Beiträge von m_tree

    Aber vielleicht sind bei "Naturtrommeln" mit Naturfellen die Gesetze anders. Zumindest kann man bei einer Djembé ja nicht wirklich von einer Gratung sprechen, denn das ist ja alles wirklich ganz schön grob zusammengeschnitzt...

    Nicht nur "vielleicht", sondern die verhalten sich ganz sicher anders.


    Es wurde ja schon erwähnt, dass eine höhere Fellspannung Unebenheiten besser ausgleichen kann als eine niedrigere. Beim Schlagzeug haben die Trommeln i.d.R. Resonanzfelle (abgesehen von Ausnahmen wie Concert-Toms). Um auf den gleichen Grundton zu kommen braucht man ohne Resonanzfell eine höhere Fellspannung als mit. Demnach haben Djemben i.d.R. auch eine höhere Fellspannung als Schlagzeugfelle. Unebenheiten können da also besser ausgeglichen werden.

    Weiter geht's damit, dass es sich eben wirklich um Naturfelle (bzw. eher Haut) handelt und der Spannring des Fells und auch der Spannreifen wegfällt. Ergo müssen da auch keine Spannreifen und Spannringe "verbogen" werden, um das Fell an Unebenheiten der Gratung anzugleichen.


    (EDIT #2)

    Hinzu kommt die besondere Bauform von Djemben, die als Helmholtz-Resonator wirkt. Dadurch werden zusätzliche Basstöne erzeugt und der Klang wird bauchiger.

    Und das heißt auch, dass die Fellspannung bei Djemben sehr hoch sein kann, ohne dass der Klang dünn wird.


    thinshells

    Es müssten bei den beiden Sets ja zwei (exakt baugleiche?) 12er Toms dabei sein. Hast du die mal direkt miteinander verglichen?


    Darf ich fragen was du mit den Sets vor hast?


    EDIT

    Korrektur - Congas und Bongos sind ja keine afrikanischen Trommeln. :S

    Die Größe der Trommeln und Becken sind eigentlich zweitrangig. Wichtiger ist, dass die Höhen und Abstände passend für den jeweiligen Schüler eingestellt sind.


    Die Faustregel besagt, dass Ober- und Unterschenkel einen leicht stumpfen Winkel bilden sollten, wenn die Fersen auf den Pedalen aufliegen. Also Oberschenkel leicht nach unten und Unterschenkel leicht nach vorn geneigt. Die Snare mittig leicht zum Körper geneigt in etwa auf Höhe des Bauchnabels (für Matched Grip) und so positioniert, dass die Stickspitzen ungefähr mittig aufs Snare-Schlagfell treffen, wenn die Arme entspannt ungefähr in einem rechten Winkel neben dem Oberkörper sind.

    Die Pedale in etwa symmetrisch zur Snare. Für die nötige Beinfreiheit kann man sich auf runden Hockern etwas weiter vorn hinsetzen. Das ist besonders bei kleinen Schülern ratsam. Kommt auch einfach auf das Verhältnis vom Durchmesser der Sitzfläche und Größe des Gesäßes an.


    Dafür stelle ich das Schülerschlagzeug zwischen den Schülern auch neu ein, wenn es sein muss. Ein Hocker mit Drehspindel, der auch sehr tief einstellbar ist, ist dabei hilfreich. Aber auch die Höhe der Snare und der Hi-Hat passe ich an. Privat mach ich sowieso kurze Pausen zwischen den Schülern. An Musikschulen ist das natürlich eher nicht machbar. Außerdem nutze ich am Schülerschlagzeug eine 13" Snare.

    Es gibt eine schöne Schlagzeugschule von Sönke Herrmannsen, die heisst "Der hohe Hut". Die ist so angelegt, das man mit Links Hihat spielt und später im Werk bei der Einführung des Ride-Beckens dieses mit der rechten Hand spielt. Damit habe ich inzwischen zwei oder drei Jahrgänge unterrichtet, denen es zum größten Teil komplett Wurst ist, was sie mit welcher Hand bedienen. Das hat mal eine Jury bei "Jugend musiziert" derartig verwirrt, das das nicht als Feature sondern als Bug angesehen wurde.

    Interessant. Sind dir dabei irgendwelche Besonderheiten aufgefallen? Ich kann mir vorstellen, dass das nur was für Schüler mit höherem Potenzial, mehr Übebereitschaft und allgemein schnelleren Fortschritten ist. Hatte das auch schon bei einem anderen relativ jungen Drummer (Simon Schröder aus Hannover) auf Youtube gesehen. Aber der ist auch nicht "normal", sondern spielt hier im DF wohl fast jeden an die Wand.

    Interessante Diskussion! Hier im Forum ging's schon öfter darum. Das Thema hatte mich vor ein paar Jahren sehr beschäftigt.


    Der standardisierte Aufbau mit Überkreuz-Spiel hat einige klare Vorteile:

    • Hände und Füße sind jeweils auf einer Körperseite eher verknüpft als "überkreuz". Daher fallen z.B. Achtel-Grooves i.d.R. leichter, wenn die Bassdrum und die Achtelnoten auf der Hi-Hat beide mit der "rechten Körperseite" (also rechter Fuß und rechte Hand) gespielt werden.
    • Der standardisierte Aufbau in Kombination mit klassischem Überkreuz-Spiel ermöglicht es, Grooves auf der Hi-Hat und dem Ride immer mit den gleichen Handsätzen spielen zu können.
    • Ein einheitlicher Aufbau hat in Situationen mit stationären oder zumindest von mehreren Drummern genutzten Schlagzeugen in Musikschulen, Vereinen, Proberäumen, auf Bühnen usw. einen großen Vorteil. Linkshänder, die nur auf einem gespiegelten Aufbau zurechtkommen, müssen so immer eine Extrawurst machen.


    Ich rate dazu, gleich am Anfang zu erörtern, "wie rum" angefangen wird zu spielen. Denn die führende Hand flexibel (für Wechsel von Hi-Hat / Ride) umzuswitchen erfordert im Prinzip erstmal, jeden Groove doppelt lernen zu müssen und es sich unnötig schwer zu machen. Es geht ja irgendwann auch um spielerische Feinheiten / Präzision, Feeling (Groove) und Sicherheit am Instrument. Dass nur ein paar Freaks (nach meiner Einschätzung vielleicht 1%) wie Claus Hessler und wenige andere in ihrer normalen Spielpraxis die HH open-handed mit links und das Ride mit rechts spielen, zeigt nur, dass das ganz sicher nichts für den "Ottonormal"-Spieler ist.


    Open Handed (mit dem Ride bei der Hi-Hat) stehe ich aufgeschlossen gegenüber. Kommt ein Linkshänder so z.B. besser zurecht, ist das meiner Meinung nach einem gespiegelten Aufbau vorzuziehen. Weil es in vielen Situationen hinderlich ist, wenn man nicht auf einem standardisierten Schlagzeug-Aufbau zurechtkommt und erstmal alles gespiegelt umbauen muss. Zumindest, wenn man nicht nur daheim im stillen Kämmerlein spielt.


    Was Rudiment-Übungen im "normalen" Schlagzeugunterricht betrifft, halte ich nichts von den festgefahrenen, konservativen und oft mit der Brechstange durchgeführten Methoden, die erstmal ein paar Jahre nur Rudiment-Drill ohne Schlagzeug (und weitgehend ohne Spaß) machen. Klar sind die grundsätzlichen Rudiment-Spieltechniken sehr wichtig und bilden das Grundgerüst fürs Schlagzeugspielen. Man kann die Rudiments aber auch flexibler und parallel zum Schlagzeugspielen in den Unterricht einbauen.

    Die gekürzten Tracks kommen dann zum Spielphasen-Beginn, wie gehabt, oder?

    Ja. Ich denk mal das passt so. Hab die sowieso noch nicht endgültig fertig, was die Lautstärke-Verhältnisse der Klicktracks zu den Playalongs und die finalen Renderings betrifft. Dafür werde ich beide Tracks auch noch mal praktisch am Schlagzeug testen, das ist für alle Beteiligten sinnvoll (besonders für die, die ohne DAW und ohne getrennte Spuren für Playalong und Klick aufnehmen). Muss damit aber auch gerade noch etwas warten, weil ich mich kürzlich am linken Handgelenk verletzt hatte und momentan nicht richtig spielen kann (den nächsten Gig hab ich zum Glück erst wieder Ende Januar).


    Es besteht ja trotzdem die Möglichkeit, sich schon vor den Spielphasen mit den Tracks zu beschäftigen. Die Track-Auswahl steht auch schon wieder seit zwei Monaten fest. ;)

    Habe die Tracks für die beiden anstehenden Challenges gekauft und zum Einspielen mit eigenen Klicktracks vorbereitet. Die Kürzungen habe ich (nach ein bisschen Probieren) simpel gehalten und jeweils nur das Ende angeflanscht, damit's nach was klingt. So kommt der Jazz auf 132-135 Sek. und der Reggae auf 123 Sek. reine Spielzeit.


    Der Reggae ist trotz des triolischen Feels Anfänger-freundlich und macht bestimmt vielen Leuten Spaß. Demgegenüber ist der Jazz-Track noch mal ziemlich anspruchsvoll. Da habe ich auch wieder Hinweis-Klicks (am Ende des Intros und vor dem Outro) eingebaut.


    Das ganze soll wie folgt ablaufen:


    01.02. - 21.02. Spielphase erste Challenge (Jazz)

    23.02. - 01.03. Votingphase erste Challenge (Jazz)


    03.03. - 23.03. Spielphase zweite Challenge (Reggae)

    25.03. - 31.03. Votingphase zweite Challenge (Reggae)


    Niop wird sich wieder um das Voting kümmern.


    Hier noch mal die beiden Tracks:


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    Hier bin ich nicht zwingend deiner Meinung. Es gibt durchaus Maschinen, die ohne einstellbare Federspannung gut funktionieren, z.B. meine beiden Stagemaster light haben die nicht und lassen sich trotzdem 1a spielen, und sie haben drehbare Beine. Wäre insofern auch ne Option.

    Das dürfte dann aber auch Glückssache sein. Das Eigengewicht des Top-Beckens macht auch viel aus und mir persönlich waren HH-Federn mit fester Vorspannung eigentlich immer zu hart.


    Zweibeine spielen ihre Vorteile dann aus, wenn man noch weitere Pedale integrieren will und beidseits der Trittplatte eins hat. Man hat dafür aber i.d.R. mehr Masse zu bewegen, wenn man sein Set öfter mal transportiert.

    Auch schon nur mit dem Slave-Pedal der Dofuma daneben geht m.E. nichts über 2-beinige Maschinen. Drei gedrehte Beine find ich da immer Kompromissbehaftet, stehen gedreht instabiler als zwei, lassen keine Neigung der HH-Maschine zu und sehen dabei auch noch sch... aus. :D


    Aber ist wie so vieles natürlich Geschmackssache. :)

    2-beinig muss nicht teuer sein: https://www.thomann.de/de/mill…hh902_pro_serie_hihat.htm


    Die hatte ich vor langer Zeit auch mal und kürzlich auch Schülern empfohlen. Lässt sich sogar wie die Iron Cobra Maschinen schrägstellen.

    Auch die Vorspannung der Feder lässt sich mit der - wie bei jeder vernünftigen HH-Maschine - flexibel einstellen. Falls deine vorhandene HH-Maschine eine feste Federspannung hat, wäre das sowieso ein Argument für eine andere HH-Maschine.


    Evtl. lohnt's sich noch, die Clutch durch eine zu tauschen, bei der nicht die Schraube selbst auf die HH-Stange drückt. Mit einem Mechanismus hält das 1000x besser und schont die HH-Stange. Beispiel: https://www.thomann.de/de/tama_cl08_hi_hat_clutch.htm

    Was Felle, Stimmung und Teppich angeht habe ich auch so meine Vorlieben entwickelt. Bspw. nehme ich gern die hoch sensitiven Tama "Carbon"-Teppiche mit 20 Spiralen. Mit denen hatte ich in den vergangenen Jahren schon einige Snares ausgerüstet. Auch eine, die ich dann wieder verkauft hatte. Ich mach das nämlich auch so, dass mir eine Snare mit meinen üblichen Einstellungen gefallen sollte. Und die wieder verkaufte ist damit für mich durchs Raster gefallen.


    Davon abgesehen scheue ich mich aber nicht davor, das Schlagfell mal umzustimmen und mehr oder weniger (oder auch gar keine) Dämpfung zu benutzen. Ich denke, das dauert auch nicht länger als die Snare zu tauschen. Insbesondere wenn der Snare-Ständer und die Mikrofone für den Tausch eingestellt werden müssten.


    Mir gefällt meine Starphonic Brass zumindest für Aufnahmen nämlich meistens besser als meine anderen Snares, unabhängig davon wie hoch ich die stimme.

    Warum sollte ich mich dann einschränken und die nur mit einer bestimmten Stimmung benutzen?


    Man hört und liest ja immer wieder, dass Trommeln spezifische Stimmbereiche haben, in denen sie am besten klingen. Das mag vielleicht stimmen.

    Aber ich finde, dass man das Potenzial einer Trommel nicht ausnutzt, wenn man die nur mit einer bestimmten Stimmung nutzt.

    Und ich denke sogar, dass ein flexibler Stimmbereich ein Qualitätsmerkmal von Trommeln ist. Was will ich mit einer Trommel, die mir vorschreibt, wie ich sie zu stimmen habe?

    Dazu noch ein Tipp (ein paar kleine Fehler hast du drin, aber man versteht den beabsichtigten Sinn, und das ist ja das wichtigste): du kannst in geeigneten Apps, z. B. DeepL, auch deinen deutschen Text eingeben und dort wird dir der zum einen ziemlich „native“ übersetzt. Außerdem kannst du ihn dir da auch gleich vorlesen lassen und hast so die korrekte Aussprache.

    Habe die von Youtube automatisch erzeugten Untertitel gerade mal korrigiert. Tatsächlich hatte ich den Inhalt direkt auf Englisch in ein Textdokument geschrieben und dafür nur ein paar Vokabeln nachgeschlagen. Danach hatte ich das in ChatGTP eingefügt und um Verbesserung von Grammatik und Satzbau gebeten und da auch das meiste übernommen. Mir wurde da zusätzlich auch eine vereinfachte und lockerere Version für Youtube vorgeschlagen (habe ich aber nicht genommen). Da ist mir noch mal bewusst geworden, dass ich 'ne relativ trockene und z.T. auch nerdige Art habe. Denke aber, ich krieg das noch ganz gut auf den Punkt.

    Ich nutze ja mittlerweile einen Teleprompter (günstige Version mit Smartphone-App) für meine Tutorials, um mir den sorgfältig ausgearbeiteten englischen Text nicht merken zu müssen. Schriftlicher Ausdruck fällt mir bei so fachlichen Dingen zudem oft leichter als mündlicher.


    Danke jedenfalls für den Tipp! Das werde ich beim nächsten Mal so machen mit der App. Spart mir ja auch Zeit.


    Ich hatte mich zwischenzeitig an ein Video von STDrums (zu den Gratungen) erinnert, wo "bearing edge" wie "biering edge" ausgesprochen wurde. Zugegeben ist das im Englischen schon immer mal verwirrend. "Gear" spricht man ja auch wie "Gier" und nicht "Gär" aus. :D

    Wenn man das Fell von Strainer zu Buttend anschaut ja, dann ist die Mitte des Fells höher als an den Rändern. In der um 90° versetzten Richtung (also rechtwinklig zum Teppich) ist das Fell in der Mitte der Trommel von Rand zu Rand exakt plan - je weiter man mit einem Lineal oder sonstigen geraden "Maß" in der 90°-Ausrichtung zum Teppich an den Rand zu den Snarebeds hin fährt, bekommt das Fell in der Mitte eine "Kuhle" - ab den vorletzten Spannschrauben kann ich da schon mit einer 0,3mm Fühlerlehre reinfahren - zum Rand hin noch mehr.

    Das ist mir vollkommen klar. ;)

    Es kann ja auch nur auf einer Achse (in dem Fall der Achse des Teppichs) eine Wölbung durch die Form der Gratung entstehen.


    Ich nehme es da auch im Video mit den Formulierungen nicht zu ausführlich. Die meisten werden verstehen, was gemeint ist.

    So bleibt das Video auch mit den Performances und Veranschaulichungen bei 6 Min. und ist nicht auf 10 oder 20 Min. aufgeblasen. Sowas gucken sich dann nämlich auch nur noch Nerds bis zum Ende an. ^^

    Wobei es sich dabei eher um eine geometrische Funktion handelt: dadurch, dass das Fell sich in dem Bereich der Snarebeds im Vergleich zur sonstigen Fellebene absenkt, macht es Platz für die Enden des Teppichs , die sonst aufliegen würden und den Teppich zum nachschnarren bringen können.

    Genau. Dadurch wölbt sich das Fell leicht in der Mitte und die Teppichspiralen haben dort einen besseren Kontakt zum Fell als an den Enden des Teppichs.


    Dadurch, dass das Fell eh durch den Teppich beim Schwingen beeinflusst wird, spielt die gleichmäßige Stimmung keine so große Rolle wie beim Schlagfell oder bei Resos von Toms.

    Das ist sicher der Fall. Mir war im Video einfach wichtig, überhaupt auf das Snare Bed und das entsprechend andere Stimmverhalten des Snare-Resos aufmerksam zu machen. Ich sage zwar, dass das immer auf eine einzelne Frequenz gestimmt sein sollte. Aber das setze ich nur als theoretischen Optimalfall.

    Bspw. sollten die "Vorschläge" von Flams nach "Schulmanier" deutlich leiser als die Hauptschläge gespielt sein. Macht aber z.B. kaum ein Rockschlagzeuger im Bandkontext, weil die leisen Schläge da untergehen würden und keine Flams mehr zu hören wären.

    So stand das auch in meiner ersten Schlagzeugschule "Das große Buch für Schlagzeug und Percussion" von Siegfried Hofmann/Voggenreiter. Der Teppich würde sich so besser an das Fell anschmiegen.

    Wirklich? Möglicherweise stand eher drin, dass die Spannschrauben beim Teppich stärker angezogen werden sollten.


    Das Snarebed soll nämlich genau dafür sorgen, dass sich der Teppich besser ans Fell anschmiegt. Aber dafür muss man es eben auch "nutzen" und reinstimmen.


    Letztendlich will ich niemandem vorschreiben, wie er zu stimmen hat. Ich gebe nur Empfehlungen ab und zeige im Video ja so "nebenbei" am Anfang der Kapitel auch, wie sich das mit meiner Vorgehensweise anhört.

    Das heißt, Du stimmst im Bereich des Snarebeds das Reso ebenfalls auf die gleichen Lugnotes wie bei den anderen 6 Stimmschrauben?

    Ja.


    Bei meinen Snares geht das zwar mit viel Gewalt, aber meistens lasse ich die Stimmung im Bereich der vier Spannschrauben beim Teppich etwas niedriger als beim Rest. Also z.B. 395Hz vs. 380 Hz im Bereich der Teppichschrauben. Es hängt auch sehr von der Art der Spannreifen ab - den 3mm starken TrueTone Reifen meiner DW z.B. bekommt man nur sehr schwer „verbogen“. Bei der Starphonic geht das deutlich einfacher. Bei meiner Freefloating wiederum ist es unnötig, da diese ein nur minimales Snarebed aufgrund des überstehenden Teppichs hat.

    Die Felle selbst stimme ich immer nach Gehör, benutze die App also nur um die gesamten Grundtöne zu checken.

    Wie schwer es ist, ins Snare-Bed zu stimmen, kommt auch auf die Breite und Tiefe des Snarebeds an. Mit breiteren Snarebeds ist es einfacher und mit weicheren Spannreifen natürlich auch.


    Ich erinnere mich dazu an eine Aussage von Kenny Aronoff. Der benutzt nur für die Schlagseite der Snare einen Gussspannreifen, für die Resonanzseite einen geflanschten Reifen.

    Aber das mit dem "ins Bett stimmen" werde ich mir anschauen, hatte auch noch keine Zeit für dein Video, schau ich mir noch an

    Deswegen thematisiere ich das "Snare bed" auch gleich im ersten Kapitel und sage auch wörtlich "when tuning the resonant head into the snare bed ...".

    Vielleicht habe ich das "Reinstimmen" im nächsten Kapitel aber nicht noch mal deutlich genug angesprochen. Wenn man auf eine gleichmäßige Stimmung achtet - egal ob durch Abklopfen an den Schrauben oder mittels Lineal - und sich des Snare Beds bewusst ist, stimmt man da eigentlich automatisch rein.


    Marius, kannst Du mal erklären, was Du unter „ins Snarebed stimmen“ verstehst? Dieser Begriff wird viel gebraucht, aber nirgends erklärt, was damit gemeint ist.

    Bedeutet eigentlich nur, dass das Fell gleichmäßig auf der Gratung aufliegt, sich also ans Snare-Bed anpasst.

    Ich hab meine Resos immer zwischen 380Hz und 400Hz, messe aber eigentlich nicht nach.

    Um das zu wissen musst du aber schon messen. Die App "Drumtune Pro 2.0" hat extra einen Modus fürs Snare Reso, sogar unterteilt in hohe und tiefe Stimmung. Damit findet man mit etwas Geduld fast immer die tatsächliche Grundfrequenz raus.


    Unter 380Hz hab ich noch keine Snare zum Klingen gebracht bzw. wurde nicht zufrieden mit dem Gesamtergebnis und über 400Hz wird's kritisch für das Fell. Hab mir mal ein Reso gesprengt, weil ich dem Tunebot geglaubt habe und der in diesem Frequenzbereich nicht mehr zuverlässig misst.

    Dass du mal ein Snare-Reso gesprengt hast war mir noch in Erinnerung. Deshalb habe ich im Video auch erwähnt, dass man aufpassen muss, das dünne Fell nicht zu beschädigen. ^^


    Deine Erfahrung könnte evtl. damit zusammenhängen, dass du nicht richtig ins Snare-Bed reinstimmst. Je nach Steifigkeit des Spannreifens muss man die Schrauben schon sehr unterschiedlich stark anziehen. Im Video sage ich ja auch "the hoop will deform slightly to fit the snare bed".


    Hab auch mal gehört irgendwo und erklärt bekommen, dass nur ein sehr hohes Reso wirklich Sinn macht und alles aus dem Teppich rausholt - weiß aber nicht, was die physikalische Begründung war und das ist jetzt gefährliches Halbwissen.

    350-400 Hz ist schon sehr hoch. Auch hier bin ich der Meinung, dass es wichtiger ist gründlich ins Snare-Bed zu stimmen statt z.B. noch mal 10 Hz oder so drauf zu packen, um unbedingt auf 400 Hz zu kommen.

    Mal ne Frage an die Experten. Macht es überhaupt Sinn, eine bestimmte Frequenz für's Reso zu nennen? Ich bin ja eher "Akustiker" als "Techniker" und stimme ne Snare dorthin, wo mir ihr Sound gefällt.

    Effektiv nach Gehör stimmen zu können ist eine wertvolle Fähigkeit und ich halte es auch für sinnvoll, das (zumindest hauptsächlich) so zu machen.


    Fürs Video war mir jedoch wichtig, griffige Frequenzangaben zu machen. Die stützen sich übrigens auch nur auf Frequenzangaben von anderen Quellen, z.B. vom Tunebot oder Tuning-Apps.


    Ich erwähne ja, dass ich z.B. nicht viel davon halte, das Snare-Reso einfach blind anzuknallen bis zum Anschlag. Das ist m.E. nicht zielführend. Daher ist zumindest für Stimmanfänger eine Frequenzangabe und eine Messung beim Stimmen schon hilfreich, um ein Gefühl dafür zu entwickeln.

    Sehr schön :)

    Sogar die „Sounds Like A Drum“ Methode mit dem Lineal erwähnt ^^

    Danke. ;)

    Nils (der Trommelstimmer) hier aus dem Forum benutzt die Methode mit dem Lineal auch, wenn ich mich richtig erinnere. Ich persönlich klopf das Reso lieber einfach auch mit dem Filzschlägel ab.


    Welche genauen Frequenzen hast du denn da jetzt in dem Video für deine Snares?

    Meinst du die genauen "lug frequencies"? Das kann ich dir leider nicht sagen. Aber ich kann gern die Grundtöne mit einer Frequenzanalyse ermitteln.

    Das Snare Reso stimme ich bei 14ern meistens ungefähr auf die erwähnten 380 Hz (mal mehr, mal weniger). Und für die Gesamtstimmung bevorzuge ich meistens den mittleren Bereich um 200 Hz. Im Video habe ich aber auch eine tiefe Stimmung (bei 0:51-0:58) und eine hohe Stimmung (am Ende ab 5:33) drin.


    Ich stimme immer noch hauptsächlich nach Gehör und nutze die App eher zusätzlich zum Prüfen.