dass jemand, der nicht regelmäßig in der Big Band oder Jazz Ensemble spielt, sich dabei trotzdem "wohlfühlt"
Das ist mit Sicherheit nicht unmöglich, nur bedeutet "sich wohlfühlen" ja noch nicht automatisch, dass sich auch Mitmusiker und Zuhörer wohlfühlen 
Um einen Stil nicht nur unfallfrei, sondern auch geschmackvoll trommeln zu können, braucht's bei mir neben Spaß zum Beispiel irgendein gefühlsmäßiges Verständnis, und dazu muss ich mich erst mal näher damit beschäftigt haben. Ich hasse es beispielsweise, wenn Jazzbands ständig Latin Zeugs spielen wollen, weil ichs einfach nicht kann. Also ja, technisch kann ichs faken, aber es fühlt sich innerlich nicht wie Latin an, sondern wie ne deutsche Kartoffel, die gezwungen wird, Latin zu spielen. 
Ich hatte das beim Thema Jazz kürzlich mal woanders aus Spaß gesagt, aber so ein "Jazz Workshop" bei einem von euch "echten Jazzern" im DF wäre richtig super!
Haha, mein Workshop wäre vermutlich schnell zu Ende, um es mit einem Zitat von Wolfgang Haffner zu beschreiben: "haust schee nei, kimmt's schee raus"
Auch wenn ich hier im DF eher für die Jazzer stehen dürfte, ich sehe mich in keinster Weise als "echten Jazzer", auch wenn ich seit 20 Jahren viel im Jazz unterwegs bin. Ich hab halt mittlerweile verschiedene Jazz-Richtungen "auch" ganz gut im Griff und weiß, was echte Jazzer von mir hören wollen. 😉
Ich glaube ehrlich gesagt eh, einen passablen Jazzdrummer zeichnet nicht aus, das er technisch besonders versiert ist, sondern dass er schnell hört und versteht, wie ALLE anderen in der Band phrasieren. Man sollte einfach nen guten Zugang zur Melodie haben, denn der größte Unterschied zwischen Jazz und Rock/Pop ist, dass Jazzdrumming im engeren Sinn (also alles mit Spang-a-lang auf dem Ride) nicht patternorientiert ist. D.h. anders als im Rock werden keine ein- oder zweitaktigen Groovepatterns endlos wiederholt und nur von Fills unterbrochen.
Comping folgt der Melodieführung und spannt dabei natürlich nen größeren Bogen. Als Drummer hab ich dabei Spielräume, welche Synkopen ich vom Solisten abnehme, welche ich eher von der Pianobegleitung aufgreife, oder wo ich vielleicht eher ne Art Backbeat dagegen setze. Aber zumindest ich folge dabei viel mehr der "Erzählung" der übrigen Musiker, als dass ich nur das rhythmische Fundament lege.