Riss im Fassbaukessel

  • Meine Snare (nagelneu, keine 2 Wochen alt) hat nen Riss in einer Daube des 16mm- Fassbaukessel, zumindest innen. Neupreis: nen satten Tausender. Mir ist das Teil definitiv nicht runtergefallen oderso. Hab mal den Hersteller kontaktiert. Kennt das jemand von euch? Hab erst gedacht, dass die Maserung an der Stelle vielleicht etwas komisch ist, aber das zieht sich dann nicht um 6 cm mindestens.

  • Für die Kohle schaun die Schrauben aber echt billig und geschändet aus. :(


    Retour schicken. Gravierender Mangel, Umtausch oder Preisminderung, ggf. Rücktritt.... was halt lt. BGB so drin ist. Ärgerlich.

  • Ich muss sagen, dass ich statt der ursprünglichen Trick Abhebung samt Butt-End eine Nickeldrumworks drangemacht hab (exakt derselbe Lochabstand). Der Zustand der Schrauben ist also mir geschuldet ... Aber das ist definitiv ein Riss oder?

  • ...ist die Frage, ob der Riss schon vorher da war? Wenn nicht, und der kam erst nach der "Tauschaktion"... puuh dann schauts ja mal net so gut aus.
    Telefonieren, vll. bessert er dir es ja kulanzmäßig aus, dass es sich verschlimmert, oder sich sonst negativ auswirkt glaube ich aber nicht einmal.

  • Hab schon mit ihm telefoniert und er war da ziemlich überrascht, hat aber gemeint, ich soll sie am besten möglichst bald hochschicken, weil er nächste Woche im Urlaub ist.


    Nein hab ich nicht. Und selbst wenn du ne Schraube richtig anknallst kriegst du keinen Kessel kaputt, erst recht keinen 16mm Fassbaukessel. Wenn doch, ists en schöne Scheißdreck

  • ...ja, dann kann ja fast an dieser Stelle nur zu wenig Leim gewesen sein, oder es wurde vll. zu lange gewartet?
    War vll. bloss "angespuckt" und ist dann eben gerissen, normalerweise reisst eine Leimfuge eher nicht, sofern sie korrekt ausgeführt wurde.
    Wenn es denn eine Leimfuge ist, das kann man nicht eindeutig erkennen.
    Evtl. lag auch Spannung vor? ...oder eben irgendwas im Holz. Denke, wenn der Riss nicht nach aussen durch geht, dann wars das eigentlich und es passiert nichts mehr.
    Schwer aus der Ferne einschätzbar.
    Ich kann mir vorstellen, dass man da dünflüssigen Leim reinwischt mit etwas Holzmehl, oder auch Superkleber und dann die Stelle, oder den Kessel innen kurz überschleift und ölt.
    Ist natürlich bei dem Preis echt ärgerlich, das kann man nachvollziehen...

  • Für die Kohle schaun die Schrauben aber echt billig und geschändet aus.


    Hallo,


    das war auch mein erster Gedanke.


    Der Zustand der Schrauben ist also mir geschuldet ...


    Das nenne ich den klassischen Rohrkrepierer.


    Ich verstehe da so Einiges nicht, aber das Holz sieht trocken aus. Vermutlich ist es auch sehr hart und wie da das ein oder andere Abhebegeschwür wirkt, wage ich auch nicht zu vermuten. Ich weiß nur eins: bei meinen Trommeln habe ich so etwas noch nicht erlebt, allerdings sind die auch heller oder von Profis gemacht worden. Die Schrauben waren schon dabei oder gehören die zu der tollen Abhebung?


    Grüße
    Jürgen


    PS
    °_°_MAD: ich sehe da zwei Leimfugen rechts und links vom Riss, letzter ist fast in der Mitte, da dürfte die Leim-These widerlegt sein.
    Spannung: definitiv!

  • OK, dann kommts vermutlich doch von der Schraube, bzw. dem festziehen, dann ist die Daube schlicht geplatzt - so meine Vermutung.
    Ob da eine Reparatur hilft, oder ob man da die Daube komplett ersetzt.... liegt beim Hersteller.


    Sind da keine Federringe drunter, unter den Schrauben?


    edit:
    Jürgen...ja... die schaut furztrocken aus! Da ist massives Holz schon empfindlicher als Schichtholz in Lagen!
    ...dieses dämliche °-° in meinem Nick kannste dir gerne ersparen :D

    Einmal editiert, zuletzt von °_° MAD ()

  • Erstens waren die Schrauben definitiv nicht angeknallt (s. Beitrag im verlinkten Fred) und zweitens kann mir keiner weis machen, dass man so viel Gewalt aufbringen kann und mit ner Schraube nen Kessel zerlegt. Da gibt mit Sicherheit der Schraubendreher (keine Akkuschrauber) vorher auf


    Durch fehlende Gummiunterlagen Kessel beschädigen

  • Problem ist halt der Radius im Holz, entweder die Unterlagsscheibe passt sich an und biegt sich durch, oder eben das Holz gibt nach...
    Dazu müssen nicht mal unbedingt rohe Kräfte wirken, wenn das Holz trocken ist, man blöderweise grade irgendeinen ungünstigen Faserverlauf dort vorliegen hat, dann kann so etwas durchaus passieren.
    Wenn das zuvor auch noch unter Spannung stand... sowieso.


    Aber... ich bin nicht Dr. Watson, und alle Erkenntnis bringt nicht letztendlich Eindeutigkeit zu einer möglichen "Schuldfrage", da können durchaus mehrere Faktoren zusammengekommen sein.
    Dass allerdings der Kessel genau an dieser Stelle platzt ist für mich bezeichnend, dass es durch die Verschraubung kam.


    Ich hoffe mal, dass für dich eine passable Lösung gefunden wird und du wieder mit dem guten Stück ins Reine kommst ;)


    Wegen dem link zum Thema, ich dachte eher von aussen, und... ging von Schichtholz aus, wie es eben für drums üblich ist. Bei Massivholz sieht die Sache anders aus!


    Ach... ich würd Sekundenkleber reindrücken und es verschleifen und gut is :D

    Einmal editiert, zuletzt von °_° MAD ()

  • Ohne daß ich den Durchmesser der zwei Schrauben kenne,
    macht der Riss auf mich den Eindruck,
    als sei die "neue" Schraube zu dick für die Bohrung und
    hat wie ein Spaltkeil gewirkt.


    Gewalt braucht man dafür nicht - ich behaupte sogar, daß 20NM dafür reichen.


    Ich hoffe - ich liege falsch ...

  • Man sollte immer im Hinterkopf behalten, dass Holz ein Naturprodukt ist. Kann sein, dass ein Astloch in der Nähe war, das Holz nicht richtig getrocknet, ...


    Bevor es so einen Riss beim Einschrauben gibt, fräst sich die Schraube eher in das Holz bei 16mm Material. Damit man das mit "anknallen" fertig bringt (ist nur eine Schlitzschraube) braucht man dann schon einen Sechskant und ne Rätsche.

  • Meine Ansicht:
    Laut dem Foto kann man von einem Riss ausgehen. Ich glaube nicht, daß der Buttendaustausch der Grund für den "eventuellen" Riss ist, eher daß schon vorher ein kleiner Haarriss dran war und sich durch diesen Buttendwechsel verschlimmert hat. A B E R das nur meine persönliche Annahme über Grund, Ursache, Wirkung kann ich nur mutmaßen. Es ist generell schon so (Aussage kommt von einem Fassbaukesselbauer) , daß unsachgemäßer Behandlugn (Fallenlassen beim Transport oder generell Fallenlassen) einem Fassbaukessel mehr zusetzen kann, als einem Schichtkessel. Dafür ist eine Reparatur aber auch einfacher als bei einem Schichtkessel.


    Ich hatte auch vor paar Jahren Risse in meinen Fassbaukesseln (24er Bassdrum und 12er Tom). Die waren aber definitiv auf unsachgemäße Behandlung durch den Vorbesitzer zurückzuführen. Habe ich von besagtem Fassbaukesselbauer reparieren lassen. Weil 2. Hand und erst später entdeckt konnte ich nicht mehr reklamieren. Der Kesselhersteller hat besagten Stellen ein wenig ausseinandergenommen, mit Spritze Leim reingespritzt und gut. Sitzt bombenfest. Wenn man nicht nah rangeht, erkennt man die Bruchstelle garnicht mehr.
    Als ich letztes Jahr an an einem anderen Tom ebenfalls einen Riss bemerkt habe ich mir gesagt: was der Trommelbauer kann, kann ich auch: Kessel von Hardware entfernt, mit Spritze und Leim den Riss vollgempampt und gut. Sieht natürlich nicht so professionell wie vom Profi aus, aber hält seit dem bombenfest. Auch Tischler bestätigen mir, insofern kein allzu großer Druck auf die Klebestelle fällt, hält das auch ewig.


    Da es sich bei dir ja anscheinend (so richtig lese ich es nicht raus) um einen Neukauf handelt, warte mal die Antwort des Verkäufers ab...

  • Es ist eindeutig ein Riß.


    Und die Fortsetzung des Risses (man schaue mal genau auf den Rißverlauf oberhalb der Schraube) weist doch recht deutlich auf einen wie auch immer gearteten Zusammenhang mit der Schraube und dem Riß hin.
    Sowas ist in aller Regel kein Zufall und ein Kollege hier hat punktgenau das beschrieben was ich auch u.a. vage vermute ("Spaltkeil").


    Natürlich kann so etwas dramatisch verstärkt/provoziert sein durch suboptimale Materialeigenschaften des Holzes (Herkunft/Selektionsgüte/Qualität, Verarbeitung, Lagerung etc.).


    Btw. was ist das Überhaupt für eine Holzsorte?


    Sorry, wenn das jetzt bei hastigem Überfliegen meines Posts zunächst nicht sehr konstruktiv klingt - aber ich denke aus solchen Geschichten lernen andere bzw. entgehen vielleicht derartigen unschönenen Erfahrungen, inbesondere wenn man noch ein paar Randdetails anspricht bzw. beleuchtet:
    Eine Snare für 1000 Euro? Dafür bekommt man nahezu das beste was der Markt bietet. Der Thread und Preis liest sich so als sei da ein individuelles handgemachtes Wunschinstrument geordert worden aber mit unschöner Abhebung. Bei so einer Summe würde ich von vornherein eine tolle Abhebung unterstellen oder als Individueall-Wunsch bestellen, damit das Instrument dem Kaufpreis irgendwie entspricht.


    Ich meine es nicht böse, aber vermute sehr, dass hier einiges, mehreres eher suboptimal gelaufen ist... und in der Summe zum Ergebnis beigetragenh hat.


    Edii: Only Rechtschreibung sonst nichts

  • Das Holz ist Snakewood. Die Abhebung hab ich nicht getauscht, weil ich mit der Trick nicht klar kam, sondern an einer anderen Snare die ND hatte und mal schauen wollte, ob die sich problemlos tauschen lassen (Lochabstand war identisch und eigentlich will ich die ND gegen eine Trick tauschen und hab ich mal den Gegentest gemacht). Zur Klarstellung: ich verwende übrigens zwei Metallunterlagen unter der Schraube, von daher kann sich da gar nichts irgendwo reinbohren/aufspalten.

  • Und doch es ist ein Neukauf. Hab mit dem Herstellertelefoniert, ich schick die Snare morgen hoch und der Schaden wird umgehen behoben.

    2 Mal editiert, zuletzt von Vintage_Drummer ()

  • Es sind natürlich alles Vermutungen. Genaues wissen wir - und du - natürlich erst, wenn der Macher/Händler das Gerät beäugt hat.
    Schön und zu hoffen wäre es, wenn der Fehler behoben wird und du keinen Schaden dadurch trägst.
    Ich bin gespannt.

    Die Wahrheit gleicht einem nassen Handtuch. Dir selbst nützt sie nichts, aber du kannst sie jemand anderem um den Kopf schlagen.

  • Hallo


    Ich möchte mich auch mal kurz zu Wort melden und ein paar dinge klären.


    1. Diese Trommel wurde nicht auf wunsch des Kunden Hergestellt,Und ist daher nicht mit den Komponenten


    ausgestattet die der Kunde haben wollte.


    2. Diese Trommel stand in einem renommierten Fachgeschäft in der nahe von Frankfurt.


    3: Sie verließ meine Werkstatt in einwandfreiem Zustand. Eventuelle Risse oder sonstige beschädigungen


    sonstiger Art wären mir bei der Entmontage aufgefallen.


    4.Versteht sich von selbst das ich einen Minderwertigen Kessel weder verarbeitet noch verkauft hätte.


    5.Die Trommel ist seit Nov. letzten Jahres in dem besagten Laden zum Ausprobieren ausgestellt.


    Was da in der zwischenzeit passiert sein könnte(nicht müsste),darauf habe ich keinen einfluss.


    6.Natürlich ist es selbstverständlich das ich diesen Kessel Kostenfrei repariere.


    Natürlich ist es ärgerlich wenn man sich eine Trommel in dieser Preiskategorie kauft das sowas passiert.


    7.Natürlich ist Holz ein Naturprodukt.Da könnten auch Jahre später eventuell noch Risse entstehen.


    8.Meine Theorie wäre ,das die Trommel irgendwann mal Heruntergefallen ist( nicht beim jetzigen Besitzer)


    wahrscheinlich genau aufs Buttend,da ja der Riss genau an der stelle ist.


    Ich hoffe ich habe einige Fragen die hier herumgeistern geklärt,und die Negativwerbung ein bisschen


    Abgeschwächt.


    Wer mich und meine Instrumente kennt weiß das ich immer und zur jederzeit versuche


    110%ige Arbeit abzuliefern.



    LG Holger



    HM Customdrums

    Schlagzeugbauer

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