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Melbit

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  • »Melbit« ist männlich

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141

Samstag, 2. April 2011, 13:48

Für Rechtshänder hat Open Handed den Nachteil, dass sie mit ihrer schwächeren Hand führen müssen zumindest auf der Hi-Hat. Linkshänder können dann zwar mit ihrer starken Hand die Hi-Hat führen, spielen aber mit dem schwächeren Fuß und führen dann wohl auch bei Fill Ins mit der rechten Hand also schwächeren Hand. Das würde ich in beiden Fällen durchaus als Nachteil des OH-Spiels bewerten. OH ist toll wenn man mal kurz "aufmachen" will oder um die schwächere Hand zu trainieren, aber es ist für mich nicht der Weisheits letzter Schluss.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Melbit« (2. April 2011, 13:56)


crudpats

unregistriert

142

Samstag, 2. April 2011, 15:06

Beispiel Rimclick: Wenn man dabei (beim crossed) seine linke Hand an die Snare "kettet", kann man mit der rechten Hand Hihat und auch Toms, Ride etc. bedienen. Mit der rechten Hand auf der Snare wäre dann die linke Hand frei, welche aber vom Spielraum deutlich eingeschränkt ist, wenn man von einem traditionell rechtslastigen Aufbau ausgeht.
Das kommt darauf an, welche Hand man jeweils als "frei" empfindet. Spielst Du Rimclicks OH, hast Du doch die Rechte für das ganze Set frei, ohne das Ride-Pattern auf der HiHat unterbrechen zu müssen. Die ist ja durch die Rimclicks nicht angekettet, zumindest sollte das nicht so sein. Als Beleg möchte ich die ganzen Jazzer anführen, die rechts auf dem Ride-Becken führen, während sie mit links Rimclicks machen und Variationen auf den Toms dazu spielen.

Dein "Tendenz-Ansatz" (hübsches Wort) zwingt jetzt eine Rechtshänderin dazu, gegen ihre Natur mit links zu führen.
Genau das bezweifle ich: Dass die starke Hand von Natur aus dazu bestimmt sein soll, die Ride-Patterns zu spielen. Ich empfinde das zwar auch so, aber das liegt wohl eher daran, dass ich das seit 20 Jahren so mache. Mich würde wirklich mal interessieren, ob es dazu Erfahrungswerte von Lehrern gibt, die das, wovon Chevere berichtet, mit ihren Schülern vertieft haben.

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143

Samstag, 2. April 2011, 16:06

Für Rechtshänder hat Open Handed den Nachteil, dass sie mit ihrer schwächeren Hand führen müssen zumindest auf der Hi-Hat. Linkshänder können dann zwar mit ihrer starken Hand die Hi-Hat führen, spielen aber mit dem schwächeren Fuß und führen dann wohl auch bei Fill Ins mit der rechten Hand also schwächeren Hand. Das würde ich in beiden Fällen durchaus als Nachteil des OH-Spiels bewerten. OH ist toll wenn man mal kurz "aufmachen" will oder um die schwächere Hand zu trainieren, aber es ist für mich nicht der Weisheits letzter Schluss.


Linkshänder können auch Rechtsfüßer sein.
Und Billy Cobham führt mit Links, ist aber Rechtshänder.
(19:45:39) _kaotical_: ich wollte schon immermal in irgendwessen signatur
(01:13:44) seppel: unglücklich sein hat eine ganz besondere qualität. hält länger an als glücklich sein. das muss man auch mal positiv sehen.
(21:32:33) Drummingguitaris: gube, hast du brüste? wenn ja, hoffe ich dass du ein mann bist

HOHK

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144

Samstag, 2. April 2011, 16:47

Genau das bezweifle ich: Dass die starke Hand von Natur aus dazu bestimmt sein soll, die Ride-Patterns zu spielen.

OK, darüber kann man streiten...

...aber wenn ich mir Deinen Avatar so anschaue, sieht cross handed einfach stylischer aus. Das war Dir zum Thema frenchgrip ja auch nicht unwichtig :D

Wenn man beides (ch/oh) richtig gut kann, beeindruckt es natürlich insbesondere die erste Reihe im Zuschauerraum - ganz wichtiger Aspekt...
Schöne Grüße - Rainer K. aus B. an der W.

Luddie

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145

Samstag, 2. April 2011, 19:07

An einem Rechtshänderset ist OH nicht die perfekte Lösung, auch wenn das jetzt offenbar der ein oder andere denkt. Bitte jetzt nicht Claus Hessler als Kronzeugen anführen. Nicht umsonst wird rechtshändig geführt. OH ist kein neuer Trend, es ist eine OPTION!

Sorry, aber dieses dogmatische Denken zerstört mehr als es hilft. Gerade bei kleinen Schülern lohnt es, auch mal deren eigene "Präferenzen" zu respektieren. Natürlich ist es für einen Erwachsenen immer verführerisch zu steuern aber manchmal muss man einfach sehen, was sich entwickelt.

lg
max

chevere

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146

Samstag, 2. April 2011, 19:09

Ich hatte auch keinen Bock auf Integalrechnung... :pinch:

Ich sehe es absolut undogmatisch, try and error, mal sehen was ihr liegt, das wird dann ergänzt und ausgebaut in dem Tempo, in dem sie es integrieren kann.

chloris

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147

Samstag, 2. April 2011, 19:12

Wie einfach und ohne umlernen open handed zu lernen ist, sieht man hier im ersten Video -> http://blog.georgmill.de/2011/03/01/yet-…-midi-drumhead/

rubberbeat

smiley und so!

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148

Samstag, 2. April 2011, 19:58

Ich hatte auch keinen Bock auf Integalrechnung... :pinch:

Heute nutzt du sie ganz natürlich. Kein Toast bekommt seine Butter ohne Fläche und Volumen zu bestimmen. :D

Ich sehe es absolut undogmatisch, try and error, mal sehen was ihr liegt, das wird dann ergänzt und ausgebaut in dem Tempo, in dem sie es integrieren kann.

Zeitweise hat man Linkshänder in der Schule genötigt, mit rechts zu schreiben. Probieren kann man es ja mal. In dem Alter sind die Kinder ja noch formbar. Immer vorwärts! Dyslateralisation, dann klappt das mit dem Groove. Homo Ambidexter- hier wird er gemacht.
Rechts- und Linksohrigkeit gibt es übrigens auch. Muß ich das beim Setaufbau beachten?
gruß rubber

crudpats

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149

Samstag, 2. April 2011, 20:45

An einem Rechtshänderset ist OH nicht die perfekte Lösung, auch wenn das jetzt offenbar der ein oder andere denkt.
Für mich beudet OH einfach, dass man nach Möglichkeit die Hände nicht kreuzt, und nicht etwa, dass man auf Teufel komm raus mit Links führen sollte. Letztendlich müsste man aber, wenn man das konsequent umsetzt, zumindest mit beiden Händen führen können.

Max, hast Du bei Deinen Schülern, sofern sie Vollanfänger sind, klare Tendenzen zum Führen mit der starken Hand ausmachen können? Ich mutmaße nämlich, dass das gar kein natürliches Bedürfnis ist. Außerdem muss die schwache Hand ja beim Kreuzen später die Ghost Notes spielen, also den feinfühligeren Teil der Arbeit verrichten. Ich könnte mir denken, dass OH, wenn es von Anfang an unterrichtet wird, grundsätzlich die Beidhändigkeit fördert, so dass im Idealfall nach einigen Jahren gar nicht mehr von starker und schwacher Hand gesprochen werden muss. Aber da Menschen ihre Körperseiten unterschiedlich stark präferieren und niemand über Jahre hinweg Studien an Schlagzeugschülern zu so einem Thema vornehmen würde, wird es hier wohl bei Vermutungen bleiben...

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R_S_W

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150

Samstag, 2. April 2011, 21:04

Dieser Begriff des Führens ist für mich recht neu. Ist es tatsächlich so, dass immer eine Hand führt und die andere folgt? Das Ziel sollte doch sein, dass die sogenannte "innere Uhr" quasi als fünftes Gliedmaß führt und Hände und Füße spielen halt die passenden Noten. Natürlich ist es dann ein unbestreitbarer Vorteil wenn Rechts und Links sowohl bei Händen als auch bei Füßen einfach getauscht werden können und die gleichen Aufgaben übernehmen können.

Ich meine, dass man einen Groove nicht an bspw. der Hi-Hat "aufhängen" sollte (wenngleich sie meistens den kleinsten gemeinsamen Nenner der Subdivisions repräsentiert), sondern sie als gleichwertiges Instrument sehen sollte.
Gruß Robert

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »R_S_W« (2. April 2011, 21:11)


Luddie

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151

Samstag, 2. April 2011, 21:10

@ crudpats: Ähnlich wie bei der Geschichte mit Matched Grip und Trad Grip, gibt es bei OH und gekreuzt für mich extreme Unterschiede im Feel beim Spielen. Funkige Sachen, Shuffles usw. fühlen sich für mich einfach besser an, wenn ich sie gekreuzt spiele. Meiner Meinung nach passt diese Art zu spielen in der Situation einfach viel besser besser zu dem, was ich ausdrücken möchte. Wenn ich aber zB Metal, Rock oder Ska spiele, kommt es oft vor, dass ich die Arme öffne, weil die ganze Angelegenheit im wahrsten Sinne offen und laut und groß sein soll. In manchen Live-Situationen sieht es auch einfach besser aus, bzw. ich habe dann Lust dazu, sehr weit mit der Backbeathand auszuholen. Es kommt auch oft vor, dass ich nur für den Backbeat die Arme öffne und direkt wieder zurückgehe. Das passiert aber meistens unbewusst, oft weiß ich gar nicht mehr, ob ich OH spiele oder gekreuzt.

Zu der Sache mit den Schülern: das ist ganz unterschiedlich. Den meisten bringe ich beides bei, mit deutlichen Schwerpunkten auf dem Standard. Beim Rechtshänder wäre das überkreuz. Ein Rechtshänder führt nunmal mit rechts, was auch bedeutet, dass Fills mit rechts anfangen und auf die kommende 1 wieder auf rechts aufhören. OH kann da bei den Standards den Spielfluss und das Spielgefühl stören. Allgemein lasse ich die meisten meiner jüngeren Schüler OH zumindest ausprobieren, bei vielen lasse ich das regelmässig üben und wiederhole es regelmässig. Manche finden es natürlich, andere weniger.

Meine Philosophie ist, dass es gut ist, eine eindeutig stärkere Hand zu haben. Aber auch gut, die andere Option zu haben. Die meisten der bekannten "Beidhand-Topdrummer" haben übrigens auch eine stärkere Hand.

Wie gesagt, es geht mir nicht darum, beide Hände gleich zu behandeln. Das bedeutet enormen Übeaufwand, den ich für die meisten Drummer als nicht sinnvoll betrachten würde. Es sei denn, man möchte ein Drummers Drummer werden, der sein Geld mit Clinics verdienen möchte. Fürs Musikmachen auf hohem Niveau reichen die üblichen Parameter Supertiming, hervorragende Technik, tolle interne und externe Dynamik, ein klasse Sound, große Ohren und noch größerer Spaß. :) All das erachte ich als wichtiger als alles mit beiden Händen gleich gut spielen zu können.

lg
max

chloris

unregistriert

152

Sonntag, 3. April 2011, 09:31

OH hat auch etwas mit der Verarbeitung von kognitiven Signalen in der rechten und linken Gehirnhälfte zu tun. Es gibt auch Übungen in den traditionellen chinesischen Kampfkünsten, die dazu führen sollen, beide Teile des Körpers gleichwertig zu behandeln. Wenn man das kann ist es super, wenn nicht, issset auch nich' schlimm, finde ich.