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  • »Oliver_Stein« ist männlich
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1

Samstag, 5. Januar 2019, 23:33

Remo PS3 vs. Evans EQ4 - Basketballeffekt? (mit Video)

Ich hatte jetzt längere Zeit ein EMAD clear auf meiner Bassdrum (Pearl MMP 22x18, Reso Aquarian Regulator mit 5" Loch auf drei Uhr). Am Anfang fand ich den Sound toll, aber irgendwie war es mir dann doch auf die Dauer zu tot und zu punchig.

Also habe ich heute mal wieder ein Remo PS3 aufgezogen (ein weißes Suede). Ich habe dieses Fell mit allen Varianten der Dämpfung gespielt (ohne, mit Kissen s.o., mit einem Remo Muffle-System - siehe Bild) und der Sound gefällt mir gut, aber beim Aufnehmen nervt der Basketball-Effekt. Je leerer die BD ist, desto mehr tritt er in den Vordergrund. Vom Klang her und Spielgefühl bin ich bei dem Remo-Muffl-System hängen geblieben erstmal, aber auch da ist dieser fiese PING-Sound latent beim Mikro in der BD vorhanden und stört mich. Ich weiß, dass ich ihn mit einer "Einlage" in die BD wegbekommen kann, aber lieber wäre mir ein Fell, dass so klingt wie das PS3 aber nicht diesen Nebeneffekt hat.

Damit zur eigentlichen Frage: Das Evans EQ4 ist mehr oder weniger gleich aufgebaut wie das PS3. Ist es klanglich dem PS3 vergleichbar und hat es diesen Basketball-Ping auch oder eher nicht? In einem anderen Thread hatte ich eine Meinung gelesen, wo jemand sagte, das EQ4 hätte diesen Effekt nicht... Kann jemand etwas sagen, der beide Felle kennt?
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Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Oliver_Stein« (20. Januar 2019, 00:15)


AAXplosion

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2

Samstag, 5. Januar 2019, 23:40

Interessanter Thread!
Ich lese mal mit.
Würde nämlich gerne nun auch bei der Bassdrum von Remo wegkommen.
Da hätte ich auch gerne eins, welches dem PS3 am nächsten kommt.

Dicker Bub

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3

Sonntag, 6. Januar 2019, 00:10

Falls weniger die technische als die Soundfrage im Vordergrund steht: mich überrascht immer wieder, welche Unterschiede andere Mikros und Positionen machen!
Gretsch, Ludwig und Toontrack beherrschen mein Leben!

ModHochi

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4

Sonntag, 6. Januar 2019, 13:11

Ohne jetzt die Basketballfrage genau beantworten zu können, kann ich jedoch zustimmen, dass das EQ4 dem PS3 am ähnlichsten ist. Der Unterschied ist etwa vergleichbar wie zwischen Ambassador und G1. Evans klingt etwas moderner im Kick, war mein Eindruck.

Ich glaube aber, dass dieser Flatterecho-Effekt durch alle Faktoren (2 Felle + Kessel) entsteht. Von daher bin ich skeptisch, ob das EQ4 jetzt da die entscheidende Veränderung bringt. Aber: Probieren geht über Studieren...
Das ist fein beobachtet!

trommla

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5

Sonntag, 6. Januar 2019, 13:22

Würde nämlich gerne nun auch bei der Bassdrum von Remo wegkommen

Wie du das schreibst, klingt das wie eine schlechte Angewohnheit. Andere nehmen sich fürs neue Jahr vor, mit dem Rauchen oder dem Alk aufzuhören, du eben mit Remo :D

AAXplosion

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  • »AAXplosion« ist männlich

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6

Sonntag, 6. Januar 2019, 13:55

Nunja, es macht das selbe wie von Alkohol oder Drogen wegzukommen. Es spart immens Geld. :thumbsup:

Evans klingen nicht nur besser (subjektiv), sondern halten auch viel länger und sind dabei zumindest beim BD-Fell günstiger.

Leichter zu stimmen sind sie auch.
Merkt man alleine schon beim losen auflegen auf den Kessel, dass die Evans Felle satt aufliegen und die Remo Felle rumwabbeln als würden sie nicht passen. ;)

Moe Jorello

Mitglied

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7

Sonntag, 6. Januar 2019, 14:12

Auch das ist wieder von Kessel zu Kessel unterschiedlich. Ich bin gerade dabei, tendenziell wieder mehr Remo-Felle zu nutzen. Das Sustain wirkt auf mich etwas wohliger, wärmer.

EQ4 und PS3 habe ich beide und der Unterschied ist für mich eher nuanciell. Ob ein Fellwechsel den Basketballeffekt bekämpft, bezweifle ich daher ein wenig. Gerade bei der Bassdrum spielen ja viele Faktoren mit rein, wenn es um das Klangverhalten geht. (Alleine schon die Größe bzw. das Vorhandensein/Nichtvorhandesein eines Lochs im Frontfell hat ja schon enorme Auswirkungen auf das Spiel- und Klangverhalten, aber das weißt du ja selbst). Bei deinem Set, mit der Stimmung und den Mirkos und wie sie platziert sind, da würde ich vermuten, dass du es einfach selbst ausprobieren/herausfinden musst, ob ein Fellwechsel "besserung" bringt oder nicht. Eine allgemeingültige Regel gibt es hier wohl eher nicht.
"You don't have to show off" - Peter Erskine

m_tree

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8

Sonntag, 6. Januar 2019, 14:50

Ich kann die Frage zwar nicht direkt beantworten. Mache allerdings genau wegen diesem Basketball Sound des PS3 einen Test mit Emperor coated und Amba clear ohne Dämpfung. Momentan noch beidseitig PS3 drauf und ein Stück Noppenschaum drin

Nunja, es macht das selbe wie von Alkohol oder Drogen wegzukommen. Es spart immens Geld. :thumbsup:

Nicht nur das. Es spart auch viel Energie und verlängert das Leben. Bleibe trotzdem bei Remo ... nachdem ich wieder zu Remo zurückgekommen bin.

Zitat

Evans klingen nicht nur besser (subjektiv), sondern halten auch viel länger und sind dabei zumindest beim BD-Fell günstiger.

Leichter zu stimmen sind sie auch.
Merkt man alleine schon beim losen auflegen auf den Kessel, dass die Evans Felle satt aufliegen und die Remo Felle rumwabbeln als würden sie nicht passen. ;)

Stimmt zwar alles, hat aber auch eine Kehrseite bzw. alles seinen Preis: Die längere Haltbarkeit verändert den Sound des Fells definitiv. Auch die Tatsache, dass Remo vor dem Zentrieren nicht so gut passt, spricht dafür, dass sie dann nach dem Zentrieren umso besser zur jeweiligen Trommel passen.

Das ist so ein Thema, das ab einem gewissen Punkt sowieso in persönlichen Vorlieben endet und es kein Besser oder Schlechter mehr gibt.

orinocco

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9

Sonntag, 6. Januar 2019, 15:10

Falls weniger die technische als die Soundfrage im Vordergrund steht: mich überrascht immer wieder, welche Unterschiede andere Mikros und Positionen machen!
:thumbup: Position …..Stellungswechsel (halt wie beim Sex)

https://www.youtube.com/watch?v=c-tEAwZzyC8
Ich höre immer, du must..., du brauchst..., "in", "out", "trendy" ... und so

Ich mache das so wie mir es zusagt, Schei.. auf die Säue die laufend sinnbefreit durch die Dörfer getrieben werden.

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10

Sonntag, 6. Januar 2019, 20:47

Bei deinem Set, mit der Stimmung und den Mirkos und wie sie platziert sind, da würde ich vermuten, dass du es einfach selbst ausprobieren/herausfinden musst, ob ein Fellwechsel "besserung" bringt oder nicht. Eine allgemeingültige Regel gibt es hier wohl eher nicht.

Ich glaube aber, dass dieser Flatterecho-Effekt durch alle Faktoren (2 Felle + Kessel) entsteht. Von daher bin ich skeptisch, ob das EQ4 jetzt da die entscheidende Veränderung bringt. Aber: Probieren geht über Studieren...

Danke für eure Hinweise - mir dünkt, ich werde wohl um einen eigenen Test nicht herumkommen. Ich werde mir ein EQ4 zum Test bestellen - ich weiß nur noch nicht, ob in clear oder gefrostet.
Was mir aufgefallen ist: wenn man auch nur ein wenig Dämpfung in die Trommel einlegt, so dass sie das Schlagfell berührt, wird der Pingsound deutlich gedämpft (vgl. dazu die Soundbeispiele unten mit dem "PS3 mit Remo-Muffle-System"). Das würde ja dafür sprechen, dass der Effekt nicht unwesentlich vom Fell stammt.

Orinocco - das Video hatte ich vorher bereits gesehen und in einer anderen Version davon, wo alle Felle hintereinander weg gespielt werden, gefiel mir das EQ4 am besten von den Evans-Fellen. Interessanterweise liegt aber auch bei Drumeo ein Kissen in der Bassdrum, was den Ping (so er denn da ist) drastisch vermindert! Dazu untern mehr...

Test mit Emperor coated und Amba clear ohne Dämpfung

Auf das Ergebnis bin ich sehr gespannt! Meine Erfahrung mit dem Amba clear als Reso ist, dass es fürchterlich oinkt. Ohne Filzstreifen oder die Asi-Version davon (zwei ganze Tempos von innen mit Gaffa aufgeklebt) ging es nicht. Allerdings war es bei mir ein schwarzes Amba mit 5" Loch auf 17:00 Uhr.

Falls weniger die technische als die Soundfrage im Vordergrund steht: mich überrascht immer wieder, welche Unterschiede andere Mikros und Positionen machen!

Da hast du Recht, die Position des Mikros verändert den Anteil des Pings am Gesamtsound. Allerdings möchte ich das Mikro ja dahin stellen, wo mir der Kicksound am besten gefällt und nicht dahin, wo der Basketball am wenigsten ist, aber der Sound dafür mistig...

Anyway - vielleicht interessieren den einen oder anderen die Soundfiles, die ich bei der Schrauberei erstellt habe. Es gibt drei Versionen von jeder Fell/Dämpfungs-Kombi: voll bearbeitet, unbearbeitet und nur das Kick-In-Mic solo:

Voll bearbeitete Aufnahmen - ganzes Set:
EMAD mit Kissen
PS3 mit Kissen
PS3 mit Remo-Muffle-System
PS3 offen

Unbearbeitete Aufnahmen - ganzes Set:
EMAD mit Kissen
PS mit Kissen
PS mit Remo-Muffle-System
PS3 offen

Rohsignal BD-In vom Beta52a:
EMAD mit Kissen
PS mit Kissen
PS mit Remo-Muffle-System
PS3 offen

Wer alls auf einmal herunterladen will: https://app.box.com/s/4kzd6ghsak3pff3rxip1xuz15njxlkt0

Das Reso war bei allen Aufnahmen ein Aquarian Regulator mit 5" Loch in drei-Uhr-Position.
Mikros bei allen Aufnahmen ein Paar Oktava MK012-01 als Overheads. Beta52a 11,5 cm weit vom Reso aus in die Trommel geschoben, ca. 2/3 zur Kesselmitte vom Rand aus. Vor dem Reso stand in 10 cm Entfernung ein AKG C414B-ULS in Stellung "8", etwa auf der anderen Seite die 2/3-Position (weg vom Loch).

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m_tree

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11

Montag, 7. Januar 2019, 16:44

Habe mir mal das komplette Paket runtergeladen und in die DAW gezogen. Zwischen den drei gedämpften Varianten höre ich nur auf der Kick Spur nennenswerte Unterschiede. Hier gefällt mir PS3 mit Kissen am besten.

PS3 ungedämpft erinnert wirklich an Basketball. Schlimm ... frage mich, wie Rossi Roßberg das mit beidseitig PS3 ohne Dämpfung in den Griff kriegt.

Test mit Emperor coated und Amba clear ohne Dämpfung

Auf das Ergebnis bin ich sehr gespannt! Meine Erfahrung mit dem Amba clear als Reso ist, dass es fürchterlich oinkt. Ohne Filzstreifen oder die Asi-Version davon (zwei ganze Tempos von innen mit Gaffa aufgeklebt) ging es nicht. Allerdings war es bei mir ein schwarzes Amba mit 5" Loch auf 17:00 Uhr.

Es wird auch bei mir ein schwarzes Amba mit 5" Loch zwischen 15 und 18 Uhr sein. Möglicherweise harmoniert das ja mit dem Emperor coated auch ohne Dämpfung so gut, dass sich sowohl Basketball als auch "Oink" in Grenzen halten. Ich werd's ja dann hören und kann auch hier mit Hörmaterial berichten.

Prinzipiell wollte ich damit einfach mal meine derzeitige "Fell Strategie" auch auf die BD übertragen: coated Schlagfelle, ab 14 oder 16" Toms zweilagig, clear Resos einlagig, keine Dämpfung. Das wird auf jeden Fall experimentell.

  • »Oliver_Stein« ist männlich
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12

Montag, 7. Januar 2019, 21:28

Ich hab ein EQ4 Frosted bestellt. Werde berichten, wenn es da und aufgezogen ist...

blablub

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13

Dienstag, 8. Januar 2019, 09:19

Hallo Oliver,

Dieser Basketballeffekt tritt durch die kesselinneren Reflektionen auf.
Der unterschied verschiedener Felle wird darauf nicht einen so großen Einfluss haben. Ein kleines Stück Schaumstoff Oder ein Tuch in der Mitte der Trommel welcher nicht einmal die Felle berührt... Bekämpft den Basketballeffekt deutlich effektiver.

Tipp: Wenn du ein Mikrofon IN der Bass-drum hast, gibt es immer eine Frequenz die total überbetont ist.
Das ist die „Raumfrequenz der Bassdrum“. Du hörst sie auch wenn du deinen Kopf in die BD steckst und darauf achtest wie deine Stimme dann klingt.
Ich finde diese Frequenz meistens zwischen 140-220 Hz.
Wenn du diese Frequenz mit einem EQ steil herausnimmst
Klingt die Bass natürlicher und die Obertöne stechen nicht so sehr hervor.

LG blablub

m_tree

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14

Dienstag, 8. Januar 2019, 09:58

Dieser Basketballeffekt tritt durch die kesselinneren Reflektionen auf.
Der unterschied verschiedener Felle wird darauf nicht einen so großen Einfluss haben. Ein kleines Stück Schaumstoff Oder ein Tuch in der Mitte der Trommel welcher nicht einmal die Felle berührt... Bekämpft den Basketballeffekt deutlich effektiver.

Die Frage bleibt trotzdem, wie es Stimmprofis wie z.B. Rossi Roßberg (keine Dämpfung) oder auch Leute wie Simon Phillips (kleines, zusammengerolltes Handtuch am Schlagfell unten) den Basketballeffekt auch mit klaren Fellen so gut im Griff halten können.

Zitat

Tipp: Wenn du ein Mikrofon IN der Bass-drum hast, gibt es immer eine Frequenz die total überbetont ist.
Das ist die „Raumfrequenz der Bassdrum“. Du hörst sie auch wenn du deinen Kopf in die BD steckst und darauf achtest wie deine Stimme dann klingt.
Ich finde diese Frequenz meistens zwischen 140-220 Hz.
Wenn du diese Frequenz mit einem EQ steil herausnimmst
Klingt die Bass natürlicher und die Obertöne stechen nicht so sehr hervor.

Hmm ... ich kenne das Thema nun auch aus tontechnischer Sicht sehr gut und kann das so überhaupt nicht bestätigen. Dass man mit Mikrofonaufstellung im Inneren die Reflexionen im Inneren (neben dem Kick-Anteil, der vom Schlagfell / Beater kommt) besser einfängt, ist klar. Bei 140 bis 220Hz müssten dort aber nur störende Anteile auftreten, wenn bspw. sehr kleine und hoch gestimmte Bassdrums dort ihren Grundton haben.
Der Grundton einer normal gestimmten 22er liegt nach meiner Erfahrung bei um die 120Hz. Plus / Minus max. 20Hz, je nach Stimmung. Dazu kommt der Frequenzgang des Mikrofons. Das hier benutzte Beta52 betont unter 100Hz mehr als darüber. Und so sieht das auch aus:

Ich habe mal die Kick Spur des PS3 mit Kissen durch den Analyzer im Average Modus laufen lassen und als Screenshot angehängt. Der Grundton liegt bei ca. 110Hz. Zwischen 140 und 220Hz finde ich auch mit einem EQ Sweep keine störenden Anteile. Dass unter 100Hz noch so viel passiert ist dem Beta52 zu verdanken, das dort viel Dampf macht (viel mehr als ein D112 oder MD421).
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15

Dienstag, 8. Januar 2019, 19:16

Dieser Basketballeffekt tritt durch die kesselinneren Reflektionen auf.
Der unterschied verschiedener Felle wird darauf nicht einen so großen Einfluss haben. Ein kleines Stück Schaumstoff Oder ein Tuch in der Mitte der Trommel welcher nicht einmal die Felle berührt... Bekämpft den Basketballeffekt deutlich effektiver.
Das war mir bekannt und mache ich auch bei jeder Trommel, die ein PS3 drauf hat und wo mich der Effekt stört.

Du hörst sie auch wenn du deinen Kopf in die BD steckst und darauf achtest wie deine Stimme dann klingt.
Ich bekomme meinen Kopf nicht durch das 5"-Loch im Reso... :D

Ich finde diese Frequenz meistens zwischen 140-220 Hz.
Wenn du diese Frequenz mit einem EQ steil herausnimmst
In der Tat senke ich diesen Bereich oft ab, weil dort der "Mulm" liegt.

Der Grundton einer normal gestimmten 22er liegt nach meiner Erfahrung bei um die 120Hz. Plus / Minus max. 20Hz, je nach Stimmung. Dazu kommt der Frequenzgang des Mikrofons. Das hier benutzte Beta52 betont unter 100Hz mehr als darüber. Und so sieht das auch aus:
Ich habe mal die Kick Spur des PS3 mit Kissen durch den Analyzer im Average Modus laufen lassen und als Screenshot angehängt. Der Grundton liegt bei ca. 110Hz.
Der Grundton liegt eine Oktave unter dem von Dir angegebenen Bereich, bei meiner Trommel je nach Fell zwischen 50 und 55 Hz. Das kann man auch anhand der Länge der Schwingungen des Signals ermitteln - diese sind je nach Meßpunkt zwischen 18 und 20 ms lang im meinem Beispiel, was den Wellenlängen von 50 - 55 Hz entspricht. Es stimmt aber, dass die erste harmonische Oberschwingung (dann bei mir 100 - 110 Hz) den "Druck" macht.

Davon ab liegt die Frequenz des von mir als Basketball-Sound bezeichneten Störtones um etwa 1100 Hz und nochmal bei ca. 2200 Hz. Wenn ich diese zwei Frequenzen steilflankig ausfiltere, ist der Effekt fast weg oder jedenfalls deutlich weniger störend. Eine leicht hohl klingende Raumkomponente ist dann immer noch da. Zur Veranschaulichung habe ich mal einen Hochpass bei 300 auf das Signal gelegt, damit man die Störtöne besser hört:

PS3 offen mit LoCut bei 300 Hz
PS3 offen mit LoCut bei 300 Hz und Notchfilter bei 1093 Hz
PS3 offen mit LoCut bei 300 Hz und Notchfilter bei 1093 Hz und 2122 Hz

Morgen soll das EQ4 kommen und Donnnerstag kann ich es vielleicht aufziehen - dann wird sich zeigen, ob es am PS3 oder am Gesamtsystem (2 Felle plus Kesselwände) liegt.

Nachtrag: die oben genannten Störfrequenzen habe ich empirisch ermittelt - eben habe ich bei Wikipedia nochmal über Raummoden zwischen parallelen Wänden nachgelesen und interessantes festgestellt: wenn ich in die Grundformel zur Berechnung der Raummoden n-ter Ordnung eine Entfernung von 45,72 cm eingebe (das sind die 18" meines BD-Kessels) und als Ordnungszahl n die 3, dann komme ich auf eine Freqenz von ca. 1125 Hz bei 343 m/s Schallgeschwindigkeit. Meine Theorie ist die folgende: es tritt erst die Raummode 3. Ordnung störend in Erscheinung, weil die beiden "Wände", also die Felle, eben nicht schallhart sind. Erst für die Raummode 3.Ordnung ist das Reflektionsvermögen so groß, dass sich das Störgeräusch deutlich ausbildet. Diese Theorie ließe sich prüfen, wenn die Störfrequenz bei einer anderen Bassdrum mit 16" Tiefe höher bei 1265 Hz läge... Also muss die MLX-Buffe auch mit zum Test :huh:

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m_tree

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Dienstag, 8. Januar 2019, 20:21

Ok, klar ... der Grundton ist immer der tiefste Ton eines Frequenzgemisches. In Anbetracht dessen, dass das, was bei Bassdrums unter 100Hz passiert für gewöhnlich recht mager ist (man nehme Overhead- oder Raumspuren zur Verdeutlichung) und dass auch Unterschwingungen entstehen können, hatte ich das wohl falsch interpretiert.

Trotz dieser Wissenslücke möchte ich darauf hinweisen, dass das Ziel guter Aufnahmen immer sein sollte, solche störenden Frequenzanteile gar nicht erst finden und rausfiltern zu müssen. Gerade bei Bassdrum Spuren ist sowas eigentlich nicht üblich. Auch der Bereich zwischen 140 und 220Hz stört nach meiner Erfahrung eigentlich selten bis nie. Standard ist eine mittelbreite Absenkung im unteren Mittenbereich bzw. generell Badewanne (fängt beim Mikrofon Frequenzgang an), aber das sind alles breitbandige Sachen.

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17

Dienstag, 8. Januar 2019, 20:35

...dass das Ziel guter Aufnahmen immer sein sollte, solche störenden Frequenzanteile gar nicht erst finden und rausfiltern zu müssen. Gerade bei Bassdrum Spuren ist sowas eigentlich nicht üblich. Auch der Bereich zwischen 140 und 220Hz stört nach meiner Erfahrung eigentlich selten bis nie. Standard ist eine mittelbreite Absenkung im unteren Mittenbereich bzw. generell Badewanne (fängt beim Mikrofon Frequenzgang an), aber das sind alles breitbandige Sachen.


Du meinst das Ausfiltern des Basketballs mit steilen Notchfiltern? Das will ich auch nicht mehr machen müssen, deshalb ja hier die intensive Ursachensuche. :D Wenn das so endet, dass ich ein Fleecetuch locker in die Bassdrum einlege, ist das auch ok - ich bin da nicht dogmatisch was Dämpfung in der Bassdrum angeht. Ich möchte mit dem Test des EQ4 nur nochmal gegenprüfen, ob das PS3 den Effekt besonders oder mehr als andere Felle fördert.

Bei mir liegt die Absenkung des unteren Mittenbereichs allerdings oft bei einer MIttenfrequenz von 250 Hz oder sogar darunter, so breitbandig, dass sie auch die 140 Hz noch mit absenkt. Ich empfinde diesen Bereich im Mikrosignal oft als sehr mulmig und störend. Aber die Form und Lage der Badewanne ist ja neben dem eigenen Geschmack auch von der jeweiligen Aufnahme abhängig (mit allen Parametern wie Raum, Instrument, Mikro, Position usw.).

orinocco

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18

Dienstag, 8. Januar 2019, 20:40

Ich glaub einfach "Alles Störende" kommt weil, eine Offene Kickdrum, mit zwei Mikrofonen abgenommen wird.
Und die Mikrofone nicht entsprechend den Ansprüchen optimal positioniert und gerichtet wurden.
Ohne was gemessen zu haben. :) ;) Vielleicht auch das Reso besser runter machen.

Oder Alles (Die Trommel) Zu lassen/machen, dann von mir aus auch mit 2ten Micro, aber nur vielleicht. ;)
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Dienstag, 8. Januar 2019, 20:52

Ich glaub einfach "Alles Störende" kommt weil, eine Offene Kickdrum, mit zwei Mikrofonen abgenommen wird.
Und die Mikrofone nicht entsprechend den Ansprüchen optimal positioniert und gerichtet wurden.
neee... :D Dieser Pingsound ist auch mit nur einem Mic da bzw. auf dem C414 außen garnicht störend (von dem nehme ich eh nur das Low-End). Abgesehen davon waren die Mikrofone durchaus sorgfältig ausgerichtet... Den Ping-Sound hört man übrigens auch beim Spielen der Trommel an der Spielerposition, jedenfalls ohne Band beim Solo-Tritt auf's Kickpedal.

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Donnerstag, 10. Januar 2019, 22:04

Heute habe ich das Evans EQ4 frosted aufgezogen auf meine Bassdrum. Es sieht sehr gut aus, passt perfekt dank Level 360 und ließ sich super stimmen ohne Geknackse... das war es dann aber auch :D
Das wichtigste zuerst: der Basketballeffekt ist bei diesem Fell auch da, sogar sehr deutlich ausgeprägt. Ich muss die Aufnahmen auswerten, um dazu eine abschließende Aussage machen zu können. Im Vergleich zum PS3 spielt es sich schlechter, hat einen weniger vollen Klang und ist auch leiser. Während das PS3 mit der Weckl-Wurst ein sehr imposantes Tiefengewitter bei super Bespielbarkeit entfacht, hatte ich beim EQ4 das Gefühl, ich müsste mehr reinlatschen und es köme trotzdem kein richtiger Schub heraus.
Ich habe das Fell nochmal draufgelassen, aber nächstes Mal fliegt es wohl wieder runter. Soweit also folgende Erkenntnis: Basketball kommt nicht vom PS3, sondern von der Reflektion zwischen den Fellen und an der Kesselwand. Und mir gefällt das PS3 in allen Belangen besser als das EQ4: Sound, Spielbarkeit, Volumen.

Mal sehen, was die Aufnahmen hergeben... Fortsetzung folgt!