Beiträge von Mattmatt

    Gear4music hat den Namen gekauft.

    Damit ist Premier zur Eigenmarke (wie WHD) geworden. Die gesamte Produktion läuft in Fernost.

    Daher stellt sich ja erst die Frage, welcher Hersteller in UK die Snare hergestellt hat.

    Krass, das ist ja ein ziemlich trauriger Niedergang, dieses "Downgrade" :|.

    Wenn es hierbei ein Patentrezept gäbe, wäre Musik ja irgendwie keine Kunst und nichts Geheimnisvolles mehr :S.


    Aber ich finde, du hast dir hier eine Antwort zur Wegfindung schon schön vorbereitet:


    "Und was setze ich ein, wenn ich den Song im letzen (oder letzten beiden) Vierteln nochmal pushen will, bevor auf der nächsten eins das "erlösende" Crash kommt (und danach ein ruhigerer Part)? Oder mit welchem Fill kann ich vorher schon ein bisschen abbremsen, weil ich es konkret so möchte?"


    Genau so, würd ich sagen, entscheidest du letztlich, wann du was spielst. Anfangs ein bisschen etüdenhaft, konstruiert, repetitiv, später immer intuitiver.


    Ich vergleiche Musikmachen immer gern mit Sprache bzw. Sprechen. Wir erwachsenen Menschen sind ja fließend in unserer Muttersprache. Was wir sagen wollen, entsteht irgendwie "intuitiv" und zuerst ohne Worte in uns drin. Den ganzen grammatikalischen Satzaufbau und das Wie – die "Musik" des Sprechens – lassen wir während des Sprechens quasi ad hoc entstehen. Etwa so kann ein erfahrener (und sehr geübter – d. h. mit Vokabular ausgestatteter) Musiker vieles in der Musik intuitiv und ad hoc abdecken. Kommt natürlich auch sehr auf Stil, Konzept, Instrumentierung etc. der jeweiligen musikalischen Situation an.

    Presswirbel als 2er oder 3er zu spielen ist doch per se ein Widerspruch!?

    Ebenso, ihn in einer bestimmten Subdivision zu spielen. Das Ziel beim

    Presswirbel (Closed Roll) ist ja eben im Gegensatz zum 2er-Wirbel (Open

    Roll) NICHT, eine Salve rhythmisch definierter Schläge rauszulassen,

    sondern quasi nahe an einen "konstanten" Ton zu kommen, also ein

    Rauschen zu erzeugen.


    Die Grenzen mögen dann verschwimmen, wenn der 2er-Wirbel von der

    Geschwindigkeit her physisch und/oder den Fähigkeiten der ausführen-

    den Person her ans Ende kommt. Ob das dann aus musikalischer Sicht

    noch groß einen Unterschied macht, sei dahingestellt.


    Man spielt (und übt) zwar den Presswirbel schon "in einer Subdivision",

    aber da geht es mehr darum, selber als Spielender Ordnung zu halten

    und vor allem den Puls nicht zu verlieren für die Dauer des Rauschens.

    Zu hören sollte im Optimalfall nicht in dem Sinne etwas Rhythmisches

    sein, nicht die übergeordnete Armbewegung und schon gar nicht

    etwaige einzelne Schläge. Dafür sind eben die Open Rolls zuständig.


    Die geschätzte orchestererprobte Fraktion (Jürgen?) möge mich korri-

    gieren. Das ist mein aus Erfahrungen und Logik zusammengemixter

    Weisheitsstand :).

    Manches verwirrt mch auch auf den ersten Blick. Ich schreib es mir dann einfach mal auf.

    z.B. m_tree´s 7-Stroke Closed Roll ist in seiner Bewegung, wenn man nur einzelne Schläge setzt und ich nicht ganz daneben liege, ein Singe 4-Stroke Roll.

    Wieso verwirrt? Das ist doch das Schöne! Alle Zweierwirbel kannst du quasi "halbiert" "nach Armbewegung" zählen, das ist schön überschaubar, da nur halb so schnell. Anstatt 7 Schlägen zu folgen (in deinem Beispiel), sind es bloß deren 4. Oder verwirrt dich, dass es nicht 3 1/2 sind ;)? Der Abschlag, der letzte Schlag, der meist mit Akzent gespielt wird, bleibt ja immer nur einer. Vor diesem sind es entweder 3 Doppelschläge (7er) oder 4 einzelne (Single Fours). Alles klar?

    Ich spiele Train zu 99% RLRL. So kann man meiner Meinung nach ganz klar am einfachsten a) das Phrasing (wie viel Ternär-Faktor) steuern

    und b) spontane "Fills" kreieren, wobei ich unter Fills in Trainbeat-Songs die Kombination diverser Akzente verstehe. Bei den Akzenten

    mag ich es und finde, es macht einen großen Unterschied, nicht nur in laut und leise zu denken, sondern Nuancen zu nutzen.


    Bezüglich Ride: Bei langsameren Train-Songs bin ich manchmal so frech, irgendwann, beispielsweise bei Gitarrensoli, mit der RH aufs

    Ride zu wechseln und den Trainbeat mit der LH allein weiterzuführen. Das macht ordentlich Spaß, und wenn die Situation passt, probiere

    ich ab und zu spontan aus, was ich da mit der RH so schaffe, darüberzuspielen :) :S (Stichwort ungerade Gruppierungen).

    Ich finde die Buttons auch völlig okay, benutze sie auch hin und wieder, wenn ich es gerade fühle.

    Rational gesehen finde ich auch das Herz völlig in Ordnung, gebe aber zu, dass es mich auch schon

    ins Stocken, Zögern oder Grübeln gebracht hat :D.


    Ich schließe mich dem Tenor an, dass ein einfacher "Daumen rauf"-Button eine gute Ergänzung wäre.

    Also eine Bassdrum kann ja nur seitlich weggedreht sein, wenn du dich auf der Bühne so aufstellst, dass

    sie eben in Relation zur Drumriserkante (oder Bühnenkante) schief steht. Das würde ich natürlich auch

    nicht machen. Bei mir ist es dann eher so, dass ich halt leicht "seitlich weggedreht" bin, aber wen

    interessiert denn das ...? Gitarristen stehen ja auch in irgendeinem Winkel, der ihnen gerade passt.


    Nein, du musst natürlich überhaupt nix! "Man muss" ist vielleicht zu strikt ausgedrückt. Eher: Man

    sollte, wenn man aus Ergonomie, Aufstellung, Technik, Bewegungsabläufen und Physik das Meiste

    und Beste herausholen möchte :). Aber Lars Ulrich hat vielleicht für sich und sein Leben auch das

    Beste herausgeholt, ohne dass er ein Ergonomie-Vorzeigeobjekt wäre.

    Ich selbst bin auch kein totales Ergonomievorbild – und mein Körper stimmt ja schon mal auch nicht

    genau nach Lehrbuch, aber ich versuche mein Bestes, mich und mein Set optimal auszurichten, weil

    mich die Vorteile davon überzeugen und ich davon profitieren möchte. Aber müssen tut man sicher

    nicht, da hast du oder habt ihr recht!

    Linkslastig ist vermutlich die Drehung des Oberkörpers (beim Grooven mit der Hi-Hat).

    Rechtslastig ist (wie m_tree schreibt) meist die Aufstellung des Drumsets und somit die

    Aufteilung aller Instrumente auf den linken und den rechten Arm, tendenziell.*


    Die Snare sollte unbedingt die Mitte bilden, und zwar in Relation zur Körperausrichtung,

    der Körper muss immer der Bezugspunkt sein, nicht etwa die Bassdrum oder gar der

    Bühnenrand, Teppich etc.

    Das ist die Basis für alle Ergonomie überhaupt. Hi-Hat- sowie Bassdrumpedal sind dann

    möglichst ... ergonomisch :D und symmetrisch links und rechts zu platzieren. Dann

    kanns losgehen :)!


    *Kann man fast beliebig beobachten bei Vogelperspektiven auf Drummer, anbei ein

    Beispiel:

    Ich lese in dieser Diskussion so etwas "Einseitiges" heraus. Auch wenn unsere Gliedmaßen funktionale Jobs haben,

    sind sie ja mitnichten auf diese beschränkt. Natürlich ist meine rechte Hand etwas schneller und hat mehr Feingefühl,

    um auf der HiHat oder dem Ride mit differenziertem Phrasing zu führen. Aber ansonsten ist mein Ziel, mit beiden

    Händen möglichst alles möglichst gleich gut spielen zu können. Nicht mit "ambidextrösen" Ambitionen, sondern

    einfach, um mir das größte Potential zu ermöglichen, alle meine Ideen umsetzen zu können.


    Die Unterschiede zwischen Traditionell und Open-Handed sind m. E. relativ klein. Der Rest ist überraschend

    deckungsgleich. OHP müssen im ersten Moment etwas umdenken, umlernen und umgewöhnen, wenn sie

    16tel-Philly-Grooves auf der HiHat spielen (also beidhändig), weil sie dort rechts führen müssen und die Snare

    mit rechts spielen. Nicht-OHP haben häufig den rechten Arm im Weg. OHP müssen etwas mühsam das Ride

    links platzieren und spielen etwas gegen den Strom. Nicht-OHP sind manchmal sehr rechtslastig in ihren

    Gewohnheiten, ihrer Mobilität und ihrer Aufstellung auch.


    Aber wenn es um technische, koordinative und rudimentbasiertes Spiel geht – also alles eher "Gleichseitiges",

    sehe ich kaum einen Unterschied. Und diese Dinge sind doch (neben Grooves) die Basis für all unser Trommeln.

    Nicht?

    Hat schon jemand geschrieben, dass es einfach Zeit braucht? Man muss bedenken, dass alle Aspekte

    eine Rolle spielen: Technik, Feel, Motorik, Gehör! Wenn die Diskussion verschärft auf nur einem

    Aspekt herumreitet, wird man der Sache nicht gerecht.


    Wir hatten eine lange Zeit mit sehr viel binärer Musik (Jahrzehnte). Ich finde es immer interessant,

    daran zu denken, dass in den alten Rock'n'Roll-Zeiten die Drummer quasi das umgekehrte Problem

    hatten, nämlich kaum gerade/binär spielen konnten, weil sie mit Jazz groß geworden sind ^^.


    Es gibt ja haufenweise triolische Übungen, zum Beispiel diese verschiedenen Handsätze, wie sie

    in dieser Igoe-Übung vorkommen. Solches finde ich eine super Ergänzung zu "nur" Shuffle-Grooves

    spielen, es fördert und vertieft die gesamte Handhabung von ternären Rhythmen, die einfach in

    Fleisch und Blut übergehen müssen – was eben wirklich ... Zeit braucht :).

    Zu vereinfacht und zu pauschal, meine ich.


    Was man vielleicht ganz gut sagen kann ist: Was man nicht hören kann, kann man nicht richtig gut spielen.

    Das gilt wohl fürs Raushören und auch fürs Voraushören.


    Ansonsten stimmt die These nicht, denn es kann sogar mal das Gegenteil der Fall sein:

    Man kann etwas hören und klar nachvollziehen, aber selber tatsächlich nicht nachspielen.


    Ich meine, dass mir das in der jetzigen Phase sogar mehr passiert als umgekehrt, zum Beispiel,

    wenn ich mir Virgil Donati anhöre.

    Sabian aus Kanada, meinst du :)

    Beat #45 – eigentlich wollte ich einfach meine Becken geniessen und hatte dabei eine Idee, die mir gefiel. :)

    Oh, und eine nette Displacement-Idee hatte ich noch fürs Ende . :S


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