Beiträge von trommla

    Mich beschäftigt gerade die Frage, ob man Gefühl üben kann

    Hmm, finde ich nicht mit einem Ja oder Nein zu beantworten. Feeling lernen kann man definitiv, dazu gehört aber, wie Drum Bee schrub, nicht nur Spielen, sondern auch Hören. Üben im Sinne planbarer Ziele mit messbarem Fortschritt? Eher nicht, denn für Feeling gibt es keine Referenz. Wie oft attestieren wir Musikern ein ganz "eigenes" Feeling? Haben die dann effektiver geübt? Oder eher in die "falsche" Richtung?


    Manchmal kann man Feeling erst durch die Beherrschung bestimmter Techniken entwickeln. Häufig sagt man technisch versierten Drummern aber auch nach, zu viel Technik und zu wenig Feeling zu haben, als sei es ein Widerspruch. Was jeder Einzelne bei einem Stück fühlt, ist eh höchst unterschiedlich. Gibt es sowas wie DAS Feeling vielleicht gar nicht?


    Im Gegensatz zu TripHops und Seelanne finde ich Trommeln für mich alleine ohne Kontakt zu anderen Musikern so ziemlich das langweiligste, was ich mir vorstellen kann. Klar, um meine Technik zu verbessern, bleibt auch das unumgänglich. Gute Musik entsteht aber doch immer durch das Zusammenspiel mehrerer Instrumente, selbst wenn es nur wie bei ner Batucada n Haufen Trommler sind. Die Magie entsteht bei mir erst, wenn man im Ensemble eine gemeinsame Sprache der Musik findet, ohne fehlt der Kern der Musik. Und wenn dann noch die Interaktion mit Publikum dazu kommt, geht die Sonne auf.


    Deshalb würde ich denken, um wirlich solides Feeling entwickelnzu können, sollte man schon in Bands spielen, statt nur für sich alleine zu trommeln.

    Ich kann etwas nahezu perfekt spielen, aber das Spielgefühl ist noch nicht da.

    Ich denke, das könnte eine direkte Folge deiner fehlenden Banderfahrung sein, und mein (hartes) Urteil wäre wohl, wenn das Spielgefühl nicht da ist, ist dein Trommeln eben noch weit von Perfekt entfernt, selbst wenn du halbwegs verlässlich auf dem Click bist. Was nicht bedeutet, dass du nicht zufrieden sein darfst mit deiner Leistung. Aber ein Musikstück perfekt zu spielen, heißt eben so viel mehr, als nur die richtigen Noten an der richtigen Stelle zu spielen. Nur ist unser Leben meist viel zu kurz, um all das zu erreichen, von dem wir wissen, dass es für Menschen erreichbar ist 😉


    Seit ich aufgehört habe, am Set son Quatsch wie Polyrhythmik zum Quadrat und andere praxisferne Eskapaden zu trainieren, und stattdessen versuche, mit dem was ich kann entspannter Musik zu machen und den Rest einfach weglasse, überzeugt zumindest mich das Ergebnis mehr.

    Puh, da würde es mir ähnlich gehen wie dir, es gibt wenig gutes, was mir im Radio auffällt, und meist höre ich eh Sender, die viel Classic Rock spielen.

    Trotzdem noch die Frage, die mir fehlt. Covern bedeutet ja nicht automatisch, Hits rauf und runter zu spielen, manche Coverbands beschränken sich sogar bewußt auf wenig bekannte Nummern. Andere versuchen ne Mischung aus bekannten und unbekannten Songs. Ausschließlich Gassenhauer bedienen ja typischerweise solche Top40-Bands, die dann Samstag Abend auf Dorffesten Party machen. Wo seid ihr angesiedelt?

    Hab nur ich so mühsame Bands??

    Ich glaube, dass es sicher noch andere so "unprofessionelle" Bands gibt, aber man kann das definitiv besser hinbekommen.


    Fängt für mich bei dem Bewusstsein an, auf Augenhöhe mit Veranstaltern zu kommunizieren, statt sich wie Bittsteller zu fühlen. Der erste Schritt nach erfolgter gegenseitiger Kontaktaufnahme sollte sein "Was brauchen WIR, um bei euch spielen zu KÖNNEN?". Ein durchdachter Rider kann helfen, hier frühzeitig Klarheit zu schaffen. Vor der Zusage sollten auf jeden Fall die Rahmenbedingungen grob geklärt sein. Manche Veranstalter sind erfahren und hoch professionell, andere gedankenlos und unorganisiert, und je mehr ihr schon im Rider definiert, umso weniger kann der Veranstalter nachher behaupten "sorry, wir wussten gar nicht, dass ne Band sowas braucht."

    Sofern es nen Vertrag gibt, würde ich auch immer reinschreiben, dass der Rider Vertragsbestandteil ist, denn dann muss der Veranstalter dafür sorgen, die nötige Technik bereitzustellen. Meist klärt man dann die Feinheiten ein paar Tage vorher noch mit dem Techniker vor Ort und sollte dann halbwegs frei von Überraschungen sein.


    Generell muss man als Band eben auch nen gemeinsamen Nenner finden, was man mitmacht und was nicht. Den von dir beschriebenen Gig würden wir zum Beispiel gar nicht zusagen, ohne wenigsten ne klare Ansage zur Gage und zur Gesamtzeit inkl Auf- und Abbau bekommen zu haben. Und solche Sachen werden nicht zugesagt, ohne dass ALLE ihr OK gegeben haben. Wenn irgendein Bandmitglied das übergehen würde, würde ich freundlich entgegnen "So, und jetzt rufst du nochmal an und ziehst die Zusage zurück, weil du erst nen Aushilfsdrummer finden musst. Ich spiel den Gig nämlich so nicht."

    Glaub mir, das passiert dem nicht nochmal :D


    Intern muss man solche Sachen halt offen und konstruktiv diskutieren. Jeder hat unterschiedliche Belastungsgrenzen, und das sollte ne Band ernst nehmen.


    Zum Thema Aufbau: du baust dein Set backstage schon auf und musst es in der Umbaupause dann nur auf die Bühne tragen. Dauert keine 5 Minuten bei mir. Und wenn vorher und nachher keine Drummer spielen, kann der Tech sogar die Clipmics schon anbringen. Alles andere wär Unfug, und mein Set von 16:00 bis VA-Ende für ne halbe Stunde Spielzeit auf der Bühne stehen lassen zu müssen, wurde von uns früher so kommentiert: "Fällt aus wegen is nich!"

    Wird das Material dadurch nicht abgeschirmt und nutzlos? Da die Schallwellen einfach an der Folie reflektieren?

    Nein, das reflektiert den Schall in etwa wie ne Zeltplane, nämlich gar nicht. Sonst wärs ja aufm Campingplatz mucksmäuschenstill. 😉

    Der größte Nachteil ist der Umgang mit den feinen Fasern der Steinwolle, wenn man zu viel daran rumrupft.

    Hab mir ähnliches mal mit Holzrahmen und Steinwolle gebaut. Vergleichbare Konstruktion, vergleichbarer Effekt, mit Stoff bezogen auch optisch vergleichbar, aber vermutlich relevant günstiger als Basotec/Alu.


    Übrigens ein seeeehr cooler Raum, den du da hast :thumbup:

    Die festsitzenden Scharniere am Fersenteil waren in der ersten Generation mWn öfter mal Thema und wurden von Sonor anstandslos instand gesetzt. Kam bei mir zumindest nicht vor.


    Aber meine Kugellager finde ich tatsächlich nicht optimal. Lässt sich der Tausch problemlos von jemandem durchführen, der noch nie ein Lager gewechselt hat? Braucht man irgendwelche besonderen Werkzeuge dazu? Oder rätst du von dieser Art Experimentierfreude eher ab?

    Idealerweise hätte ich gerne etwas mit Zahnung

    Ich verstehe deinen Wunsch, und aus bereits genannten Gründen kann sich das mit der absolut waagerechten Aufstellung beißen. Wobei ich mich tatsächlich frage, weshalb dir das so wichtig ist, dass du sogar mit der Wasserwaage nachmisst. Wenn wir Drummer nur ein Viertel so präzise spielen würden, wie wir verbindlichen Aufbau fordern, wäre die Welt voll von hervorragenden Drummern ;)


    Aber egal, die von mir verlinkten Sonor-Ständer haben auch keine Rasterung, halten aber wirklich eisern ihre Position. Ich verwende einen meiner beiden, um meinen Gitarrenamp draufzustellen, und der ist vermutlich noch schwerer als ne Glockenbronze-Snare. Da wandert echt nix mehr. Und man bekommt sie relativ regelmäßig gebraucht angeboten, zwar nicht ganz billig, aber die Dinger sind auch unkaputtbar und toll verchromt. Meine beiden aus den 80ern sind immer noch in super Zustand und richtig "heavy duty".

    mein altes Sonor Snarestativ könnte deine Bedingungen erfüllen!

    Genau das dachte ich auch, und für tonnenschwere Bell Brass gibt's die auch in der doppelstrebigen Phonic (Plus)- oder Signature-Variante (zugelassen bis 2 Tonnen ;) )


    Gerade bei #Kleinanzeigen gefunden. Wie findest du das?

    https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/sonor-phonic-snarestaender/3427979725-74-21051?utm_source=sharesheet&utm_medium=social&utm_campaign=socialbuttons&utm_content=app_android


    Der Sonor-Schnellverschluß ist imho bei Snareständern übrigens das coolste Feature ever.

    Ich zermartere mir auch gerade das Hirn, in welchem Kontext mir das genau welchen Vorteil brächte.


    Mag an meiner schwachen Fußtechnik liegen, aber ich habe das Gefühl, dass ich schon mit normalen Beatern noch genug zu tun habe, um alle Optionen auszunutzen. Da denke ich noch lange nicht über Gear-Stellschrauben nach.

    Vorletzte Probe für den ersten Gig nach 8 Jahren Pause in dieser Formation

    Toll, da wünsche ich euch gutes Gelingen und ganz viel Spaß dabei.

    Auf die Gefahr, neugierig zu wirken, wie kommt es zu der langen Pause? Ne Reunion? Ich dachte, das machen nur weltweit bekannte Kapellen 8o


    Schöne Bleche hängen da. Und auch mal wieder wer mit Watte im Floortom, wie ich sehe. Einfach ne super Methode, um die Fässer im Zaum zu halten.

    Klingt nicht wie ein Schlagzeug, sieht nicht mal gut aus, brauch ich nicht.

    Aber scheinbar gibt's derzeit nen Markt für diverse "Westentaschen-Rhythmusgeräte", ob nun Cocktail-Kits, Cajon-Sets, Loota oder solche Brotzeitdosen.


    Interessant finde ich vor allem, dass ich noch nie irgendwas davon in echt auf irgendeiner Bühne gesehen habe. Und wenn man die Teile nicht regelmäßig zum Giggen schleppt, ist der einzige Vorteil doch irgendwie auch keiner mehr und das einzige Kaufargument dahin.

    (Nein haaalt, ich hab schon einmal nen Drummer mit nem Mikro-Kit mit 16"-Bassdrum auf ner Bühne gesehen, klang so klein, wie es aussah, ein bisschen wie Schuhkartons...)


    Aber vielleicht richten sich derlei Utensilien ja gar nicht an Drummer, die regelmäßig damit arbeiten und Mitmusiker, Tontechniker und Publikum klanglich überzeugen müssen? Vielleicht sind die Zielgruppe ja gerade diejenigen, die so gut wie nie live spielen und sich das recht praktisch vorstellen? Oder Schlagzeuglehrer mit Heimservice, die ihren Schülern darauf Übungen vorspielen? Da könnt ich jetzt ins filosofieren kommen 😉

    Für Otto Normalverbraucher reichen einstrebige oder flatbase Ständer zumeist vollständig.

    Kleiner Nachtrag: nach 2 Festivals vergangenes Wochenende auf Wackelbühnen kann ich das wieder mal bestätigen. Keines meiner beiden 20-Zöller auf meinen einstrebigen Stagemaster-Stativen machte Anstalten, zu wandern oder gar umzufallen, selbst als der Kontrabass sich versehentlich ans Becken "anlehnte".