Verdienst "Profimusiker"

  • Bidddee was ???? 😀


    Also, vielleicht noch mal um das babylonische Sprachgewirr hierzu entwirren:


    Die Allensbach Studie, die von dir zitiert wurde, kommt zu einem Ergebnis von 2660 € Netto von Musikern. Ich finde die Studie interessant und teile auch deine Ansichten, ich halte nur die Zahl von 2660 € netto für äußerst zweifelhaft:


    Wie schon gesagt: die Datenerhebung ist zweifelhaft und insbesondere die überprüfbarkeit und Vagheit der Verwendung des Begriffes brutto/netto bei allen Befragten. Demgegenüber gibt es nämlich andere Studien, beispielsweise von der KSK, die deutlich geringere Verdienste ausweisen.


    Das kann natürlich jetzt auch bereits daran liegen, dass in der Allensbach Studie gar nicht danach unterschieden wird, ob die Einkünfte der Musiker nur aus musikalischen Tätigkeiten, sondern beispielsweise auch nach darüber hinaus aus Nebenjobs etc stammen. Das gehört ja zur zweifelhaftigkeit dieser Studie.


    Wenn ich aber von dem Einkommen von 2660 € netto ausgehe, kann ich nicht – wie sonorfan sagt – davon ausgehen, dass keiner von denen Einkommensteuer zahlen muss. Gerade dann müssten sie ja Einkommensteuer zahlen, beziehungsweise haben Sie es schon längst gezahlt, denn das, was übrig bleibt – sprich netto – ist ja nach Abzug der Steuern.


    Wie gesagt: genaueres weiß man nicht, weil man kein Mensch Ahnung hat, wie die Befragten rechnen und wie die Begrifflichkeiten verwendet werden.


    Solche Studien sind also in im Hinblick auf diese Aussagen vollkommen wertlos. Ich halte da die Studien beziehungsweise Statistiken der KSK für definitiv aussagekräftiger.


    Beim Rest sind wir ja d'accord.

    "Pommes/currywurst hat einfach seine eigenen Gesetze."
    (c) by frint / 2008


    "Es macht so viel Spaß, ein Mann zu sein, das können sich Frauen gar nicht
    vorstellen!" (c) by Lippe / 2006

  • Seelanne

    Die erste Studie hatte ich eingebracht, nicht der Kollege Sonorfan. Natürlich weiß aber auch ich nicht, wie exakt diese Zahlen zustande kamen. Es ging mir nicht um eine wissenschaftliche Auseinandersetzung, sondern um eine Darstellung der Dimensionen, wenn man hier "Profimusiker=Dave Weckl" gelten lässt.


    Insofern lag mein Fokus mehr auf der grundsätzlichen Glaubwürdigkeit der Quelle, bezogen auf die Erfassung der deutschen Musiklandschaft. Die bislang genannten Zahlen spiegeln durchaus wider, was ich in den letzten Jahrzehnten in der Musikbranche so kennen gelernt habe. Die extrem heterogenen Bedingungen lassen sich eh nicht so richtig abbilden, und mittlerweile muss man auch noch Einkünfte durch Social Media berücksichtigen. Wo ist denn der "Musik-Influencer" mit hoher Reichweite beispielsweise einzuordnen? Sind das überhaupt noch Einkünfte aus Musikbetrieb?

    Zum Thema Social Media einkünftige kann ich sagen: Ja, das zählt mit dazu und muss ganz regulär versteuert werden. Ist allerdings selbst bei so Größen wie Benny Greb oder Anika immer noch ein zu vernachlässigender Betrag ;)

  • Seelanne

    Die erste Studie hatte ich eingebracht, nicht der Kollege Sonorfan. Natürlich weiß aber auch ich nicht, wie exakt diese Zahlen zustande kamen. Es ging mir nicht um eine wissenschaftliche Auseinandersetzung, sondern um eine Darstellung der Dimensionen, wenn man hier "Profimusiker=Dave Weckl" gelten lässt.


    Insofern lag mein Fokus mehr auf der grundsätzlichen Glaubwürdigkeit der Quelle, bezogen auf die Erfassung der deutschen Musiklandschaft. Die bislang genannten Zahlen spiegeln durchaus wider, was ich in den letzten Jahrzehnten in der Musikbranche so kennen gelernt habe. Die extrem heterogenen Bedingungen lassen sich eh nicht so richtig abbilden, und mittlerweile muss man auch noch Einkünfte durch Social Media berücksichtigen. Wo ist denn der "Musik-Influencer" mit hoher Reichweite beispielsweise einzuordnen? Sind das überhaupt noch Einkünfte aus Musikbetrieb?

    Zum Thema Social Media einkünftige kann ich sagen: Ja, das zählt mit dazu und muss ganz regulär versteuert werden. Ist allerdings selbst bei so Größen wie Benny Greb oder Anika immer noch ein zu vernachlässigender Betrag ;)

    ..und egal wie Du's würfelst: Es bleibt was für Enthusiasten und Leidensfähige....selbst wenn Du bei Pink mit auf der Bühne stehst...

    "If you don't have ability you wind up playing in a rock band" (Buddy Rich)

  • Bidddee was ???? 😀


    Also, vielleicht noch mal um das babylonische Sprachgewirr hierzu entwirren

    Ich glaube tatsächlich, dass wir einfach aneinander vorbeischreiben. Ich lese die Quintessenz der Allensbach-Studie folgendermaßen:

    Wieviel Geld haben Menschen, die sich selbst als Berufsmusiker bezeichnen, durchschnittlich monatlich zur Verfügung, und womit werden diese Einnahmen generiert?


    Die KSK verstehe ich dagegen so:

    Welche Einkünfte erzielen freiberufliche Musiker aus ihrer originären künstlerisch-kreativen Tätigkeit?


    Das Delta zwischen beiden Betrachtungen entspricht möglicherweise in Teilen dem, was Musiker sich hinzuverdienen müssen, um mit (oder trotz) ihrer Kunst überleben zu können ;)


    Der Kollege hat meine Intention perfekt auf den Punkt gebracht:

    ..und egal wie Du's würfelst: Es bleibt was für Enthusiasten und Leidensfähige....selbst wenn Du bei Pink mit auf der Bühne stehst...

  • ...

    Wenn ich aber von dem Einkommen von 2660 € netto ausgehe, kann ich nicht – wie sonorfan sagt – davon ausgehen, dass keiner von denen Einkommensteuer zahlen muss. Gerade dann müssten sie ja Einkommensteuer zahlen, beziehungsweise haben Sie es schon längst gezahlt, denn das, was übrig bleibt – sprich netto – ist ja nach Abzug der Steuern ...

    Das kommt eben darauf an was hier als "netto" betrachtet wird. Bei nicht selbstständigen ist die monatlich abgezogene Lohnsteuer eine Sondererhebungsform der Einkommensteuer. Die orientiert sich vorrangig an den Steuerklassen und sagt noch nichts darüber aus, was dann am Schluss tatsächlich an Einkommensteuer zu zählen wäre. Insbesondere Werbungskosten werden häufig erst im Rahmen der Einkommensteuererklärung berücksichtigt. Bei Selbstständigen geht es mit den ESt-Vorauszahlungen den gleichen weg.


    Die wenigsten Musiker sind meiner Erfahrung nach unselbstständig beschäftigt. Sogar Lehrer sind häufig Selbstständige....



    EDITH: Die Werte ergeben sich laut Fußnote durch Angaben der Musiker...

    7. Das einkommen wurde über eine Listenabfrage ermittelt, in der die Befragten ihr einkommen in 16 Abstufungen von „unter 500 euro“ bis „10.000 euro und mehr“ angeben konnten. Für die Berechnung der Durchschnittswerte wurde der mittlere Wert jeder einkommensstufe ausgewählt, für die unterste Kategorie der Wert 500 euro, für die oberste Kategorie 10.000 euro. Dadurch wurde verhindert, dass sich extrem hohe Werte über 10.000 euro zu sehr auf die Berechnung des Durchschnittseinkommens auswirken.

    Na, ob die wohl wissen, was sie mit netto oder brutto bezeichnen sollen?

    SCIENCE FOR THE WIN!
    Ich habe Interesse an; Zildjian K-Istanbul und Avedis Rides und Hihats (bis ende 60er) sowie Sonor Drumsets bis 1990! :thumbup:

    Einmal editiert, zuletzt von sonorfan ()

  • Die wenigsten Musiker sind meiner Erfahrung nach unselbstständig beschäftigt.

    Ich muss da noch mal nerven. Ist das wirklilch so, oder gibt es einfach nur keine Schnittmenge der beiden Universen? Empfindet vielleicht der Orchestermusiker am Ende sogar anders herum? Ich kenne beispielsweise nur einen einzigen nicht im Ruhestand befindlichen Orchestermusiker und habe noch nie mit einem fest angestellten Musiker zusammengespielt. Trotzdem gibt es sie zweifelsohne, hinzu kommen Kammermusikensembles, Theater-, Musical-, TV-Produktionen etc. pp.

    Gerade in künstlerischen Berufen sind befristete Festanstellungen in solchen Bereichen nicht komplett exotisch. Wer nebenbei auch gelegentlich frei tätig ist, den nehmen wir vielleicht gar nicht als Angestellten wahr, gleichwohl ist er es. (bitte immer auch die weibliche Variante mitdenken ;) )

    Sogar Lehrer sind häufig Selbstständige....

    Vor dem Herrenberg-Urteil stimmte das sicherlich, aber wie ist der Stand seitdem? Haben die Schulen alle das Problem vor sich hergeschoben und weitergemacht wie bisher? Selbst die verlängerte Übergangsregelung hilft ja nicht, denn geschützt sind doch nur die Verträge, bei denen gutgläubig von Selbstständigkeit ausgegangen wurde. Seit 2022 müssten also alle Neuverträge auf SV-pflichtige Anstellungen rauslaufen, die "alten" peu a peu korrigiert werden.

  • Ich kenne beispielsweise nur einen einzigen nicht im Ruhestand befindlichen Orchestermusiker und habe noch nie mit einem fest angestellten Musiker zusammengespielt

    Es gibt noch eine zweite, zahlenmäßig relevante, Gruppe fest angestellter MusikerInnen neben den Orchester-Angestellten: die KirchenmusikerInnen. Der Job heißt dann beispielsweise KantorIn, fest angestellte sind entweder Kategorie B (Bachelor) oder A (Master/Diplom). Mit solchen hatte ich schon gemeinsame Gigs.

  • ?????? Exakt diese Thematiken und diese Fragen hatte ich doch in meinem #273 aufgeworfen und besprochen 😀

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    (c) by frint / 2008


    "Es macht so viel Spaß, ein Mann zu sein, das können sich Frauen gar nicht
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  • Am Ende verdienen wir doch alle, unabhängig von der Branche, zur Zeit zu wenig in vielen Fällen. Ich meine das gar nicht despektierlich und sicher auch nicht in einem politischen Kontext gesetzt, sondern einfach nur faktisch. Und auch gut verdienende Menschen, müssen deutlich mehr Stunden schrubben, als das vielleicht noch in 2019 der Fall war, zumindest kann ich das von mir sagen.


    Freilich darf man die kunstgebenden Branchen da echt nochmal mehr im Auge behalten und den Hut ziehen.


    See hat auf jeden Fall recht, wenn er sagt, dass es sehr vielen Menschen schwer fällt, Netto von Brutto zu unterscheiden.


    LG Ralf

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