Beiträge von trommla

    Das Catalina ist ... naja... ich würde es nicht kaufen. Alleine schon die Splitteranfälligkeit des recht weichen Holzes an den Gratungen (Die Kessel lassen sich kaum vernünftig nachgraten) schreckt mich persönlich ab

    Hast du damit persönliche Erfahrungen gemacht? Diversen Holzlexika nach zu urteilen soll sich die Lauan/Meranti/Balau-Familie nämlich leicht verarbeiten.

    Ich zitiere mal

    <<<Das mässig harte Holz ist dauerhaft und witterungsfest. Es lässt sich leicht bearbeiten, gut messern und schälen, normal Leimen und polieren>>>


    Es ist nicht das härteste Holz, liegt aber vom Brinell-Härtegrad mit Birke und Mahagoni ziemlich gleichauf. Und die (Ex-)Nutzer von Catalinas, mich eingeschlossen, scheinen mehrheitlich sehr zufrieden. Könnte es sein, dass hier umgekehrt ein gelegentlich als "minderwertig" bezeichnetes Holz mehr Mythos als Wahrheit ist? Wie verhält es sich dann deiner Meinung nach mit Kesseln aus deutlich weicherer Fichte? Jeder, der schon mal im Baumarkt Fichtenbretter gekauft hat, weiß, dass Fichte weder hart noch edel ist. Trotzdem haben es renommierte Drumhersteller vor ein paar Jahren als neuesten "heissen Shice" entdeckt.


    Sorry für's Klugscheissen, ich glaub nur nicht, dass unsere Einstufung von Lauan immer ganz faktenbasiert ist. Und die der Fachpresse sicher ebenso wenig.

    Hehe, ich glaube wir reden grad aneinander vorbei. Ich bezog mich auf noch kleinere Formate als 18/12/14. Diese ganzen Travelkits, ob sie nun Safari, Midtown oder sonstwie heißen, sehe ich für Jazz auch klanglich gegenüber der klassischen Bop-Konfiguration nicht im Vorteil. Eher im Gegenteil. D'accord?

    5) Wenn man damit Jazz spielt

    Abgesehen davon, dass Jazz ja sehr vielgestaltig ist, warum sollte Jazz ein Grund für son Pocketschlagzeug sein? Ich spiel Jazz meist auf meinem 22/13/16. Vielleicht "in the pocket" (hoffe ich wenigstens), aber allein die Idee, Jazz müsse man auf nem Bop-Set spielen, ist eigentlich ein historisches Mißverständnis, nur weil man im Bebop mal damit angefangen hat, Fußtoms statt Bass Drums zu nehmen. Aber bis dahin hatte man oft Bass Drums, die John Bonham neidisch gemacht hätten.


    Ich habe das neue Renown immer als eine etwas abgespeckte Version des alten gesehen. Vielleicht liege ich da aber auch falsch.

    Das deckt sich mit meinen Infos, ich habe dazu allerdings auch nur verschiedenes gelesen. Sicher trotzdem ein gutes Set.

    Zu den auf dieser Seite verlinkten Sets ein paar Gedanken:


    Tama Silverstar: gutes Mittelklasseset, aber deutlich zu teuer. Sabian XS20 kann man zum Wiedereinstieg nehmen, ist aber m.E. nix für ewig.

    Pearl Masters: klasse Set, es bliebe genügend Budget für Becken. Ich persönlich mag keine Hängetoms als Standtoms, war früher mal angesagt

    Mapex Saturn: klasse Set in einer schon recht alten Baureihe, nur Kesselsatz, dann geht sich's mit Becken und Hardware mit 2000 nicht aus. Auch wieder hängendes Floortom

    Tama Superstar: nicht so hochwertig wie ein Pearl Masters, wär bei dem Preis aber mein Favorit, weil alles in annehmbarer Qualität dabei ist und dabei das Budget noch nicht mal zur Hälfte ausgereizt ist. Die Werksfelle sind fast noch neu, aber Werksfelle tauschen wir doch eh meistens ;)

    Plus echtes Floor Tom :thumbup:

    Nachtrag: Mapex (unten, Ballroom Schmitz): stimmt, billiger kommt man nicht weg, aber Optik und Power Toms sind schon arg retro, ohne Stil zu haben.

    Na ja, wenn ich mir ein Stage Custom kaufe, dann doch nicht, um gleich alles umzubauen. Klar, wenn ich es schon habe, dann ist ein Upgrade vielleicht einer Neubeschaffung vorzuziehen. Aber für neue Folie, Umrüstung von 6 auf 8 Lugs usw. gehen ja auch nochmal ein paar Hundert Öcken über den Tresen.

    Was anderes wäre ein gebrauchtes SC in Bopgrößen, da lohnt sich das vielleicht sogar. Aber gebraucht gibt es die Konfiguration eher selten.

    Engineer Eugen war sichtlich erfreut - alleine schon über die Tatsache Yamaha Drums zu recorden

    Das glaube ich sofort, da hat Yamaha einen untadeligen Ruf, auch wenn's kein RC ist.

    Die letzten Vorschläge waren ja noch etwas kompakter als ein Bop-Kit, was mich auf die Frage bringt, wozu du das Set nutzen willst. Es gibt seit etlichen Jahren so einen Trend zu Kompaktkits, den ich ganz witzig finde, mehr aber ehrlich gesagt auch nicht. Wo ein Bop-Kit, mit Einschränkungen bei der Bass Drum, noch ein vollwertiges Set darstellt, werden noch kompaktere Maße irgendwann hörbar. Ich bin beeindruckt, welche Sounds man dennoch da rausholen kann, zumal wenn man wirklich grooven kann, aber so ganz ersetzt es ein normales Schlagzeug dann doch nicht.


    An den Kauf eines solchen Sets würde ich nur sehr pragmatisch rangehen, nämlich wenn es wirklich handfeste Gründe gibt. Und als Gründe fallen mir da im Moment nur ein

    1) überwiegend so kleine Bühnen, dass man selbst mit einem Bopkit regelmäßig keinen Platz findet

    2) ein soooo kleines Auto, dass man ein normales Set nicht verladen kann

    3) gar kein Auto, wenn man das Set ausschließlich mit Öffis transportieren muss

    4) wenn einen die Optik total anmacht


    Wenn man zum Gig mit so einem Sammelsurium an Brotzeitdosen kommt, werden sicherlich viele Leute das wahrnehmen und manche begeistert sein, was da raus kommt, aber der Effekt alleine wäre mir keine hunderte von Euro wert.


    Na eben die Angst den maximalen Gegenwert für mein Geld zu verpassen, bzw ein besseres Set als die von mir gesehenen.

    Unter anderem deshalb kaufe ich eher intuitiv und mit starker Bewertung der Optik. Meine gedankliche Herangehensweise ließe sich so beschreiben.

    Step 1: Budget und Anforderungsprofil festlegen

    Step 2: schauen, welche Instrumente in Frage kommen

    Step 3: schauen, welches mich optisch davon am meisten anspricht

    Step 4: überprüfen, ob es Gründe GEGEN mein Wunschinstrument gibt

    Step 5: falls ja, zurück zu Step 2, falls nein, weiter zu

    Step 6: kaufen


    Wie du siehst, stelle ich mir die Frage nach der Qualität gar nicht bzw. grad anders herum, nämlich nur, reicht mir die Qualität, die ich für mein Geld bekomme. Dabei kann es sowohl vorkommen, dass ich mein Budget nicht ausschöpfe, als auch, dass ich mit mir selbst nachverhandeln muss, weil mein ursprünglich angedachtes Budget nicht ausreicht. Gerade beim Klang von Drums gibt es so viele Stellschrauben, an denen ich drehen kann, dass Aussagen wie "das Set X klang besser beim Anspielen als Y" wenig zielführend sind. Entscheidend ist, gefällt mir der Klang, dann kann ich mit den Fellen meiner Wahl das optimale rauskitzeln. Und ob nun die Kesselhardware bei Set X etwas hochwertiger wirkt als bei Set Y, ist ebenfalls egal, so lange sie bei Set Y ebenso hält und sich die Stimmschrauben vernünftig drehen lassen. Da kann ich beim Gretsch Catalina zumindest berichten, dass nach 10 Jahren auch ohne Polierarien die Verchromung noch glänzt und nichts gerissen oder gebrochen ist. Mein Fazit zu o.g. Fragestellung: ja, die Qualität reicht mir, alle Anforderungen erfüllt!

    So, zum Vergleich Sonor Vintage und Catalina Club Jazz muss ich ja wohl was schreiben, da ich beide Sets im Keller habe. Allerdings vergleichen wir da eindeutig Äpfel mit Birnen. In meinem Fall sogar doppelt, da ich das Vintage in 22/16/13 habe. Insofern ist der Einsatz der beiden Sets bei mir schon im Ansatz unterschiedlich. Das Gretsch kommt immer dann mit, wenn ich entweder wenig Platz oder für Proben wenig Bock auf Schlepperei habe. Das Catalina ist ein echtes Leichtgewicht, was nicht unbedingt mit den Kesselgrößen zu tun hat, sondern mit der leichten Kesselhardware. Die Lugs sind tatsächlich sehr zierlich und in keinster Weise massiv. Dazu kommen 1,6mm Stahlreifen und Kessel aus Lauan, die auch eher "hypodens" sind (mal im medizinischen Wörterbuch nachschlagen ;) ) und damit Gewicht sparen.

    Das Sonor ist ein Strich-Achter Mercedes, schwer und solide, obwohl die Kessel dünner sind als alte Phonics oder gar alles, was quadratisch war. Insofern kann man ein Vintage noch gut ohne das Risiko eines Bandscheibenvorfalls schleppen. Es gibt Leute, die sich über die Verarbeitung der Vintage-Series beschweren, und vermutlich stimmt es, dass ein SQ2 in allen Belangen noch mal ne Schippe draufpackt. Für mich reicht die Qualitätsanmutung immer noch aus, um von einem gut verarbeiteten Set zu sprechen. Kritik gibt's von mir an einigen Brackets, es ist schon etwas hakelig, die Floor Tom Beine zu montieren. Das können andere Hersteller besser. Da verhält sich ein Catalina auch nicht anders, aber das kostet auch nur ein Viertel des Preises. Ansonsten habe ich in 10 Jahren damit nie Probleme gehabt. Die luftigen Lugs funktionieren nach wie vor tadellos, nur laufen sie klassentypisch nicht ganz so geschmeidig wie bei Edelsets. Die Stimmung hält das Gretsch damit aber ebenso wie das Sonor.


    Nun zum Klang, da kann ich vorneweg sagen, beide Sets klingen amtlich, wenngleich recht unterschiedlich. Während ich beim Sonor recht schnell einen annehmbaren Sound hatte, brauchte ich beim Gretsch deutlich länger. Das lag primär an der schlecht konstruierten Tomaufhängung und den ungefederten Floortombeinen als totale Sustainkiller. Beides lief auf einen Austausch raus, und erst nach Montage einer normalen Rims-Style Aufhängung (12er) und gefederten Pearl-Füßen war der Klang voll und rund. Meine Lieblingsbefellung sind Renaissance Ambas mit klaren Resos, das funzt für mich. Und zwar sowohl bei jazzigen als auch rockigeren Stilen.


    Das Vintage hat im Vergleich einen viel charakteristischeren Sound, etwas dirty-angezerrt, den ich insbesondere mit coated Emperors richtig geil finde. Die Werksbefellung könnte ich mir in ner hohen Bebop-Stimmung gut vorstellen, für meine eher punchy Soundvorstellung waren sie nicht optimal. Ansonsten bediene ich auch damit alle möglichen Genres, und ich würde das Set ebenfalls als vielseitig bezeichnen.


    Ok, und welches soll man nun kaufen? Das hängt für mich nur vom Budget ab. Wer nicht so viel Geld investieren kann oder will, kann beruhigt das Catalina nehmen, wer auch das Vintage im Budget hat, kauf das, was ihn optisch mehr anspricht. Bei den Finishes sind leider beide Serien limitiert, und außer Bronze Sparkle spricht mich aktuell beim CCJ nichts so richtig an, allerdings sind klassische Holzfinishes für ein Bop-Set auch nicht verkehrt. Beim Sonor hätte Rot aktuell die Nase vorn, wobei ich mein Vintage Pearl immer noch sehr hübsch finde. Eine Frage, die sich beim Kauf meines Vintage noch nicht stellte, war die der Rosette mit Tomhalterung. Die gabs zu Beginn nämlich nicht. Optisch finde ich die Bügeleisen-Rosette sehr passend, aber irgendwie hat Sonor es verpennt, einen passenden Tomhalter auf den Markt zu bringen. Die so genannten Vintage Halter sind nämlich nicht viel anderes als die ganz normalen Tomarme, nur mit Vintage- Flügelschrauben. Da mir das optisch überhaupt nicht zusagt, bleibe ich entgegen meiner ursprünglichen Planung gerne beim Snareständer.


    Wie schon gesagt, ich vergleiche Äpfel mit Birnen, bin mir aber sicher, dass meine Beschreibung auf ein Vintage in Bop-Konfiguration ebenso anwendbar ist.

    Und deine Abneigung gegenüber DW/PDP teile ich von ganzem Herzen :)


    Edit: da bei mir die Optik auch immer ein wichtiger Kaufaspekt ist, habe ich zu deinen anderen Vorschlägen nichts geschrieben. Das SC wäre definitiv mein Favorit, wenn mir ein Finish davon gefiele. Es hat gegenüber Gretsch qualitativ klar die Nase vorn, meiner Meinung nach. Der Rest deiner Vorschläge ,na ja...

    Bei einem Hocker geht so ziemlich alles worauf man sitzen kann. Hauptsache die Höhe passt

    Das kann ich so nicht stehen lassen. Der Hocker ist das Teil am Set, was man als einziges wirklich ständig nutzt. Wenn man jung ist oder als älteres Baujahr keine Rückenprobleme hat, mag deine Aussage stimmen, aber ich möchte nicht mehr auf wackeligen, harten Holzbrettern ohne Polsterung sitzen müssen. Mir ist bequemer und gleichzeitig stabiler Sitzkomfort enorm wichtig, und da empfehle ich auch jedem Drummer, ein paar Euro mehr zu investieren.

    wenn man auf manche Türken zurückgreift. IStanbul, Masterwork, Anatolian,... alles gute Becken

    Da möchte ich noch die Thomann-Hausmarke Zultan ergänzen. Von der Vielfalt und Klangqualität war ich bei meinem letzten Besuch sehr angetan. Was man da für handgemachte B20-Türken bezahlt, ist echt ein Witz. Sofern man auf Türken steht. Paiste 2002 klingen zwar auch gut, ist aber was anderes. Und deutlich teurer ;)

    Von diesem Set bin ich irgendwie sehr angetan. Leider recht teuer, wenn ich die restlichen Investitionen so ansehe

    Ich habe Null Ahnung von Premier, kann daher nicht einschätzen, ob das Set den Preis wert ist. Da gibt es kompetentere Kollegen hier.

    Aber 800 Euro lassen dir mehr als genug Spielraum für eine super Komplettausstattung.


    Set: 800,- Euro

    Hardwarepack: 400,- Euro (Yamaha HW780 Pack)

    Hocker: ca. 100,- Euro (+x, falls beim Rest was übrig bleibt)

    Becken: 700,- Euro (z.B. Masterwork Custom Set 459,-)

    Bleiben noch 240,- Euro für ein zweites Crash mit Ständer, und fertig ist die Laube


    Das ist nur ne Beispielrechnung, es gibt auch (noch) günstigere Hardware, die was taugt. Ich spiele z.B. die einstrebige Tama Stagemaster Hardware, seitdem steht mein Case mit Roadpro-Stativen nur noch im Keller rum. Lang nicht so schwer, genauso flexibel, gut verarbeitet und ausreichend stabil für jede Bühne. Dafür habe ich im Set ohne Fußmaschine knapp über 200,- gezahlt. Für die Differenz zum Yamaha-Pack gibt's dann als FuMa schon ne DW5000 und vergleichbare.


    Haaaaalt, bei dem Set ist ja keine Snare dabei. Ok, dann geht meine Rechnung nicht auf. Aber irgendwo 200 Euro abzwicken und in eine ordentliche gebrauchte Snare investieren schaffen wir auch noch.

    Voila (Der Verkäufer ist unser Fürst hier aus dem Forum, da kann man sich drauf verlassen)