Beiträge von nils

    Alles was trommla schrieb.

    Zum Punkt "Der Drummer": Nach meiner Erfahrung kann man durch veränderte Spielweise den Klang von Becken formen. Möglicherweise liegt die Lösung tatsächlich ein einem anderen Anspielwinkel und/oder einer anderen Anspielposition und/oder einer anderen Handbewegung.


    In meinem Repertoire wären das meine Sabian 14" HH Regular Hihats, die genauso spektakulär sind wie ihr Name, aber eben in vielen Stilen gut funktionieren. Die können so ziemlich alles, was nicht ausgesprochen brachial klingen muss. Aber du willst ja was von Ratiopharm Zildjian ;)

    Ich hatte bisher nur Zildjian Hihats, die mir zu dick und zu schwer waren. Daher bin ich bei anderen Herstellern gelandet. Für eher unauffälligen Pop-Sound nehme ich immer noch gerne die Paiste 2002 Medium, soll es etwas silbriger sein, kommen die Paiste 602 Medium aus den frühen 1970ern zum Einsatz. Für etwas dreckiger sind Dream Bliss 13" Hats mein Favorit, schön dünn, leicht trashig und funky. Wenn es etwas schwerer sein soll, ohne gleich zu aufdringlich zu werden, verwende ich 1980er Sabian Handhammered.

    Da frage ich mich ob die Musiker während eines Konzerts konzentriert wie die Sau am Werk sein müssen, um es nicht zu vergeigen

    Ehrlich gesagt denke ich, dass volle Konzentration die Grundhaltung beim Musizieren in der Öffentlichkeit sein sollte, ganz unabhängig vom Status "Profi" oder "Amateur".


    Wenn man Profi definiert als "verdient den Lebensunterhalt mit Musik", dann war ich auch mal einer, kann also aus Erfahrung sprechen. Auch wenn ich meinen Lebensunterhalt schon lange anders verdiene, darf ich immer mal wieder mit den Profis spielen und versuche dabei, möglichst nicht als der Hobbymusiker aufzufallen, der ich mittlerweile eigentlich bin.


    Grundsätzlich: Man sollte seinen Kram schon können (Dienstleistungsaspekt: die Leute bezahlen mich und ich bin daher vorbereitet) und, aus meiner Sicht das wichtigste überhaupt, man sollte auch seinen Werkzeugkasten kennen. Versucht man auf der Bühne Dinge, die man (noch) nicht richtig kann, geht es schnell mal schief. Es braucht Vertrauen in das eigene Können und Wissen um die Grenzen. Bewegt man sich innerhalb, sind die Voraussetzungen gut, dass es ein ordentlicher Gig wird.


    Für mich ist es dabei ein Unterschied, ob man in der Unterhaltungsbranche aktiv ist, also Covermucke, Tribute und dergl. macht (hier gilt für mich: Original oder originell, gewollt und nicht gekonnt ist ganz schlecht), oder ob man mit eigener Musik unterwegs ist, also als Künstler. Unterhalter werden an der Vorlage gemessen, Künstler haben größere Freiheiten, erst wenn man als Künstler SEHR bekannt ist, wird man am eigenen Original gemessen. Das ist mir persönlich noch nicht passiert.


    Dann gibt es noch ein Zwischending zwischen Unterhalter und Künstler: die Künstlerbegleitung, ein Segment, in dem ich immer mal aktiv bin. Ich werde quasi gebucht, um Künstlern die Bühne zu bereiten, spiele Originale, die aber nicht unbedingt den Bekanntheitsgrad des Materials von Coverbands haben. Derzeit arbeite ich am Material vom Piet Gorecki Trio, wo ich möglicherweise als Trommler einsteige und von Rockwark, wo ich möglicherweise als Sub für den eigentlichen Trommler aktiv sein werde. Ersteres würde mittelfristig auch die Mitarbeit an Kompositionen bedeuten, letzteres ist mit Click und Backingtracks und erlaubt daher kaum kreative Freiheiten, aber in beiden Fällen geht es im Wesentlichen um Kompositionen anderer Menschen, die ich lediglich umsetze. Dabei gehe ich selbstverständlich konzentriert zu Werke, ich will ja kein Störfaktor sein, siehe weiter oben.


    Spielt man eine Aushilfe oder steigt irgendwo neu ein und ist von Notizen abhängig, wird's besonders mit langen Sets stressiger.

    Absolut, ich arbeite auch gelegentlich mit Aufzeichnungen, versuche aber immer, diese so schnell wie möglich loszuwerden.


    Letzten Monat war ich Teil der Begleitband einer Theaterproduktion. Abgesehen von einigen Coversongs, die Teil des Stücks waren (Deichkind, Dota Kehr und Faber), haben wir die Musik in den Proben mit dem Schauspielensemble selbst geschrieben. Dazu gehörte u.a., Übergänge zwischen Szenen musikalisch zu gestalten, damit keine Löcher entstehen, aber auch Szenen stimmungsmäßig zu unterstützen. Das erforderte einen großen Dynamikbereich, weil wir die Sprache nicht überdecken durften, aber an Stellen ohne Sprache auch mal Vollgas geben mussten, etwa in einer Prügeleiszene. Um den Überblick zu behalten, was genau wann dran ist, hatte ich entlang des Regieplans zu den Szenenbeschreibungen jeweils Hinweise zur Musik notiert. Auch solche Sachen wie, welche Schlegel ich wann einsetze bzw. wann ich sie o bereitlegen muss, um sie zum richtigen Zeitpunkt parat zu haben.

    Da mach ich jetzt lieber mal Top40 als Sachen, die mir zwar stilistisch und spielerisch besser passen aber in allen anderen Hinsichten schlechter laufen.

    Man braucht ein Dach über dem Kopf und der Kühlschrank muss gefüllt sein. Ich hab mich damals irgendwann entschieden, zum Broterwerb was ganz ohne Musik zu machen und die Musik zum Hobby zurückzustufen.

    Es gibt halt auch viele Amateur-Bands, die man sich als professioneller Musiker kaum anhören kann, weil einem sonst alles weh tut.

    Es gibt sogar im Profi-Lager Bands, bei denen sich die Fußnägel aufrollen. Jedenfalls kann ich mich erinnern, schon öfter solche gesehen zu haben. Ob das an mangelnden Fähigkeiten oder mangelndem Willen/Engagement gelegen hat, weiß ich nicht, vermutlich eher zweiteres.

    wo eine sichtlich aggressiv verstörte Frau zum Tanzpublikum vor der Bühne gerannt kam und ihren gefüllten Getränkebecher auf die Bühne geschmissen hat.

    Au weia. Ich hab ja vor vielen Jahren in einer Tanz- und Showband gespielt, viel im Sauerlandstern und so. Da ging es gelegentlich schon übel zu, "Fleisch ist mein Gemüse"-mäßig, aber sowas ist mir nicht passiert.

    und überlanger Bassdrum (die war wohl auch tontechnisch problematisch).

    Das kann ich mir vorstellen. Die großen Hupen neigen zum Wummern.

    Bei insgesamt 5 Gesangs-Mikros und IE-Monitoring können sehr laute Becken aber in mehreren Hinsichten zum Problem werden. Das sind halt grundsätzlich wichtigere Baustellen als durchgehende Chromböckchen, reflektierende Folie und so ein Schnickschnack.

    Funktion first, Design second.

    Und gewisse Situationen hatten mir in der kurzen Zeit schon gut veranschaulicht, warum es sich kaum lohnt neues bzw. "neu" gebraucht gekauftes Zeug für Touren in der Form zu besorgen.

    Was meinst du damit?

    Ich finde es viel entspannter, wenn ich meine Blickrichtung zur Bühnenmitte bzw. zur gesamten Band und zum Publikum habe, ohne den Kopf weit nach rechts drehen zu müssen

    Das sollte der Arbeitsschutz schon gebieten. Man übt ja, spannungsfrei am Schlagzeug zu sitzen und so gesundheitliche Risiken zu minimieren. Für die Bandkommunikation Verrenkungen ausführen zu müssen, ist kontraproduktiv.


    Ich bin mit dem Set schon an sehr verschiedenen Bühnenpositionen gewesen, mittig nach vorne orientiert, seitlich links oder rechts zur Bühnenmitte orientiert, ganz am seitlichen Rand der Bühne, aber immer so orientiert, dass die Bandkommunikation funktioniert. Design folgt Funktion könnte man sagen.

    Moin,


    ich habe versehentlich eine HiHatmaschine in Dortmund ersteigert, die leider nicht vom Verkäufer verschickt wird. Könnte die jemand für mich abholen und nach Worpswede verschicken?


    Viele Grüße, Nils

    Aber ich sehe keinen Grund, nicht auch mal eine Schraube leicht zu lockern, wenn dieser Bereich a) etwas zu hoch ist und b) die Stimmung insgesamt auch zu hoch ist

    Ich empfehle, etwas weiter herunterzustimmen und dann wieder hoch. Der Grund ist die Reibung des Fells auf der Gratung. Es kann passieren, dass das Fell zunächst nicht so weit über die Gratung rutscht, wie die Schraubendrehung es erlaubt und dies dann später im laufenden Betrieb nachholt. Gitarristen und Bassisten kennen das Problem auch und mache es normalerweise ebenso.

    Dir geht es um das Prinzip "Fellkragen auf Gratung", mir geht es um das Prinzip "Überdehnung".

    Schon richtig, nur kann ich einerseits physikalisch und andererseits aus reicher Erfahrung begründen, warum es sinnvoll ist, das so zu tun. Wie ich weiter oben schon schrieb, bewirkt das von mir propagierte Verfahren lediglich eine Beschleunigung dessen, was ohnehin passieren wird. Zumindest, wenn man es mit der mechanischen Spannung im Prozess nicht übertreibt. Dabei ist die von dir bemängelte Überdehnung gewollt, es geht ja gerade um die dauerhafte Verformung der Folie.

    Sowohl bei (den meisten) Trommeln als auch bei (den meisten) Fellen handelt es sich um genormte Industrieware die in aller Regel einfach "passt".

    Das stimmt leider nicht. Die Kesselvorprägung eines Fells ist lediglich eine grobe Wette des Herstellers auf die Position der Gratung, auf der es einmal aufliegen wird. Trommelhersteller bauen ihre Kessel unterschiedlich im Durchmesser, die meisten leicht untermaßig, aber eben nicht identisch, und auch die Position der Gratung auf dem Kesselfleisch ist unterschiedlich. Deshalb macht man über höhere mechanische Kraft und ggf. Wärmezufuhr eine Art "Bügelfalte" ins Fell, die dann genau an der Kontaktfläche zwischen Fell und Trommel sitzt.


    Auch ohne so ein Zentrierungsverfahren wird das Fell nach einigen Wochen genau diese "Bügelfalte" bekommen, weil das fell sich langsam auf die Gratung formt. In diesen Wochen wird man wegen der Verformung des Fells allerdings des Öfteren nachstimmen müssen. Mit ordentlich durchgeführter Zentrierung ist es direkt stimmstabil.

    Wenn die das nicht aushalten hast du definitiv zu stark gespannt. Zentrieren heißt nicht die Spannschrauben anzuknallen bis gar nix mehr geht. Abgesehen von Billigtrommeln sind in der Regel auch genug Spannschrauben vorhanden, sodass weniger Drehmoment pro Schraube nötig ist. Und ansonsten halt gleichmäßig anziehen. Ich mach das immer mit zwei Stimmschlüsseln gegenüberliegend und mach max. 1/2 Umdrehung, bis ich weiter gehe.

    Naja, immerhin werden lt. Drum Tuning Buch zwei und lt. Drum Tuning Bible sogar drei ganze Umdrehungen je Stimmschraube fürs Zentrieren empfohlen... da kommt dann schon bissl Druck auf jede Scheibe...

    Wie viele Umdrehungen man am Ende braucht, hängt von mehreren Faktoren ab, wie

    - dem Startpunkt, ab dem du die Umdrehungen zählst,

    - wie gut Kesselvorprägung des fells und Kesseldurchmesser zusammenpassen

    - Gewindesteigung der Spannschrauben

    - Stärke der Fellfolie / Anzahl der Lagen


    Aber pro Runde empfehle ich auch je 1/2 Umdrehung an jeder Schraube und wie Marius schrieb, die Verwendung zweier Stimmschlüssel gleichzeitig.

    Ich halte von der ganzen Zentriereritis gar nichts, insbesondere

    nicht vom Dehnen oder gar Erhitzen des Fells. Die Folie altert

    dadurch künstlich.

    Das ist falsch. Die Folie stammt aus der Elektrotechnik und wird beispielsweise in Kondensatoren als Dielektrikum verwendet. für solch eine Anwendung braucht man temperaturstabiles Material, was Mylar auch ist. Mylar enthält keinerlei Weichmacher und der Schrumpfungsbereich beginnt erst bei 150 Grad Celsius.


    Mir konnte bisher niemand vernünftig und für mich nachvollziehbar

    erklären, warum ich eine Trommel erst höher stimmen soll als ich

    sie nachher haben will.

    Hättest du mal mich gefragt, ich hätte es dir erklärt.

    Es hilft nix: üben, üben, üben, wenn es einem nicht in den Schoß fällt.

    !!!

    Ich hatte in den ersten Jahren meines Trommlerdaseins große Probleme mit allem, was die Füße anging. Dann habe ich wirklich intensiv daran gearbeitet und nun ist mein Bassdrumfuß besser entwickelt als die Hände.


    Ganz wichtig: laaaangsam üben und dabei mitzählen. So? Nein, immer noch zu schnell, noch langsamer. Genau.