DIY - Schlagzeugkabine im Proberaum

  • Haaallo zusammen :-)


    Und zwar habe ich vor gegen Ende 2014 / Anfang 2015 bei uns im Proberaum eine kleine Schlagzeug Kabine zu bauen.


    Zunächst hatte über überlegt eine Acrylglas Lösung zu bauen, heißt ich hätte mir 2 große Acrylglasplatten geholt und diese mit einer Art Ständerwerk vor mein Schlagzeug aufgestellt. Hatte dazu eine lokale Acrylglas Firma kontaktiert, diese haben mir folgendes Angebot gemacht:


    1 x Acrylglasscheibe 2,5 m x 2 m farblos - 379 Euro
    1 x Acrylglasscheibe 2m x 2m farblos - 168 Euro


    Wäre ja schon mal ein amtlicher Raum zu einem eigentlich ganz guten Preis gewesen, wenn ich mal die Preise mit denen von den schon fertigen Drum Shields vergleiche.



    Allerdings ist mir das als Student immer noch zu teuer.. Nun hatte ich überlegt eine Kabine aus Holz zu bauen, heißt aus Holzbalken ein Grundgerüst bauen, welches ich mit Winkeln im Boden, an der Decke und der Wand verschraube, darauf OCB Platten verschrauben und von innen mit Noppenschaum bekleben (Haben da noch nen ganzen Stapel von ungenutzt im Raum liegen, wären also keine Extrakosten). Damit ich rausschauen kann, würde ich mir im Bauhaus so eine Acrylglas Scheibe von 1,5m x 0,5m holen, die kostet so 20 Euro meine ich.


    Von den Materialkosten wäre ich damit deutlich unter der Acrylglas Lösung, doch ich weiß nicht ob es für einen Proberaum die optimale Lösung ist.


    Denn 1. habe ich dann nur ein kleines Fenster um mit den anderen Blickkontakt zu halten, 2. weiß ich nicht ob ich dann noch genug Sound in die Kabine bekomme um die anderen zu hören und umgekehrt weiß ich nicht ob der Sound vom Schlagzeug noch definiert zu den anderen nach draußen kommt, oder obs dann klingt wie aus ner Blecktrommel.



    Hat von euch vielleicht jemand Erfahrungen damit gesammelt. Oder habt ihr vielleicht sogar noch eine Alternativlösung?



    Freue mich von euch zu hören :-) Werde mein Projekt dann auf jeden Fall auch dokumentieren und hier posten.



    LG Arsonil

  • Oh, MIST, sorry :D Hatte eigentlich schon geantwortet, sehe aber jetzt erst, dass es wohl nicht gepostet hatte. Hier also noch mal:


    HAHA, meine natürlich OSB Platten, hatte sogar noch extra gegoogled, wie die Platten nun hießen und es doch vermasselt :D Auf jeden Fall diese Grobspanplatten.



    Also, das Problem ist nicht, dass wir jemanden stören, wir dürfen so laut sein, wie wir wollen, aber je lauter das Drumset, desto schlechter die Kontrolle über den Gesamtsound. Möchten einen möglichst sauberen Proberaum Sound erreichen, doch das gelingt uns noch nicht ganz. Es hört sich zwar jeder gut, der Sound drückt auch, aber es matscht dann doch schon, wenn alles zusammen kommt.


    Nun war ich bei einer Band im Raum, die ihr Schlagzeug hinter einem Drumshield stehen hatten. Das Set war so nach Außen hin nicht mehr ganz so laut und die Gitarren und Gesang konnten schön in den Gesamtsound eingebunden werden, ohne dass alles einfach nur Laut ist.



    Suche jetzt nach einer Möglichkeit einen ähnlichen Effekt hin zu bekommen. Da ist mir die Idee gekommen so eine Kabine zu bauen. Die Kabine könnte man ja dann z.B. auch gut für Aufnahmen nutzen.


    Weiß halt nur nicht, ob so eine Kabine den Sound nach Außen ZU krass beeinflusst und es sich einfach nicht mehr schön anhört. Deshalb frage ich hier nach Rat. Auch auf die Gefahr hin, dass man sich nun lustig drüber macht, weiß es halt nicht besser :-)

  • Nun war ich bei einer Band im Raum, die ihr Schlagzeug hinter einem Drumshield stehen hatten.


    Hast du denn den Keulenschwinger der Band mal gefragt, was er wie verbaut und wo gekauft hat?

    Aber ich möchte fliegen.
    Ganz weit oben, überm Meer.
    Und dann seh' ich all die Scheiße,
    all die Scheiße hier unten gar nicht mehr.

  • Ein gebrauchtes E-Drumset steht nicht zur Option? Da bekommt man denke ich für 600+ auch etwas ordentliches.
    Ihr macht doch Death Metal, da wird ohnehin getriggert und grenzenlos programmiert. Hierfür passt ein E-Drumset doch wunderbar.


    Edit: Bedenke auch, dass du dir bei der Acrylwand-Option womöglich einen Monitorsystem einrichten musst, um deine Band noch zu hören. Dat wird teuer ;)

  • Hallo,


    wenn ich es richtig sehe, ist die Problematik ja der Gesamtklang.


    Ich würde da den Fehler eher im Raum suchen, also zunächst mal
    diesen akustisch optimieren.


    Ein Schlagzeug in einer Kiste klingt immer komisch. Für Aufnahmen
    würde ich das auch eher als exotisch betrachten, wobei es da
    sehr stark darauf ankommt, welchen der tausend möglichen Sounds
    man haben möchte, da gibt es ja die lustigsten Plattenaufnahmen.


    Als Trennwand kann man sich auch einen Holzrahmen machen und
    mit Stoff bespannen bzw mit einem größeren Rahmen (Kasten) dann
    mit Wolle ausfüllen. Da sieht man halt nix mehr, deshalb nimmt man
    auf Bühnen Plexiglas, dort wird das Set aber auch abgenommen und
    der Klang nachgeregelt ...


    ich habe einmal es erlebt, dass ein Schlagzeug im Kühlraum eines
    Blumenladens stand, mit großem Fenster, alles abgenommen, Kommunikation
    über Mikrofon/Kopfhörer. Das war dann aber wohl doch eher wegen
    der Nachbarn. Na ja, es ist lange her.


    Noch mal zum Raum: ich habe schon extrem trockene (tot klingende) und
    furchtbar knallige Räume erlebt. Das hängt mit der Größe, aber auch der
    Inneneinrichtung zusammen. Da kann man viel machen und trocken machen
    geht immer gut mit Stoff (Teppich, Vorhänge). Das ist dann zwar akustisch
    vielleicht auch nicht optimal, aber man versteht dann die anderen besser.


    Grüße
    Jürgen

  • Sogenannte "Bassfallen" können ebenfalls zur Optimierung des Raumklangs beitragen. Ich dächte ich habe hier mal eine bauanleitung gesehen. Onkel Google sollte dazu aber Infos haben.

    Aber ich möchte fliegen.
    Ganz weit oben, überm Meer.
    Und dann seh' ich all die Scheiße,
    all die Scheiße hier unten gar nicht mehr.

  • Okay, cool! Das klingt doch schon mal nach etwas :-)


    Ich werde mich auf jeden Fall mal weiter informieren. Vielleicht gibt's ja hier noch mehr Leute, die Erfahrungen mit einem matschigem Proberaum Sound haben und eine Lösung für sich gefunden haben.


    Monitoring hatten wir eh schon überlegt, würden dann unsere PA abgeben und anstatt dessen 3-4 Monitorboxen im Raum verteilen. Wobei 2 evtl. auch schon reichen würden, dann könnten die Jungs vor dem Drumset die Monitorboxen so hinstellen, dass jeder sich gut hört und ich spiele ja ohnehin mit InEar.


    Mikrofonierung vom Drumset wäre kein Problem, habe ein Drum Mikro Set von Shure.

  • Das Problem sind für gewöhnlich stehende Wellen/Resonanzen im Raum. Besonders kräftig natürlich zwischen parallelen Wänden. Da die meisten Räume aus rechten Winkeln bestehen, gibt es entsprechend viele Probleme damit. Besonders in den eher tieferen Frequenzbereichen. Daher bringt auch Teppich oder ein Vorhang nur wenig Verbesserung. Die wirken sich nämlich eher auf die höheren Frequenzen aus.


    Es gibt zwei Strategien, wie man dem Herr werden kann:
    1. Die bösen Resonanzwellen einfach mit einem geeigneten Material absorbieren.
    Es gibt im Netz zahlreiche Anleitungen für Absorber, die man auch mit kleinem Geld bauen kann. Daumenregel: je größer desto tiefer die geschluckten Frequenzen. Besonders effektiv (vor allem vom Preis-/Leistungsverhältnis) ist, die Raumecken mit Glaswolle zu füllen. Mit einem schönen Stoff drüber, sieht es sogar ganz ansehnlich aus. Der Nachteil von Absorption ist, dass der Nachhall im Raum kürzer wird. Für Drums kann das ok sein, muss aber nicht. Es klingt dann eben weniger nach "Raum".
    Sehr eindrucksvoll hört man das in diesem Video: https://www.youtube.com/watch?v=cp56A6TcL1E


    2. Den Schall im Raum besser verteilen.
    Statt die Energie durch Absorption aus dem Raum zu entfernen, kann man auch dafür sorgen, dass die Wände nicht parallel zueinander stehen und man kann spezielle Diffusor-Akustik-Elemente benutzen. Das macht den Raum nicht so tot und hilft gleichzeitig, die Instrumente im Raum besser zu orten.
    Erklärung z.B. hier: https://www.youtube.com/watch?v=_vGX2Vfzr1Q


    Am praktikabelsten ist eine Mischung aus beiden. BTW je größer der Raum, desto kleiner die Probleme mit stehenden Wellen. Das letzte was mir einfiele, wäre künstlich um das Schlagzeug einen noch kleineren Raum zu schaffen.


    Mein eigener Raum ist zwar noch alles andere als perfekt, aber mir klingt noch im Ohr, wie jemand nach dem Umbau zu mir sagte, "jetzt hör ich ja auf einmal alle Spielfehler"...

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