Diese Seitenhiebe im DF immer mal wieder auf die (öffentlichen) Musikschulen geben mir zu denken ... Nimmt mich ja wunder, wie es an deutschen Musikschulen offenbar zugehen muss?! Scheint in der Schweiz wohl entspannter zu sein, keine Ahnung. Jedenfalls scheine ich all diese Probleme
nicht wirklich zu haben und kenne sie auch von nirgendwo in diesem Umfeld. Vielleicht sind wir in der CH so deutlich besser bezahlt für diesen Job,
dass gewisse Problematiken gar nicht entstehen, oder nie so drastisch wie in D?
Zu meiner Wahrnehmung muss ich sagen, dass ich ja erst spät (vor etwa 2 Jahren) quer ins Unterrichten eingestiegen bin und das aktuell auch noch nicht so läuft, wie ich es mir vorstelle.
Ich habe bisher Einblicke an den zwei größten Musikschulen in Erfurt gehabt und unterrichte seit einem Jahr an einer kleinen Musikschule ebenfalls in Erfurt. Vorn anstellen kann man da auf jeden Fall, dass das im Kern auch ein knallhartes Geschäft ist und da mit immer mehr Gruppenunterricht auch immer mehr Wert auf geschäftliche Effizienz gelegt wird. Der Chef der größten Musikschule (etwa 1000 Schüler) in EF, selbst studierter Schlagzeuger, hat es so veranschaulicht, dass Einzelunterricht im Vergleich zu z.B. Unterricht an Schulen nicht im Verhältnis steht. Weil dort ein Lehrer auf z.B. 20 Schüler kommt.
Von Gruppenunterricht für Instrumente halte ich aber nach wie vor nicht viel. Auch wenn man es mit einem großen Schülerstamm irgendwie schafft, vernünftig zusammen passende Gruppen zu bilden, sind die Schüler eben trotzdem sehr individuell. Allein schon was die Geschwindigkeit des Lernens, das Übepensum und dergleichen angeht (individuelle spielerische Baustellen erstmal ganz außen vor gelassen).
Privat mach ich da ganz bewusst schon ein paar Sachen anders. Das fängt neben Einzelunterricht schon beim Zeitplan an - bei mir gibts keine fliegenden Wechsel. Ich lass zwischen den Terminen immer mindestens 15 Min. Luft - 30 Min. Unterricht sind sowieso schon kurz. Für die Probestunde nehm ich mir auch viel mehr Zeit.
Und auch was das Equipment angeht ... z.B. die Möglichkeit, vernünftig (mit Kopfhörer) zu Klick und Playalongs spielen zu können ... an der kleinen Musikschule in EF hab ich da nicht mal 'ne Snare neben dem Schülerschlagzeug stehen. Kürzlich hab ich's mal gedreht, um nicht hinter den Schülern stehen zu müssen.
Und was speziell Deutschland betrifft:
Die Schikanen aus z.T. einfach sinnloser Bürokratie. Leuten, die keinen Senkrechtstart hinlegen konnten, wird es zusätzlich schwer gemacht. Ich bin ja schwer für Zertifikate, die die Qualität der Arbeit belegen können und auch z.B. ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis erfordern (kein Thema für mich) ... aber wenn so eine Ausbildung dann 1/3-1/2 meines aktuellen monatlichen Gewinns über ein Jahr verschlingen würde und ich dafür von meiner aktuellen Haupt-Einnahmequelle (Band) wegziehen müsste, sind das halt Schikanen. So viel dazu, dass es am Ende nämlich (fast) nur ums Geld geht und es gar nicht so einfach ist, irgendwie "Sinn" zu stiften.
Wie auch immer - falscher Thread für diese Diskussion ... dass ich mit meiner Situation unzufrieden bin räume ich ein. Was da hilft ist einzig und allein weiterer Kampfgeist ...