Danke für den ausführlichen Einblick!
Klingt für mich trotzdem alles in allem recht anstrengend. Man gewöhnt sich zwar sicher daran. Der zusätzliche Aufwand, schon allein was Kommunikation und Kooperation betrifft, lässt sich aber eben nicht wegreden.
Nachdem ich mich bei der erwähnten Session von Anfang an ums Schlagzeug gekümmert und über die Hälfte selbst gestellt hatte, hatte ich auch beim Umbau mit angepackt. Das war für mich selbstverständlich. Ich bin insofern auch cool damit und würde nie diskutieren oder so.
Meiner Meinung nach sind wir als Schlagzeuger ja eigentlich immer sehr daran interessiert keine schwache Hand und auch keinen schwachen Fuß zu haben. Also, dass wir ja eigentlich immer daran Arbeiten die schwächere Seite der Stärkeren anzugleichen. Demnach sollte die Frage sich ja eigentlich nicht stellen...
Hatte dann das Ride mit Links und die HiHat mit rechts gespielt. Was ich auch für den sinnvolleren Ansatz bei OHP halte. Wo wir dann auch wieder bei der Beidseitigkeit wären...
Hier muss ich aber noch mal ein Veto einlegen. Ein User hatte mich in der Zwischenzeit privat angeschrieben, der erst durch meine Ausführungen hier darauf gekommen ist, dass er sich das Leben evtl. auch einfacher machen könnte. Nach zwei Jahren "beidseitiger" Spielzeit.
Ich halte es für sehr sinnvoll, die Hände und ggf. auch Füße von der spielerischen "Stärke" anzugleichen. Und das geht am besten mit Rudiments.
Allerdings halte ich eine Spezialisierung der Hände und Füße am Schlagzeug im Normalfall für sinnvoll, um ein Gefühl fürs Instrument und vor allem auch Groove zu entwickeln. Ausnahmen halte ich nur für sinnvoll bei überdurchschnittlich talentierten Leuten. Es geht dabei ja auch um die Effizienz des Lernprozesses und der wird halt erschwert und verlangsamt, wenn man jeden Groove beidseitig gut spielen können muss bzw. will. Kommt natürlich auch auf die Komplexität des Gespielten und die spielerische Präzision bzw. den eigenen Anspruch an.
So wie ich z.B. den Rosanna-Shuffle mit allen Facetten (Refrains ...) im Original-Tempo locker spielen kann, so könnte ich ihn "verdreht" wohl gar nicht spielen. Und ich bin mir ganz sicher, dass es dem Meister selbst auch so gegangen wäre. Auch Simon Phillips hat sein Ride seit seines Umstiegs auf OHP im zarten Alter von 18 links bei der Hi-Hat stehen und wechselt nicht ständig.