Trend zum Minimalismus?!

  • Selbstbeschränkung gibt es doch überall in der Kunst. Einige Leute haben gerade Spaß daran, ihre Kreativität durch Restriktionen zu fordern. Wer nicht alles hat, was denkbar ist oder zumindest was irgendwie machbar erscheint, der muss halt eine andere Lösung finden. Die Geschichte der menschlichen Kreativität oder nennt es Fähigkeit, Probleme zu lösen, ist eine Geschichte der Restriktion. Es gibt immer noch viele Künstler, die den Bombast ablehnen und Bleistift oder Kohlezeichnungen machen, oder S/W fotografieren, obwohl es schon lange Farbfilme gibt, die Farbfilme sogar billiger sind. Warum wohl? Weil dann andere Qualitäten gefragt sind, als opulente Ausstattung, weil es dann um die Reduktion geht und darum, was in der Reduktion wegfallen darf und was nicht, damit der Chrakter des Kunstproduktes erhalten bleibt. In der Kunst bleiben Bildaufbau, Formen, Proporionen und Kontraste erhalten, in der Musik eben grundlegende Elemente Melodie, Harmonie, Rhythmus und bezogen auf den Rhythmus am Schlagzeug allein bleibt eben nur soviel übrig, wie notwendig ist, um die Idee und die Emotion des Musikstücks zu transportieren. Ich habe in meinem Leben wirklich nur sehr sehr selten Trommler erlebt, die auf Bombastsets inspiriert gespielt haben. Das hat nichts mit Geschmack zu tun. Die Versuchung der Belanglosigkeit, eben des unintendierten Schlages auf irgendeinen Klangkörper weil er nuneinmal da ist oder weil man den Sound irgendwie geil findet, diese Versuchung ist einfach zu groß.


    Fast alle erliegen dieser Versuchung und ballern einen mit Sounds zu, ohne dass diese Sounds auch nur die Spur einer Bedeutung, einer Notwenigkeit für die Musik oder einen anderen Sinn hätten, außer dem, dass der Trommler sich damit produziert. Wenn selbst so hervorragende Trommler wie Simon Philips dieser Versuchung erliegen, dann frage ich mich, warum ausgerechnet der Durchschnittstrommler über diesen Dingen stehen sollte.

  • ...bei mir eher eine lange gereifte Überlegung.


    Ich wollte das schon früher, aber es enstehen neue "Hardware-Kosten" ( Doppelpedal, Ständer usw. ), so habe ich damit gewartet.


    Doch jetzt kommen eine BD und ein Tom weg. Später vielleicht noch mehr, keine Ahnung, mit meiner neuen Band mache ich da so einen inneren Wandel durch und bin der Meinung, das auch mein Set das braucht :D


    Live habe ich auch schon auf einem "Miniset" ( BD, SD, HT, ST, Hi Hat und zwei Becken ) getrommelt. Klar geht das...


    Mal sehen, was daraus wird...


    Und sollte ich mal das Geld haben : Mein Traum ist zur Zeit ein WAHAN Acryl-Set :







    Ferdisch, Punkt


    MfG


    Uwe

  • Zitat

    Ich gestehe aber, dass ich 10/12/13/15 auch nicht viel besser finde.


    Kurze Erklärung wie es bei mir zu 10-12-13-15 kam, was ich heute natürlich auch nicht mehr machen würde.
    Standardmässig zum Antesten standen eben meist nur typische 12-13-16 Kits zu der Zeit in den Läden.
    Das RTC wurde schon nicht mehr gebaut, ich wollte so eines aber unbedingt.
    Die RTC's standen auch zu Abverkaufspreisen in den Läden, was mir natürlich gelegen kam.
    Aber eben alle nur mit 16 Standtom. Es musste bei mir aber unbedingt alles an ein Rack.
    OK, was machen im jugentlichen Leichtsinn?
    Das 16er durch ein 15er getauscht, ein 10er dazu, welche beide noch zu haben waren.
    Abverkaufspreis galt auch noch, nach etwas Verhandeln, mit getauschter 'grossen' Tom.

  • Na Hallo! Mehr als drei Tom´s hatte ich noch nie. Hab auch nie mehr zu spielen versucht. Ich finde selbst ein 4 piece Set ist noch nicht wirklich minimalistisch. (-> Bitte nicht gleich schlagen! Ich steh halt nicht auf "Männerset´s"- jeder wie er will!)


    Ich hatte mal das Glück einem Jazzer zuzuschauen welcher nur BD, Snare, HH und Ride spielte. Der Mann hat Sachen gespielt an die ich mich vieleicht mal in 10 Jahren wage. Er hat das Set wirklich ausgereizt. Die Tomfills wurden einfach durch Figuren auf der BD "ersetzt". (Auch mit der Hand geschlagen) Einfach geil!


    Der Reiz an dem Ganzen ist halt aus weniger mehr zu machen - aber ohne dabei auf Klangvielfalt verzichten zu müssen. Wer möchte das nicht gern können?


    Natürlich macht es Spaß mehr Instrumente zur Verfügung zu haben - oft ist aber der Aufbau schon aus Platzgründen nicht möglich. Trend oder nicht? Oft eher Notwendigkeit und dann soll´s doch trotzdem grooven. (vieleicht lern ich das ja noch :O )


    vintage: Ja! Stil und Charakter! Hast Du schon einen Nachlaßverwalter? :D (und ist er bestechlich? :] )
    Schade das es solche Schätzchen fast nur noch zu uferlosen Preisen gibt.


    Man kann ja zu dieser Vintage "Welle" (die ich so auch nicht ganz sehe) stehen wie man will - die Weiterentwicklung im Schlagzeugbau hat schließlich ihre Vorteile. Der Charme dieser alten Set´s ist aber eben immer was besonderes.


    Der sogenannten Vintage "Welle" kann man deshalb eigentlich nichts Schlechtes abgewinnen - Ich find das gut. Der negative Aspekt ist nur, das sich jetzt auch Leute dafür interessieren für die nur der materielle Sammlerwert zählt. Die damit Kohle machen wollen und mit dem ideellen Wert überhaupt nix am Hut haben.


    the_duke: Geht mir genauso! Hab den gleichen Aufbau!


    @Alle: Schöne Diskussion! :]

  • Zitat

    aber ohne dabei auf Klangvielfalt verzichten zu müssen


    Wenn man ein Set mit wenig Klangkörpern spielt, verzichtet man immer auf Klangvielfalt. Man kann vielleicht trotzdem originell spielen und sich ausdrücken, aber dann eben über andere Mittel, als die Vielfalt der Sounds/Klänge. Darum geht es doch gerade.


    Ob ein 4-Piece Set minimalistisch ist, hängt nicht zuletzt auch von den Becken hab. Mit nur zweit Becken finde ich das schon ziemlich puristisch. Die wenigsten Leute sind in der Lage, ohne zwei Crashes zu spielen.


    Klar kann man noch mehr reduzieren, bis nur noch die Snare überbleibt. Die Frage ist allerdings, wie lange es dann noch ein Schlagzeug ist. Schon das 4-Piece Kit hat ja keinen Klangkörper doppelt. Es besteht aus vier unterschiedlichen Trommeln: BD, SD, TT, FT und normalerweise aus drei unterschiedlichen Becken: HH, Ride, Crash.


    Als erstes streicht man in der Regel, das Hängetom und spart sich einfach Tomfills. Vieles geht aber nicht ohne. Immer wenn ein Tom melodische Funktion im Groove erfüllt, geht es nicht ohne. Imitier mal einen Tumbao oder Guaguanco ohne Toms. Manchmal braucht man Toms einfach für gewisse Rhythmen, auch im Rockbereich. Das hat dann nichts mit Posen zu tun. Der Song ist ohne dieses Element einfach nicht mehr der Song. Es geht ja dabei nicht nur um Fills.


    Als nächstes kann man das Crash streichen und versuchen, mit einem Crash Ride klarzukommen. Das geht auch sehr gut, nur dass man auf einen oft sehr wichtigen Effekt verzichtet. Man kann jetzt nicht mehr zwei Unterschiedliche Parts durch einen unterschiedlichen Beckensound abgrenzen. Klar kann man auch so spielen, aber es geht Struktur und ein oft schöner Moment verloren. Oft ist der Wechsel von einem Becken auf das andere bei gleichem oder sehr ähnlichem Grundrhythmus viel dezenter und minimalistischer, als die Herausarbeitung der Struktur über andere Rhythmen. Wenn man also über Sound struktuieren will, dann bleibt einem nicht mehr viel, man kann nur noch auf die Hihat, was oft dann einfach nicht so gut passt wie ein Crash Ride Becken oder man lässt die Becken an einer Stelle weg und spielt nur Snare. Dann hat man aber zwangsläufig eine Art Marchingeffekt. Das will man aber auch nicht immer. Das ist der Grund, warum irgendwo Schluß ist mit der Reduktion. Einige grundlegende Dinge gehen einfach nicht mehr auf einem dreiteiligen Set mit nur einem Becken. Natürlich gehen trotzdem 80% oder 90% der wichtigen Dinge. Die Frage ist jetzt ob man auf die restlichen Prozent verzichten möchte oder kann, nur um den Purismus wirklich durchzuziehen. Da wird er schnell zum Selbstzweck.


    Ich habe festgestellt, dass der Sprung von 4- auf 3-teilig noch mal ziemlich groß ist und dass das Spiel mit nur einem Becken noch wesentlich brutaler ist, als das mit einer Auswahl von Becken. Man hat einfach nur noch einen Sound, in der Regel wegen der Rideeigenschaften ein leichtes 20er Becken. Wenn man das crasht, dann spielt man gleich voll in die Fresse und das ist auch der Grund, warum diese Kombination oft von wirklich heftigen Bands, denen irgendwelche Zwischentöne relativ egal sind, benutzt wird. Da kommt die Reduktion einfach noch viel heftiger. Das ist ein vollkommen anderes Spielgefühl, als an einem normalen kompletten Set zu spielen. Man muss sich da klipp und klar vorher überlegen, ob ein Part heftig sein soll oder nicht und wenn man sich für heftig entscheidet, dann zieht man sein 20er auf der Kante durch. Es gibt da nicht viel andere Möglichkeiten.

    In solchen Situationen ergibt Reduktion auch Sinn! Es geht dabei nicht um wenig tragen wollen oder keinen Platz auf der Bühne, sondern um ein Konzept des künstlerischen Ausdrucks. Leute, die so spielen, machen das auch im Rockpalast. Siehe Danko Jones, John Spencer Blues Explosion, Smoke Blow


    Wenn du schreibst, dass es natürlich Spaß macht, mehrere Instrumente zur Verfügung zu haben, dann hast du den wesentlichen Punkt an diesem minimalistischen Ding, das eben nicht nur was mit Stil und Charakter zu tun hat nicht erfasst, dann argumentierst du mit den Worten des Tanzmuckers. Geht es darum wirklich bei Stilfragen?


    Davon ab, selbst als Symphatisant diese Minimalisten- und Vintageszene halte ich die Aussage, dass habe mehr Stil und Charakter als größere oder neuere Sets für unhaltbar. Das ist so eine Art, die Vergangenheit zu romantisieren, die ich nicht nachvollziehen kann.


    Ich spiele mein stainless steel, weil es aus Edelstahl ist und daher einen ganz anderen Attack und eine andere Schallprojektion hat als ein Holzset. Die gibt es halt nur von Ludwig aus den 70ern, zumindest zu bezahlbaren Kursen. Darum habe ich so eins.


    Flache Toms spiele ich weil mir der Sound eines großen flachen TT (13x9, 14x10) als einziges Hängetom besser gefällt als der eines 12x10ers oder 13x11ers. Er hat ein anderes Frequenzspektrum. Großer Durchmesser in Kombination mit weniger Kesseltiefe klingt halt heller und hat trotzdem viel Volumen, es klingt nicht gleich nach Pseudostandtom wie ein 14x13er. Außerdem grenzen sich die flachen Hängetoms besser vom Standtom ab und das unterstreicht den Ansatz, jede Art von Trommel nur einmal zur Verfügung zu haben. Wenn ich stattdessen ein 4-teiliges Set mit 12x10 und 14x12 spiele ist das etwas vollkommen anderes als eines in 12x8 und 14x14 FT. Das Erste klingt wie ein abgespecktes Fusionset, das Zweite eben wie ein traditionelles 4-Piece Set. Noch schlimmer ist der Effekt wenn man 10x9 und 14x12 kombiniert, da kann man gleich 10/12/14 spielen.

    Einmal editiert, zuletzt von DF ()

  • Ich war am Wochenende im Studio; zum ersten Mal in einem richtigen, professionellen, also jenseits des Homerecordings. Um möglichst viele Sounds abdecken zu können, hatte ich zwei Rides, drei Crashes und zwei verschiedene Hihat-Bottoms dabei; dagegen nur eine Snare, wegen Platzmangels im Auto. Außerdem ein 10er Tom, das ich live nicht benutze. Das Ende vom Lied war, dass ich wie üblich nur zwei Toms (12, 15 - live nehme ich 13, 16) benutzte und das zweite Ride und dritte Crash auch nicht gebraucht wurden. Mir waren drei Toms am Set in diesem Kontext zu viel, das Ride war zu weit rechts, ich konnte mich nicht damit anfreunden. Mittlerweile empfinde ich das 4-piece als Normalfall und das 5-piece als notwendiges Übel, wenn man einfach mehr Toms braucht dem Musikstil zuliebe. Selbst dann werde ich wohl in Zukunft doch eher auf zwei Floortoms zurückgreifen. Mit Minimalismus hat das m.E. wenig zu tun. Lerneffekt: Gerade im Studio sollte man sich jedes Teil zuviel am Set genau überlegen.

  • Beim Aufnehmen statten wir das Set bei jedem Song neu mit genau dem aus, was gebraucht wird. Alles andere stört nur. Überflüssige Mics und Kanäle kann man sinnvoller nutzen als sie an nicht gebrauchte Toms oder was auch immer zu verschwenden.


    Wenn ich in einem Part ein bestimmtes Becken spielen will, weil ich meine, dass es am besten passt, dann hänge ich es mir an die komfortabelste Stelle und fertig. Teilweise drop ich mich dann in den nächsten Part mit anderem Beckensound rein. So lässt sich schneller, zeilgerichteter und vom Sound her konsequenter aufnehmen.

  • Klasse, solch einen Perfektionismus zu pflegen. Ich finde das toll.


    Dennoch möchte ich hier diejenigen etwas 'verteidigen', welche einfach zufrieden
    sind, mit dem was sie haben, obwohl sie wissen, dass dieses nicht das Optimum darstellt.
    Ich denke bei über 90% hier handelt es sich um ein reines Hobby. Auch wenn dieses
    intensiver betrieben wird, auch wenn dieses zur einen oder anderen Mark nebenher
    führt, muss doch nicht alles immer so gnadenlos perfekt sein.


    Schön, wenn man auf einen grösseren Fundus an Trommeln und Becken zurückgreifen kann.
    Aber bedenkt auch die Kohle, welche viele hierfür, für ein Hobby, einfach nicht
    auszugeben bereit sind. Spielen kann man ja trotzdem. Solche Einstellungen würde
    ich keineswegs als negativ abstempeln.


    Ich wage auch zu behaupten, dass bei Gigs von Bands eh kaum einer der Zuhörer bemerkt,
    dass da anderes Equipment besser geeignet wäre (wenn es nicht allzu krass daneben liegt).


    Ist denn nicht irgendwo eine Grenze erreicht, bei der es einfach nicht mehr sinnvoll ist
    weiter am Sound zu feilschen, obwohl es vielleicht noch das ein oder andere gäbe?


    Ich war lange Zeit mit meinem Zeugs sehr zufrieden, bis ... ja bis ich hier zu lesen
    anfing. Gern hätte ich noch weiteres zur Verfügung, weil ich einfach wieder etwas mehr
    ausprobieren will. Instrumente sind eben schweine-teuer und ich kann meine Freundin gut
    verstehen, wenn sie mir mal wieder lachend 'du spinnst ja' um die Ohren wirft.

  • Na klar, aber darum geht es auch gar nicht. Ein ordentliches Set in 13/16/24 oder 22 kostet gebraucht 700-1000 €. Dazu brauche ich eine 14er Avedis New Beat (120-140 €), ein 18er Crash (140-160 €) und ein 20er Crash Ride, Medium Ride, Pre Aged Ride, 21er Sweet Ride oder ein 70er Jahre Medium (150 €). Dann noch eine Snare, sagen wir ne Supraphonic 14x6,5 (250 €), Hardware: Hocker, BD-Pedal, Hihat-Maschine, 2x Beckenständer, Snareständer (500 €). Das sind alles zusammen: etwa 2000 Euro. Damit wäre ich bedient und zwar wirklich ohne Abstriche. Mehr braucht man nicht und man hat dann schon nen absolut erstklassigen Charaktersound.


    Wenn dann noch mal nen ebay Schnäppchen vorbeikommt, gönnt man sich vielleicht noch nen anderes Ride oder sonstwas als Alternative, aber im Großen und Ganzen ist man damit absolut bedient und zwar Top.


    Das finde ich nicht übertrieben! Dafür fahr ich dann nen günstigeres Auto und fertig. Andere geben ihr Geld für andere Sachen aus.

  • Schweift etwas ab jetzt, dennoch:


    Wie geht es denn den ganzen Kiddies, welche sich ein Set kaufen wollen,
    es dazu eigentlich richtig machen und im Laden antesten gehen.


    Es stehen doch mittlerweile fast nur noch 20 oder 22-10-12-14 Kombinationen
    in den Läden, leider. Sogar 12-13-16 als ehemaliger Standardaufbau sieht man
    immer weniger.


    Ich denke daher auch die Schwemme an Fusion Sets, welche du als
    Tanzmuckerschüsseln beschimpfst.


    Natürlich kann man sich für 2000,- ein Charakterset anschaffen, aber nur dann,
    wenn man wie du schon sehr viel Material zum Spielen in Händen gehalten hat
    und in etwa weiss, was man bekommt bei Blindkäufen und auch in etwas weiss
    was man braucht. Klar hilft viel probieren und austauschen. Manche haben dazu
    aber auch einfach keine Lust.
    Bei speziellen Sachen wird man im Laden eh immer schlechter beraten,
    habe ich so das Gefühl.


    Der eigene Geschmack will ja auch erst einmal gefestigt werden, davor heisst
    es eben Standard ...


    Im Übrigen,... wieso spielst du drei Sets? ...du Spinner ;)

  • Dann kaufe ich ein stinknormales Force 3003 Stage Set, leg das 12er in die Ecke, dazu den passenden Standardhardwaresatz und Paiste 2002 Bleche, da hab ich genauso viel Spaß. Die Erfahrungen muss schon jeder selbst machen.


    Mein erstes Set war ein gebrauchtes Rockstar mit Meinl Blechen, komplett spielbar 1000 DM, von da ab lief die An- und Verkaufsmaschine.

  • Zitat

    Original von DF
    ... Da wird er schnell zum Selbstzweck.


    Stimmt alles! Sehe ich ja genauso! Und die Erfahrung hab ich so wie von Dir beschrieben auch gemacht. Deshalb möchte ich mit weniger auch nicht auskommen müssen. Das würde ich spielerisch auch noch lange nicht können. Auf Hängetom und Floortom zu verzichten wäre für mich auch nichts.


    Mit Purismus meinte ich Minimalaufbau BD/SD/HH/Ride. Noch weniger wäre dann wirklich kein Schlagzeug mehr.
    Was ich beim genannten Jazzer gut fand war das ER die Fills nicht weggelassen, sondern sie in einer Hand/Fußkombination auf der BD gespielt hat. Ohne Tom´s und dennoch "Tomfills". Er hattes eben drauf mit der kleinsten vorstellbaren Variante an Equipment zu klingen wie auf einem "normal" aufgebautem Set.


    Zitat

    Original von DFWenn du schreibst, dass ... bei Stilfragen?


    Hier haben wir uns mißverstanden. Stil und Charakter waren auf DAS INSTRUMENT bezogen (Natürlich kann das nicht verallgemeinert werden und damals gabs auch Schrott) und nicht auf die Spielweise.


    Wenn aber in 30-40-50 Jahren einer ein Drum von Wahan ersteigern kann wird er sicher auch die Vergangenheit romantisieren. Das liegt in der Natur der Sache. Es war halt eine Zeit die er nicht miterlebt hat. Und er hat ein Instrument das vieleicht sogar Musikgeschichte geschrieben hat. Ältere Semester (das werden dann vieleicht wir sein) sehen das bestimmt viel nüchterner.


    Abschließend finde ich dein Ludwig aus den 70ern auch Klasse. Jedes Jahrzehnt hat so seine Favoriten. :]


    ... und - hab bestimmt noch was vergessen.

  • DF
    Latürnich.
    Das siehst du JETZT so (ich ja auch).


    Zu gern hätte ich noch ein zweites Set. Aber der Platz hierfür
    fehlt mir einfach, denn das hätte ja nur Sinn, wenn ich es auch stellen könnte.
    Einen weiteren Raum dafür zu mieten ist es mir nicht wert.
    Geschweige denn, dass ich die angemessene Zeit hierfür aufbringen könnte,
    es auch zu nutzen.
    Also versuche ich eben das beste aus dem zu machen, was ich eh schon habe.


    Was ich auch sagen wollte ist, dass viele einfach beim ersten Standardkauf
    (mehr oder weniger) hängenbleiben, trotzdem aber ihr Hobby weiter pflegen.
    Das ist doch nicht verwerflich, auch bei noch so miesem/unpassenden Material.

  • ein kumpel von mir hat sich so ein billiges billig-set
    von ebay und doppler-drums besorgt. das durfte
    ich die woche mal bespielen. ich meine, ich hab leider
    kein eigenes set, weiß, wie eklig sich das teil eigent-
    lich anhört, aber es hat trotzdem spaß gemacht und
    ich freu mich schon sehr auf's nächste mal.


    wer beim thema 4-piece-kit (damit meine ich bass drum,
    snare, ride und hi-hat) mal (wieder) was braucht,
    was unter die haut geht (*g*), dem empfehle ich
    den incubus-unplugged-ausschnitt auf der "incubus
    attacks vol. 2"-dvd. der gute jose legt mal wieder
    ganz schön los! :D

    in_utero


    peace, take care and keep the faith


  • ich meine, wenn man nen RoadieTeam hat, das man bezahlen kann...


    sollen sie halt mit ihren 3 BD und duzent Toms durch die Gegend fahren...


    Ich finde es auf jeden Fall bequemer mit zB nem HipGig zu spielen :D aus der Kiste kann man einiges raushohlen.. Für den Metalldrummer natürlich nix..

  • Ich denke, es ist auch eine Frage der Flexibilität. Wenn ich das ganze Gerümpel, das ich mein Eigen nenne aufbaue, dann ich die Chance ganz gut irgendwo hin zu hauen und was zu treffen. Faktisch baue ich die komplette Kiste seit Jahren nicht mehr auf.


    Mein Standard-Liveset an sich wäre 22/22/12/14/16/18, in der Kneipe unplugged kann ich das aber schon aus Platzgründen knicken, da baue ich dann z.B. 22/12/14 auf. Der Faulheitsfaktor kommt auch dazu, so hatte ich auch schonmal 22/10/12 plus an den Tomhalter geklammertes Crash und Ride gebaut, damit ich nur zweimal in den Keller rennen musste, und das funktionierte auch für die Proben.


    Einfach mal ein anderes Setup ausprobieren und beim aufbauen die Wasserwaage vergessen... ist interessant, wirklich.

    Wenn man das Knie sieht, ist die Bassdrum zu klein!

  • Ich hab schon öfter auf Mini-Sets gespielt, 4 Piece ohne Crash (nur HH+RD), das macht auch richtig viel Spaß, man kann ja auch die offene HiHat zum Crashen verwenden! Ich stell mein Set auch gerne mal um, z.B. die Snare da wo die Floortom, die Ride links, HiHat rechts, Floortom Links, oder so, ist alles voll lustig und man kommt auf immer andere Grooves!


    Ich finde man ist auch gezwungen kreativer zu denken wenn man weniger zum bespielen hat, auch wenn's um Sounds geht!


    - Nokturn

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