Eine noch ausstehende Frage ist: Was genau willst du aufnehmen und welchem Zweck dienen die Aufnahmen?
Für einfache Proberaummitschnitte bzw. Arbeitsaufnahmen reicht ein Handyrecorder allemal. Selbst ein einzelnes Großmembran-Kondensator mit Kugelcharakteristik (oder ggf. auch mit 8 oder Niere) reicht dafür aus.
Bei solchen Aufnahmen lohnt es sich, mit den Positionen der Instrumente / Verstärker / PA und natürlich dem Aufnahmegerät / Mikrofon zu experimentieren.
Willst du dich allein aufnehmen und einen sauberen und halbwegs präzisen Stereosound haben, macht sich die Recorderman Methode für den Anfang tatsächlich am besten.
Proberaummitschnitte mit Recorderman machen m.E. eigentlich nur Sinn, wenn auch jedes weitere Instrument auf einer eigenen Spur aufgenommen wird. Selbst bei einer kleinen Band brauchst du da schon mindestens 6 getrennte Kanäle sowie ein Mischpult mit mindestens einem Aux Ausgang (Gesang).
Vergessen darf man dabei nicht, dass die Overheads beim Recorderman dann einiges an Übersprechung der anderen Instrumente abkriegen. Das wäre mit weiteren Stützmikrofonen an den Trommeln und ggf. Hi-Hat weniger schlimm, aber beim Recorderman wird sich das bemerkbar machen (es wird matschig).
Das kann man natürlich ein Stück weit vermeiden, wenn man ohne PA und ohne aufgedrehte Verstärker arbeitet (was Gitarristen meistens garnicht schmeckt) und mit Monitoring arbeitet. Aber hierfür ist noch mehr Aufwand nötig (vorgedämpfte Kopfhörer / In-Ears, ausreichend Monitorwege).
Ich hatte mit mehreren Bands mal ne Zeit lang die Proben auch mit Einzelaufnahme der Instrumente mitgeschnitten, allerdings besagtes Großmembran-Kondensator mit Niere übers Drumset gehängt. Selbst die Bassdrum kam da noch mit ausreichend Druck rüber. Anschließend wurden Bass, Gitarre und Gesang drübergelegt. Alle hauseigenen Eingänge des Saffire Pro24 (2* Mikrofon, 2* Line) waren in Benutzung.
Ich behaupte jetzt einfach mal, dass das der beste Kompromiss für Proberaummitschnitte ist, die bei einer relativ guten und differenzierten Qualität noch relativ erschwinglich sind. Die zwei größten Vorteile dabei sind, dass man jedes Instrument auch mal solo anhören kann (und so eben wirklich mit den Aufnahmen "arbeiten" kann) und dass man alles im Nachhinein relativ stimmig zusammen mixen kann, ohne sich Sorgen über Positionierungen, zu laute Drums etc. machen zu müssen.
Schlussendlich sind wir aber dazu übergegangen, das besagte Großmembran-Mikro einfach mit Kugel an ne geeignete Position zu stellen. Spart Aufwand und man hört immer noch alles wichtige raus.
Wenn ihr Aufnahmen in wirklich guter Qualität machen wollt solltet ihr da ganz anders rangehen. Prinzipiell mit Klick, Pilotspuren und dann Einzelaufnahme / Overdubbing. Dafür kann man sich sicher auch mal Equipment (Schlagzeug Mikros, großes Interface) ausleihen ... oder eben gleich ins Studio gehen (da sind dann auch anständige Live-Aufnahmen möglich). 