Beiträge von trommla

    Ich bin oft der Meinung, dass Dinge selbst auszutesten gegenüber dem Nachspielen überwiegen sollten.

    Jeder Mensch lernt durch Imitation, das beginnt mit der Geburt und ist im Menschsein gewissermaßen angelegt. Ich versteh immer nicht, weshalb man im Erwachsenenalter dann regelmäßig denkt, es wäre schlauer, das Rad neu zu erfinden, statt weiterhin Dinge zu imitieren. Imitieren und Kopieren sind schließlich verschiedene Dinge.


    Oder ist's am Ende doch einfach ne bequeme Ausrede unter Hobbymusikern, nicht zugeben zu müssen, dass die Lernkurve durch Imitation mangels Begabung zu flach verläuft? 😉

    oh ja, das Paiste-Büchlein hatte ich auch. Allerdings war mir Serge Mayer damals kein Begriff. Heute Ärger ich mich, dieses Dokument der Musikgeschichte irgendwann entsorgt zu haben :cursing:

    Ehrlich gesagt halte ich nix davon, nach irgendwelchen Fill-Konzepten zu suchen. Das birgt nämlich das Risiko, Fills nur technisch zu denken statt musikalisch.


    Mir hat es immer sehr geholfen, anderen Drummern zuzuschauen und zu hören, was die so machen. Nicht alles versteht man schon als Anfänger, es empfiehlt sich, sich Licks raussuchen, von deren Umsetzung man zumindest ne ungefähre Vorstellung hat. Ob du es dann technisch wie im Original umsetzt oder aber auf deine Fähigkeiten ummodelst, ist gar nicht so wichtig, denn du weißt ja, dass es passen wird. Denn sonst hätte dir das Fill ja nicht gefallen 😉


    Mein Ansatz war immer schon, von der musikalischen Anwendung her auf die Sachen zu schauen und mir dann zu überlegen, welche Technik ich hierfür vertiefen sollte.


    Du denkst 180° entgegengesetzt, wenn du nach Konzepten vorgehst und dir hernach überlegen musst, wo der Quark dann am besten eingerührt werden könnte. Kann man machen, führt aber evtl leichter zu Overplaying, nur weil man's eben "kann".


    Gerade als Amateur mit begrenzter Übezeit ist es hilfreich, leichtere, für einen selbst und Zuhörer gut verständliche Dinge zu trainieren, denn damit kommst du auch als Banddrummer im Zweifel weiter, als wenn du permanent versuchst, irgendwelche verkopften Licks rauszuhauen, die außer dich wirklich KEINEN interessieren.

    Ich denke, hier werden gerade zwei Dinge durcheinandergeworfen. Das eine ist der persönliche Geschmack und was gerade zum Blasten taugt. Da würde ich mal dreist zusammenfassen, ne Regel gibt's nicht, Drummer nehmen, was ihnen gefällt. Mir scheint aber nach den bisherigen Posts, es dominieren doch eher kräftige Rides/Hihats und eher dünne Crashes.


    Das andere ist die konkrete Auswahl aus der Oberliga der Beckenschmiedekunst. Da sollte zumindest eindringlich drauf hingewiesen sein, dass Gehör und Soundverständnis sich erst entwickeln müssen und Anfänger ein besonders hohes Risiko tragen, nach dem Kauf enttäuscht zu sein, da die Erwartungen mangels Erfahrung hinten und vorne nicht erfüllt werden.


    Selbst ich mit 45 Jahren als Drummer würde mir kein solches Setup ungetestet zulegen, weil ich wüsste, dass es nicht hält, was mir Soundfiles versprechen. Das kann man bei gebrauchten Einzelbecken machen, weil man sie jederzeit ohne Verlust wieder abstoßen kann. Neuware lässt sich zwar zurückschicken, allerdings merkt man selbst als Routinier oft erst mit der Zeit und nach regelmäßigem Gebrauch, was nicht passt. Dann hilft natürlich die Rückgabeoption nicht mehr weiter.


    Wenn du also neu kaufen willst, dann geh ins Geschäft und suche dir dein Setup vor Ort aus. Mach dir keine Gedanken, wenn das Becken XY nicht vorrätig ist. Es gibt soooo viele Becken, die dir gefallen werden, dass die Wahl schwer genug fallen dürfte. Und ich garantiere dir, du wirst trotzdem DEIN Set finden und glücklich nach Hause kommen, auch wenn kein von dir genanntes Becken darunter ist.

    Inwieweit würdet ihr auf teure Späße wie Innenfurnier auch in Maserbirke verzichten, damit das SQ 2 nicht die 5000er Marke reißt?

    Ich würde auf teure Späße wie SQ2 verzichten, so lange es gut klingende Sets für die Hälfte gibt 😉


    Ein SQ2 wird ja kein Lite, nur weil es Maserbirke trägt. Insofern fiele meine Wahl auch eher auf ST-Drums, da bekäme ich für's Geld was wirklich individuelles. SQ2 bleibt am Ende Stangenware, wenngleich zu Luxuspreisen.


    Oder aber tatsächlich ein Lite vom Gebrauchtmarkt, wenn's ein Jugendtraum ist?

    Gähn, alleine die Tatsache, dass permanent irgendwelche Sig. oder Jubiläumsprodukte rausgehauen werden, zeigt doch irgendwie, dass es schon ungefähr alles gibt, was Drummer brauchen. Klar, das Improta-Ride schaut klasse aus, aber das ist im Grunde ja nicht mehr als Effekthascherei, wenn's ansonsten klingt wie ein Ride.


    Ich kauf ja seit einiger Zeit vermehrt Saiteninstrumente, damit es mir nicht langweilig wird :D

    m_tree

    Marius, wir sind uns da ja völlig einig, wie du am Rest meines Beitrages erkennen kannst. Ich wollte nur ausführen, was eben hinter deiner zunächst etwas "kompakten" Aussage noch steckt.


    Wir "Alten Hasen" übersehen vielleicht manchmal, wie unsere Ratschläge aufgenommen werden, wenn Usern die Hintergründe nicht genauso klar sind wie uns selbst 😉

    ausgerechnet zum größten Versand-(!)-händler

    Du weißt ja sicher, dass Thomann ein ganz normales Ladengeschäft war und immer noch ist, bist ja ein alter Hase (?)

    Und wenn man tatsächlich nach geldbeutelfreundlichen Alternativen zu den Big Four sucht, als Zultan-"Hersteller" (jaja, ich weiß...) definitiv eine der sinnvollsten Reiseziele. Andere relevante Stores mögen das eine oder andere Exemplar irgendeiner Masterwork-Serie (meist wohl Troy oder Custom) vorrätig haben, ich denke aber nicht, dass man eine ähnliche Vielfalt wie bei Thomanns Zultans vorfindet. Ob man nun Th. gut findet oder nicht.

    Für klassische Blastbeat-Musik würde ich persönlich eher an dickere, starrere Becken denken

    Interessant, als Drummer, dessen Kernkompetenz mit Sicherheit nicht mal in der Nähe dieser Genres liegt, dachte ich doch eher, dass Blaster schon alleine aufgrund des Tempos eher nen soften Touch haben als der klassische Hardrocker, der für jeden Schlag genüsslich Schwung holen kann. Dafür sprechen neben der reinen Beobachtung m.E. Indizien wie der häufige Einsatz von gesampelten Sounds, um das Ergebnis trotzdem noch nach fettem Punch klingen zu lassen. Und dann wären leichte Becken, die trotz leichtem Anschlag schnell aufgehen, eigentlich logisch und sinnvoll.

    Ich hab auch schon überlegt zu Thomann zu fahren, aber es wäre ziemlich weit und ich müsste mir Urlaub nehmen und eine Nacht im Hotel schlafen, schwierig.

    Die Constantinople HiHat gefällt mir sehr gut, kenne den Sound nur durch verschiedene Videos.

    Prinzipiell spricht nichts dagegen, sich bei entsprechender Kaufkraft auch als relativer Anfänger Top-Gear zuzulegen. Aussagen wie "Als Anfänger brauchst du sowas nicht, (lern erst mal spielen)" fand ich noch nie besonders hilfreich. Allerdings rate ich dir aus persönlicher Erfahrung davon ab, deine Erstausstattung neu und ohne persönliche Vor-Ort-Auswahl zu kaufen.


    Ich selbst habe - damals noch ohne Internet - anfangs mehrfach ungesehen Instrumente für viel Geld gekauft, die mir nur wegen des Images oder gar wegen des klangvollen Namens aufgefallen waren. Nur fehlte mir damals noch völlig die Vorstellung, welcher Klang mir eigentlich wirklich gefiel, und noch viel wichtiger, wie man sein teures Instrument zum klingen bringt. Es ist nämlich nicht nur so, dass ein Becken klingt, wie es klingt, wie man immer wieder liest. Tatsächlich kann ein Becken auch total unterschiedlich klingen, je nachdem, wer mit welchen Sticks darauf spielt.


    Am eindrücklichsten wurde mir das bei den Meinl Benny Greb Modellen klar. Wer Benny hört, wird sich vielleicht sagen, geiler Drummer mit geilen Becken. Denn das ist quasi sein persönlicher Sound, der ihn inspiriert, der ihm seine musikalische Stimme gibt. Als ich bei T. die Teile unter den Sticks hatte, dachte ich nur, was für ein ausdrucksloser Kacksound, mit dem ich so gar nix anfangen konnte. Hätte ich mir in jungen Jahren aufgrund diverser Audios/Videos so ein Set zugelegt, hätte ich wohl viel Geld verbrannt. Ob dich deine Beckenausstattung zufriedenstellt, wirst du vermutlich erst mit der Zeit herausfinden. Gerade deshalb halte ich es für sinnvoll, alle Risiken eines echten Fehlkaufs zu minimieren, die da sein können:

    1) Blindkauf, ohne persönlich zu testen

    2) Neukauf besonders edler Becken mit hohem Potenzial von Wertverlust

    3) Kauf im Bundle, ohne die Einzelkomponenten gemeinsam gehört zu haben.


    Gerade beim letzten Punkt war ich erstaunt, wie inhomogen nach meinem Geschmack sogar fertige Packages renommierter Hersteller klingen können, das ist nämlich noch lange keine Garantie für das "perfekte" Beckenerlebnis. Ansonsten bin ich komplett bei m_tree, Zultan hat hervorragende Bleche für überschaubares Geld im Portfolio, da spricht überhaupt nichts gegen, selbst mit professionellen Ansprüchen.


    Btw finde ich deine Vorauswahl gerade mit deinen musikalischen Zielen Doublebass und Blasbeats etwas irritierend, denn für diese Stilistiken brauchen Becken imho tatsächlich nicht besonders facettenreich klingen, wie deine Auswahl suggeriert. Sie sollten schnell ansprechen und im "Soundgewitter" präsent genug sein, das wäre mein Fokus. Wenn du eher warme, dunkle Sounds bevorzugst, kannst du CataBOOZEta getrost ignorieren ;)

    Die 2002 sind alles andere als dunkel und geheimnisvoll.


    Hier ist ein deutscher Blaster mit einem Zultan-Setup, vermutlich kennst du ihn sowieso. Nur mal als Beispiel, dass du für wesentlich weniger Geld toll klingende Becken deiner Klangvorstellung bekommen kannst. Selbst die Heritage-Serie (eine der teuersten Zultan-Serien) ist immer noch wesentlich günstiger als alles, was du dir von Zildjian rausgesucht hast.

    My NEW Cymbal Setup/Zultan Endorsement!
    X ► Wanja [Nechtan] Gröger - Drum School: https://www.wanjanechtangroeger.com/bundles/ndsX ► My Zultan Cymbals: ► * 14" Hi-Hat: https://www.thomann.de/de/zu...
    www.youtube.com

    Gerade im Auto gehört:

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    Ab ca. 2:40 startet die Rakete. Plus 15 bpm, gar kein Problem :)

    Ich bin ein absoluter Verfechter von "Keep It Simple". Als erstes sollte die Frage stehen, für welches Problem ich eine Lösung suche. Geht es nur darum, beim Spielen die Kontrolle über's Tempo zu behalten, lasse ich die Finger komplett vom Click. Da läuft (mittlerweile standardmäßig) auf dem Androiden LiveBMP, und gut is. Ich sehe jede Temposchwankung und kann bei Bedarf gegensteuern, aber wegen +/- 2 bpm mache ich mich da nicht verrückt. Und das ist die Bandbreite, in der sich die meisten "Probleme" abspielen. Vorteil: die Musik kann atmen, und wenn der Gitarrist im Solo ein Schüppchen drauflegen will, dann kann ich ihn schön an der Leine führen und danach wieder zurückholen.

    Um mit der Band gemeinsam an Tightness zu üben, spielen wir den Click direkt aus meiner Tama RW105 über einen KoHö-Verteiler aus, damit jeder den Click hört. Wir machen das immer mal wieder, und insbesondere vor Recordings empfiehlt es sich definitiv, gerade für ungeübte Click-Nutzer.


    Andere Gründe für die Einbindung des Clicks in den Monitor aller Musiker sind mir bekannt, allerdings bislang nicht untergekommen. Wenn eine Band diese Synchronizität nicht zwingend braucht (Samples, Lightshow etc.), würde ich immer versuchen, bei meiner Arbeitsweise zu bleiben. Spart Aufwand und schont die Nerven, und bisher gab's noch keine Kritik an meiner Geschwindigkeitskontrolle, weder von Profis noch von Amateuren.

    Ein Phänomen lässt sich aber natürlich auf diesem Weg nicht beseitigen: wenn alle rennen und ich sie nicht einfangen kann, war doch immer der Drummer schuld. Kürzlich wieder mehrfach erlebt: Keyboarder (beide Profis) haben Vorspiel und "definieren" das Tempo, es passt nicht, und die Blicke wandern fordernd zum Drummer mit dem Hinweis "Das war jetzt etwas zu schnell" :D