Schlag und Trittschall - Schallschutzpodeste für E-Drums (FAQ)

  • mhm...


    also hab ich jetzt ein e-drum set.
    also hab ich ein podest gebaut (nachdem die nachbarin damals nach 10 minuten vor der tür stand)


    sieht so aus: (von oben nach unten)


    schlagzeug
    4 lagen fleckerlteppich ausm ikea (dieser bunte ca. 7mm dicke teppich)
    schöne weiche fleecedecke :)
    5 lagen trittschallfolie (würde man die wirkung einer lage multiplizieren, wären das minus 130 dB!!!)
    holzplatte
    schaumstofffüße (aus diesem verpackungsschaumstoff)
    noch einmal eine lage trittschalldämmung
    teppichboden



    und trotzdem hats in einer drumpause an der tür geklingelt (habs jedoch nicht dorthin geschafft bzw. zu spät - aber wer solls schon anderes gewesen sein :/)



    mein bruder hat ja früher hier gewohnt und der is e-gitarren spieler; angeblich ist die nachbarin sehr oft bei ihm gewesen...tipps?

  • der Nachbarin sagen, sie soll das Höhrgerät nicht auf + 200 db stellen.


    :D:D


    Deine "Schichtung" hört sich zwar nett an, ist aber in sich recht wirkungslos. Du versuchst Schall zu dämmen, der überhaupt nicht erst aufgefangen wird..Deine Holzplatte sitzt an der völlig falschen Stelle und ist vermutlich auch nicht wirklich schwer. Außerdem ist nicht mehr = besser. 5 Lagen Trittschallfolie bringen dir erstmal rein garnix, wenn du den Schall mitten hindurchleitest..Und durch punktuelle Gewichtung, die du ja hast, da du die Holzplatte erst NACH der Folie anwendest, kannst du davon ausgehen, das so ziemlich das einzige, was gerade bei dir dämmt, deine Schaumstoffüße und dein Teppich sind....

  • Zitat

    Original von Nanovarium
    der Nachbarin sagen, sie soll das Höhrgerät nicht auf + 200 db stellen.


    der tipp ist gold wert - leider ist die nachbarin geschätzte 25 jahre alt; deswegen alles ein bissi komisch, dass sie so "empfindlich" ist... und ja: ein date fällt auch aus :)


    jedenfalls: meinst du also, dass ich einfach die trittschallfolie UNTER die holzplatte geben sollte? oder überhaupt unter alles?
    die holzplatte ist eine ca. 2 cm dicke bürotischplatte die ich noch wo hatte...

  • ok - dann weiss ich ja, dass ich mir heut noch eine tube kleber kaufe und was ich dann heut am abend/morgen mache :) spannung!! und die schaumstofffüße lasse ich trotzdem drinnen? (nachfragen kostet ja nix :B)
    und noch eine frage: was für eigenschaften hätte eigentlich eine bettdecke? also quasi unter die holzplatte eine dicke bettdecke drunterlegen?





    am ende stopfe ich dann den hohlraum eh noch mit dicker luftpolsterfolie zu und gut ist! harr!


    danke :)

    2 Mal editiert, zuletzt von sabdaba ()

  • Sabdada:


    Einfach mal klingeln bei ihr mit Blumenstrauss und Konzertkarten und sie auf Unmengen Cappuccino einladen, gaaa geine Audo haben.... bzw.
    ....ggfs. die bpm - Zahl nach unten korrigieren und Balladen einstudieren


    ....... und dann klappts auch mit der Nachbarin

  • Zitat

    Original von drummertarzan
    Sabdada:


    Einfach mal klingeln bei ihr mit Blumenstrauss und Konzertkarten und sie auf Unmengen Cappuccino einladen, gaaa geine Audo haben.... bzw.
    ....ggfs. die bpm - Zahl nach unten korrigieren und Balladen einstudieren


    ....... und dann klappts auch mit der Nachbarin


    "iche habe gar keine schlagzeug" :)


    die frage mit der bettdecke bleibt bestehen :)

  • unter der Bettdecke kommen ist durchaus hochdeutsch^^(sry for offtopic)
    anonsten die gesetzlichen Ruhezeiten einhalten und der Nachbarin sagen,sie soll bitte nich so nen Terz machen...die schleciht sicher auch nich den ganzen Tag durch ihre Bude ;)

    Signature temporarily not available (480)

  • also nachdem ich sie auf eine cappuccino eingeladen habbe...


    die neue schichtung brachte bis jetzt keine beschwerden der nachbarin...


    besteht jetzt aus einer grundschicht von luftpolsterfolie, trittschall - das ganze mal 2.
    dann die heizungsschaumstoffrohe als stützen
    dann 3 mal die sandwich lage (luftpolster + tsd)
    und dann eben teppiche.


    andrerseits...wenn sie läuten würd, würd ichs sowieso nicht hören :B

  • Hallo und Tach hier im Drummerforum!


    Ich hätte nicht gedacht, dass mein erster Eintrag hier im tollen Drummerforum (Welches mir meine Kaufentscheidung viel leichter gemacht hat) sich mit einer eher alltäglichen Fragestellung meines Berufslebens beschäftigt, als mit meinem neuen TD12!


    Wenn ich so manchen Eintrag bzgl. Trittschall hier lese dreht sich mein Bauphysikprofessor im Grabe rum (Ich glaube der lebt aber noch......)


    Ich versuche einmal ganz kurz den einen oder anderen Irrglauben zu beseitigen.


    Es gibt zwei Wege der Schallübertragung: Trittschall bzw. Körperschall, und den Luftschall. Das sind physikalisch zwei völlig verschiedene Übertragungswege von Geräuschen.


    Trittschall bezeichnet man in der Bauphysik als den Schall, der über sämtliche flankierenden Bauteile eines Raumes in den nächsten übertragen wird, und zwar durch direkte Anregung (Klopfen an der Wand, Laufen auf dem Fußboden oder halt Kickpedal auf dem Fußboden).


    Luftschall bezeichnet man in der Bauphysik als den Schall, der über sämtliche flankierenden Bauteile eines Raumes in den nächsten übertragen wird, und zwar durch indirekte Anregung (Sprechen, Lautsprecher, Musikinstrumente).


    Plausibles Beispiel: Es wird mit einem Hammer auf den Boden geklopft: Ergebnis: Der Nachbar fragt sich ob gerade renoviert wird. Dann wird das Geräusch, welches das klopfen des Hammers verursacht mal aufgenommen und über einen Lautsprecher in gleicher Lautstärke abgespielt. Ergebnis: Der Nachbar hört nichts (Sollte er nicht, in einen "Neubaustandarthaus")


    Hier werden oft die beiden Grundlegenden Arten der Schallübertragungsarten vermischt und verwechselt. Ich habe einige Beiträge gelesen, wo versucht wird, den Luftschall durch ein Podest zu reduzieren. Das wird nie gelingen, außer durch einen "Panikroom", wo man einen entkoppelten Raum mit schalldämmenden Maßnahmen baut, da man beim Luftschall die Quelle isolieren muss und nicht einen von mehreren Übertragungswegen.


    Die Geräusche, die durch ein Edrumset verursacht werden, also die, die ich selber im Raum hören kann, wenn ich spiele, werden nicht reduziert werden können. Also wenn der Nachbar hört, wie ihr ein Pad anschlagt, trotz Podest: Pech gehabt!
    Anders die Geräusche, die durch Trittschall erzeugt werden. Hier ist das Podest ein guter und auch der einzige Helfer! So ein Podest wirkt wie ein schwimmender Estrich, wo der Bodenbelag+Estrich durch Dämmung von dem gesamten Bauwerk abgetrennt werden soll.


    Der beste Aufbau (Von unten nach oben) für eine wirksame Trittschalldämmung ist erst eine Lage Dämmung (harte mineralische Dämmung oder weichere auf EPS-Basis - Bei EPS Dämmung unbedingt auf die Bezeichnung DES achten!) von 2-3 cm, dann eine Platte zur Lastverteilung (2 x 19 mm OSB, Sperrholz oder 2 x 12 mm Gipskarton), sowie einen Teppich, um auf einer harten Holzplatte zusätzliche (wohlgemerkt Luft-)Schallquellen zu vermeiden. Zusätzliche Schichten bewirken kein besseres Ergebnis, lediglich die Dämmstärke kann ein besseres Trittschallergebnis liefern, wobei auch hier ab ca. 6 cm keine Nennenswerten Verbesserungen mehr möglich sind. Hohlräume unterhalb der Lastverteilerplatte sind zu vermeiden und gut auszufüllen, da hier ein Resonazkörper geschaffen wird, was das bewirkt kann sich jeder selber erklären. Das Podest (und alles was draufsteht) darf natürlich die Wände nicht berühren. Luftpolsterfolie zur Dämmung halte ich nicht für besonders geeignet.


    Eine sehr komfortable Lösung, um z.b. ein Musikzimmer komplett auszustatten sind Trockenbauplatten von Knauf oder Phermacell. Es sind GK-Plattten mit integrierter Trittschalldämmung, man kann diese Platten auch für den Bau eines Podestes benutzen, Teppich drauf, fertig!


    Hier ein Link: http://www.knauf.de/content/de…nestriche_1.php?st=4#open
    Von Knauf heißt das "Brio 23"


    Hier noch mal ein paar Tips zum den vorhandnen Lösungen/Vorschlägen:


    Zu Flowermans Lösung (http://www.drummerforum.de/for…ght=&hilightuser=0&page=6): Sehr gut, bis auf die PVC-Platten, da hier keine Lastverteilung passieren kann. Besser wäre hier ein eine wie oben genanntes Plattenmaterial. Insg. würde das Ergebnis noch besser sein (theoretisch)


    Zum Threadstarter Nanovarium
    Zitat: "
    Zunächst geht es darum, den Schall der Drums großflächig und mit schwer anregbarem Material abzufangen. Das durchschnittliche Drumset mit Hocker benötigt in etwa eine Fläche von 2 x 2 Metern, das kann (und wird) jedoch von Drummer zu Drummer variieren. Wir benötigen also eine Gundfläche, auf der unser Drumset später stehen wird. Diese muss möglichst billig und möglichst schwer sein."


    Das mit "schwer" ist nicht richtig! Das gilt hauptsächlich für Luftschall. Um die mechanische Energie aufzufangen, wird eine Art "Puffer" benötigt, daher eher weiche (logischerweise daher leichte) Dämmung, siehe Aufbau


    Sehr richtig und absolut wichtig ist die Verteilung der Energie, daher möglichst eine Zusammenhängende Platte benutzen, bei Segmenten immer zweilagig mit versetzten Fugen arbeiten!


    Der vom User Horus424 vorgeschlagener Trittschallschutz ist sehr gut geeignet http://www.pr1mus.de/pdf/Katal…rittschall_entkoppeln.pdf , gibt es in jedem Baumarkt, aber immer mit Lastverteilerplatte!


    Lowbudget wäre 3-4 Lagen alten Teppich zu nehmen, Platte und oben drauf noch mal Teppich. Geht auch und bringt eine beachtliche Verbesserung!


    Optimal ist jedoch eine 20 -30 mm dicke Styroporplatte (EPS-Dämmung) speziell für Trittschall geeignet. (z.B. http://www.unidek.de/index.php?id=103) Diese Platten sind weicher als normale Styroporplatten. Im Baumarkt gibt’s diese ab 50 Cent für eine 100 x 50 cm große Platte. Diese werden mittels Doppelklebeband dicht auf eine Lage Spanplatte, OSB-Platte oder Gipskarton geklebt. Kreuzversetzt wird eine zweite Lage des Plattenmaterials verschraubt. Obenauf noch ein Teppich und fertig ist das Sorglos-Nachbar-Paket! Insgesamt sollte dieses Podest mit allen Materialien aus dem Baumarkt und dem Teppichgeschäft nicht mehr als 30-40 Euro kosten.


    Ich habe zum Glück keine Nachbarn, sondern "nur" eine Ehefrau, und die muss leiden! :D

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  • Hi!


    Ein neuer und kein Spam! ;) Ein richtig toller Beitrag!


    Danke für deine Info! Dass ein Podest nicht gegen Raumschall hilft, hatte ich mir selbst schon gedacht. Aber: Du hast mein Trittschalpodestmythos entmystifiziert! Danke! :)


    Herzlichst Willkommen im Forum!


    Gruß
    Andre

  • Ich beginne in den nächsten 2 Wochen meinen Podestbau, den werd ich dann Fotomediös dokumentieren und demtensprechend die FAQ auch updaten.


    Den ersten Post werde ich auch den neuen Erkenntnissen entsprechend angleichen!


    Danke für die Informationen, toller Beitrag!


    (PotM wo bist du hin)..:)


    Edit: Schwer ist aber schon sinnvoll -> Schwer anregbar, daher weniger Schwingung...Und wenn's nur Luftschall ist *g* ;) Naja stabil genug kann so ne Platte ja garnicht sein :P

  • Danke!


    Mit dem "Schwer" ist in der Tat der Hund begraben!


    Schwer anregbar ist für den Luftschall wichtig, aber nicht für den Trittschall. Wenn du z.B. eine Spanplatte auf dem Boden liegend anregst passiert nichts. Wenn du mit einer Betonplatte das gleiche machst passiert auch nichts, es entsteht lediglich der Eigenklang des Materials.


    Anders verhält es sich bei z.B. stehenden Objekten: Eine Sperrholzplatte kann durch ihre Elastizität in Schwingungen versetzt werden und wirkt verstärkend. Da kann man natürlich mit mehr Masse das Schwingen verhindern. Da aber bei einem Podest die Platte komplett an der Dämmung anliegt, kann das Material nicht schwingen und auch keine Resonaz erzeugen.


    Lege mal ein Stück Teppich auf eine Holzplatte, lege diese auf den Boden, haue drauf. Ich wette mit dir dass der dadurch erzeugte Klang derselbe ist, wenn du den Teppich so auf den Fliesenboden legst und drauf haust!


    Schwer bedeutet auch nicht gleichzeitig stabil! Ein schweres Material hilft nicht wesentlich gegen den Trittschall, da es nur um das Abfangen von mechanischer Energie geht. Der ausschalggebende Punkt ist die Dämmung und die Lastverteilung über der Dämmung. Sicherlich ist es besser je stabiler die Platte ist, aber die nötige Stabilität erreiche ich auch mit 2, besser 3 Lagen kraftschlüssig verbundener Gipskarton, OSB-Platte etc. Elementar ist, dass die Energie, die Oben auf dem Podest an nur ganz wenigen, kleinen Punkten entsteht (Kickpad, Hihat), auf die gesamte Fläche zu verteilen!


    Nur zum Verständniss die Funktionen der Schichten (von unten nach oben):


    1. Dämmung: Absorbieren der Mechanischen Energie, zudem verhindern von Resonanzen der Lastverteilerplatte
    2. Lastverteilerplatte: Verteilen der punktuell auftretenden Kraft auf die gesamte Fläche, um die maximale Wirkung der Dämmung zu erzielen
    3. Teppich: Verhindern von Eigenklang der Lastverteileplatte da diese meist ein "schallhartes" Material darstellt, zudem praktisch wg. verrutschen des Kits


    So, Cheffe guckt schon böse.....

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