Beiträge von trommla

    Ohne mir jemals gross einen akademischen Kopp darum gemacht zu haben, reimte ich mir mal zusammen, dass der Shuffle sich wahrscheinlich aus dem ursprünglichen Slowblues (durchgehend gespielte Hihat) ergab

    Ohne mir jemals gross einen akademischen Kopp darum gemacht zu haben, zweifle ich auch an dieser Annahme, der Shuffle war ja schon da, ehe irgendein Drummer sich über die Umsetzung am Set, wie wir es heute kennen, Gedanken machte. Wann man begann, die durchgespielte Hihat zu verwenden, weiß ich nicht. Aber da man Papa Jo Jones nachsagt, die Bearbeitung der Hihat mit Sticks "erfunden" zu haben (die wiederum Vorbild für die Einführung eines Ride-Cymbals gewesen sein soll), dürfte das zunächst auch zu Beginn der 30er im Swing-Kontext gewesen sein.


    Mir wird gerade immer klarer, dass es eigentlich völlig sinnlos ist, die Begriffe Swing und Shuffle aus Drummerperspektive definieren zu wollen. Da überschätzen wir Drummer unsere Bedeutung imho gewaltig ;)

    Wir -bzw natürlich unsere Urahnen - haben lediglich versucht, die jeweiligen Stile mit dem verfügbaren Instrumentarium gut klingen zu lassen, was uns anscheinend ganz gut gelungen ist.

    Cajon selbst aussuchen kannst du auch in D im Fachhandel, auch wenn man das in Zeiten von Onlineshopping fast vergessen könnte. Das empfiehlt sich auch, selbst zwei Exemplare des gleichen Modells können sich akustisch und vom Spielgefühl deutlich unterscheiden. Die Erfahrung habe ich bei verschiedenen Herstellern, unter anderem auch Pepote, selbst gemacht.


    Wenn ihr eh dort seid, finde ich deine Idee mal so richtig klasse! Kein Instrument hätte ich als Kind so geliebt wie das, welches ich im Ausland direkt beim Hersteller ausgesucht hätte. All die tollen Erinnerung an den Urlaub, an Restaurantbesuche, an die Atmosphäre der Werkstatt, das ist unbezahlbar. Da wären mir als Vater eventuelle Preisdifferenzen so was von egal.

    wobei Swing musikgeschichtlich zuerst da war

    Ich bin kein Musikwissenschaftler, aber das halte ich für ne Fehlannahme. Die uns heute bekannte Swing-Begleitung auf dem Ride wird vor allem Kenny Clarke zugeschrieben, und das passierte erst ab den 30ern bis in die 40er, also zeitlich etwa mit dem Maximum der Popularität von Swingorchestern. Da gab es aber schon längst Shuffles bzw. geshuffelte Musik.

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    Man hört hier tatsächlich weder nen swingenden noch nen shuffelnden Drummer, wie wir es heute verstehen. Man hört auch leider wenig außer den Becken-Chokes klar heraus, die verbreitetste Spielweise war damals wohl, die Time auf der Snare zu spielen und mit allerlei Buzzrolls zu garnieren. Immerhin, die Fußmaschine war schon erfunden, man konnte schon gleichzeitig Bumm und Tschak machen :D


    Meinem Empfinden nach verlangt das Playalong einen Shuffle.

    Hier geht's ja gar nicht um das Playalong ;)

    Vielleicht nimmst du sicherheitshalber dann aber noch eine Holzbassdrum nimmt, damit der Basser zwischendurch irgendwo draufklettern kann

    Da werfexelst du grad was. Beim Rockabilly steigt der Basser auf seinen eigenen Sperrholzbass, nicht auf die Bassdrum :D

    Bei dir betrifft das ja derzeit nur die Bassdrum und Snare

    Da hast nicht sauber recherchiert ;)

    Meist hab ich Toms dabei, nur nicht viele (1 up 1 down). Ganz ohne Toms hatte ich bei den Jumpin'Rockets in 2 1/2 Jahren genau 3 mal.

    fwdrums

    Der Idee, sein Finish auf Knopfdruck ändern zu können, sollten die Hersteller mal nachgehen. Aber was außer Finishes setzt überhaupt noch Kaufanreize in einem übersättigten Markt? Nicht dass das "Insolvenz auf Knopfdruck" wird...

    Jan, wir sind nicht Durchschnitt… als Jazzer ( 8o ) sind wir für die Berechnung dieser Zahl nicht relevant!

    Du hast Recht, dafür mach ich ja jetzt Rockabilly, dann steht bald son Teil neben dem Kontrabass :P

    Und dann mach ich nen Fred auf in Richtung "authentischer Rockabilly" 😉

    Pearl crystal beat in Cotton Candy Fade

    Puh, da frag ich mich immer, wie groß die Zielgruppe wirklich ist. Als passender Teil einer Show fände ich es großartig, aber für alltagstaugliches Arbeitsgerät würde ich mir ein wandlungsfähigeres Outfit wünschen.


    Oder haben Drummer im Durchschnitt so viel Geld, dass man sich so ein spezielles Set hinten links ins Instrumentenlager packen kann?

    haidem

    Was fährst denn du jetzt für nen Film? Es hat doch niemand irgendwen für sein Ergebnis kritisiert? Lies dir nochmal meinen Post durch, der zur Abspaltung geführt hat.


    Seit Öffnung und über etliche Seiten war hier interessierter und konstruktiver Austausch über Jazzdrumming möglich, und "Rocker" und "Jazzer" haben gemeinsam ein bisschen philosophiert. Warum baust du hier jetzt Fronten auf.


    Gut, Oliver_Stein hat (etwas unnötig) einen vorgelegt, aber da war wenigstens noch Augenzwinkern dabei. Ich hab hier wirklich nix gefunden, wo irgendjemand geschrieben hätte "alles sch****, was hier abgeliefert wurde", und alle Schreibenden gingen interessiert aufeinander zu statt entrüstet aufeinander los. Wollen wir es nicht so weiterführen?

    In seiner Biographie kann man nachlesen, dass er als 15jähriger bei einem Jazzdrummer Unterricht hatte.

    Das sagt meines Erachtens mal so gar nix aus. Hatte als Teenager auch Unterricht bei nem studierten tschechischen Jazz-Monster, seitdem weiß ich, wie Paradiddles, Doubles und andere Schweinereien klingen sollten.


    Jazz zu spielen kam bei mir erst mit Ü40 langsam an, aber auch das dauerte ne Weile, bis ich halbwegs begriff, wie es klingen sollte.


    Aber klar, man weiß es nicht 😀

    Servus Hebbe , sounds like fun.


    Den Termin merk ich mir glaub ich mal, vielleicht geht ja mal demnächst was zam, sobald die Benzinpreise sich wieder beruhigt haben.

    Bist du regelmäßig dort? Wir ham uns ja auch schon ne Weile nicht mehr gesehen.


    Ach ja, beeindruckend, wie die Gitarristin ihre Soli spielt, ohne Pick mit zwei Fingern. Ne Klassikerin an der Jazzgitarre 😀

    dass jemand, der nicht regelmäßig in der Big Band oder Jazz Ensemble spielt, sich dabei trotzdem "wohlfühlt"

    Das ist mit Sicherheit nicht unmöglich, nur bedeutet "sich wohlfühlen" ja noch nicht automatisch, dass sich auch Mitmusiker und Zuhörer wohlfühlen :D


    Um einen Stil nicht nur unfallfrei, sondern auch geschmackvoll trommeln zu können, braucht's bei mir neben Spaß zum Beispiel irgendein gefühlsmäßiges Verständnis, und dazu muss ich mich erst mal näher damit beschäftigt haben. Ich hasse es beispielsweise, wenn Jazzbands ständig Latin Zeugs spielen wollen, weil ichs einfach nicht kann. Also ja, technisch kann ichs faken, aber es fühlt sich innerlich nicht wie Latin an, sondern wie ne deutsche Kartoffel, die gezwungen wird, Latin zu spielen. ;(


    Ich hatte das beim Thema Jazz kürzlich mal woanders aus Spaß gesagt, aber so ein "Jazz Workshop" bei einem von euch "echten Jazzern" im DF wäre richtig super!

    Haha, mein Workshop wäre vermutlich schnell zu Ende, um es mit einem Zitat von Wolfgang Haffner zu beschreiben: "haust schee nei, kimmt's schee raus"


    Auch wenn ich hier im DF eher für die Jazzer stehen dürfte, ich sehe mich in keinster Weise als "echten Jazzer", auch wenn ich seit 20 Jahren viel im Jazz unterwegs bin. Ich hab halt mittlerweile verschiedene Jazz-Richtungen "auch" ganz gut im Griff und weiß, was echte Jazzer von mir hören wollen. 😉


    Ich glaube ehrlich gesagt eh, einen passablen Jazzdrummer zeichnet nicht aus, das er technisch besonders versiert ist, sondern dass er schnell hört und versteht, wie ALLE anderen in der Band phrasieren. Man sollte einfach nen guten Zugang zur Melodie haben, denn der größte Unterschied zwischen Jazz und Rock/Pop ist, dass Jazzdrumming im engeren Sinn (also alles mit Spang-a-lang auf dem Ride) nicht patternorientiert ist. D.h. anders als im Rock werden keine ein- oder zweitaktigen Groovepatterns endlos wiederholt und nur von Fills unterbrochen.


    Comping folgt der Melodieführung und spannt dabei natürlich nen größeren Bogen. Als Drummer hab ich dabei Spielräume, welche Synkopen ich vom Solisten abnehme, welche ich eher von der Pianobegleitung aufgreife, oder wo ich vielleicht eher ne Art Backbeat dagegen setze. Aber zumindest ich folge dabei viel mehr der "Erzählung" der übrigen Musiker, als dass ich nur das rhythmische Fundament lege.

    Vielleicht wäre es hilfreich, das Setting "laut" zu spezifizieren. Ein Orchester-Tutti ist laut, ne Mättlband auch. Aber Chimes kommen vermutlich nur in ersterem problemlos durch.


    Meine Bar Chimes sind einreihig und aus Messingröhrchen. In meinen Ohren klingen sie klarer und lauter als beispielsweise Stäbchen aus dem vollen Aluminium. Trotzdem braucht's auf Festivalbühnen mit PA ein Overhead für die Percussions.

    Ne, ihr habt mich grad komplett missverstanden, scheint mir. Weder ging mein Exkurs über Jazz, noch über Lernen an sich.


    Lexis Problem, seine Unsicherheit, ist was sehr individuelles. Mir scheint, sein unsicheren Timing erfordert so viel Konzentration, dass kaum Ressourcen für die kreative Gestaltung bleiben, obwohl er sein Konzept eigentlich vorher klar hatte. Nur plötzlich ist er da, der Beat, und er hat alle Hände und Füße voll zu tun, ihn irgendwie nicht entwischt zu lassen 😉


    Und an diesem Punkt kann er meines Erachtens nur effektiv ansetzen, wenn er lernt, mit anderen zusammen zu musizieren. Das bedeutet nicht, in jeder Hinsicht zu stagnieren, und es gibt ne Menge Dinge, aus denen er Inspiration ziehen könnte. Nur ist seine Achillesferse sein Timing, und da sehe ich die Ursache halt zu 99,9% bei fehlender Bandpraxis.


    Meine Gedanken zum Alter bezogen sich darauf, dass ich mir vorstellen könnte, dass er aus Gründen nie wirklich in Bands aktiv war. Und ob man dann "nur" zur Verbesserung des Timings im fortgeschrittenen Alter plötzlich noch ne Kehrtwende hinlegen mag und ein- oder mehrmals die Woche zu Proben rennt, kann man zumindest hinterfragen.


    Vielleicht wie bei nem Couch Potatoe wie mir mit Sport. Etwas mehr Bewegung gerne, aber dass ich plötzlich auf meine alten Tage jede Woche dreimal im Verein trainiere, wär doch unwahrscheinlich ^^

    Ich weiß nicht woran es liegt und was ich daran ändern kann.

    Mag im Rahmen der Challenge etwas OT sein, aber dein größtes Manko, aus der Ferne betrachtet, scheint mir das Fehlen nahezu jeglicher Banderfahrung zu sein. Meines Erachtens ist es unmöglich, für sich allein im Kämmerlein ein solider Drummer zu werden. Gilt sinngemäß wohl auch für jedes andere Bandinstrument, aber wir müssen halt lernen, jederzeit hellwach auf jede Schwankung zu reagieren. Und erst die Fähigkeit, permanent zu tarieren, ermöglicht uns, sauber auf Click zu trommeln.


    Wer das nie gelernt hat, dem fehlt imho schlicht die erforderliche mentale Reaktionsgeschwindigkeit, und dann fängt es an hörbar zu holpern. Wärst du noch jung, hätte ich gesagt, such dir Bands und spiel, soviel du kannst. In unserem Alter hat man wohl sein Leben weitestgehend sortiert und wird vielleicht keine großen Sprünge mehr machen wollen. Was jetzt noch nicht geht, muss man vielleicht einfach akzeptieren.

    Wollte ganz ehrlich weder irgendwem zu nahe treten, noch wollte ich ne wenig erhellend Diskussion damit lostreten. Es gibt ja nicht DEN Jazz, sondern ganz viele verschiedene darunter subsummierte Stile, und ebenso viele "echte" Möglichkeiten gibt es, Jazz zu trommeln.


    Vielleicht wäre die korrektere Aussage gewesen, keiner der Teilnehmenden klingt in meinen Ohren, als ob er sich wirklich wohlgefühlt hätte. Mir schienen wahrnehmbar mehr Unsicherheiten beim Spielen hörbar zu sein, und als Jazzer fällt mir die durchwegs eher rockige Attitüde auf. Musste spontan an Neil Peart mit der Buddy Rich Bigband denken, dem es komplett an der Luftigkeit fehlte, die Jazzdrumming typischerweise auszeichnet.

    Jetzt hab ich glatt auch noch das Voting verpasst :(


    Interessant trotzdem, die Beiträge und deren Bewertung im Nachhinein zu hören und zu lesen. Ich glaube, das Voten wäre für mich diesmal so richtig schwer geworden, da ich gar nicht gewusst hätte, wo ich die Referenz anlege. Meinem Eindruck nach hat KEINER der Teilnehmer seine Schokoladenseite gezeigt, wobei die unterschiedlichen technischen Fähigkeiten, Jazz zu "faken", natürlich hört. Aber selbst die Plätze auf dem Treppchen hätte ich beim Hören wohl zunächst geskippt, weil mein spontaner Eindruck war, da ist noch Luft nach oben.


    Andererseits spannend, dass eben doch so einige, die vermutlich eher im Rock oder härteren Stilen daheim sind, das Faken ganz gut hinbekommen haben. Da habe ich schon Drummer schlimmer "verkacken" hören ;)

    Hab ich das jetzt eigentlich richtig auf dem Schirm, dass keiner der Einsender so richtig im Jazz zuhause ist? Dann vergesst meinen ersten Abschnitt, das war von den allermeisten echt klasse umgesetzt!