Ich finde das Video total super - und es stimmt: Simon Phillips ist ein überaus sympathischer Zeitgenosse. Mir als nicht-Fan war gar nicht bewusst, dass er schon als Kind die Welt der Studios kennengelernt hat und dort auch schon in jungen Jahren regelmäßig Jobs getrommelt hat.
Das mit dem Farbeimer muss ich nochmal probieren - ich hatte das schonmal mit einem fetten Stein in der Bassdrum gemacht, aber das war nicht so eindeutig besser mit oder ohne. Er sprach hier ja von einem One-Gallon Eimer - das wäre in unserem System wohl ein 5l-Eimer. Mal sehen, ob mir so einer mal über den Weg läuft.
Interessant fand ich auch seine Aussage zu den Toms - vor allem, dass er sie höher stimmt als andere Drummer, dafür aber offen klingen lässt und auch Schlag- und Resofell auf den gleichen Ton stimmt. Ich hatte bei der Vorbereitung der Jazz-Challenge auch so eine Stimmung mit Ambassador-Fellen gemacht und fand das Ergebnis sehr ansprechend. So ein Set spielt sich völlig anders als die übliche mitteltiefe Stimmung. Mal sehen, ob ich das nochmal auf mein MMP übertrage.
Zur Phasenlage und Ausrichtung der Overheads gibt es unterschiedliche Herangehensweisen - ich denke, jeder arbeitet da einfach so, wie es sich für einen persönlich besser anhört. Bei Simon würde mich mal interessieren, wie er da mit den vielen Tom-Mikros umgeht - erwähnte er, dass er die Tomspuren freischneidet? Er sagte aber auch, dass er die Schwingungen der Felle der Toms beim Snareanschlag mit als Klang nutzt - war das über die Overheads?
Phasenprobleme zwischen Snare- und Overheadmikros kann man umgehen, wenn man sich den Abstand ausrechnet, wo entweder die Phase des Grundtons genau um 180° gedreht ist oder eben wieder phasengleich vorliegt. Bei einer auf 200 Hz gestimmten Snare wären das für 180° ca. 86 cm und für die gleiche Phase dann das doppelt davon, also ca. 172 cm. Hält man diese Abstände für den hier gewählten fiktiven Grundton von 200 Hz ein, dann kann man mit einer Phasendrehung beim 86er Abstand wieder den vollen Grundton bekommen, bei 172 cm ist er automatisch da. Ich muss aber zugeben, dass ich das auch nicht immer konsequent beachte, weil es ja auch noch andere Sachzwänge bei der Aufstellung der Mikrofone gibt (z.B. Deckenhöhe, Raumklang auf den Mikros usw.).
Ach, driftet schon wieder ins nerdige ab - nochmal: Simon rocks! 