Dass einige hier kreativen Bands so kritisch gegenüber stehen, wundert mich schon
Ich koche sehr kreativ. Sollte ich deshalb ein Restaurant eröffnen?
Nein, Spaß beiseite, ich hab überhaupt nichts gegen kreative Bands. Nur ist meine Erfahrung nach bald einem halben Jahrhundert Mucke, dass die überwiegende Mehrheit der Amateurbands häufig in den gleichen Disziplinen schwächelt:
1. Sänger, deren Energie nicht mal bis zur vordersten Reihe des Publikums durchdringt, manchmal in Verbindung mit fehlendem Charakter in der Stimme
2. Drummer, die häufig am Ende ihrer Fills nur deshalb die 1 finden, weil die restliche Band mittlerweile weiß, wo sie suchen muss
3. Soli, die nur die Pentatonik in ihrer Reinform rauf- und wieder runternudeln, statt nen Spannungsbogen zu bauen
4. Kompositionen/Arrangements, die zu dicht (=durchgehend laut), einfallslos oder strukturell nicht schlüssig sind und keine gelungene Melodieführung haben.
Punkt 1 bis 3 kann Coverbands exakt gleich treffen, in Punkt 4 sind sie dafür fein raus. Also hat ne Coverband nur 3/4 der Schwachstellen einer komponierenden Band. 😉
Das stört mich alles überhaupt nicht, es ist auch ganz normal, dass durchschnittlich begabte/ambitionierte Hobbymusiker in ihrer Gewichtsklasse zusammenspielen, wobei natürlich auch keine Qualität wie im Staatsorchester erwartet werden darf.
Nur schaue und höre ich mir halt lieber Bands an, die mich inspirieren, und die mich motivieren, auch noch mehr aus MIR rauszuholen. Ich besuche beispielsweise auch keine Vorstellung der Laienbühne hier im Dorf, sondern gehe richtig ins Theater.
Wie du schreibst, am Ende wird es darauf rauslaufen, dass beide sich erst einen gewissen Ruf erspielen müssen. Und das scheint mir heutzutage für Cover deutlich leichter zu sein.