()