Beiträge von trommla

    Wenn ich die Bassdrum nicht gut höre spiele ich sie lauter

    Dazu hat dir nils ein paar gute Tipps gegeben, die ganz ohne Abnahme auskommen, und die dir helfen könnten, der Ursache fehlender akustischer Rückmeldung auf den Grund zu gehen. Ich möchte mal behaupten, wenn die restliche Band nicht schmerzhaft laut ist, kann es eigentlich nicht sein, dass eine Bassdrum im Kontext nicht ausreichend zu hören ist.


    Dass dir eine normal laute Bassdrum nicht reicht, um ausreichend kontrolliert zu spielen, ist natürlich denkbar. Das kenne ich von mir aus Zeiten, in denen ich noch nicht so viel live gespielt hatte. Man hörte permanent den Spruch "mach ma XY auf dem Monitor lauter, hör ich nich...", und natürlich waren die Amps schon per se voll auf die 12. Man kann sich vorstellen, dass ein Drumset ziemlich verloren geht, wenn man es unabgenommen hört. Mit der Zeit lernt man aber, konstant zu spielen, obwohl man wenig hört, denn man entwickelt ein Gefühl, wie sich die Schläge anfühlen müssen. Und mittlerweile besprechen wir solche Dinge auch in Bands und legen eine Art "Soundstrategie" fest. In der Rockabilly-Band beispielsweise kommen nur die Vocals auf die Monitore, Bass und Gitarre haben nen Amp und stehen so, dass sie primär die Bühne beschallen. Drums werden abgenommen, kommen aber i.d.R. gar nicht auf die Monis.


    In den letzten Jahrzehnten habe ich einen Gedanken verinnerlicht, der sowohl im Proberaum als auch auf der Bühne mit hoher Wahrscheinliclhkeit zum Ziel führt. Wenn sich irgendwer nicht hört, ist selten jemand zu leise, sondern fast immer einiges zu laut. Um alles zufriedenstellend (nicht perfekt!!!) hören zu können, sollte man gemeinsam herausfinden, was man leiser drehen kann, statt irgendwas hochzuziehen. Klappt fast immer ;)


    Ehrlich gesagt bin ich auch überhaupt kein Fan davon, alle Instrumente ins Pult zu spielen. So müssen sich nämlich alle Stimmen und Instrumente durch ein Stereobild zwängen und überdecken sich dadurch fast zwangsläufig. Wenn dabei noch jeder seinen individuellen Lieblingssound garantiert haben will, macht das den Frequenzsalat nicht besser. Die wenigsten Musiker sind nämlich in der Lage, sich zu Gunsten eines aufgeräumten Klangbildes selbst zurückzunehmen. Amps mit eher geringer Leistung in moderater Lautstärke, die im Raum verteilt sind, lassen sich meiner Erfahrung nach immer besser akustisch diferenzieren und überdecken den Rest viel weniger.

    Aber das ist ja eine Bandentscheidung gewesen, es macht wenig Sinn, über ne alternative Herangehensweise zu dozieren. Ich würde trotzdem empfehlen, erst mal mit Stimung, Dämpfung und Position deiner Bassdrum im Raum zu experimentieren, ehe du zur Ultima Ratio schreitest. Vielleicht lässt sich dein Wunsch ja doch noch erfüllen.

    Ich verstehe immer noch nicht so ganz, was gegen eine reduzierte Lautstärke im Proberaum spricht.

    Haha, ich denke, 90% aller Amateurbands wollen genau DAS am allerwenigsten hören. Musizieren soll Spaß machen, und Disziplin ist der natürliche Feind von Spaß.


    Btw. deshalb bekommen doch viele alten Hasen irgendwann den Rappel, ihr über Jahre angehäuftes Equipment verkaufen zu wollen, weil sie in einem Anflug von Erkenntnis spüren, dass Gear niemals die Musik besser macht, sondern nur den Keller voller.

    Zur richtigen Einordnung der YT-Tutorials möchte ich gerne noch einen Gedanken ergänzen.


    Es gibt nicht "die" Hand- oder Fußtechnik am Schlagzeug. Gab es noch nie, nur war früher die Reichweite von Musikern begrenzt, und nur wenige Drummer haben Spuren hinterlassen wie Moeller oder Gladstone, deren individuelle Technik über Jahrzehnte viele Drummer prägte. Dennoch kannst du davon ausgehen, dass jeder erfolgreiche Drummer zwar von irgendwem eine Art Grundtechnik gelernt haben wird, über Jahre oder Jahrzzehnte hinweg jedoch dann seine ganz persönliche Herangehensweise entdeckt und weiterentwickelt hat, die für ihn optimale Ergebnisse bringt.


    Man könnte also sagen, jeder Spitzendrummer verwendet die Technik, die für ihn funktioniert. Dabei spielt vor allem die so genannte Propriozeption eine Rolle, die Wahrnehmung der eigenen Bewegungen in Bezug auf Position im Raum, Geschwindigkeit, Muskelspannung etc. Diese Fähigkeit entwickelt sich beim Spielen/Üben mit der Zeit weiter, und jeder fortgeschrittene Drummer merkt das. Auch ein guter Lehrer weiß das und wird dich auf die Selbstwahrnehmung deiner Bewegungen aufmerksam machen.


    Heute hat jeder ohne viel Aufwand die Möglichkeit, zu so ziemlich jedem Thema über TikTok oder Youtube - zumindest potenziell - Reichweite zu erzielen. Wenn ein Drummer ein Tutorial über die "richtige" Fußtechnik online stellt, meint er in Wirklichkeit die Fußtechnik, die ihm höchstindividuell geholfen hat, besser zu werden. Nur bekommen vermutlich Heilsversprechen mehr Clicks als Insellösungen ;)


    Hierbei spielt neben dem eigenen Körper (jeder Jeck is anders) natürlich eine wichtige Rolle, welches Ziel man musikalisch erreichen will. Nicht jede Fußtechnik ist für jede Anwendung gleich gut geeignet.

    Jazzer präferieren häufig Heel Down, da man zwar wenig Power, dafür aber hervorragende Kontrolle in sämtlichen Dynamikstufen erreichen kann. Für nen Four-on-the-Floor-Beat, bei dem die Wände wackeln, braucht es Schmackes, da wird man eher wie du aus dem ganzen Bein heraus treten können. Und Doublebass-Gewitter jenseits der 200 bpm braucht wieder nen anderen Ansatz z.B. Ankle Motion.


    Ich bin zu 100% beim geschätzten Kollegen Fl0gging und seinem Rat, einen Lehrer zu suchen. Insbesondere zu Beginn der Trommelleidenschaft hilft das enorm, sich nicht irgend nen Quatsch anzugewöhnen, den man nur schwer wieder weg bekommt.

    von schlechter Spieltechnik würde ich sicher nicht wagen zu reden

    Neieiein!!!


    Versteht man das Wort Analogie noch im digitalen Zeitalter? 😉

    Es gibt schlechte Technik, die sich insbesondere manche Autodidakten erst mühsam wieder abgewöhnen müssen. Vielleicht gibt es analog dazu "schlechten" Aufbau, wo sich umgewöhnen lohnt?


    Ich spreche da nur für mich, aber ich bin durchaus froh, nicht auf unorthodoxe Aufbauten angewiesen zu sein und mit unterschiedlichen Setups schnell klarzukommen. Jetzt bin ich auch kein Virtuose, der ständig versucht, Unmögliches möglich zu machen. Wenn's grooved, reicht mir das, und ich hab keinen Ehrgeiz, den Drumfill des Jahrhunderts zu kreieren. Wenn ich in verschiedenen Stilistiken die Moneybeats und -fills beherrsche, bin ich zufrieden und brauch eigentlich nur ne BD plus Snare, um meine Mitmusiker auf Trab zu halten.


    Jetzt klarer?

    12er mittig über der Bassdrum ist schon eher speziell. Wenn ich sehe, wie viele Drummer mit konventionellem Aufbau (=Tomhalter und Rosette, 2 Toms) wirklich virtuos unterwegs waren und sind, könnte man das auch unter "bad habit" einsortieren, wie manch schlechte Spieltechnik eben. Erlaubt ist, was gefällt, aber es kann halt auch einschränken.


    Gibt es denn einen Grund, das zwingend so beibehalten zu wollen? Oder wäre ein Umlernen wenigstens denkbar? Die Vorteile liegen imho auf der Hand, man kann nämlich auf jedem Standardaufbau dann wie gewohnt abliefern. Gerade Festivals stellen ja gerne die Backline, um die Wechselzeiten kurz zu halten. Je weniger man dann am Set rumschrauben muss, umso besser. Und mir fällt bei deinem Spiel jetzt nichts auf, was diesen Aufbau zwingend voraussetzt, sondern du hast dich halt über viele Jahre dran gewöhnt.


    Finde das 7/8-Solo übrigens sehr cool, vielleicht sollte ich auch mal anfangen, Soli durchzukomponieren. Ich versuche nämlich am liebsten, gar nicht solieren zu müssen, und wenn überhaupt, dann nur schnelle 16 Takte, allerhöchstens 32. Mit nem Konzept kann man wenigstens sicher sein, dass einen auch an schlechten Tagen nicht die Inspiration verlässt.


    Und immer wieder faszinieren mich deine "Peitschenschläge" beim Crashen der Becken. Ich glaube, mir fällt kein Drummer ein, dessen Bewegung so energetisch wirkt wie deine. Aber täusche ich mich, oder hat das in der Vergangenheit schon manch ein Becken getötet?

    Sonor bringt einen neuen BD Mount für ungebohrte BDs heraus.

    Ist ein guter Forstnerbohrer nicht deutlich günstiger? *duckundwech*


    Auf ein Vintage gehört sowas aber doch eh nicht drauf. Schade, dass das Bügeleisen (lt. Hochi ) so hakelig und schlecht zu sein scheint.

    Für mich waren Rides schon immer die schwierigsten

    Ah, Missverständnis. Ich dachte nicht über die Auswahl meiner eigenen Rides nach, sondern über fremde Rides, an denen ich leihweise spielen durfte. Da hatte ich schon so viel Grütze unter den Sticks, aber es hat mich nie so sehr gestört wie schlechte Crashes.

    warum ist die resonanz auf diese blindverkostung so gering???

    Da ist einfach wenig dabei, was mich interessiert, und mit immerhin 2/3 des Testfelds, nämlich Paiste in allen Schattierungen, kenne ich mich nicht aus. Wenn dann noch ein Meinl Marathon dabei ist, bezweifle ich sogar die Ernsthaftigkeit des Tests. Allerdings sind Rides in der Regel bei allem außer Jazz die unkritischsten Becken.

    jedesmal ist es irgendwie anders, so dass man kaum aus solchen Fällen lernen kann

    Klar, das macht es ja auch interessant. Aber gewisse NoGo's erkennt man mit der Zeit, und die lassen sich dann im Vorfeld gleich klären. Solche als Band gemeinsam festgelegte Grenzen werden dann eben auch nicht übergangen.


    Natürlich weiß ich heute nicht, ob nicht irgendein Veranstalter uns mal am Tag des Konzerts als Gage Douglas-Einkaufsgutscheine in die Hand drücken will. Aber du kannst sicher sein, dass sowas kein zweites Mal passiert, weil dann im Vertrag explizit drin stehen wird, dass vereinbarte Gagen in Bar oder per Überweisung zu erfolgen haben. Nur so als Beispiel. Wobei, in Thomann-Gutscheinen würden wir uns zur Not wohl alle bezahlen lassen :D

    Aber da muss ich erst mal den Ärger verfliegen lassen, sonst wird das eine spontane Wutentscheidung.

    Das wird jedenfalls meinerseits zur Sprache gebracht werden danach.

    Boa, ich verstehe gut, wie's dir geht.


    Das muss man im Anschluss echt aufarbeiten. Auch wenn man wie Korki es schafft, es einigermaßen locker zu sehen, hier wird durch mangelhafte Kommunikation einfach über deine Zeit verfügt. Wenn ich nen Gig für eine bestimmte Uhrzeit zusage, plane ich mir per se 2h Vorlauf ein, um frühzeitig vor Ort sein zu können. Sollte sich dann rausstellen, dass eine Stunde reicht, freu ich mich. Wenn aber aus irgendeiner Richtung erwartet wird, dass man bereits mehrere Stunden früher da sein muss, ist das in meinen Augen Vertragsbasis und muss vor der Zusage geklärt.


    Allerdings würde ich zur Ehrenrettung deiner Bandkollegen behaupten, dass so mancher in diese Falle getreten wären, wenn nicht von Veranstalterseite zu Beginn schon die Info vorlag. Es gibt wirklich die merkwürdigsten Vögel unter den Veranstaltern, und oft sind das ja keine Profis, sondern machen so ne Nummer einmal im Jahr oder überhaupt zum ersten Mal.

    Einmal waren wir für ein Coutryfestival in Thüringen gebucht, und wir sollten mittags schon zum Soundcheck anreisen, da wir als letzte Band den ersten Soundcheck haben sollten. Dachten wir...

    Tatsächlich waren wir die einzigen Deppen, bei denen das so gemacht wurde. Alle anderen Bands bekamen ihren Soundcheck vor ihrem Slot im Changeover. Die kannten vermutlich den Veranstalter schon.

    Unsere Stagetime war um 21:00 geplant. Nur hatte der Veranstalter ohne Rücksprache kurzfristig irgendwelche Lokalmatadore zur besten Sendezeit eingeschoben, die dann auch noch deutlich überzogen, und wir hatten Showtime irgendwann nach 23:00, als schon viele Festivalgäste im Aufbruch waren. 90 Minuten mitten in der Nacht vor ziemlich leerem Festivalgelände, und das nach fast 12 Stunden Wartezeit. Fällt wohl unter "Lehrgeld zahlen" und wird nicht wieder passieren.

    Hier auch mal (wieder) eins von mir, entstanden während der Proben zu einer Gospelnight mit 4 Chören in einer halligen Kirche. Daher waren so gut wie keine Mikrofone im Einsatz, die Drums gingen trotzdem nicht unter und hatten nen fetten Naturhall. :D

    Mittlerweile hat sich bei mir für solche Engagements das Drumcraft etabliert, da es von meinen Sets den modernsten, definiertesten Sound hat. So kommt es wenigstens noch auf 4 bis 5 Einsätze im Jahr.

    BD mit Mikro, welches in den P&D geht. Dann wackelt bei jedem Schlag der Arsch und zeigt dem Drummer spürbar seinen Beat. Ohne Lautstärke. Das ist das, was Subrak vermutlich will.

    Bin mir da nicht so sicher. Nen mittleren dreistelligen Betrag dafür, dass der Arsch a bisserl vibriert? So ziemlich die letzte (und überflüssigste) Überlegung, die ich in Erwägung zöge. Klar, wer daran Spaß hat, soll das machen. Zur Problemlösung braucht man aber lang nicht so viel Kohle zum Fenster rauswerfen. Da wäre die Idee, dochauch die Proben mit IEM zu machen, am Ende vermutlich der kleinere Schritt, glaubst du nicht?

    zweiteres muss man jedenfalls ans finanzamt abliefern, wenns mehr als 730€ pro jahr ist

    Ich kenne die Unterschiede zwischen österreichischem und deutschen Steuerrecht nicht. In D zählt nicht die Höhe der Umsätze, sondern nur der Gewinn. Ich habe mit meinem zuständigen Finanzbeamten gesprochen und ihm erklärt, dass ich jedes Jahr mehr Geld für Musik aufwende, als ich einnehme.


    Deshalb bin ich laut seiner Info (Liebhaberei ohne Gewinnerzielungsabsicht) nicht zur Abgabe einer Erklärung verpflichtet, dokumentiere aber zu meiner eigenen Sicherheit alles, wie ich es auch für die Steuererklärung bräuchte. Selbst Hutgeld schreibe ich auf.


    Wenn ich übers WE weiter weg mit Übernachtung spiele, führe ich dafür auch Verpflegungsmehraufwendungen an. Gerade im Ausland sind die Sätze dafür schon relevant, in der Schweiz fast 100 Euro für ein WE. Bei 300 Euro Gage ist dann beispielsweise schon ein Drittel nicht mehr steuerpflichtig.


    Proberaummiete erfasse ich ebenso wie den Kauf von Instrumenten oder Ersatzteilen. Und natürlich stelle ich für meine Gage auch Rechnungen mit Re-Nummer und allem, was dazugehört. Bei meinen paar Tausend Euro jedes Jahr natürlich ohne Umsatzsteuer.


    Im Grunde erstelle ich die Erklärung also nur für mich, und der große Vorteil daran ist, ich kann keine Abgabefristen übersehen, die dann vielleicht zur Schätzung führen. Und deutsche Finanzämter schätzen i.d.R. hoch, um den Steuerschuldnern Stress zu machen. Hat mir mal ein Finanzbeamter verraten...

    - Amps leiser drehen

    Uuuh, das böse Wort aller Saitenheinis...


    Genau das, was nils dir rät. Eigentlich dürfte es bei einer gut gestimmten Bassdrum dieses Problem nicht geben, wenn alle Aspekte beachtet wurden. Es sei denn vielleicht, du gehörst zu den 16"-Bassdrum-Spielern :P


    Ergänzend könntet ihr auch noch probieren, ob ne andere Position des Drumsets im Raum deine Wahrnehmung verbessert. Die Bassdrum klingt natürlich nicht überall gleich, und in einer Ecke nimmt typischerweise der Wumms des Sets zu.


    In Zeiten von Marshall Full Stacks und Co war es ein gängiges Thema, dass Gitarristen ihre Amps in die Röhrensättigung fahren wollten (was immer da genau klanglich passierte...), und entsprechend laut war dann alles. Heute gibt es für die Saitenfraktion mehr als genug sozialverträgliche Combos mit wenig Watt, die auch leise gut klingen. Haben deine Saitenzupfer die entsprechende Hardware?


    Ich spreche nur aus meiner eigenen Erfahrung, ne gute Band - im spieltechnischen Sinn - kann immer auch bei Zimmerlautstärke geil und mitreißend klingen. Dass Musik erst durch Lautstärke gut wird, ist meines Erachtens genreunabhängig ein Mythos, den sich Musiker selbst kreiert haben, um ihre Defizite zu kaschieren.


    Ups, wollte eigentlich nicht schlaumeiern, aber vielleicht findest du ja nen wahren Kern darin 😉