Wenn wir von der Hobby-Schiene sprechen, bin ich ja selber auch betroffen: Aber woher kommt der Anspruch, dass mir mein Hobby immer gleich vergütet wird wie wenn ich ein Profi wär und davon leben müsste? Wenn man unser Hobby auf die Bühne bringen möchte, dann sind letztendlich natürlich gewisse Unkosten da, die wir ohne den Drang, unser Schaffen einem Publikum zu präsentieren, nicht unbedingt hätten, die eigentlich aber auch überschaubar sind. Am Ende sind es doch auch nur noch die Kosten für die Mobilität (Sprit oder gar ÖPNV Ticket). Den Proberaum müssten wir auch ohne Bühne bezahlen, unsere Instrumente sowieso.
Wenn ich das allerdings von Anfang an darauf auslege, das wenigstens Proberaum und vielleicht sogar Instrumente mit einem Eintrittsgeld finanziert werden können, geht es ja schon ein bisschen vom Hobby-Charakter weg. Und dann muss ich meinem Publikum aber auch etwas bieten für das Geld bzw. einfach Glück haben, zur richtigen Zeit am richtigen Ort und so... Im Prinzip kann man doch sagen, wenn ich auf Hut spielen muss, habe ich es nicht geschafft, dass die Leute wegen mir kommen und die Veranstalter sich die Finger danach lecken. Es gibt auch den Weg, der in der Musikbranche gerne als "sich verkaufen" bezeichnet wird. Aber nichts anderes mache ich doch, wenn ich den Anspruch stelle, dass jemand anderes für meine Musik Geld bezahlt.
Es soll aber auch nicht darauf rauslaufen, dass Veranstalter das schamlos ausnutzen. Die Grenzen sind auf jeden Fall fließend. Schwieriges Thema.
+1!
So wird ein Schuh draus.
In vielen Antworten (sowohl negative und positive) finde ich mich ja durchaus wieder.
Aber einige radikale (negative) Beiträge empfinde ich als zu kurz gesprungen bzw. zu sehr auf die persönliche Ebene gehoben.
Die Veranstalter, die Bands "auf Hut" spielen lassen (also das Risko der Festgage zu minimieren), kann man nicht pauschal verteufeln.
Wenn sie das Risiko tragen sollen und dabei nur verlieren, folgt darauf, dass der Laden schließen muss. Davon hat kein Musiker/Künstler etwas.
Ich habe im Post #5 ja geschrieben, dass meine ehemalige Wiener Band „auf Hut“ in Bremen auftreten würde und das ist prompt in die Hose gegangen.
Unbekannte Band unter der Woche und dann noch gegen Champions-League (Bayern : Real Madrid) – das konnte nicht gutgehen…
15 Zuschauer. Hut-Ergebnis: 52,--€
Die Jungs haben es aber mit Fassung getragen und ich habe mit Unterkunft und Verpflegung die Kosten etwas auffangen können. Letztendlich wollten sie mich ja nur mal besuchen kommen…
Ich bin mittlerweile seit 57 Jahren als Amateur „im Geschäft“ und darf wohl sagen, dass ich alle Facetten der Auf und Abs, was Gagen und Gigs anbelangt, erlebt habe, da ich allein mit meiner Funkband „Caliber 38“*) im Laufe von 40 Jahren über 800 Gigs absolviert habe. Es gab Mitte der 80er-Jahre eine ca. 5 bis 6-jährige Phase, in der ich mein Gehaltskonto als Speditionskaufmann nur für die Miete nutzte. Alle anderen Kosten habe ich aus der Hosentasche bezahlt (der englische Fußballer Kevin Keegan hat das mal so beschrieben: „Mein Geld habe ich für Frauen und Alkohol ausgebeben – den Rest habe ich verprasst.“)… 
Trotzdem hatte ich nicht mal ansatzweise den Wunsch, das berufsmäßig zu machen. Für mich war (und ist immer noch) Musik reines Hobby. Ich hatte nur das große Glück, mit richtig guten Leuten - und kontinuierlich - Musik machen zu können.
Daneben habe ich in unzähligen weiteren Bands oder Projekten mitwirken dürfen und dabei auch gar nicht mal schlecht verdient.
Diese Zeiten sind aber seit mehr als 20 Jahren so gut wie vorbei.
Das hat meine Einstellung zu musizieren aber nie beeinträchtigen können, weil… Hobby!
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*) (die spielen übrigens heute Abend gegen 19,--€ Eintritt im gleichen Laden - ohne mich
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