Was hört man so als Skater? HipHop, Rap und Reggae. Damals war Such a Surge ganz beliebt. Spielen ja doch schon etwas härter. Lagen auf der Reise durch die Welt der Stilistiken auf meinem Weg.
Bandkonzepte in welcher Form auch immer gibt es viele. Ich habe es selbst am eigenen Leib erlebt. Kann auch sagen, dass es völlig egal ist wie alt man ist. Es ist ganz klar etwas was mit der Persönlichkeit zu tun hat. Ich hatte es damals im doppelpack vor der Nase. Vater und Sohn. Image knallharter Rock´n Roll sollte kursmäßig anliegen. Mal zwei Beispiele die vielleicht möglicherweise so gar nicht in das Klischee passen könnte.
Fangen wir mal damit an, dass eine Harfe irgendwie nicht dazu gehört. Jedenfalls waren sich unser Bandleader und sein Papa da ganz eigener Meinung.
Mein Wunsch "Smoke on The water" on Harp zusammen mit meiner Schwester zu spielen wurde niedergeschmettert. Obwohl es auf dem Wunschzettel der Braut stand. Aber Image ist ja bekanntlich alles.
Und jetzt zu mir. Ich hatte auch etwas Ich hatte bei jeden Auftritt immer mein Notenständer unterm Arm klemmen. "Notenblätter" natürlich auch. War nur die Liedliste, aber das weiß ja keiner
So bin ich immer, auf dem Weg zur Bühne, durch die Zuhörer/Zuschauer gegangen. Hatte aber nicht das Gefühl, dass da Ablehnung in der Luft hing, sondern Interesse daran, was ich da wohl vorhabe. Das Publikum fand es im nachhinein sogar "Cool". Eigentlich wollte ich damit nicht einen auf dicke Hose machen, sondern nur meine Nervosität etwas im Zaum halten. War ja auch kein kleiner Notenständer, sondern so ein Großer wo man sich hinter verkriechen kann. Keine Angst-an meinem Schlagzeug ist der so integriert gewesen, dass man schon richtig hinschauen musste um zu sehen was es war. Ungewollt hatte ich anscheint die Aufmerksamkeit.
Das mit der dicken Hose kam nicht von mir, sondern von meinem Klassenkameraden in der Schule. Bei diversen kleinen Schulauftritten während der "Großen Pause" hab ich das auch immer so gemacht. Wirkte nach Außen hin immer ein wenig arrogant. Dass ich bei dem Lampenfieber fast immer die "Hosen voll", hatte so nie jemand bemerkt. Hab mich wohl manchmal auch etwas lustig angestellt. Ich hatte oft mein Pulli umgebunden und diesen dann beim Hinsetzen, wie ein Pianist der sich gerade ans Klavier setzt, so nach hinten weggewedelt.
Zurück zur Band.
Nachdem ich unseren letzten gemeinsam gespielten Song so richtig vermasselt hatte>>>Unser Leader hatte einfach den Song vorzeitig abgebrochen und ist mit dem Bassisten von der Bühne gegangen-ich hab sein Zeichen nicht gesehen und weiter gespielt. Ich saß nun alleine da und es wurde eine Zugabe angefordert.
Ich hatte kein blassen Schimmer was ich spielen sollte. Hab dann einfach was aus meinen Notenbuch gespielt. "Dante in D-dur" oder so ähnlich ![]()
Klar, war das Umfeld in dem wir gespielt hatten sehr familiär, da wurde nicht so sehr auf Rock´n Roll Etikette geachtet, sondern auf schöne gute Musik.
Man kannte sich auch untereinander.
Sah das Vater-Sohn-Gespann leider anders. Dass unser Banddasein an diesem Abend vorbei war bedurfte auch keiner weiteren Worte. Das wurde mit einem bösen Blick aus der "Ferne" und Davonfahren mit quietschenden Reifen besiegelt. Deren Instrumente habe ich allerdings noch am nächsten Tag der Mutter des Bassisten übergeben. Dass die Hoffnung, man könnte noch es nochmal versuchen, zuletzt stirb, ist bekannt. Kurzes Schulterzucken und Kundgabe der Mutter gegenüber, dass es mir immer Spaß gemacht hat, wurde unerhört vom Winde verweht.
Ich finde kleine Individualitäten gar nicht so verkehrt. Wenn man ansonsten super gerne miteinander Musik macht ist doch alles ok. Kommt man beim Publikum auch noch gut an, dann ist das toll. Streitigkeiten bezüglich der "Kleiderordnung" sind Nebensächlichkeiten und machen nur unnötigen Stress.
Ich hatte immer mein Ding mit dem Notenständer laufen, was eigentlich bandintern immer mit vorwurfsvollen Worten begleitet wurde.
Niemand anders hat es interessiert oder gar gestört. Nach den Auftritten(es waren 2 1/2) wurde ich manchmal drauf angesprochen und man unterhielt sich sogar nett darüber. Eine Mutter eines Kindes(Mädchen) hat mich gefragt, ob man wirklich am Schlagzeug nach Noten spielt. "Na klar" und erzählte mit Begeisterung wie toll das ist.
Jedenfalls kann ich diesbezüglich etwas positives berichten.(war eine Bekannte von meiner Mutter) Das Mädchen fing ein halbes Jahr später, an der Musikschule, mit dem Schlagzeugunterricht an. Vielleicht habe ich ein klein wenig den Weg dazu geebnet ![]()
Ich wurde jedes Mal gefragt, ob man es mal ausprobieren durfte. Mit meinem beschiedenen Können konnte ich wohl etwas Interesse fürs Schlagzeug spielen wecken. Vom Kind bis zum Erwachsenen war alles dabei. Man stand quasi Schlange
Wurde mit Murren in der Band so hingenommen, aber auch nicht unkommentiert gelassen. Irgendwie passte das nicht in deren Konzept. Ob das wirklich der Grund für Streitigkeiten war, weiß ich nicht. Das Publikum war meist mehr daran interessiert der Musik zuzuhören und weniger an tanzen. Daran, dass uns zu wenig zugejubelt wurde, konnten wir uns nie beklagen.
Nachtrag: Unsere Kleidung war den Gegebenheiten angepasst. Auf der Hochzeitsfeier hatten wir uns in einen Anzug gezwängt.