Beiträge von trommla

    Bidddee was ???? 😀


    Also, vielleicht noch mal um das babylonische Sprachgewirr hierzu entwirren

    Ich glaube tatsächlich, dass wir einfach aneinander vorbeischreiben. Ich lese die Quintessenz der Allensbach-Studie folgendermaßen:

    Wieviel Geld haben Menschen, die sich selbst als Berufsmusiker bezeichnen, durchschnittlich monatlich zur Verfügung, und womit werden diese Einnahmen generiert?


    Die KSK verstehe ich dagegen so:

    Welche Einkünfte erzielen freiberufliche Musiker aus ihrer originären künstlerisch-kreativen Tätigkeit?


    Das Delta zwischen beiden Betrachtungen entspricht möglicherweise in Teilen dem, was Musiker sich hinzuverdienen müssen, um mit (oder trotz) ihrer Kunst überleben zu können ;)


    Der Kollege hat meine Intention perfekt auf den Punkt gebracht:

    ..und egal wie Du's würfelst: Es bleibt was für Enthusiasten und Leidensfähige....selbst wenn Du bei Pink mit auf der Bühne stehst...

    Seelanne

    Die erste Studie hatte ich eingebracht, nicht der Kollege Sonorfan. Natürlich weiß aber auch ich nicht, wie exakt diese Zahlen zustande kamen. Es ging mir nicht um eine wissenschaftliche Auseinandersetzung, sondern um eine Darstellung der Dimensionen, wenn man hier "Profimusiker=Dave Weckl" gelten lässt.


    Insofern lag mein Fokus mehr auf der grundsätzlichen Glaubwürdigkeit der Quelle, bezogen auf die Erfassung der deutschen Musiklandschaft. Die bislang genannten Zahlen spiegeln durchaus wider, was ich in den letzten Jahrzehnten in der Musikbranche so kennen gelernt habe. Die extrem heterogenen Bedingungen lassen sich eh nicht so richtig abbilden, und mittlerweile muss man auch noch Einkünfte durch Social Media berücksichtigen. Wo ist denn der "Musik-Influencer" mit hoher Reichweite beispielsweise einzuordnen? Sind das überhaupt noch Einkünfte aus Musikbetrieb?

    Die von Trommla zitierte Umfrage muss rein statistisch eine ordentliche Überbetonung von Musikern & Musiklehrpersonen haben, die festangestellt sind und nach TÖD oder vergleichbaren Tarifen bezahlt werden. Das ist allerdings die überwiegende Minderheit.

    Danke dir für die Ergänzung :)

    Klar, die KSK ist ein Angebot für Freelancer, da sieht es halt echt dann duster aus. In dieser Grafik aus deinem verlinkten Artikel wird das für 2026 noch detailliert aufgeschlüsselt, finde ich eindrucksvoll:

    Infografik: Freiberuflich Tätige in der Sparte Musik: Einkommensprognosen für das Jahr 2026


    Allerdings geben weitere Statistiken des MIZ nicht unbedingt wieder, dass die überwiegende Mehrheit der Musiker freiberuflich tätig sind. Außer du verstehst unter "überwiegend" alles, was über 50% liegt, dann hast du völlig Recht ;).

    Mir scheinen die verschiedenen Statistiken hier allerdings teilweise auch nicht kongruent zu sein.

    Drum Bee

    Ich wollte mit meinen Ausführungen auch nicht aufzeigen, dass Musiker die Ärmsten der Armen wären.


    Nur sind eben die wenigsten gehaltsmäßige Dave Weckls oder Anika Nilles'. Während man sich bei überwiegend angestellt ausgeübten Berufen, vielleicht noch mit Tarifbindung, im Vornherein einen guten Überblick über die Verdienstmöglichkeiten verschaffen kann, ist das bei freischaffender Kunst nur schwer möglich. Wer dann nur auf die Cocktailkirschen obendrauf schaut, bekommt ein hochgradig verzerrtes Bild.


    Und du hast ja die Zahlen vielleicht gelesen. Wenn Berufsmusiker einem nicht-musikalischen Nebenerwerb nachgehen, um auf durchschnittlich 2660,- Euro netto zu kommen, und wenn vielleicht mal angenommen - rein als Gedankenspiel - Berufsmusiker 30% ihrer Arbeitsleistung branchenfremd erbringen und dadurch 50% ihres Einkommens erwirtschaften, kämen sie umgerechnet bei 100% musikalischer Arbeit als Musiker und Musiklehrer auf nur noch 1900 Euro netto für die Ausübung ihres Kerngeschäfts. Und ob das dann in 40 Wochenstunden stattfindet, ist bei Freiberuflern ja immer so ne Frage.


    In der Gesamtschau kann man von 2660,- natürlich leben.

    Mit Glück meinst du wahrscheinlich, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein und von den richtigen Leuten gesehen zu werden.

    Exakt :)


    Ich schieb hier noch ein paar Zahlen nach, die den Alltag des Profimusikers in Deutschland verdeutlichen. Für das Jahr 2022 konnte ich eine Gesamtzahl von knapp 70.000 Berufsmusikern in Deutschland finden. Wenn wir überlegen, welche deutschen Drummer*innen (vermutlich) gehaltsmäßig in der Oberliga spielen, fallen mir spontan gerade ne Handvoll Namen ein, die international renommiert sind, als große Namen regelmäßig für Clinics o.Ä. gebucht werden und sich vermutlich ihren Platz am Futtertrog gesichert haben. Diese bei der Berufswahl als Maßstab für Musikereinkünfte zu nehmen, führt nicht nur in die Irre, sondern für manche in Frust und sogar Depressionen.



    (Quelle: Deutsches Musikinformationszentrum, Institut für Demoskopie Allensbach

    Stand: März 2023)


    70 % der Berufsmusiker*innen sind nicht nur künstlerisch tätig. Ihr Monatsnettoeinkommen liegt im Schnitt bei 2.660 Euro, mit deutlichen Unterschieden je nach Art der Erwerbstätigkeit und Geschlecht.


    Die Repräsentativbefragung stützt sich auf rund 650 mündlich-persönliche Interviews wurde im Auftrag des miz im November und Dezember 2022 vom Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführt. Sie bietet erstmals einen genreübergreifenden und bundesweiten Überblick zu Tätigkeiten, Einkommen und Ausbildungswegen von Berufsmusizierenden. Berücksichtigt werden dabei Arten der Erwerbstätigkeit, Versicherungsstatus und Geschlecht.


    Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass berufliche Mosaike für die Mehrheit der Berufsmusizierenden eher Normalität als Ausnahme sind: Nur 30 % leben ausschließlich von der Musik. 70 % der Berufsmusizierenden gehen zusätzlich zu ihrer musikalisch-künstlerischen Tätigkeit musikpädagogischen Tätigkeiten oder anderen Tätigkeiten nach, die nichts mit Musik zu tun haben. Besonders musikpädagogische Tätigkeiten spielen für viele professionelle Musiker*innen eine große Rolle: Fast jede*r Zweite übt neben der Berufsmusik noch musikpädagogische Tätigkeiten aus, besonders häufig Frauen und ältere Berufsmusizierende. Fast jede*r dritte Berufsmusizierende übt auch eine Tätigkeit aus, die nichts mit Musik zu tun hat, und dies überwiegend aus finanziellen Gründen.

    Ich glaube, solche Gedankengänge erklären, weshalb sich Menschen für eine Karriere als Profimusiker entscheiden und nach einiger Zeit erfahren müssen, dass sie eine Existenz nahe am Präkariat führen. Ein Flialleiter einer Supermarktkette managed auch ein Geschäft, aber seine Einkünfte unterscheiden sich nicht unwesentlich vom Konzernmanager.

    Die hier diskutierten Profidrummer sind die Spitze des Eisberges und ABSOLUT NICHT repräsentativ für den durchschnittlichen Berufsmusiker, auf den nicht selten der bekannte Spruch zutrifft: "Blöd, dass am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist".


    Die meisten freiberuflichen Profimusiker, die ich so kenne, wären übertragen auf Festanstellung vermutlich unter Mindestlohn beschäftigt, weil wie bei allen Selbstständigen viele Stunden auf notwendige Tätigkeiten entfallen, die in keiner Abrechnung auftauchen. Für uns Hobbymusiker gilt ganz selbstverständlich die Erwartung "Geübt wird zuhause, die Proben dienen dem Zusammenführen". Bei Profimusikern ist das nur leider nicht anders. Du wirst für ein Konzert für ein paar Hundert Euro Gage engagiert, häufig ohne extra Vergütung der Proben, und natürlich bereitest du dich zuhause gewissenhaft darauf vor. Mit An-und Abreise kommen schon am Veranstaltungstag 10 bis 12 Stunden zusammen, wenn nicht gleich aufgrund der Distanz eine Übernachtung fällig wird. Und dann bist du schnell bei 16 oder mehr Stunden. Rechnen wir mal noch eine entspannte Probe von 5 h dazu, und du überschreitest die 20 h. Bei 400 Euro Abendgage bleiben dir schon nur noch 20 Euro brutto Stundenlohn. Ich kenne reichlich Musiker, die regelmäßig auch für deutlich weniger Gage auftreten, teilweise für nen 50er Hutgeld.


    Viele finanzieren einen Grundstock über Unterricht, aber auch Instrumentallehrer sind ganz weit davon entfernt, Spitzenverdiener zu sein. Profimusiker wird man aus Leidenschaft, nicht aus Gewinnstreben. Wohlstand erreicht man als Musiker nur, wenn Fleiß, Persönlichkeit, Talent und Glück in perfekter Mischung hinzukommen.

    Aber hat ja jeder seine eigene Philosophie.

    Das dürfte der Kern sein, ihr redet mittlerweile über unterschiedliche Setup-Philosophien, nicht mehr über leichte Hardware. Und wenn es tatsächlich ernsthaft um weniger Schlepperei geht, muss irgendwo halt auch mal die Frage nach der notwendigen Größe des Setups gestellt werden. 8 Toms und 10 Becken sind halt vieles, aber keinesfalls transportfreundlich, ob nun mit Stahl- oder Alustativen. Und ich beneide alle jenseits der 50, deren Rücken noch so intakt ist, dass die Lösung nicht Verzicht lauten muss.

    Komplimente zum Schlagzeug bekomme ich beinahe immer, sobald mehr als ein paar Hanseln da sind, egal was da gerade rumsteht. Unter hunderten von Zuhörern findet sich halt immer wer, der Vintage mag, ein Ballerburgen-Fan, jemand mit Hang zu besonderen "Geräuschinstrumenten", und manche wollen sich einfach nur mitteilen und irgendein Kompliment machen. Hauptsache man hat mit dem Trommler ein paar nette Worte gewechselt. Daraus kann man natürlich eine Bestätigung des eigenen Spleens ableiten, in Wirklichkeit halte ich das aber für leere Worthülsen. Und trotzdem freut's mich natürlich, wenn ich irgendwem im Publikum positiv aufgefallen bin :D

    Durch das kleinere Tom rechts kann ich

    mein Ride besser platzieren.

    DAS meinte ich mit handfesten Vorteilen, danke dir.


    spargelimschnee bin gespannt, ob du dabei bleibst. Ich find's in erster Linie ne gute Möglichkeit, mal aus gewohnten Mustern auszubrechen und das Hirn auf Trab zu halten. Dadurch, dass ich in unterschhiedlichen Bands ganz unterschhiedliche Setups spiele, kenne ich das Gefühl ein bisschen.

    Interpretiere es einfach als mein Bezug auf Hebbes Hinweis auf S. 1.

    Sorry,was ändert das dran? Auch dann hätte ein kurzer Hinweis mehr als gereicht. Nur sieht halt dann niemand, was du für tolle Werte im Keller hast. Geht's dir nicht darum?