Ich glaube, das sollte man gar nicht gegeneinander ausspielen. Ich kann nur für mich sprechen: Berührt werde ich durch eine
Harmonieabfolge, einen Text, ein Arrangement, Sounds, Menschen hinter der Musik, Melodien natürlich, und mehr. Eine
Liste, die eigentlich erstaunlich unabhängig von Attributen wie gut/schlecht, langsam/schnell, laut/leise, virtuos/dilettantisch,
hart/soft ist. Und so sieht dann auch mein typischer Pool an Lieblingssongs, Lieblingsbands, Lieblingsmusikern aus (okay, dort
hats ne Tendenz zur Virtuosität, zugegeben
quer durch den Garten stilistisch, qualitativ (wenn man so will) und hand-
werklich.
Und bei Xavier Ware ist es offenbar sein Paket an Energie, Skills, seine schnelle Denke und die krasse Dichte an virtuos ausge-
führten Ideen, seine Spielfreude, die Nichtverbissenheit, das mich anspricht und berührt. Heißt ja nicht, dass man mir einfach
zirkusreif um die Ohren spielen muss, und ich dann automatisch berührt, beeindruckt und überzeugt bin!
Und nochmal ein Wort zu den "Internetdrummern": Der klischeehafte Internetdrummer, was man darunter eher despektierlich
versteht, ist für mich eher der, der in der richtigen Musikwelt Mühe hätte, weil er es nicht gewohnt ist, mit Menschen zusammen-
zuspielen, zusammenzuarbeiten, in Realtime und im Real Life musikalisch zu bestehen. Und ich glaube, es ist unschwer zu er-
kennen, dass dies auf Xavier Ware nicht zutrifft.