Beiträge von trommla

    vor hundert Jahren oder so waren ja die damaligen Jazzstile die Pop- bzw. Tanzmusik, und es ging bei den Drumparts nicht um Frickeleien

    Wenn man sich das klar macht, dann verliert sich vielleicht etwas die Versagensangst. Jazz hat historisch nichts mit Virtuosität zu tun, sondern wie heute auch mit songdienlichen Grooves (auch wenn man es vielleicht damals nicht so nannte).

    Vor Kenny Clark hat man noch nicht mal ein Ridebecken dafür gebraucht 😉

    Hätte nicht erwartet, dass Finishes zum Zankapfel werden könnten. Ist doch gut, dass jeder nen anderen Geschmack hat, sonst gäbe es nur noch Einheitsschlagzeuge, wie Frisuren in Nordkorea :D

    Das hier aus Berlöbörg finde ich schon schick und es gehört mir sogar.

    Ui, soviel Gold und Glitzer, da würd sich der Donald freuen.

    Zumindest schreiben die Sonor-Jünger nicht so hart abwertende und beleidigende Posts wie dieses hier.

    Na da bin ich ziemlich entspannt, denn Sonor ist ja glücklicherweise kein zartes Persönchen, sondern ein Unternehmen mit entsprechenden wirtschaftlichen Interessen. Da kann es - in der Hoffnung, dass auch Sonormitarbeiter gelegentlich hier mitlesen - im Zweifel nicht schaden, ihnen deutlich zu vermitteln, dass etwas weniger polarisierende Finishes ihnen vielleicht neue Kundenkreise erschließen könnten. Gut klingende Sets kann Sonor ja nun wirklich bauen.

    Ich würde ja tatsächlich (eigentlich immer) gerne mal mitmachen, am Ende ist es dann aber nicht so sehr der technische Aufwand, sondern ein bisschen die Bequemlichkeit, mich nicht extra dafür ein paar Stunden in den Proberaum begeben zu wollen, um statt zu üben irgendwelche Playalongs mit schlechtem Sound einzuspielen. Ich glaube tatsächlich, hätte ich die nötige Peripherie schon am Start, wäre die Motivation größer. Zwar fehlt mir eigentlich nur ein vernünftiges Interface zum Glück und ne DAW, aber das Zeug in Grundzügen anwenden zu können, erfordert trotzdem erst mal etwas Zuwendung.

    Nächstes Wochenende könnte vielleicht sogar klappen, ich versuch mir mal nen Schlachtplan zurechtzulegen :thumbup:

    es gibt schon einige sehr schicke SQ2-Finishes

    Ja da müsst ma jetza wohl nach Bäd Börlibörg fahren, um sich das mal in Echt anzusehen. Oder nach Treppendorf in der Hoffnung, dass sie dort ein paar Muster haben. Wär aber kaum weniger Fahrerei.

    Glücklicherweise bin ich grad net auf der Suche nach nem neuen Set.


    Wobei, für meine Rockabilly_Band vielleicht jenes?

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    Im sq2 Konfigurator finde ich eine Reihe von schönen Holzfinishes, auch wenn natürlich keines mit dem originalen Makassar mithalten kann.

    Das ist natürlich immer ne Geschmacksfrage. Hab mir gerade mal die Furniere bei Sonor angeschaut. Mich holt da einfach nix so richtig ab, weder Finishes noch Kesselhardware. Klar sieht das live vermutlich beeindruckender aus, aber wenn ich die Wahl hätte, wäre ich schnell durch, weil mich außer den Sparkle-Lackierungen wenig anspricht.

    Würdest du diesen Track hier denn eher als Bepop oder als Jazz oder Swing bezeichnen? Bzw. als welches Subgenre?

    Das ist eher ne Frage an die Musikwissenschaftler unter uns. Mich erinnert es am ehesten an Westcoast-Jazz, was ja in der Musiktheorie gerne als Subgenre des Cool Jazz gesehen wird. Finde ich aber bei ner neuen Einspielung generell nicht ganz einfach, denn solche Klassifikationen haben ja auch immer mit der Zeit zu tun, in der die Strömungen aufkamen.

    Wenn heute jemand ein Stück im Stil der 50er einspielt, bleibt es ja trotzdem meist nicht frei von jüngeren Einflüssen. Ist es dann noch richtig, es überhaupt einem bestimmten historischen Stil zuzuordnen?


    Bebop oder Swing ist dein Playalong in meinen Augen jedenfalls beides nicht. Gibt's ol'pete eigentlich noch? Der könnte es uns vielleicht verraten, er war ja damals irgendwie schon dabei ;)

    Marius' Tipps sind schon hilfreich, aber das hier stimmt nur bedingt.

    Die Bassdrum wird wenig bis z.T. gar nicht gespielt, der Bassdrum-Sound ist zurückhaltend.

    Es ist durchaus erlaubt, die Bassdrum sanft durchlaufen zu lassen. Für manches ist es sogar sinnvoll, gerade im Bigband-Swing und allgemein in "alten" Stilen ist es sogar eher die Regel als die Ausnahme. Aufgrund der zurückhaltenden Spielweise (wird auch als "Feathern" der Bassdrum bezeichnet) nehmen wir es nur meist nicht unmittelbar wahr. Leider wird nur von vielen Nicht-Jazzern Jazz gerne mit Bebop gleichgesetzt, wo dieser Binse stimmen mag, was aber natürlich deutlich zu kurz gesprungen ist.

    Edit: ups, jetzt bin ich beim Schreiben zu oft unterbrochen worden, ist ja schon alles gesagt von meinen Vorrednern :huh:

    mich persönlich hat trommlas Beitrags zu meiner „verrocken“-Frage eher abgeschreckt

    Sorry, das war überhaupt nicht meine Intention. Ich dachte einfach, in den bisherigen Challenges war trotz des vorhandenen Interpretationsspielraums ja schon immer der Ehrgeiz, sich der Aufgabe anzunähern, und ich dachte einfach, das sei hier ähnlich. Dein Ansatz schien mir eher zu sein "ich nähere die Aufgabe meinen Fähigkeiten an" ;)

    Aber was spricht denn dagegen, nen ganz einfachen Swing zu spielen? Das geht sogar, wenn du auf dem Ride einfach Viertel durchspielst, da braucht es gar kein Ding Ding Di Ding. Du wirst dich wundern, wie schnell bei luftig-leichter Spielweise alleine die Hihat auf 2 und 4 schon den Swing erhält, wenn du nur vereinzelt mal ne Synkope mit der Snare einstreust.

    Das ist eine Nische die nicht viele bedienen können/wollen, und die wenigen, die es tun, sind da (vielleicht?) ganz gut drin und es kommt oft so rüber als "ihr bummtschakdepperln habts ja keine ahnung". ich will da jetzt auch niemand bestimmten ansprechen, es ist generell oft so.

    Hast du wirklich den Eindruck? Dass es nicht viele hier gibt, die sich mit Jazz beschäftigen, stimmt zwar, ich habe aber glaube noch NIE irgendwas überhebliches hier im DF gelesen. Alten Jazzern wird das zwar nachgesagt, und das sicher nicht ohne Grund. Aber heutzutage sind Stile viel durchlässiger, es gibt viel mehr Musiker, die Jazz, Rock, Pop und Klassik verstehen, und außerdem sind selbst die ältesten hier im Forum zu jung, um zu den "alten Jazzern" zu zählen. Da reden wir imho von der Generation 80+.

    Wenn ich die vielen verschiedenen Geschmäcker hier so auf mich wirken lassen, überrascht es umso mehr, dass sich ein Hersteller wie Sonor immer mehr von Vielfalt verabschiedet und man bald froh sein kann, überhaupt noch ein schönes Finish zu finden.

    Die klobigen Böckchen sind zwar nicht die schönsten

    Iwo, das sind Klassiker ;)

    Das alte Camco-Design von George Way.


    DW ist halt immer irgendwie dicke Hose, finde ich. Beim GoAnywhere dachte ich mir immer,dass ich mal ein DW spiele, hätt keiner erwartet.

    Top-Endorser haben den Vorteil, dass sie sich für jede Tour ein neues Set hinstellen lassen können. Pinke Sets oder Artwork wie bei Nicko will ich zuhause nicht stehen haben, aber für ne kurze Welttournee kann man das mal machen. 😉


    Ich persönlich stehe voll auf Understatement. Auffallen um jeden Preis war nie mein Ding, und mit Sets, die primär darauf abzielen, luxuriös zu wirken, ist bei mir kein Eindruck zu schinden. Deshalb bin ich voll bei danyvet und ihrer Abneigung gegen DW.

    Ich les immer "knallen". Seine Band macht doch keinen Heavy Metal Country, da geht's in der Regel gut ohne Gußreifen und brachiale Rim Shots. Und ne Vintage-Snare mit Gußreifen mag ich mir auch gar nicht vorstellen, wär ein echter Stilbruch...

    Stave ist nochmal eine ganz andere kiste, weil viel dicker vom Kessel.

    Sicher, ändert aber nicht arg viel an meiner Aussage ;)

    Stellschrauben gibt's genug, um der Snare ausreichend Biss zu verleihen, zumal Country-Rock kein Genre ist, bei dem ne Snare besonders gefordert ist, sich durchzusetzen. Ein etwas "oldschooligerer" Sound sollte da funktionieren. An der runderen Gratung wird's gewiss auch bei Sperrholz nicht scheitern.


    Oft ist einfach die Stimmung zu tief und nimmt der Trommel dadurch die Durchsetzungsfähigkeit, ist meine Erfahrung. Das trifft sowohl auf Toms als auch Snare zu. Man muss sich zwar eventuell nen Moment an's neue Spielgefühl gewöhnen, aber das wäre mein erster Ansatz, und der ist sogar völlig gratis. (Nir-Z hat in dem Video schon auch ein paar mal an den Schrauben gedreht, das ist teilweise ein recht hohes Tuning in manchen Tracks)

    Runde Gratungen ziehen automatisch die Höhen raus aus dem Klang und die Höhen sind das, was vermutlich im Mix bei dir zuwenig ist, um die Snare "knallen" zu lassen.

    Da wird glaube ich wieder mal aus einer Mücke ein Elefant gemacht. Ich habe eine Stave-Snare mit runder Gratung, denen es gewiss nicht an Knack u. Transparenz im Klang fehlt, tatsächlich ist sie dabei noch mega sensibel. Nur dominiert das Klingeln im Sound nicht wie bei vielen "scharfkantigeren" Snares ohne Dämpfung.


    Jede Snare ist natürlich individuell, aber jedes Moongel hat mehr Einfluss auf den Sound als die Form der Gratung, da müsste ja jede gedämpfte Snare komplett absaufen.

    Die eigentliche Frage war ja: Schaffe ich mit einer Starphonic, was mit der Sonor Vintage nicht geht? Und wenn ja, welche sollte ich am ehesten probieren?

    Auch wenn du jetzt nicht den größten denkbaren Fuhrpark hast, wäre meine Antwort darauf ein deutliches Nein.

    Selbst die Sonor Vintage sollte bei entsprechender Befellung, Stimmung, Spielweise und Abnahme nicht dazu führen, dass sie im Mix zu wenig durchkommt. Wenn du hinterm Set einen ausgewogenen Eindruck hast, lässt sich der auch nach außen transportieren, und das hat, zumindest bei mir, mit noch jeder Snare funktioniert. Wie schon jemand schrub, gibt es noch reichlich Stellschrauben (andere Felle, anderer Teppich, Stimmung, Teppichspannung, Mikrofon, EQing), die deiner Sonor auf die Sprünge helfen dürften. Ebenso sind vermutlich deine übrigen Snares noch nicht ausgereizt, es bleiben zig Optionen.


    Meine persönliche Einstellung ist, das Geld für ne Starphonic, immerhin mindestens an die 600 Euro, ist sinnvoller aufgehoben bei irgendwas, das der Familie zugute kommt. Zumindest habe ich das damals so gesehen und mir wirklich nur geleistet, was wirklich für die Musik benötigt wurde. Spaßkäufe finden erst wieder gelegentlich statt, seit meine Mädels groß sind und eh ihr Ding machen.

    danyvet

    Bist du vor der Deadline zufällig in München? Wir könnten ne Kooperation für die nächsten beiden Challenges machen. Ich geb dir nen Crashkurs in Swing und Reggae, und du mir in Audio Engineering ^^

    Meine Skills hören jenseits der Mikrofone auf.

    und manchmal kommt die snare gefühlt "irgendwo"

    Das ist tatsächlich gar nicht so random. Comping ist das Zauberwort. Snare und Bassdrum sollten die Melodie- oder Harmonieführung unterstützen. Deshalb hat man bei guten Jazzern oft den Eindruck, selbst ungeprobt schnell zusammenzufinden, da ja die üblichen Standards bekannt sind und alle das vorgegebene Thema umspielen.

    Im Jazz ist eigentlich alles erlaubt.

    Sorry, das kann auch nur von Leuten kommen, die noch nie Jazz gespielt haben. :/

    Jazz ist ungefähr so vielgestaltig wie Metal, du spielst doch auch nicht auf alles nen Blastbeat? Und "im Jazz" geht's tatsächlich häufig um Improvisation und Spontanität, da ist Zuhören für's Zusammenspiel extrem wichtig. Würde jeder einfach machen, was ihm grad in den Sinn kommt, wäre es arg.


    danyvet 4/4 drüberklopfen kannste schon machen, in der Schule wäre das dann vermutlich ne 6 wegen Themaverfehlung, wenn dir nicht irgendwelche Synkopen gerade so das Bestehen sichern :P