Danke erstmal für das sehr positive Feedback! Freut mich, dass das hier so gut ankommt! ![]()
... aber warum will man den gesamten Mix zerren?
Digitale Aufnahmen profitieren meistens von ein bisschen Sättigung - das ist eine leichte / subtile Verzerrung. Die Übergänge sind da an einem gewissen Punkt natürlich fließend.
Sättigung / Verzerrung fügt Obertöne hinzu und verdichtet gleichzeitig das Audiosignal. Es wird "fetter" (vor allem mit Harmonischen 2. Ordnung) und auch brillanter (vor allem mit Harmonischen 3. Ordnung). Tonband und sämtliche analogen Audiogeräte wie Preamps, Kompressoren und EQs zerren mehr oder weniger. Die neueren weniger als die älteren. U.a. deswegen "färbt" ältere analoge Audiohardware mehr als neuere, tendenziell zumindest. Und genau diese "Farbe" kann man teuer kaufen. Beispiel: https://www.thomann.de/de/ams_…73_dpx_dual_preamp_eq.htm
So perkussives Material wie Schlagzeug braucht Verdichtung, um auf brauchbare Durchschnittspegel zu kommen. Auf klassisches Limiting verzichte ich in meiner Nachbearbeitung inkl. Mastering schon lange, weil das die Transienten nur plattdrückt und den Druck rausnimmt.
Die Tonband-Simulationen, die Simulationen der analogen Effekte (EQs und Kompressoren) und das Softclipping sättigen auch schon. Manchmal reicht mir das aber nicht. Für gezielte zusätzliche Verzerrung benutze ich das hier: https://www.plugin-alliance.co…_2xWlYTnjlkc31VsBgRPZ4PzC
Hier mit einer Kombination aus 2. und 3. Harmonischen mit Softknee, relativ subtil.
Konkret hat mir das hier geholfen, die Drums gegenüber dem Song noch etwas durchsetzungsfähiger zu kriegen und auch die hohe Verlaufsdynamik mit laut gemixtem Schlagzeug auf die -14 LUFS Durchschnittspegel für Youtube zu bringen. Hab die Drums dieses mal nicht so stark komprimiert wie sonst, weil das hier einfach nicht gepasst hat - eben auch wegen der hohen Verlaufsdynamik.
Die Verlaufsdynamik hab ich mit Post-FX Lautstärke-Automation des Drumbusses sogar noch unterstützt - die Strophen sind 3 dB leiser als die Refrains und der C-Part noch mal 1 dB leiser als die Strophen.
Durch die zusätzliche Verzerrung muss der finale Clipper auf dem Masterbus nicht ganz so viel absäbeln, um das laut zu kriegen.
Kann natürlich sein, dass es hier nicht ganz so gut gepasst hat. Als Stilmittel ist das eigentlich 'ne alte Kamelle. Beispiel für stark verzerrte Drums: