Beiträge von trommla

    Ist reines Marketing, an einem Festival dabei zu sein.

    Das ist kein Widerspruch. Wenn ich als Musiker aber in Gear investiere, meinen Proberaum zahlen muss, und dann noch Konzerte für Lau und ohne Spesen spiele, ist das keine Nullnummer, sondern ich zahle deutlich drauf. Ehrenamtlich bzw aus Leidenschaft sind Proben und anderer Zeitaufwand, so ist das nun mal, und das machen wir alle gerne.

    Wenn eine Brauerei so entscheiden würde, könnte sie zusperren. Kostendeckung ist die Mindestanforderung, das sollte für Caterer wie Musiker so gesehen werden.

    So ist eben das Business

    So argumentieren in einigen Branchen mittlerweile sogar Arbeitgeber, um Arbeitsrecht auszuhöhlen und ihre Gewinne zu maximieren. Ist das dann für dich auch ok?

    warum auch nicht, wenn Profis das oft nicht besser können als man selbst.

    Oha, dann hatte ich wohl das Pech, immer ausgerechnet die wenigen schlechten Hobbybands erwischt zu haben 😉

    Natürlich gibt es Amateure, die ähnlich professionell drangehen wie Profis. Und es gibt erstaunlich unprofessionelle Berufsmusiker.


    Aber ohne Profimusiker mit fairer Bezahlung gäbe es vieles nicht, was wir tagtäglich an Kultur konsumieren. Berufsmusiker machen nämlich nicht nur Rock und Metal wie so mancher Hobbyist, sondern sorgen durch ihre Skills für Opern-, Theater- und Musicalgenuss, spielen Soundtracks ein, begleiten die Stars auf Tourneen und bilden unsere Kinder aus. Dir fällt sicher noch mehr ein.


    Du hast natürlich Recht, niemand wird gezwungen, von der Musik zu leben. Aber wenn ein Großteil aller Musiker kapieren würde, dass von einer "Veranstaltung mit Gewinnerzielungsabsicht" auch die Musiker nen Teil vom Kuchen abbekommen müssen, hätten die Profis ein besseres Leben.


    Analog könnte man der Brauerei XY ja mal vorschlagen, ihr Bier bei Rock Im Park gratis anzubieten, weil damit ihre Bekanntheit zunimmt. Begründung z.B. "Das Bier habt ihr doch eh schon gebraut, und ihr zahlt keine Standgebühren, ist ne riesen Chance!"

    Ach ja, ich hab schon leckeres Bier von Hobbybrauern probiert, die können's durchaus auch 😉

    4000 Leute sind relativ gesehen tatsächlich nicht sooo viel.

    Als ich das erste (und einzige) Mal in der Stadthalle Offenbach auf der Bühne stand, war ich ziemlich beeindruckt, nach wie vielen Leuten sich das angefühlt hat. Ist was anderes als Open Air oder Festzelt, wo das Auditorium nie völlig dunkel ist wie in Hallen.

    die Bekanntheit steigt und es ergeben sich neue Möglichkeiten (...) Wer da noch meint, auf eine Gage bestehen zu müssen, hat etwas Grundlegendes überhaupt nicht verstanden

    Sorry, für mich hat das was von typischen Filmkomparsen, die darauf hoffen, auf dem Weg entdeckt zu werden. Und da weiß ich sicher, wie es läuft. Für Komparsen interessiert sich am Set kein Mensch, die stören eigentlich nur, aber man braucht sie halt fürs Bild.


    Ich fürchte, bei lokalen Vorbands könnte es ähnlich gelagert sein. Man braucht sie irgendwie, um dem Main Act die Bühne zu bereiten, aber sie sollen ihm nicht die Show stehlen, und das alles darf natürlich nichts kosten. Als fester Support Act auf der gesamten Tour sieht das anders aus, aber dem "Local Lückenfüller" gebe ich eher geringe Chancen. Auf wessen Seite die Verständnisprobleme liegen, ist imho nicht so eindeutig zu beantworten 😉

    Für mich ist der Aufbau beinahe irrelevant, da ich sowieso permanent variiere. Bevorzugte Konfiguration ist 1 up 1 down, aber selbst da kommt es aufgrund unterschiedlicher Kesselgrößen und restlichem Aufbau zu Verschiebungen.


    Zum Üben ist mir beinahe jede Konfiguration recht, entscheidend ist vor allem die Pedaleinstellung und die Stimmung der Snare. Ein tiefer, pappiger Rockeimer ohne Knack und Rebound taugt mir halt nicht zum Üben.

    Mir ist die Info zu dünne. Wie hoch ist der Aufwand für die Band? Fallen Reisekosten an? Ist tatsächlich zu erwarten, dass die Band in irgendeiner Form davon profitiert?


    Meine Erfahrung ist bisher, dass sich solche Engagements nicht auszahlen. Machen würde ich es trotzdem, wenn der logistische Aufwand wirklich gering und das Catering wirklich üppig ist. Alleine die Erfahrung, vor tausenden von Leuten zu spielen, hab ich schließlich noch nicht oft gemacht. Ansonsten überlasse ich das Feld gerne naiveren Bands.


    Für mich gilt dabei der Grundsatz, dass es im seltenen Einzelfall ok sein kann, zu Null rauszugehen, aber ich bringe kein Geld mit, um irgendwo zu spielen.

    Oh, das ist schade. Mir schien das für dich immer so ein Herzensprojekt zu sein, dessen Lücke gar nicht so leicht zu schließen ist. Auch wenn du mit deinen Skills und deiner Erfahrung mit Sicherheit keine Schwierigkeiten haben dürftest, was adäquates aufzutun. "In jeder Trennung liegt auch eine Chance", könnte man da jetzt schlaumeiern.

    Edit: Dany hat die schöneren Worte zum Schluss gewählt 😉

    Wenn ich mein großes Set so aufbauen möchte wie du, verwende ich aktuell an Hardware:


    1 Doppeltomhalterung auf der Bassdrum mit extra Beckenarm für ein Splash

    1 Beckenständer für jedes Crash/Ride

    1 Multiclamp mit extra Tomarm

    1 Multiclamp mit extra Beckenarm

    1 Snareständer

    1 Hihat

    BD-Pedal


    Finde das recht überschaubar und gut handlebar. Theoretisch könnte man mit Doppel-Cymbalstands den Footprint weiter reduzieren, habe ich bislang aber nicht für nötig gehalten. Meist nutze ich eher ein bis zwei Becken weniger als du.


    Insgesamt zeigt auch dieser Chatverlauf mal wieder, dass die Frage so individuell ist wie ein Fingerabdruck. Jeder Drummer hat nen anderen Aufbau, ein anderes Anforderungsprofil, ein anderes Transportfahrzeug und nen anderen Geschmack. Ne pauschale Empfehlung könnte ich nie aussprechen.

    Ich spiele von Zeit zu Zeit einen Aufbau, der deinem sehr ähnelt, war aber nie ein Racknutzer. Daher kann ich dir nicht sagen, was besser wäre, würde wohl auch kaum mit der Stoppuhr ermitteln, was schneller auf- und abzubauen ist.


    Aber zumindest funktioniert der Aufbau ohne Streß ganz ohne Rack, und ich habe mich noch nie ertappt, mir ein Rack zu wünschen. Der eindeutige Vorteil des Ständerwaldes ist imho die größere Flexibilität, den Aufbau ohne Planung ad hoc zu verändern, und das kommt bei mir häufig vor. Beengte Platzverhältnisse lassen nicht immer den gleichen Fußabdruck zu, da hilft mir das schnelle rumschieben einzelner Ständer stellenweise schon weiter. Und der Platzbedarf für den Transport des Racks scheint ja auch höher zu sein, wenn ich die Aussagen hier richtig lese.


    Ansonsten wäre mein Rat, mach so, wie es sich für dich sinnvoll anfühlt. Oder wie es dir optisch besser gefällt ;)

    Mich beschäftigt gerade die Frage, ob man Gefühl üben kann

    Hmm, finde ich nicht mit einem Ja oder Nein zu beantworten. Feeling lernen kann man definitiv, dazu gehört aber, wie Drum Bee schrub, nicht nur Spielen, sondern auch Hören. Üben im Sinne planbarer Ziele mit messbarem Fortschritt? Eher nicht, denn für Feeling gibt es keine Referenz. Wie oft attestieren wir Musikern ein ganz "eigenes" Feeling? Haben die dann effektiver geübt? Oder eher in die "falsche" Richtung?


    Manchmal kann man Feeling erst durch die Beherrschung bestimmter Techniken entwickeln. Häufig sagt man technisch versierten Drummern aber auch nach, zu viel Technik und zu wenig Feeling zu haben, als sei es ein Widerspruch. Was jeder Einzelne bei einem Stück fühlt, ist eh höchst unterschiedlich. Gibt es sowas wie DAS Feeling vielleicht gar nicht?


    Im Gegensatz zu TripHops und Seelanne finde ich Trommeln für mich alleine ohne Kontakt zu anderen Musikern so ziemlich das langweiligste, was ich mir vorstellen kann. Klar, um meine Technik zu verbessern, bleibt auch das unumgänglich. Gute Musik entsteht aber doch immer durch das Zusammenspiel mehrerer Instrumente, selbst wenn es nur wie bei ner Batucada n Haufen Trommler sind. Die Magie entsteht bei mir erst, wenn man im Ensemble eine gemeinsame Sprache der Musik findet, ohne fehlt der Kern der Musik. Und wenn dann noch die Interaktion mit Publikum dazu kommt, geht die Sonne auf.


    Deshalb würde ich denken, um wirlich solides Feeling entwickelnzu können, sollte man schon in Bands spielen, statt nur für sich alleine zu trommeln.

    Ich kann etwas nahezu perfekt spielen, aber das Spielgefühl ist noch nicht da.

    Ich denke, das könnte eine direkte Folge deiner fehlenden Banderfahrung sein, und mein (hartes) Urteil wäre wohl, wenn das Spielgefühl nicht da ist, ist dein Trommeln eben noch weit von Perfekt entfernt, selbst wenn du halbwegs verlässlich auf dem Click bist. Was nicht bedeutet, dass du nicht zufrieden sein darfst mit deiner Leistung. Aber ein Musikstück perfekt zu spielen, heißt eben so viel mehr, als nur die richtigen Noten an der richtigen Stelle zu spielen. Nur ist unser Leben meist viel zu kurz, um all das zu erreichen, von dem wir wissen, dass es für Menschen erreichbar ist 😉


    Seit ich aufgehört habe, am Set son Quatsch wie Polyrhythmik zum Quadrat und andere praxisferne Eskapaden zu trainieren, und stattdessen versuche, mit dem was ich kann entspannter Musik zu machen und den Rest einfach weglasse, überzeugt zumindest mich das Ergebnis mehr.

    Puh, da würde es mir ähnlich gehen wie dir, es gibt wenig gutes, was mir im Radio auffällt, und meist höre ich eh Sender, die viel Classic Rock spielen.

    Trotzdem noch die Frage, die mir fehlt. Covern bedeutet ja nicht automatisch, Hits rauf und runter zu spielen, manche Coverbands beschränken sich sogar bewußt auf wenig bekannte Nummern. Andere versuchen ne Mischung aus bekannten und unbekannten Songs. Ausschließlich Gassenhauer bedienen ja typischerweise solche Top40-Bands, die dann Samstag Abend auf Dorffesten Party machen. Wo seid ihr angesiedelt?

    Hab nur ich so mühsame Bands??

    Ich glaube, dass es sicher noch andere so "unprofessionelle" Bands gibt, aber man kann das definitiv besser hinbekommen.


    Fängt für mich bei dem Bewusstsein an, auf Augenhöhe mit Veranstaltern zu kommunizieren, statt sich wie Bittsteller zu fühlen. Der erste Schritt nach erfolgter gegenseitiger Kontaktaufnahme sollte sein "Was brauchen WIR, um bei euch spielen zu KÖNNEN?". Ein durchdachter Rider kann helfen, hier frühzeitig Klarheit zu schaffen. Vor der Zusage sollten auf jeden Fall die Rahmenbedingungen grob geklärt sein. Manche Veranstalter sind erfahren und hoch professionell, andere gedankenlos und unorganisiert, und je mehr ihr schon im Rider definiert, umso weniger kann der Veranstalter nachher behaupten "sorry, wir wussten gar nicht, dass ne Band sowas braucht."

    Sofern es nen Vertrag gibt, würde ich auch immer reinschreiben, dass der Rider Vertragsbestandteil ist, denn dann muss der Veranstalter dafür sorgen, die nötige Technik bereitzustellen. Meist klärt man dann die Feinheiten ein paar Tage vorher noch mit dem Techniker vor Ort und sollte dann halbwegs frei von Überraschungen sein.


    Generell muss man als Band eben auch nen gemeinsamen Nenner finden, was man mitmacht und was nicht. Den von dir beschriebenen Gig würden wir zum Beispiel gar nicht zusagen, ohne wenigsten ne klare Ansage zur Gage und zur Gesamtzeit inkl Auf- und Abbau bekommen zu haben. Und solche Sachen werden nicht zugesagt, ohne dass ALLE ihr OK gegeben haben. Wenn irgendein Bandmitglied das übergehen würde, würde ich freundlich entgegnen "So, und jetzt rufst du nochmal an und ziehst die Zusage zurück, weil du erst nen Aushilfsdrummer finden musst. Ich spiel den Gig nämlich so nicht."

    Glaub mir, das passiert dem nicht nochmal :D


    Intern muss man solche Sachen halt offen und konstruktiv diskutieren. Jeder hat unterschiedliche Belastungsgrenzen, und das sollte ne Band ernst nehmen.


    Zum Thema Aufbau: du baust dein Set backstage schon auf und musst es in der Umbaupause dann nur auf die Bühne tragen. Dauert keine 5 Minuten bei mir. Und wenn vorher und nachher keine Drummer spielen, kann der Tech sogar die Clipmics schon anbringen. Alles andere wär Unfug, und mein Set von 16:00 bis VA-Ende für ne halbe Stunde Spielzeit auf der Bühne stehen lassen zu müssen, wurde von uns früher so kommentiert: "Fällt aus wegen is nich!"

    Wird das Material dadurch nicht abgeschirmt und nutzlos? Da die Schallwellen einfach an der Folie reflektieren?

    Nein, das reflektiert den Schall in etwa wie ne Zeltplane, nämlich gar nicht. Sonst wärs ja aufm Campingplatz mucksmäuschenstill. 😉

    Der größte Nachteil ist der Umgang mit den feinen Fasern der Steinwolle, wenn man zu viel daran rumrupft.

    Hab mir ähnliches mal mit Holzrahmen und Steinwolle gebaut. Vergleichbare Konstruktion, vergleichbarer Effekt, mit Stoff bezogen auch optisch vergleichbar, aber vermutlich relevant günstiger als Basotec/Alu.


    Übrigens ein seeeehr cooler Raum, den du da hast :thumbup:

    Die festsitzenden Scharniere am Fersenteil waren in der ersten Generation mWn öfter mal Thema und wurden von Sonor anstandslos instand gesetzt. Kam bei mir zumindest nicht vor.


    Aber meine Kugellager finde ich tatsächlich nicht optimal. Lässt sich der Tausch problemlos von jemandem durchführen, der noch nie ein Lager gewechselt hat? Braucht man irgendwelche besonderen Werkzeuge dazu? Oder rätst du von dieser Art Experimentierfreude eher ab?

    Idealerweise hätte ich gerne etwas mit Zahnung

    Ich verstehe deinen Wunsch, und aus bereits genannten Gründen kann sich das mit der absolut waagerechten Aufstellung beißen. Wobei ich mich tatsächlich frage, weshalb dir das so wichtig ist, dass du sogar mit der Wasserwaage nachmisst. Wenn wir Drummer nur ein Viertel so präzise spielen würden, wie wir verbindlichen Aufbau fordern, wäre die Welt voll von hervorragenden Drummern ;)


    Aber egal, die von mir verlinkten Sonor-Ständer haben auch keine Rasterung, halten aber wirklich eisern ihre Position. Ich verwende einen meiner beiden, um meinen Gitarrenamp draufzustellen, und der ist vermutlich noch schwerer als ne Glockenbronze-Snare. Da wandert echt nix mehr. Und man bekommt sie relativ regelmäßig gebraucht angeboten, zwar nicht ganz billig, aber die Dinger sind auch unkaputtbar und toll verchromt. Meine beiden aus den 80ern sind immer noch in super Zustand und richtig "heavy duty".

    mein altes Sonor Snarestativ könnte deine Bedingungen erfüllen!

    Genau das dachte ich auch, und für tonnenschwere Bell Brass gibt's die auch in der doppelstrebigen Phonic (Plus)- oder Signature-Variante (zugelassen bis 2 Tonnen ;) )


    Gerade bei #Kleinanzeigen gefunden. Wie findest du das?

    https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/sonor-phonic-snarestaender/3427979725-74-21051?utm_source=sharesheet&utm_medium=social&utm_campaign=socialbuttons&utm_content=app_android


    Der Sonor-Schnellverschluß ist imho bei Snareständern übrigens das coolste Feature ever.