Warum interessiert eigentlich, welche Marke am meisten Schlagzeuge verkauft?
Für meine eigenen Käufe spielen solche Aufstellungen keine Rolle. Finde aber spannend, ob sich die Marktposition in bestimmten Moden widerspiegelt, oder ob erfolgreiche Hersteller die Zielgruppe vielleicht besser adressieren. Tama, Evans, Paiste, das sind alles schlagzeugassoziierte Firmen, die meiner Wahrnehmung nach aktuell einen Nimbus besitzen, der sich nicht alleine durch deren Qualität erklären lässt, der sie aber im Wettbewerb hervorhebt. Beispielweise scheint mir Evans insbesondere bei Content Creatoren weltweit früh erkannt zu haben, welches Potenzial dort liegt. Viele reichweitenstarke Kanäle werden schon lange von Evans unterstützt, und auch bei durchschnittlichen "Covertrommlern" nehme ich eine überproportionale Präsenz von Evans Drumheads wahr.
Auch bei Tama wundert es mich nicht, sie weit vorne auf den Spitzenplätzen zu finden. Für mich eine der Firmen, die ich sofort mit Hardrock/Metal in allen Spielarten assoziiere. Und wenn man in Foren, in Proberaumkomplexen, aber auch bei Drummer-oder Bandgesuchen versucht, sich über die beliebtesten Genres ein Bild zu machen, liegen die härteren Stile meinem Eindruck nach deutlich im Trend. Passt irgendwie gut zusammen, würde ich meinen.
Dass E-Drums so ein großes Stück vom Kuchen abbekommen, sehe ich in dieser "Satistik" als völlig unerheblich an, da werden für mich Äpfel mit Birnen verglichen. Entsprechend haben/hätten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts Steinway, Bechstein, Blütner und Co. die Konkurrenz von Synthesizern verteufelt, weil ihnen dadurch Konkurrenz erwuchs, der sie nichts entgegenzusetzen hatten.