Beiträge von trommla

    Klären wir doch erst mal, was du willst.

    Ja bitte!!!


    Jeder bisher mitschreibende scheint dein Ziel anders zu lesen. Und dein Beispielsatz scheint mehr Fragen als Antworten aufzuwerfen.


    Mal uns doch mal in Noten auf, was dir vorschwebt. Ich bin zwar der falsche Ratgeber, weil ich ungerade Metren nicht zähle oder spreche, sondern ne Melodie singe.


    Aber da ich relativ viel ungerade übe, um den Kopf zu triezen, interessiert mich, worum es dir geht.

    Die wenigsten Musiker sind meiner Erfahrung nach unselbstständig beschäftigt.

    Ich muss da noch mal nerven. Ist das wirklilch so, oder gibt es einfach nur keine Schnittmenge der beiden Universen? Empfindet vielleicht der Orchestermusiker am Ende sogar anders herum? Ich kenne beispielsweise nur einen einzigen nicht im Ruhestand befindlichen Orchestermusiker und habe noch nie mit einem fest angestellten Musiker zusammengespielt. Trotzdem gibt es sie zweifelsohne, hinzu kommen Kammermusikensembles, Theater-, Musical-, TV-Produktionen etc. pp.

    Gerade in künstlerischen Berufen sind befristete Festanstellungen in solchen Bereichen nicht komplett exotisch. Wer nebenbei auch gelegentlich frei tätig ist, den nehmen wir vielleicht gar nicht als Angestellten wahr, gleichwohl ist er es. (bitte immer auch die weibliche Variante mitdenken ;) )

    Sogar Lehrer sind häufig Selbstständige....

    Vor dem Herrenberg-Urteil stimmte das sicherlich, aber wie ist der Stand seitdem? Haben die Schulen alle das Problem vor sich hergeschoben und weitergemacht wie bisher? Selbst die verlängerte Übergangsregelung hilft ja nicht, denn geschützt sind doch nur die Verträge, bei denen gutgläubig von Selbstständigkeit ausgegangen wurde. Seit 2022 müssten also alle Neuverträge auf SV-pflichtige Anstellungen rauslaufen, die "alten" peu a peu korrigiert werden.

    Gegenfrage: du sprichst nicht von einer Akzentverschiebung, also in einem 5er Takt alle 4 Schläge fortlaufend zu akzentuieren?


    Mir ist nämlich überhaupt nicht klar, was dir dein Wortspiel bei einem wirklichen 4 gegen 5 bringen könnte. (Gut, mir ist auch nicht klar, wozu man sowas überhaupt bräuchte, vielleicht versteh ich's deshalb nicht. Thema Vergeistigt und so)

    Tolles Remake von einem ikonischen Song

    Ich denke, früher hätte mich das mehr abgeholt. Mittlerweile läuft einem ständig irgendwo ne perfekte Tributeband übern Weg, bei mir bleibt da inzwischen die Faszination schon fast aus. Aber ich freue mich, dass du mich daran erinnerst, die alte Scheibe (original!!) mal wieder aufzulegen :)

    Bidddee was ???? 😀


    Also, vielleicht noch mal um das babylonische Sprachgewirr hierzu entwirren

    Ich glaube tatsächlich, dass wir einfach aneinander vorbeischreiben. Ich lese die Quintessenz der Allensbach-Studie folgendermaßen:

    Wieviel Geld haben Menschen, die sich selbst als Berufsmusiker bezeichnen, durchschnittlich monatlich zur Verfügung, und womit werden diese Einnahmen generiert?


    Die KSK verstehe ich dagegen so:

    Welche Einkünfte erzielen freiberufliche Musiker aus ihrer originären künstlerisch-kreativen Tätigkeit?


    Das Delta zwischen beiden Betrachtungen entspricht möglicherweise in Teilen dem, was Musiker sich hinzuverdienen müssen, um mit (oder trotz) ihrer Kunst überleben zu können ;)


    Der Kollege hat meine Intention perfekt auf den Punkt gebracht:

    ..und egal wie Du's würfelst: Es bleibt was für Enthusiasten und Leidensfähige....selbst wenn Du bei Pink mit auf der Bühne stehst...

    Seelanne

    Die erste Studie hatte ich eingebracht, nicht der Kollege Sonorfan. Natürlich weiß aber auch ich nicht, wie exakt diese Zahlen zustande kamen. Es ging mir nicht um eine wissenschaftliche Auseinandersetzung, sondern um eine Darstellung der Dimensionen, wenn man hier "Profimusiker=Dave Weckl" gelten lässt.


    Insofern lag mein Fokus mehr auf der grundsätzlichen Glaubwürdigkeit der Quelle, bezogen auf die Erfassung der deutschen Musiklandschaft. Die bislang genannten Zahlen spiegeln durchaus wider, was ich in den letzten Jahrzehnten in der Musikbranche so kennen gelernt habe. Die extrem heterogenen Bedingungen lassen sich eh nicht so richtig abbilden, und mittlerweile muss man auch noch Einkünfte durch Social Media berücksichtigen. Wo ist denn der "Musik-Influencer" mit hoher Reichweite beispielsweise einzuordnen? Sind das überhaupt noch Einkünfte aus Musikbetrieb?

    Die von Trommla zitierte Umfrage muss rein statistisch eine ordentliche Überbetonung von Musikern & Musiklehrpersonen haben, die festangestellt sind und nach TÖD oder vergleichbaren Tarifen bezahlt werden. Das ist allerdings die überwiegende Minderheit.

    Danke dir für die Ergänzung :)

    Klar, die KSK ist ein Angebot für Freelancer, da sieht es halt echt dann duster aus. In dieser Grafik aus deinem verlinkten Artikel wird das für 2026 noch detailliert aufgeschlüsselt, finde ich eindrucksvoll:

    Infografik: Freiberuflich Tätige in der Sparte Musik: Einkommensprognosen für das Jahr 2026


    Allerdings geben weitere Statistiken des MIZ nicht unbedingt wieder, dass die überwiegende Mehrheit der Musiker freiberuflich tätig sind. Außer du verstehst unter "überwiegend" alles, was über 50% liegt, dann hast du völlig Recht ;).

    Mir scheinen die verschiedenen Statistiken hier allerdings teilweise auch nicht kongruent zu sein.

    Drum Bee

    Ich wollte mit meinen Ausführungen auch nicht aufzeigen, dass Musiker die Ärmsten der Armen wären.


    Nur sind eben die wenigsten gehaltsmäßige Dave Weckls oder Anika Nilles'. Während man sich bei überwiegend angestellt ausgeübten Berufen, vielleicht noch mit Tarifbindung, im Vornherein einen guten Überblick über die Verdienstmöglichkeiten verschaffen kann, ist das bei freischaffender Kunst nur schwer möglich. Wer dann nur auf die Cocktailkirschen obendrauf schaut, bekommt ein hochgradig verzerrtes Bild.


    Und du hast ja die Zahlen vielleicht gelesen. Wenn Berufsmusiker einem nicht-musikalischen Nebenerwerb nachgehen, um auf durchschnittlich 2660,- Euro netto zu kommen, und wenn vielleicht mal angenommen - rein als Gedankenspiel - Berufsmusiker 30% ihrer Arbeitsleistung branchenfremd erbringen und dadurch 50% ihres Einkommens erwirtschaften, kämen sie umgerechnet bei 100% musikalischer Arbeit als Musiker und Musiklehrer auf nur noch 1900 Euro netto für die Ausübung ihres Kerngeschäfts. Und ob das dann in 40 Wochenstunden stattfindet, ist bei Freiberuflern ja immer so ne Frage.


    In der Gesamtschau kann man von 2660,- natürlich leben.

    Mit Glück meinst du wahrscheinlich, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein und von den richtigen Leuten gesehen zu werden.

    Exakt :)


    Ich schieb hier noch ein paar Zahlen nach, die den Alltag des Profimusikers in Deutschland verdeutlichen. Für das Jahr 2022 konnte ich eine Gesamtzahl von knapp 70.000 Berufsmusikern in Deutschland finden. Wenn wir überlegen, welche deutschen Drummer*innen (vermutlich) gehaltsmäßig in der Oberliga spielen, fallen mir spontan gerade ne Handvoll Namen ein, die international renommiert sind, als große Namen regelmäßig für Clinics o.Ä. gebucht werden und sich vermutlich ihren Platz am Futtertrog gesichert haben. Diese bei der Berufswahl als Maßstab für Musikereinkünfte zu nehmen, führt nicht nur in die Irre, sondern für manche in Frust und sogar Depressionen.



    (Quelle: Deutsches Musikinformationszentrum, Institut für Demoskopie Allensbach

    Stand: März 2023)


    70 % der Berufsmusiker*innen sind nicht nur künstlerisch tätig. Ihr Monatsnettoeinkommen liegt im Schnitt bei 2.660 Euro, mit deutlichen Unterschieden je nach Art der Erwerbstätigkeit und Geschlecht.


    Die Repräsentativbefragung stützt sich auf rund 650 mündlich-persönliche Interviews wurde im Auftrag des miz im November und Dezember 2022 vom Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführt. Sie bietet erstmals einen genreübergreifenden und bundesweiten Überblick zu Tätigkeiten, Einkommen und Ausbildungswegen von Berufsmusizierenden. Berücksichtigt werden dabei Arten der Erwerbstätigkeit, Versicherungsstatus und Geschlecht.


    Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass berufliche Mosaike für die Mehrheit der Berufsmusizierenden eher Normalität als Ausnahme sind: Nur 30 % leben ausschließlich von der Musik. 70 % der Berufsmusizierenden gehen zusätzlich zu ihrer musikalisch-künstlerischen Tätigkeit musikpädagogischen Tätigkeiten oder anderen Tätigkeiten nach, die nichts mit Musik zu tun haben. Besonders musikpädagogische Tätigkeiten spielen für viele professionelle Musiker*innen eine große Rolle: Fast jede*r Zweite übt neben der Berufsmusik noch musikpädagogische Tätigkeiten aus, besonders häufig Frauen und ältere Berufsmusizierende. Fast jede*r dritte Berufsmusizierende übt auch eine Tätigkeit aus, die nichts mit Musik zu tun hat, und dies überwiegend aus finanziellen Gründen.

    Ich glaube, solche Gedankengänge erklären, weshalb sich Menschen für eine Karriere als Profimusiker entscheiden und nach einiger Zeit erfahren müssen, dass sie eine Existenz nahe am Präkariat führen. Ein Flialleiter einer Supermarktkette managed auch ein Geschäft, aber seine Einkünfte unterscheiden sich nicht unwesentlich vom Konzernmanager.

    Die hier diskutierten Profidrummer sind die Spitze des Eisberges und ABSOLUT NICHT repräsentativ für den durchschnittlichen Berufsmusiker, auf den nicht selten der bekannte Spruch zutrifft: "Blöd, dass am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist".


    Die meisten freiberuflichen Profimusiker, die ich so kenne, wären übertragen auf Festanstellung vermutlich unter Mindestlohn beschäftigt, weil wie bei allen Selbstständigen viele Stunden auf notwendige Tätigkeiten entfallen, die in keiner Abrechnung auftauchen. Für uns Hobbymusiker gilt ganz selbstverständlich die Erwartung "Geübt wird zuhause, die Proben dienen dem Zusammenführen". Bei Profimusikern ist das nur leider nicht anders. Du wirst für ein Konzert für ein paar Hundert Euro Gage engagiert, häufig ohne extra Vergütung der Proben, und natürlich bereitest du dich zuhause gewissenhaft darauf vor. Mit An-und Abreise kommen schon am Veranstaltungstag 10 bis 12 Stunden zusammen, wenn nicht gleich aufgrund der Distanz eine Übernachtung fällig wird. Und dann bist du schnell bei 16 oder mehr Stunden. Rechnen wir mal noch eine entspannte Probe von 5 h dazu, und du überschreitest die 20 h. Bei 400 Euro Abendgage bleiben dir schon nur noch 20 Euro brutto Stundenlohn. Ich kenne reichlich Musiker, die regelmäßig auch für deutlich weniger Gage auftreten, teilweise für nen 50er Hutgeld.


    Viele finanzieren einen Grundstock über Unterricht, aber auch Instrumentallehrer sind ganz weit davon entfernt, Spitzenverdiener zu sein. Profimusiker wird man aus Leidenschaft, nicht aus Gewinnstreben. Wohlstand erreicht man als Musiker nur, wenn Fleiß, Persönlichkeit, Talent und Glück in perfekter Mischung hinzukommen.