Fragen zum Selbstbau (Teil 2)

  • Moin,


    nachdem ich sogar nach Elefantenmassstaeben schon lange nicht mehr schwanger gehen sollte -- alter thread siehe hier wird das ganze mal wieder etwas konkreter. Aber ein paar Fragen habe ich immer noch. Ungeordnet natuerlich.


    Gaenzlich unbedarft bin ich mittlerweile auch nicht mehr. Ich habe ein paar Uebepads ausprobiert und besitze je eins vom Typ Gummi auf Holz (Meinl) als auch mit Mesh Head (mit Computer, RMP-3/8 Zoll). Zwischenfazit: Mesh tut weniger weh auf Dauer, Gummi hoert sich praeziser an. Und: wie lange muss man eigentlich suchen, bis man ein paar Sticks findet, die wirklich gleich klingen....?


    Nach ein paar Teststuecken, bzw. Arbeitsproben werde ich die Trommeln komplett selber bauen: Kessel (kompatibel zu Kauf-Fellen), Spannreifen, Grundplatte/Unterbau/Halteplatte, Trigger, Elektronik, Felle. Fuer die meisten Punkte habe ich schon den ersten Prototyp fertig; bei ein paar Punkten sind noch Fragen da. Also:


    1) Felle: zwei - drei - vierlagig... haengt sehr stark vom Material ab. Ich nehme jetzt das guenstigste Fliegengittermaterial, dass funktioniert am besten. Ich wollte als "Formteil" allerdings keinen Holzreifen mehr verwenden, sondern aus Kupferrohr biegen. Alurohr ist zu wabbelig. Frage: wie stoepsel ich die beiden Enden vom Kupferrohr zusammen, bzw. wie mach ich die aneinander fest? Muffen von aussen finde ich irgendwie unelegant.


    2) Kesseldicke/Kesselhoehe: Biegesperrholz funktionert am besten fuer 6 Zoll Trommeln, bei 8 Zoll ist's immer noch besser. Aber wie dick soll der Kessel eigentlich sein? Anders gesagt: der Schwierigkeitsgrad der Gratung -- oder der sauberen Anbringung ist deutlich hoeher bei zu duenner Wand. Stichwort: Huuuuiiiii, ein tieffliegender Kessel... Und bei der Hoehe des Kessels habe ich die deutliche Praeferenz zu so gering wie moeglich -- aber was sollte/kann die minimale Hoehe fuer Meshheads sein?


    3) mit der allgemeinen Elektronik habe ich noch sehr viele offene Fragen. Es laeuft wohl auf die rechnerbasierte Klangerzeugung hinaus. Auch ohne Trommel-Akustiker zu sein, alle Module, die ich bislang gehoert habe gefallen mir einfach nicht. Die Softwareseite wird wohl auch noch eine Weile dauern. Vom Signalweg tendiere ich momentan zur Digitalisierung des Piezosignals so nah wie moeglich an der Quelle; womit die ueblichenTrigger2Midi Loesungen wahrscheinlich wegfallen -- so richtig habe ich da wohl noch einiges nicht verstanden.


    So nebenbei: gibt es eigentlich noch Interesse an Bau-threads, d.h. der Wegbeschreibung, wie etwas entsteht?


    gruesse in die Runde,
    Christoph

  • Hi Christoph,
    Elektronik ist nicht meins, wenn du allerdings konkrete Fragen zum Kesselbau hast kann ich dir gerne helfen.
    Überlege dir aber, ob der Selbstbau der Kessel einen Vorteil hat wenn es ein E-Set werden soll.
    Die Beschlagteile laufen schon ordentlich ins Geld und besser klingen tut es ja auch nicht (bei E-Set).
    Ansonsten alle Kessel 1/8" unter Nennmaß anfertigen, dann passen auch die Böckchen.
    Gruß
    Bruzzi

    Der höchste Lohn für unsere Bemühungen ist nicht das, was wir dafür bekommen, sondern das, was wir dadurch werden.

  • ich weiss auch nicht ob es sich lohnt bei einem E-Drum die Kessel selbst zu bauen... wieso kaufst du nicht n billiges Set und möbelst das dann auf? Wenn die Sounds eh vom Computer kommen? wichtiger wäre mir der Reboundeffekt bei Mesh`s richtig einzustellen, also lieber "real feel" Felle nehmen als einlagige Mesh`s, richtige Triggerwahl und Beckenwahl...

    Pearl Vision VSX Champagne Sparkle,
    Paiste Rude, Paiste 2002, Zultan Rockbeat
    Roland TD4, Roland TD12, Superior Drummer 2.0


    A Minor Place

  • Ich beantworte mal eine Frage, die du gar nicht gestellt hast :) :

    Zwischenfazit: Mesh tut weniger weh auf Dauer, Gummi hoert sich praeziser an.

    Ich benutze für's E-Set nur noch Zildjian Anti Vibe Sticks.
    Insbesondere auf Gummi machen die sich unglaublich gut, sind für mich ihr Geld absolut wert (auch wenn ich mich nicht an diesen hohen Preis erinnern kann...).

    "Just beat the devil out of it." - Bob Ross

  • So nebenbei: gibt es eigentlich noch Interesse an Bau-threads, d.h. der Wegbeschreibung, wie etwas entsteht?


    Hey Christoph, Interesse gibt es mit Sicherheit. Also scheu Dich nicht, Deine Arbeit zu dokumentieren und vor allem auch auf Fotos festzuhalten. Mein Set ist ebenso entstanden und es hat mega Spaß gemacht und macht es immer noch.....


    Besonderes Augenmerk würde ich auf den Bau einer "ordentlichen" Snare-Drum legen. Hier kommt es ganz besonders auf gute Verarbeitung und optimales Triggerverhalten an. Ich persönlich sehe eine Snare-Drum auch im E-Drum-Bereich immer so ein wenig als "Aushängeschild" des gesamten Sets an......hier mal ein kleiner "Anreiz" (vielleicht klärt es ja die eine oder andere Frage)


    Wünsche Dir auf jeden Fall viel Spaß und vor allem viel Erfolg beim Bauen.


    Gruss
    Andreas

    Mein Gerümpel.....[url='http://www.drummerforum.de/forum/76015-blutiger-anfänger-stellt-sich-vor-ahu-und-sein-gerümpel/thread2.html#post1208696']klick !!!

  • Bau-Threads sind hier immer gerne gesehen.


    Wenn etwas gut läuft ist das toll.
    Selbst wenn etwas schlecht ausgeht, lernen alle daraus. Macht allso mindestens genauso viel Sinn, auch mal suboptimale Bauschritte/Ergebnisse zu posten.


    Somit keine Scheu, egal was passiert. :D

  • Hi Christoph


    Wie Bruzzi schon schrieb: Der Selbstbau von Kessel mit Beschlagteilen ist nicht billig und bringt bei einem E-Set für den grossen Preisunterschied nur die völlige Freiheit bezüglich Optik. Billige Toms / Secondhand-Sets passend zu verschneiden ist wesentlich günstiger.


    Falls du komplett auf gekaufte Beschlagteile verzichten möchtest und keine A-Drum-Optik benötigst, gibt es aber ein möglicher DIY-Aufbau eines Pads. Das erste angehängte Bild zeigt ein (über-professionelles Sketchup :P ) 3D-Design, das zweite eine Bleistiftskizze des "Böckchen-Ersatzes" und das dritte eines dieser Pads mit einem echten Fell probemontiert. Das Letzte zeigt das "Endprodukt" mit einem extra heavy-duty Meshhead, welches aus einer Lage Gitterplachengewebe besteht; durch die Masse hat dieses sehr wenig Rebound und selbst bei hoher Spannung eine tiefe Grundschwingung -> da ist nix mit Tennisschlägerrebound.


    Explizit zu deinen Fragen:
    Kupferrohr zusammen halten -> (Hart)Löten, Schweissen?
    Kesseldicke -> dick genug, dass stabil; bei A-Drums liegt die Kesseldicke von Holzkesseln wohl meist im Bereich 4mm-20mm, oder?
    Kesselhöhe -> grundsätzlich egal, ich würde aber sicher einen Spannraum (Kesseloberkante bis "Böckchenoberkante") von 3cm nicht unterschreiten...


    Die dritte Frage ist mit zu offen. Suchst du noch Alternativen zu Modul/Trigger-to-Midi-Interfaces? Möchtest du jedem Pad einen Mikrocontroller spendieren der digitalisiert und auswertet? Oder die Piezosignale per Audio-Interface erst im Computerauswerten?


    Eine Frage, die ich mir noch stelle: Was hast du bezüglich Becken vor?


    Einen Baubericht lese ich immer gerne...
    ...Viel Spass, LG SlotH

    Ich bin ein Folivora :?:

  • Ich nehme jetzt das guenstigste Fliegengittermaterial
    aus Kupferrohr biegen. Alurohr ist zu wabbelig
    Biegesperrholz funktionert am besten fuer 6 Zoll Trommeln
    der Schwierigkeitsgrad der Gratung
    Vom Signalweg tendiere ich momentan zur Digitalisierung des Piezosignals so nah wie moeglich an der Quelle

    Du baust Meshheads aus Fliegengitter, hast ne Rohrbiegemaschine mit der du 6" Ringe aus Kupferrohr biegst und fragst wie man das verschliesst.
    Baust runde stabile Kessel aus Biegesperrholz!?
    Du willst am Piezo dessen Signal aus welchen Gründen digitalisieren?


    so richtig habe ich da wohl noch einiges nicht verstanden.

    ja in der Tat! ;)

    don´t panic

  • Moin,


    das sind ja ganz schoen viele Anregungen in so kurzer Zeit! Danke.


    Also: ich bin immer noch kein Drummer. Akustiksets sind weder meine Heimat, noch meine Baustelle. Also habe ich einfach mal angefangen zu probieren und testen, was eigentlich das Minimalziel ist. Der Eigenklang des Aufbaus ist auf Null zu reduzieren. Wenn ich an einem akustischen Set sitze, dann bin ich immer irritiert, wie weit die Wege sind. Warum muessen Trommeln so gross sein? Warum so weit auseinander? Ausgehend davon habe ich herumgespielt und habe mein Optimum bei 6 Zoll fuer "ich will einfach nur treffen" gefunden und bei 8 Zoll (siehe mein "gutes" Uebepad, Roland RMP-3), wenn ich "sensibler" spielen moechte. Auch fuer's Triggering finde ich je kleiner, desto einfacher.


    Demnach haette ich die Gegenfrage: wozu ist eine 13" Snare gut? Warum reichen nicht 8" (oder 10")? Die Frage ist ernst gemeint, wenn's eh digitalisiert wird, warum nicht kleiner/simpler/einfacher?


    Ach ja, warum Kessel selbst bauen.
    Antwort eins: ich habe mal eine abgerockte Trommel gekauft (10 Zoll). Das Holz war nicht gut und auch noch schlecht verarbeitet und hatte jede Menge Loecher. Das Runtersaegen auf passende Breite, Nachschleifen, Gratung erneuern fand ich ziemlich nervig und letztlich ziemlich unbefriedigend.
    Antwort zwei: ich habe vermutlich ein voellig anderes Design im Kopf als der typische Trommler. Reine Pads finde ich aus mehreren Gruenden nicht ansprechend. Deshalb Felle. Aber wenn ich mir mein RMP angucke, dann ist das eigentlich eine perfekte Reduktion des Designs. Eckig scheidet aus wg. Schwingungsverhalten vom Fell, also rund. Ich habe Metallrohrabschnitte (Lueftungsrohr) probiert -- geht nicht, zu duennwandig. Ich habe KG-Abflussrohre probiert -- geht nicht gut, auch zu duenn. Ausserdem sind beide nicht in "Standardgroessen" fuer kommerzielle Felle zu finden. Und nun? Selbstbau ist nicht so schwer. Normales Sperrholz ist zu starr, bricht zu leicht und ist meist auch minderwertig. Weniger Frust gibt es mit Biegesperrholz. Rund-Rohling passender[*] Dicke fraesen, Lagen aufleimen, Spannnen, Trocknen, Schleifen, Gratung fraesen, Schleifen, Schleifen. Die Hoehe des Kessels setze ich momentan mit 50mm an.
    Antwort Teil 3: Hardware besteht bei meinem Design aus Einschlaggewinden in der Grundplatte und gefuehrten Gewindeschrauben im Spannring (gefuehrt durch Huelsen, never put moving metal on wood).


    Eine ziemlich grosse Frage ist immer noch die HiHat. Finde ich so ziemlich das coolste Teil am Schlagzeug, und das so hinzukriegen, wie ich's mir vorstelle -- keine Ahnung bislang wie das klappen soll. Naja, ich bau das ganze erstmal Stueck fuer Stueck. Jede Menge Designfragen sind noch zu klaeren.


    Cheers,
    Christoph

  • Moin,


    direkt zwei Antworten auf einmal, die ich uebersehen habe.


    SlotH: Sehr coole Bilder; nicht nur wegen SketchUp. Mein Design ist einigermassen aehnlich -- allerdings habe ich keine feste Verbindung zwischen Kessel und Grundplatte und ich nehme Multiplex fuer den Spannring und die Grundplatte.


    Beeble: ich spuere eine gewisse Ironie/Unglaeubigkeit in Deiner Antwort. Meine Umsetzung ist nicht final und ich habe meine Gedanken und Ergebnisse der Prototypen geschildert. Bitte hilf mir doch weiter, wenn ich so falsch liege.
    - Meshheads aus Fliegengitter -- ja. Hast Du eine bessere Idee? Netzstoff aus dem Stoffeladen reisst zu schnell. Und nicht jedes Fliegengitter funktioniert gleich gut. Anyhow, ich moechte es ja eigentlich auch kompatibel zu kaeuflich erwerbbaren Fellen bauen, damit ich dieses Teil austauschen kann.
    - Ich habe keine Kupferrohrbiegemaschine (und auch kein Hart/Weichloetgeraet btw.), es war eine Frage. Ich hatte noch Reste eines kunststoffumantelten Alurohrs, was man sehr einfach mit der Hand biegen kann. Mittels einer Schablone war es kein Problem das auf das passende Mass zu biegen. Biegt sich Kupferrohr soviel schwerer? Und wenn ich ein Rohr konstanten Durchmessers habe, dann wird loeten auch ziemlich challenging, da ja nur die Stirnflaechen zur Verfuegung stehen. Deshalb meine Frage.
    - stabile Kessel aus Biegesperrholz. Ja, wieso? Eine traditionelle Trommel kann man daraus nicht bauen, aber warum sollte ich? Der Kessel muss doch nur stabil genug sein dem Zug des Spannreifens zu widerstehen, oder taeusche ich mich?
    - Piezo Signal digitalisieren: wieder eine Frage von meiner Seite aus. Warum nicht? Ich fasse mal mein Bild kurz zusammen: Das Trommeln erzeugt einen sehr kurzen Spannungsimpuls durch Verformung des Piezoelements. Strom fliesst ploetzlich. Die Lenzsche Regel besagt, dass dies einen der Ursache entgegengerichtete Spannung ausloest, die proportional zur Induktivitaet des Systems ist. Kabel hat Induktivitaet und Kapazitaet, je nach Kabellaenge. Wird schnell zu einem etwas aufwendigeren System mit Wellenwiderstand und eigenen Schwingungseigenschaften. Packe ich den Digitalisierer fix an den Piezo muss ich exakt einmal alles kalibrieren und kann danach das digitale Signal weiterverarbeiten. In meinen Einheiten, in meiner Aufloesung. Nahezu unabhaengig von Kabellaenge, Umbauten, Steckverbindung,...


    Anyhow. Der mechanische Aufbau steht zur Zeit im Vordergrund. Und sonst -- habe ich ins falsche SubForum gepostet? Besser bei DIY?


    Gruesse,
    Christoph

  • Mein Design ist einigermassen aehnlich -- allerdings habe ich keine feste Verbindung zwischen Kessel und Grundplatte und ich nehme Multiplex fuer den Spannring und die Grundplatte.

    Tatsächlich hatte ich Mini-Kessel und Grundplatte nicht verbunden! Die Tischlerplatten für Spannring und Grundplatte waren eine klare Fehlwahl... gewisse Spannringe haben nicht überlebt ;( R.I.P. (rest in pieces)


    - Meshheads aus Fliegengitter -- ja. Hast Du eine bessere Idee? Netzstoff aus dem Stoffeladen reisst zu schnell. Und nicht jedes Fliegengitter funktioniert gleich gut.

    Meine momentane Empfehlung wäre ein PET-Meshgewebe wie in Filteranwendungen gebraucht wird (Dicke der Fäden anhand gewünschter Masse und Offenheitsgrad ausgewählt), die Beschaffung könnte aber recht schwierig (oder teuer) werden...


    Der Eigenklang des Aufbaus ist auf Null zu reduzieren.

    Das wird vielleicht etwas schwierig ... 8)


    Wenn ich an einem akustischen Set sitze, dann bin ich immer irritiert, wie weit die Wege sind. Warum muessen Trommeln so gross sein? Warum so weit auseinander? [...]
    Demnach haette ich die Gegenfrage: wozu ist eine 13" Snare gut? Warum reichen nicht 8" (oder 10")? Die Frage ist ernst gemeint, wenn's eh digitalisiert wird, warum nicht kleiner/simpler/einfacher?

    Ich treffe grosse Sachen einfacher! :D Bei A-Drums ist klar, dass man die physikalische Grösse benötigt. 14" Tom zu 8" Tom ist wie Viola zu Violine... Ein E-Drum ist für viele entweder eine leiser Ersatz eines A-Drums oder ein Interface für elektronische Klangerzeuger für Schlagzeuger in einer ihnen gewohnten Formen; deswegen möchten sie ähnliche/gleiche Dimensionen wie beim akustischen Instrument. (Vergleich: E-Pianos/Synthesizer haben oft gleich breite Tasten wie Klaviere [man gewöhnt sich halt an diese Tastenbreite...]). Als Alternative gibt es jeweils noch die Hexa-/Octa-Pads und die Samplepads, sowie DrumKAT (theoretisch auch MandalaDrum mit 'harten' Zonen konfiguriert)... bei diesen wurde noch weiter 'vereinfacht' (Fell zu kompliziert, mehrere physikalischen Komponenten zu kompliziert).
    Schlussfazit: Jeder soll 'seine Grössen' wählen. De gustibus non est disputandum und dies ist damit hier für mich erledigt.


    Zum Schluss noch ein paar Links:
    integrierte Triggerelektronik 1, integrierte Triggerelektronik 2 (Cortex Mikrocontroller in Markdrum Pads);
    Flexible Wood Shell


    Edit fügt wegen Hihat (& Becken) noch an:
    Über jede elektronische Hihat über die ich Bescheid weiss, kann ich mit Sicherheit sagen, dass sie nicht alle meiner Spielweisen beim Triggern auseinanderhalten kann! (Von stufenlosen Übergängen mal ganz zu schweigen.) Auch auf Rides reite ich gerne je schneller das Tempo umso näher zur Glocke hin etc. Für mich ist die Hihat klar das Aushängeschild, dann die Ride(s) und dann erst die Snare. [Ich bin froh, habe ich elektromechanische Becken...]

    Ich bin ein Folivora :?:

    Einmal editiert, zuletzt von SlotH ()

  • Hi,
    so langsam raffe auch um was es geht.
    Das klingt doch bisher alles ganz gut, die CAD-Zeichnung find ich richtig klasse!
    Tischlerplatten sind aber kacke für sowas, Multiplex wären natürlich besser gewesen, ja, ja hinterher....

    Wenn du 8" als deine optimale Kesselgröße (und so flach wie möglich) schon festgelegt hast...
    ...kauf dir doch einfach ne Kellerröhre in 8" und schneide/fräse dir daraus deine Kesselabschnitte.... ?( ... :whistling:


    ...sagt dir einer, der die Kessel, nur alleine der Herausforderung wegen, auch selber machen würde ;)
    Also ich bin sehr gespannt, wie das mit dem Biegesperrholz klappt und drücke dir beide Daumen.


    Ich hätte mal eine Frage in die Runde:
    Wie egal ist denn bei E-Drums eigentlich eine gute Stimmbarkeit?
    Ist das nur um einen Rebound zu erzeugen oder wirkt sich das auch auf den Sound bzw. das Triggerverhalten aus?
    Sehr Cooles Projekt! :thumbup:
    Gruß
    Bruzzi

    Der höchste Lohn für unsere Bemühungen ist nicht das, was wir dafür bekommen, sondern das, was wir dadurch werden.

  • Beeble: ich spuere eine gewisse Ironie/Unglaeubigkeit in Deiner Antwort.

    Ja, da hast du Recht. Ich war mir nicht sicher ob dein Posting ernst gemeint war. Jetzt wo du dich hier augenscheinlich weiter mit deinem Thema beschäftigst glaube ich das du wirklich vor hast ein elektronisches Schlagzeug zu bauen.
    Auch beim mehrmaligen lesen sind mir jedoch deine Beweggründe immer noch nicht klar.
    Willst du sowas bauen weil es geht, oder meinst du damit preiswert ein besseres Ergebniss zu erzielen als mit Fertigprodukten?


    Zu einigen Punkten deines Vorhabens bei denen ich weiß wie es geht und wie nicht will ich mal schreiben:


    -zum selbstgebastelten Fell
    ein einlagiges Meshhead in 8" ist ab 8 Euro zu bekommen. Das ist rund und fest und gleichmäßig mit dem Ring verquetscht/verklebt.
    ein Kupferrohr mit einem für diesen Radius brauchbaren Durchmesser von vielleicht 5mm und einer Wandung von 0,5mm lässt sich ohne Biegevorrichtung nicht zu einem Kreis formen.
    Mit der Hand lässt sich kein Metall rund biegen, da das Material gestreckt werden muss um rund zu werden, das geht nur so.
    Ich würde auch Stahl(ST37) bevorzugen, da es preiswerter, stabiler und zum biegen geeignet ist.
    Ich weiss nicht wie du dann auch noch ein Fliegengitter homogen an diesem Ring befestigen willst so das es die sehr hohen Kräfte beim spannen aushält.


    -selbstgebastelte "Kessel"
    Biegesperrholz ist dafür ungeeignet. Du willst ja auch keine Kessel bauen sondern nur einen Ring der das Fell und die Böckchen aufnimmt.
    Mit Biegesperrholz von vielleicht 10mm wirst du es vielleicht schaffen einen 8" Ring zu biegen, dieser wird aber nicht steif genug sein um die Kräfte der Stimmschrauben aufzunehmen ohne sich zu verwinden. Selbst bei 2-3 Lagen nicht. Um mehrere Lagen aufzubringen brauchst du ja auch eine Presse bzw eine Form um die du die Lagen zum verleimen spannen kannst.
    Ein nagelneus 8" Tom bekommt man ab ca 24 Euro. Wenn man das in der Mitte durchsägt hat man 2 Toms mit Böckchen und Ringen für 12 Euro/Stück.
    Wenn ich eins bauen wollte würde ich Stahl nehmen und mir einige Ringe beim Sprengler/Karosseriebauer/Schlosser biegen lassen.
    Bedenke, der Ring dient, wie du ja schon sagtest, einzig dazu das Fell zu spannen, er braucht keine Gratung und muss auch nicht irgendwie klingen.


    -das elektrische :)
    Also..die Lenzsche Regel hat damit gar nix zu tun. Es geht nicht um elektromagnetische Induktion. Strom fließt da auch nicht plötzlich, der Strom ist sowas von gering und der Interessiert auch gar nicht.
    Es geht um die Spannung die von dem Piezo induziert wird und die wir abgreifen müssen um diese mittels eines Analog/Digitalwandlers zur weiteren Verarbeitung aufzuarbeiten.
    Das macht zb. sehr gut und sehr preiswert ein Arduino/Atmel Microcontroller, ähnlich wie er auch in dem grossartigen Megadrum verbaut ist. Der hat nämlich von Haus aus schone einige A/D Wandler
    on Board und liefert eine Auflösung die höher ist als wir benötigen. Wir bewegen uns ja im Midistandard und da gibt es nur 127 Lautstärkestufen.
    Die Leitungslänge zwischen Piezo und Wandler spielt dabei keine nenneswerte Rolle, ob 10cm oder 10m macht keinen Unterschied.
    Ich weiss nicht ob du planst auch dein Modul selbst zu bauen, ich denke wohl eher nicht?
    Wenn nicht und du auf fertige Module wie zb. das Megadrum zurückgreifst musst du dir ja auch keine Gedanken um den Signalweg machen.

    don´t panic

  • Moin,


    und wieder Danke fuer die Antworten!


    Bruzzi: Was ist eine Kellerröhre?


    Beeble: vielen Dank fuer die konstruktiven Anmerkungen. Ein paar laengere Ausfuehrungen, da mir der direkte (real life) Gespraechspartner fehlt:


    Was ich will: selber Drums aufnehmen/spielen. A-Set scheitert aus vielen Gruenden (Platz, Lautstaerke, Familie,...). Also E. Dabei habe ich bislang noch nichts gefunden, was mich so richtig ueberzeugt und bezahlbar ist. Selberbauen macht mir Spass und ich lerne, worauf es mir wirklich ankommt. Ob dann am Ende doch ein "Superrocker-47 VST" von Herrmann oder Alexa [Namen fast frei erfunden] o.ae bei mir steht... keine Ahnung.


    Preis druecken ist mit Einschraenkungen das Ziel. Wie ich anderswo schon beschrieben habe bin ich auf Gitarre, Bass und Klavier unterwegs; andere Instrumente waren zumindest zeitweise Begleiter. Schlagzeug ist Spass.Mir macht Selberbauen Spass, da denke ich und verstehe hoffentlich mehr. Aus Erfahrung weiss ich, dass ein "brauchbares" Instrument nicht das guenstigste ist. Aber wo das passende Level von "brauchbar" ist, ist eben sehr verschieden. Da ich denke (aehhh, hoffe) bei E Drums genuegend Sachverstand fuer die verschiedenen Teile einbringen zu koennen, bin ich auf Selbstbau gekommen. Zumal ich zum ersten Mal vom Instrument selber unbelastet bin; jugendliche Ausfluege mit geliehenen Sets (mein E-Gitarren Set im Tausch gegen ein A-Set) aussen vor. Ich habe keine Ambitionen a la "spielt sich wie A-Set".


    Rational betrachtet ist es vermutlich totaler Unsinn, dass ich alles selber bauen will. Ist wahrscheinlich gut, dass ich hier meine Gedanken ausbreite und erstmal um die Ohren gehauen bekomme. Und der Sachverstand reicht bislang nicht aus, die wesentlichen Herausforderungen zu erkennen, geschweige denn loesen zu koennen. Meine Herangehensweise ist hemdsaermelig, ich weiss.


    Fell selber bauen -- muss nicht sein. Deine Ausfuehrungen klingen plausibel. In Sachen Metall war ich bislang nur spanabhebend (Bohren, Saegen, Fraesen, Feilen) oder fuegend (Loeten, Schweissen) unterwegs. Verformung ist eben nochmal ein ganz anderes Ding. Mein Test zeigte mir jedenfalls, wie es nicht gut geht. Und dass mit den Fliegengittern habe ich dahingehend ausprobiert, dass ich rechteckige Rahmen damit bespannt habe. Anyhow; beim Fellbau ist meine Ambition eher beschraenkt.


    Kessel selber bauen -- Biegesperrholz in drei oder vier Lagen war der Plan. Die Schablone ist etwa 10 cm breit/dick -- da ist das Aufbringen einer vorgeleimten Lage nicht so schwer und der Spanngurt passt ziemlich genau auf die Breite. Die Kreisstabilitaet erreiche ich durch eine Nut in der Grundplatte; per Fraeszirkel reingegraben. Das habe ich mit zwei Stueck Sperrholz ausprobiert; einmal mit relativ duennem und flexiblem "Normalem", was nicht gut funktionierte (aka "Der Widerspenstigen Zaehmung" oder "das Drama der fehlenden dritten Hand") und einmal mit Biegesperrholz. Die Ursprungsfrage nach der Dicke des Kessels zielte genau darauf ab; mein Teststueck war nicht lang genug um auf mehr als gut drei/zwei Lagen zu kommen. Und die Rundschablone muss natuerlich den passenden Aussendurchmesser haben. Generell faende ich Holz super um es selber zu bearbeiten, von den Materialeigenschaften waere Metall die einfachste Variante. Aber selber biegen ist nicht machbar, wie Du ja auch schon schreibst. Von Deinen Anregungen her ueberdenke ich den Ansatz nochmal, ob sich der derartige Selbstbau wirklich lohnt.


    Elektrisch ist der groesste Teil noch Ueberlegung. Lenz ist Unsinn gewesen; mea culpa in espirito alcohol. Ist jetzt natuerlich etwas schwerer glaubwuerdig zu behaupten, aber ich kenne mich elektr(on)isch, mit Signaluebertragung und mit Mikrocontrollern ein wenig aus. Ich habe bislang keine Daten zum Piezoimpuls gefunden/gesehen; aktuell mangels Oszi (kaputt). Daher weiss ich weder wie gross, noch wie schnell und wie lang das Signal ist. Die einzigen Daten, die ich habe sind von einem Feuerzeugpiezo -- und nichtmal die sind total verlaesslich. Dort gibt es eine etwas seltsame Signalform mit mehreren Schwingungen. Das erste Signal ist positiv, ist etwa 1V hoch und steigt in etwa 5 mikrosekunden aufs Maximum an und braucht etwa genauso lange um wieder auf Null zu fallen. Die folgende, doppel-Peak Unterschwingung ist in Hoehe und Frequenz aehnlich, die spaeteren Anteile ab 30 mikrosekunden sind niederfrequenter. Wenn das aehnlich fuer einen "trommelinduzierten" Spannungsimpuls gilt, dann waere die Signalabtastung nicht so schwierig. Aber sobald mehr als ein Sensor an der gleichen Quelle sitzt (e.g Rim, zwei Sensoren unter dem Fell), dann muesste man eben gucken, wie man die Signale entwirrt. Ich wuerde es am ehesten "mechanischen crosstalk" nennen. Also wuerde ich, dank der guenstigen Verfuegbarkeit, einen simplen Mikrocontroller direkt an die Sensoren packen. Was ich an der Pi*daumen Rechnung noch nicht so stimmig finde ist die maximale Schlagfrequenz, also die Abtastrate. Die Kabelkapazitaet wuerde ich im allgemeinen nicht vernachlaessigen, genausowenig wie die Induktivitaet des Kabels. Mangels ausreichend SIgnalkenntnis waere ich von dieser komplizierteren Konfiguration ausgegangen; wobei ich direkte AD-Wandlung und "Shaping" per Mikrocontroller nicht wirklich kompliziert finde.


    Die Frage ob Megadrum (o.ae.) oder nicht stellt sich mir noch nicht. Ohne Trommel kein Signal. Also erstmal Trommel bauen, dann Signalerzeugung und -verarbeitung. Und erstmal ein Mono-Tom bauen, dann die Snare. Dann die Becken. Dann die HiHat. Wenn ich so lange durchhalte... Anders gesagt, die Signalkette ist mir noch nicht so ganz klar -- zumindest nicht klar genug, um jetzt schon den kompletten Signalweg skizzieren zu koennen.


    Gruesse,
    Christoph

  • Moin,


    und noch mehr Fragen. Frage zu meinen Fragen: gehoert thread eigentlich hierhin oder eher in den DIY Bereich?


    Ich plane mal nicht so weit in die Zukunft, sondern gucke mal auf den naechsten Schritt. Das waere fuer mich der Kesselbau und der mechanische Teil der Trommel. Vorerst habt ihr mich ueberzeugt, dass Kesselselbstbau nicht sinnvoll ist. Jetzt teste ich also wieder mit fertigen Rundlingen. Als erste Zielgroesse waehle ich mal ein 8" Kessel, Hoehe mindestens 2 Zoll. Das Tolle an dem Mass ist, dass 7.875 Zoll (das Achtel Zoll Abzug fuer die Kommerziellfellkompatibilitaet), dass es metrisch auf Promilleniveau genau der metrischen Groesse 200mm entspricht.


    Frage zum Kesselmaterial: spricht irgendetwas gegen PVC oder Alurohr als Material? Vorteile fuer mich waeren: sehr steif, sehr geringe Vibrationsneigung im niederfrequenten Bereich, null Sauerstoffeinschluss, leicht zu bearbeiten. Die Wandstaerke sind etwa 5mm, Gewicht ist etwa 400 Gramm (Alu), bzw. 200 Gramm (PVC).


    Frage zum Spannreifen: spricht irgendetwas gegen 4-Loch Reifen fuer 8 Zoll? Mein RMP hat bei gleicher Groesse 8 Stellschrauben!? Gibt es einen guten Grund, warum Mesh Heads gleichmaessiger gespannt sein sollten? Und welchen Durchmesser haben eigentlich die Spannschrauben, ist das genormt? -- Anders gefragt; was ist die maximale metrische Gewindegroesse, die durch die Loecher der Spannreifen passt?


    Fuer den Anfang baue ich also eine Art Zwischenschritt: Grundaufbau nach meiner Idee (Skizze folgt) mit fertigem "Kessel"; Mesh Head & Spannreifen Industrieproduziert. Wenn das taugt, dann baue ich mal einen Tonabnehmer.


    Gruesse,
    Christoph

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