Gigs, Gage, Hut

  • Veranstalter von kulturell schützenswertem Gut werden steuerlich begünstigt PUNKT

    Ja, man könnte so vieles und tut nix in good old Germany. Das wäre auf jeden Fall ein Anfang Kulturstätten steuerlich zu begünstigen. Man könnte z.B. auch genauso viel Geld wie in die Sportförderung in die Kulturförderung stecken. Aber damit lassen sich ja bei Olympia keine Medaillen verdienen (Ich habe mich damals immer gefragt warum es diese komischen Bundesjugendspiele gab, wo alle mitmachen mussten aber kein Kulturfest, wo alle mitmachen mussten...). Oder man könnte auch seitens der Gema so etwas wie eine Fair Use Lizenz für Liveveranstaltungen und Youtube Cover einführen, um z.B. Veranstalter von Livekonzerten zu entlasten oder Hobbymuckern zu ermöglichen, sich im Netz zu präsentieren ohne nicht gleich bei jedem 2. Klick die Abmahnkeule fürchten zu müssen. Aber ich schweife ab... ;)

    "The first rule of drumming: If you make a mistake, turn around and look angrily at the bass player" - Nick Mason

    Einmal editiert, zuletzt von DoctorCajon () aus folgendem Grund: typo

  • Guten Morgen,


    wenn man Musiker mit Handwerkern vergleicht, dann
    muss man Profimusiker mit Profihandwerkern und
    Hobbymusiker mit Hobbyhandwerkern vergleichen.


    Was die Dienstleistung betrifft:
    es könnte auch eine Werkleistung sein.


    Ansonsten:
    einer bestellt und bezahlt (Auftraggeber),
    einer liefert und fertigt (Auftragnehmer).
    Das Publikum ist da nur kollateral, genauso
    wie diverse Werbungskosten und sonstige
    nebensächliche Kalkulationen.


    Wird man sich einig, verträgt man sich (deal),
    wird man sich nicht einig, eben nicht (no deal).


    Ach, ist das Leben einfach.


    Grüße
    Jürgen

  • wenn man Musiker mit Handwerkern vergleicht, dann
    muss man Profimusiker mit Profihandwerkern und
    Hobbymusiker mit Hobbyhandwerkern vergleichen

    Nö, nicht unbedingt.


    Veranstalter: "Ob da Hobbymucker oder Profi auf der Bühne steht, ist mir egal. Hauptsache die Jungs kosten wenig bis nix und machen die Hütte voll."
    Onkel Erwin: "Wer mir die Hütte streicht, ist mir doch vollkommen Latte, Hauptsache der Kerl kost wenig bis nix und die Wand ist nachher blau."


    Wobei man hinzufügen muss, dass die Qualität der Arbeit von Profis natürlich wesentlich besser ist. Egal, ob Musik, Handwerk oder sonstige Arbeit. Ausnahmen bestätigen die Regel ;)

    "The first rule of drumming: If you make a mistake, turn around and look angrily at the bass player" - Nick Mason

  • Hallo,


    die Werkleistung des Unternehmers ist nicht die volle Hütte, dazu
    würde man keine Unterhaltungskapelle bestellen, sondern den Statisten-
    Service.
    Dass Onkel Erwin sich von der schönen blauen Wand insgeheim ein paar
    schöne (blaue) Stunden mit der Tante Hiltraut verspricht, sollten wir auch nicht
    verheimlichen.


    Grüße
    Jürgen
    ganz nüchtern

  • ob beispielsweise die Stundenlöhne (oder Gagen) denn so richtig liegen.

    Hehe, ich bin grundsätzlich schon ein Anhänger des Logischen und Rationalen. ABER würde ich mir so wie beschrieben einen Stundenlohn fürs auf der Bühne spielen ausrechnen, komme ich auf eine Zahl die fantastischer ist, als wenn ich für lau spiele. (Auch wenn das Einige hier als fanatisches Fantasy beschreiben und eine Dienstleistung bezahlt wissen möchten.)


    Mein Hobby ist Schlagzeug spielen. Ich hätte mir auch Oboe oder Piccoloflöte aussuchen können. Dann wäre der Transport-, Lager- und Pflegeaufwand auch geringer. Ich muss den Raum und das Instrumentarium schon mal bereitstellen um das Hobby überhaupt "starten" zu können, wenn ich nicht Luftschlagzeug mit einer App spielen möchte.. Ein Modelleisenbahnbauer benötigt auch mehr Platz als ein Läufer (außer er hat x Paar Laufschuhe). Dann habe ich herausgefunden, dass ich gerne mit anderen Leuten zusammenspiele. Also muss ein Bandproberaum her, ein Zweitset, Transportgeschirr fürs Instrument, etc. Der Zeit- und Kostenaufwand bis dahin habe ich auch schon bevor ich live spiele. Nach einiger Zeit des Probens wollte ich wissen, ob das was wir fabrizieren auch anderen gefällt. "Leider" hat mir das live spielen so getaugt, dass ich (im Moment) überhaupt nicht darauf verzichten möchte.


    Live spielen ist Arbeit. Hobby ist auch Arbeit. Beides ist aber nicht meine Erwerbsarbeit. Arbeit ist für mich erstmal nicht positiv oder negativ konnotiert. Ja, die Kabel zusammenräumen und das Set spät in der Nacht noch aus dem Auto zu wuchten sind Aspekete des Livespielens die nicht so sexy sind. D.h. kompensieren sich die Aspekte die mir taugen und jene die ich nicht so prickelnd finde, bin ich - ganz ohne BWL - wieder happy.

    Wer Cover-Party-Musik spielt, und die auch noch gut, der hat ungleich mehr Möglichkeiten, sich um Gigs zu bewerben als die freundliche Thrash Metal Band von nebenan.

    Das ist eben auch ein wichtiger Punkt. Würde ich in der Begleitcombo von Andreas Gabalier spielen, müsste ich mir meine Gigs nicht mehr selber suchen, kann davon leben und... Da hört für mich jedoch der Spaß auf. Also wärs Erwerbsarbeit und keine Hobbyarbeit mehr. In der Band in der ich spiele mache ich das für mein Vergnügen. Spiele ich grundsätzlich gratis? Nein. Ist es schon mal vorgekommen? Ja, öfter. Habe ich umsonst gespielt? Nicht wirklich.


    Lohndumping sehe ich in (fast) allen Branchen. Und dass es systematische Unzulänglichkeiten gibt, sehe ich ähnlich wie drumrumköln. Aber das geht irgendwie am eigentlichen Threadthema vorbei, denn die "Anbieter-Markt-Geschichte" die Druffnix beschrieben hat, sehe ich genauso.

    Letztendlich muss man hier seine Zielsetzung für sich selbst festlegen, und dabei realistisch bleiben.

    Ehrlich gesagt bespielen wir Lokalitäten, die nicht von Profis bespielt werden. Es geht also nicht darum, dass der Amateur den Profi das Wasser abgräbt. Sondern Lokalitäten zu überzeugen Live-Musik "zu veranstalten" in denen sonst niemand spielt, oder sich bei diesen Veranstaltungen gegen andere Amateur-Anbieter durchzusetzen. Der Profi spielt woanders. (Hochzeiten, Firmenfeiern, Großveranstaltungen, Messen, Musikclubs, Konzertsäle, Konzerthallen, Stadien) Und bei möglichen Überschneidungen, als wir einmal auf einer Messe spielten, regelt man die Bezahlung auch anders. (Beim konkreten Messegig war Festgage und kein Hut vereinbart. Allerdings erhielten wir die Anfrage und haben nicht gebeten dort zu spielen.) Warum also ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich auf Hut spiele? Wem gegenüber?


    Was mich wundert. Wenn es um den Einkauf von Equipment geht (siehe gerade laufenden GAS-Thread) kommen nicht wirklich öknonomische Kalkulationen zu Wort. Und hier hat man das Gefühl, dass man ein realitätsfremder Doppel ist, wenn man nicht jede Telefonminute mit Bandkollegen in die Auftrittsgage einpreist.


    Lustiger Thread
    Geo_Leo

    "Ich weiß, das klingt alles nicht so einfach..."
    Fred Sinowatz

  • Was mich wundert. Wenn es um den Einkauf von Equipment geht (siehe gerade laufenden GAS-Thread) kommen nicht wirklich öknonomische Kalkulationen zu Wort. Und hier hat man das Gefühl, dass man ein realitätsfremder Doppel ist, wenn man nicht jede Telefonminute mit Bandkollegen in die Auftrittsgage einpreist.

    Sehr gut beobachtet, Geo_Leo.


    Ja, wieder einmal sehen wir die ganze Spannbreite unserer Mitglieder, vom reinen Hobbyisten bis (fast?) hin zu Berufsmusikern. Klar, dass da Ansichten, Anforderungen und Wichtigkeiten unterschiedlich sind, und es nicht "richtig oder falsch" gibt, sondern eher "sowohl-als auch".



    Zitat von »MS-SPO«
    ob beispielsweise die Stundenlöhne (oder Gagen) denn so richtig liegen.


    Hehe, ich bin grundsätzlich schon ein Anhänger des Logischen und Rationalen. ABER würde ich mir so wie beschrieben einen Stundenlohn fürs auf der Bühne spielen ausrechnen, komme ich auf eine Zahl die fantastischer ist, als wenn ich für lau spiele. (Auch wenn das Einige hier als fanatisches Fantasy beschreiben und eine Dienstleistung bezahlt wissen möchten.)

    ^^ Das Eröffnungsthema "Gigs, Gage, Hut" zielt mit auf Einnahmen und Ausgaben, und da kommt man um die naheliegenden Einnahme-Ausgaben-Betrachtungen, die differenziertere Deckungsbeitragsrechnung, und zielführender noch um die immateriellen Treiber nicht so ganz herum: Das Geld sollte demnach idealerweise dem verbreiteten Nutzen entspringen, als unvermeidbare Dreingabe, sozusagen.


    Ob's dann eine Deckungsbeitragsrechnung ist, oder etwas Anderes, ist eher nicht so wichtig: Sie hat einige Vorteile. Ob man darüber Stundenlöhne oder, vielleicht auch unterschiedliche, Gagen je Auftritt ableitet oder überprüft, kommt auch wieder auf den Einzelnen an: Aber das ist damit recht angemessen möglich.


    Lustiger Thread

    Auf jeden Fall anregend :D
    Michael

    "Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie." (Wird Kurt Lewin zugeschrieben) // Was schlechte Theorien unbrauchbar macht ... //

    Einmal editiert, zuletzt von MS-SPO ()

  • In einem schlechten/nicht funktionierendem System finden sich keine guten Lösungen. Da muss man an den Wurzeln ansetzen - jetzt mal aus philosophischer Perspektive.

    Wieso, das "System" funktioniert doch! So mal aus ganz philosphischer Sicht liegt das Problem evtl. daran, dass der "Musiker" was macht worauf zwar er Bock hat, jedoch die Leute nicht, die ihm seinen Livestyle gefälligst finanzieren sollen. Dann wird mal schnell wieder bei allem und jedem die Schuld gesucht. Bei der Gesellschaft für die man doch so wichtig ist (komisch, dass die das nicht einsehen?!?), bei den politischen Eliten, bei den Hobbymusikern oder dem Weihnachtsmann. Dann kommt der allseits beliebte Fingerzeig auf die bösen "Klassiker" die doch auch immer Geld bekommen. Warum dann nicht "wir"?.


    Da frage ich mal. Wo bleibt die Förderung für Skateboarder. Wo bleibt die Förderung für Sandburgenbauer, Graffiti-Übermaler, Blumenbestimmer usw... In einer kapitalistischen Marktordnung hat der Preis auch immer eine Informationsfunktion :D . If people don't pay you, maybee becuause they don't care about what you do! =)


    Da kann man sich mal Fragen, was der Musiker tun kann, um die Leute wieder dazu zu bewegen Geld für Konzerte bzw. Livemusik auszugeben. :thumbup:

    SCIENCE FOR THE WIN!
    Ich habe Interesse an; Zildjian K-Istanbul und Avedis Rides und Hihats (bis ende 60er) sowie Sonor Drumsets bis 1990! :thumbup:

  • Wieso, das "System" funktioniert doch! So mal aus ganz philosphischer Sicht liegt das Problem evtl. daran, dass der "Musiker" was macht worauf zwar er Bock hat, jedoch die Leute nicht, die ihm seinen Livestyle gefälligst finanzieren sollen. Dann wird mal schnell wieder bei allem und jedem die Schuld gesucht. Bei der Gesellschaft für die man doch so wichtig ist (komisch, dass die das nicht einsehen?!?), bei den politischen Eliten, bei den Hobbymusikern oder dem Weihnachtsmann. Dann kommt der allseits beliebte Fingerzeig auf die bösen "Klassiker" die doch auch immer Geld bekommen. Warum dann nicht "wir"?.


    Da frage ich mal. Wo bleibt die Förderung für Skateboarder. Wo bleibt die Förderung für Sandburgenbauer, Graffiti-Übermaler, Blumenbestimmer usw... In einer kapitalistischen Marktordnung hat der Preis auch immer eine Informationsfunktion:D. If people don't pay you, maybee becuause they don't care about what you do! =)


    Da kann man sich mal Fragen, was der Musiker tun kann, um die Leute wieder dazu zu bewegen Geld für Konzerte bzw. Livemusik auszugeben. :thumbup:

    Klingt für mich so ein bisschen wie eine Mischung aus dem geklauten Kennedy-Zitat :" Frage nicht, ..."
    https://www.welt.de/kultur/art…d-fuer-dich-tun-kann.html
    und einer doch ziemlich ausgeprägt grundsätzlichen - - - und mir grundsätzlich eher sehr befremdlichen Markthörigkeit; insbesondere dann, wenn es um den recht großen Bereich der Kultur- und Kreativwirtschaft geht, der ja umfassend betrachtet äusserst ertragreich ist, während parallel dazu - und dies vermutlich seit "eh und je" - die Verteilunsgmechanismen in den unterschiedlichsten Sparten Anlass zur Kritik bieten.


    Jedenfalls kommt mir da insgesamt ganz spontan die Idee, dass es vielleicht einen Zusammenhang die Verwendung von Anglizismen betreffend gibt? Findest Du es besonders "cool und hip", in einer Diskussion zwischendurch mal den ein oder anderen englischen Satz anzubringen? Machst Du das im realen Leben genauso? Was genau soll das bezwecken?
    Natürlich machte ich mir die Mühe zu recherchieren, ob dieser Satz eventuell ein bekanntes "Zitat" sein könnte. Das scheint aber nicht der Fall zu sein und lustigerweise war dies hier der erste Vorschlag einer sehr bekannten Suchmaschine :thumbup:


    https://medium.com/learn-unlea…u-should-too-36d09d04784c


    Inhaltlich will ich mich nicht weiter im Detail mit Deinen Ausführungen befassen, denn ich erinnere aus naheliegenden Gründen ein Gleichnis eines Kollegen hier im Forum, der unten in seinen Beiträgen immer auf dieses Beispiel mit der schachspielenden Taube verweist...


    Ich füge dann aber doch noch einige Verweise durchaus lesenswerter Artikel bei.
    Hier wird die Situation für Köln dargestellt:


    https://www.ksta.de/koeln/inne…elner-wirtschaft-24659532


    ...das liest sich so weit doch durchaus gar nicht soo demotivierend und es könnte sicher auch schlimmer sein. Da es in dem Artikel ja auch so romantisierend um die Vielfalt geht, die unbestreitbar auch ganz besonders von der ansässigen "Jazz-Abteilung" profitiert(e)...man könnte sich ja mal die Mühe machen und recherchieren, wie da die Werdegänge einiger ganz großartiger Musiker so verliefen...Ich persönlich würde den meisten einen wesentlich größeren monetären Anteil wünschen, als letztlich dann "hängenblieb". Aber wahrscheinlich hast Du Recht, denn diese nixnutzigen Heulsusen widmeten ihr Leben tatsächlich in allererster Linie der Musik und waren mit ihrem tollen Spiel auch Inspiration und Motivation für viele, die dann ebenfalls diesen oder einen Weg in Anlehnung gingen. Hätten die doch bloß mal ein bisschen im DF mitgelesen...Aber dass da kein falscher Eindruck entsteht : Die meisten die ich so kenne wären verrückt genug, diesen Weg wieder zu wählen. Irgendwie scheint sich trotz dieser lästigen Widrigkeiten ein Zustand innerer Zufriedenheit einzustellen und man möchte letztendlich nicht tauschen...


    Hier dann noch ein Überblick über Zahlen:
    http://www.kuenstlersozialkass…ervice/ksk-in-zahlen.html


    und noch ein paar Einblicke, wie das prinzipiell leider noch immer häufig so abläuft:


    http://www.faz.net/aktuell/ber…tausbeutung-11484373.html


    https://www.morgenpost.de/prin…mit-Selbstausbeutung.html


    https://www.monopol-magazin.de…-sitzt-der-falle%e2%80%9c


    https://www.br.de/mediathek/po…er-selbstausbeutung/40996


    http://www.sueddeutsche.de/kul…reativprekariat-1.1075122


    http://www.fr.de/rhein-main/la…enige-einkommen-a-1260248


    Edith stellt irritiert fest, dass der link zur Berliner Moregnpost nicht funktioniert, wenn er hierhin kopiert wurde...Unter "Künstler Selbstausbeutung Berlin" in guhgel reingetippselt funktioniert es aber und man bekommt Interessantes zu lesen. Es gibt übrigens haufenweise ähnliche Artikel...komisch irgendwie, oder?

  • Lieber drumrumköln,


    um mal nur auf deine inhaltlichen Aussagen einzugehen - wir mögen uns doch alle oder :D - welcher Deiner Links bestätigt nicht genau meine Aussagen vom letzten Post? Schau mal, jeder Deiner Artikel unterstreicht die besondere Position von Künstlern, die ihren Lebensweg insbesondere zur eignen Selbstverwirklichung anstreben. Hier mal ein paar Beispiele aus deinem Link:


    http://www.faz.net/aktuell/ber…tausbeutung-11484373.html


    „...Am Ende hat sich doch der Drang durchgesetzt, das zu tun, woran mir wirklich etwas liegt..."


    "...Der Drang nach Freiheit und Selbstverwirklichung hat sich bei ihm erst spät durchgesetzt..."


    In einer freien Gesellschaft ist das ja auch nur in Ordnung wenn jeder das anstrebt, was ihm gefällt. Aber, wir müssen ehrlich sein, das "Ich" (das eigene Ego) steht hier also im Vordergrund der Lebensweg-Entscheidung und nicht das Bedürfnis der Kunstkonsumenten. Soweit auch noch problemlos. Ein Problem bekommen wir erst, wenn ich von anderen einfordere, dass sie mich zu finanzieren haben, obwohl sie die Leistung möglicherweise garnicht wollen. Allein die Forderung einen Teil der City Tax zu erhalten - weil ja angeblich alle zu den tollen Konzerten kommen - bestätigt wiederum meine Aussagen, dass anstatt um zahlungswillige Gäste zu werben erwartet wird, dass die Gesellschaft einem gefälligst den eignen Lebensstil (extra für dich das deutsche Wort benutzt!) durch Umverteilung zu finanzieren hat. :huh:


    https://www.berliner-zeitung.d…aus-der-city-tax-26196046


    Dabei wird schon fleißig durch Umverteilung gefördert:
    https://www.tagesspiegel.de/be…r-staatsoper/9319194.html


    Auch die Künstlersozialkasse gehört dazu. Sie stellt beispielsweise einen selbständigen Künstler so gut wie einen Arbeitnehmer. Das heißt, der Künstler bezahlt nur die Hälfte des Krankenklassenbeitrags im Vergleich zu anderen Selbstständigen. Der gleich neben an Wohnende Einzelhändler - der Möglicherweise einen ganzen Nahbereich mit Lebensmitteln versorgt - muss sich komplett selber versichern.


    So lange die Kunstschaffenden es nicht schaffen, aktiv am ersten Markt zu bestehen und Geld direkt von Leuten zu bekommen, die ihre Kunst auch sehen wollen, wird sich auch an der Situation des Prekariat oder schlechter Bezahlung nichts ändern. Übrigens, prekäre Arbeitsverhältnisse finden sich übrigens vermehrt im öffentlichen Dienst:


    https://www.bund-verlag.de/.im…ng/jcr:content/abb_07.png

    https://www.bund-verlag.de/bue…n/2018-1_1-prekarisierung


    Und dann doch noch was persönliches: Wenn Markthörigkeit - so wie Du sie meinst - bedeutet, das ich, wenn ich merke das meine Kunst mir wichtig ist, mein hart erarbeitetes Geld in die Hand nehme um eben meine Musik (mit den dazugehörigen Musikern) selbst zu finanzieren, ja dann bin ich markthörig. Ich merke dann nämlich (Information des Preissystems), dass meine Kunst im schlimmsten Fall meine Angelegenheit ist - wenn keiner oder wenige bereit sind Eintritt zu zahlen - und flenne (ja ich benutze wieder das Wort "Flennen"!) nicht rum, das ich gerne Teile der Kurtaxe für mich hätte.


    Mir persönlich ist Kunst insgesamt etwas Wert. Dafür bezahle ich auch gerne Geld. Fußball finde ich nicht geil, deshalb möchte ich auch kein Geld dafür ausgeben.
    (Grundsätzlich habe ich nichts gegen die Förderung des Kunst-, Kultur- und Sportbetriebs durch Steuern oder ähnliches. Über die momentane Verteilung kann man auch mal reden. Aber wenn die Kunst kein Rückrat am ersten Markt entwickelt wird es nicht besser! Das ist mein Ansatz. Daher wiederhole ich die Forderung: Ärmel hoch und loslegen!


    (Kleiner Seitenhieb in Richtung Berlin muss sein :D : In Berlin schreien auch demnächst die Straßenbauer, dass Sie ein Teil der City-Tax haben wollen weil die Touristen ja auf den Straßen in die Stadt kommen und dass gerade der schlechte Erhaltungszustand den Tripp in der Hauptstadt so aufregend macht :P)

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    3 Mal editiert, zuletzt von sonorfan ()

  • Manchmal habe ich das Gefühl, der Staat zahlt schon zu viel zur Kultur. Oder das Gefühl, dass einige zu gut von der Kunst leben.
    https://www.berliner-zeitung.d…geheimsache-sind-23283046


    Warum ist eine Coverband, die primär in Bierzelten spielt, von der Umsatzsteuer befreit?

    Zitat

    Die "Coverband EVE GbR" ist gemäß § 4 Nr. 20a Satz 2 UStG von der Umsatzsteuer befreit.
    Eine Kopie der Bescheinigung vom Regierungspräsidium Gießen, kann jederzeit eingesehen werden.


    (http://www.coverband-eve.de/link/kontakt.htm)


    Ich bleibe bei einem von mir oft verwendeten Zitat: "Augen auf bei der Berufswahl".

  • sonorfan
    Die Zahlen der Künstlersozialkasse bzgl. der Durchschnittseinkommen liegen genauso vor wie die Zahlen aus dem Bereich Kultur- und Kreativwirtschaft.


    Parallel dazu muss sich eine Gesellschaft entscheiden, was sie für wertvoll und erhaltenswert erachtet.


    Ich habe meinen Beiträgen an dieser Stelle hier nichts hinzuzufügen.


  • sonorfan
    Die Zahlen der Künstlersozialkasse bzgl. der Durchschnittseinkommen liegen genauso vor wie die Zahlen aus dem Bereich Kultur- und Kreativwirtschaft.


    Parallel dazu muss sich eine Gesellschaft entscheiden, was sie für wertvoll und erhaltenswert erachtet.


    Ich habe meinen Beiträgen an dieser Stelle hier nichts hinzuzufügen.

    Hey Drumrumköln,
    in einer "freien" Marktwirtschaft sendet "die Gesellschaft" über das Preissystem Informationen darüber, was sie "wertvoll" findet oder nicht, dadurch für was sie Geld ausgibt und für
    was nicht. Die Zahlen zum "Durchschnittseinkommen" lassen einen abwägenden vorsichtigen Schluss zu. Die Gesellschaft gibt ihr Geld lieber anders aus. :pinch: Wäre es anders, wäre ich wahrscheinlich (noch) Berufs-Musiker. ^^


    Mir gefällt das auch nicht. Darum fördere ich andere Musiker, wenn ich kann. Das gilt eben nicht für alle Menschen in DE. Kann ich ihnen aber auch nicht vorwerfen. Geschmäcker sind verschieden.


    Gesamtgesellschaftlich, dass muss ich allerdings zugeben, liegt es an den Musikern den Konsumenten mal zu erklären,
    warum das was Sie machen was tolles ist. Da hab ich jetzt noch nicht so viel Argumente gehört.

    Ok, ich mach mal den Anfang: "Livemusik ist einfach mal geiler als von Platte, wa! Muss man haben, alter!" :P
    Oder:"Sie suchen Spannung, sie wollen den ganz besondern Moment erleben. Einzigartig und unwiederbringlich sobald er verstrichen ist. Machen sie Ihren Walkman aus und erleben Sie Livemusik. Jetzt auch in Ihrer Nähe!" ;)
    Oder:"Keine Lust mehr auf immer das gleiche Stück, dann komm zu uns: Live-Musik-Hörership. Im schlimmsten Fall auch für Single-Paare und Akademiker ohne Nivea".


    Bin gespannt was ihr so bringt!

    (hust hust, marketing war ja schon immer meine Stärke :D hahahhaha!)

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    3 Mal editiert, zuletzt von sonorfan ()

  • Arzt zum Jazzmusiker: "Sie haben nur noch 4 Wochen zu leben."
    Jazzmusiker: "Aber wovon denn???"


    Zunächst hat ja jeder, der was musikalisches darbietet, das Recht, für diese Darbietung eine Entlohnung zu verlangen. Der Vollblutamateur (so Leute wie ich) genau so wie der Absolvent eines musikalischen Studiengangs, der sein Instrument perfekt beherrscht und Musik auf hohem technischen Niveau darbieten kann. Und ich kann jeden verstehen, der meint, wenn man auf gewissem musikalischen Niveau agiert, müsse dafür auch Geld fließen. Das große ABER: Alle Anbieter musikalischer Vorführungen müssen jemanden finden, der diese Vorführung nachfragt und bereit ist, etwas dafür zu bezahlen. Und es ist müßig, darüber zu streiten, was Kunst den Leuten oder der Gesellschaft wert sein SOLLTE, und dass ein Künstler von seiner Kunst auch leben können sollte. Solange diese Kunst keinen Abnehmer findet, kann man das schlicht vergessen. In der guten alten Zeit (als Fett noch mit u geschrieben wurde) war es so, dass die guten (oder gut vernetzten) Musiker die Gigs bekommen haben und regelmäßig Auftritte hatten. Heute gibt es ganz andere Wege, sich zu vermarkten (von nichts anderem reden wir hier), und wer die nicht einschlägt, droht nicht wahrgenommen zu werden. Auch heute noch kann man sicher als aufstrebende Band sich den Arsch abspielen, eine Fanbase heranziehen und so attraktiv für Veranstalter werden. Aber sicher nicht mit Gage von Anfang an. Und der Absolvent der Jazz-Akademie XY kann mit dem Anspruch auftreten, er sei so gut, dass er mindestens 500 Öre pro Auftritt haben will. Wenn das was er darbietet, aber keiner hören oder veranstalten will (keine Nachfrage nach Jazzmusik, keine Leute im Club, wenn Jazz angeboten wird), kann er sich seinen Anspruch aber ans Bein streichen. Da ist es wie in jedem anderen Beruf auch: Wenn ich was anbiete, was keiner haben will, klappt es nicht. Und da braucht mir auch keiner damit kommen, dass Kunst mehr gefördert werden muss, damit mehr Künstler überleben können. Irgendwo muss das Geld zur Förderung aber auch herkommen. Und wer legt fest, was ein "Künstler" ist, der darunter fällt? Schauspieler stöhnen ja auch über die schlechten Einkunftsmöglichkeiten, aber vielleicht gibt es auch einfach zu viele davon.


    Heute hat man ja die Chance, sich auch über das Internet zu promoten. Ohne diese Möglichkeit wäre Anika Nilles heute wahrscheinlich eine regionale Größe, die in ein paar Bands gegen Kohle spielt, nebenbei Unterricht gibt und ab und zu mit ihrem Quartett ihre Strebermusik aufführt, die aber kaum jemand hören will.


    Fazit meinerseits: Gesellschaftliche Debatte hin, künstlerische Fertigkeiten her: Auch bei Kunst gilt, dass der Köder dem Fisch schmecken muss, nicht dem Angler.

    667 - The Neighbour Of The Beast!!

  • 1. Mir persönlich könnte die Entwicklung eigentlich egal sein...


    ...ich bin aber trotzdem nteressiert und erkenne aus meiner Perspektive Probleme, die über das Thema "Gigs und Gage" hinausgehen. Kein Mensch (Jazzmusikant) hätte übrigens die Idee, "Unsummen" mit seinem Spiel bei gigs zu verdienen. Jeder weiß, dass wenn er GELD bei Auftritten verdienen möchte, dass er dann z.B. besser was mit "cover und top 40" machen sollte. Die Resonanz auf Jazz lässt sich ja heute bei youtube sehr leicht ermitteln und ich weiß gerade nicht, wie sich ein Till Brönner oder Wolfgang Haffner in prozentuale Relation setzen lassen.


    Wie sich die Geschichte mit Tonträgern und den hier anhängigen Möglichkeiten in den letzten Jahren so entwickelt hat, ist ebenfalls bekannt.


    Musikschulen - Honorarkräfte...auch ein Trend der nicht hilfreich ist.


    An verantwortlichen Stellen ist man sich der Problematik ja eigentlich auch durchaus bewusst und es gibt Gelder und Subventionen. Die Zahlen der KSK zeigen, wo diese Gelder nicht ankommen.


    Logische Konsequenz: Der vernunftbegabte Mensch zukünftiger Generationen wird früher oder später entscheiden:"Och nö...lieber nicht"


    Solidarität wäre sicher EIN probates Mittel...aber wenn man sieht, wie sich das selbst in einem "Musikerforum" so darstellt. Naja, wie gesagt, mir kann es ja eigentlich egal sein.

  • Lieber Drumrumköln,


    irgendwie weiß ich jetzt auch nicht was genau dein Argument ist. :S

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  • Liest sich interessant, und auch teilweise sehr ernüchternd, diese Jazzstudie. Ich hab zunächst mal die Zusammenfassung gelesen. Es gibt ja bereits Förderung für den Jazzbereich, und zwar in der musikalischen Ausbildung. Und da ist sie auch am wichtigsten, da muss sich der Auszubildende entscheiden, ob er das zu seinem Broterwerb machen kann und will. Für die musikalische Ausbildung sollten immer Fördermittel ausgegeben werden, sei es U-Musik oder E-Musik. Aber dann kommen da viele Dinge, die auch deutlich machen, woran es hakt.


    Zitat:" Jazzmusiker/-innen sind heute so zahlreich wie nie zuvor und tragen
    mit ihrer Kreativität und Innovation einen bemerkenswerten
    Teil zum kulturellen Leben in Deutschland bei"


    Tun sie das? Mag sein. Sieht mir aber doch stark nach Eigenwahrnehmung und Innensicht aus, und hier liegt auch das Problem. Der Jazzmusiker als Grenzgänger zwischen U- und E-Musik ist meistens gut am Instrument ausgebildet, und kann deswegen auch Musik machen, die sich dem nicht so gut ausgebildeten Hörer nicht erschließt, gerade im eher experimentellen Bereich. Nun stellt sich die Frage, warum diese experimentelle Musik einen wichtigen Beitrag zum kulturellen Leben leistet und gefördert werden sollte. In der Stadt wo ich studiert habe, gab es früher 4 Lokale und Verantaltungsstätten, die regelmäßig Jazz im Angebot hatten. Heute ist es noch eine, das ist ein öffentlich geförderter Kulturverein. Und wenn da Jazz gemacht wird, sitzen da 20 Versprengte. In der klassischen Musik ist es sicher notwendig, im orchestralen Bereich gescheite Gehälter für die (allerdings zumeist auch sehr gut ausgebildeten) Musiker zu bezahlen. Dann kommt eine gewisse Qualität raus, und orchestrale Aufführungen im klassischen Bereich sind auch heute noch nachgefragt. Dieses Modell ist aber so in den Jazz oder die U-Musik (inder wir uns ja auch in dieser Diskussion eigentlich bewegen) nicht übertragbar. Warum soll ein Jazzmusiker das aus Solidarmitteln verbriefte Recht haben, per Gage von seiner Kunst leben zu können, wenn nur eine geringe Anzahl an Menschen diese Kunst als bereichernd für ihr Leben ansieht und folglich auch einen Obulus dafür entrichten will? In anderen Gewerben gibt's das auch nicht, da lernt man wie es geht, und wenn man dann mit einem Angebot auf den Markt kommt, das keiner nachfragt, kann man halt nicht davon leben.


    Noch einen Schritt weiter geht es auf dem Markt der reinen U-Musik. Da ist der Zutritt auch wesentlich einfacher, selbst Freizeitmusiker wie ich schaffen es da, mit ihrer Band öffentlich aufzutreten und U-Musik zu machen. Und auch im U-Musik-Bereich gibt es bestens ausgebildete Leute, die aber sehen müssen, wie sie am Markt bestehen. Und was soll man in dem Bereich fördern? Auftrittsorte, damit die Gage zahlen? Mindestgagen für Bands, die Eigenmaterial vorführen? Das funktioniert nicht. Die Ausbildung gehört gefördert, und dort soll der Musiker auch vermittelt bekommen, welche Möglichkeiten der Einkunftserzielung er hat und wie er sich im Markt positionieren kann. Spätestens dann muss jeder selbst sehen, wie er/sie auf dem Musikmarkt bestehen kann. Und wenn es Bands gibt, die für eine Wurst und Freigetränke 400 km anreisen und damit den "Profis" Auftrittsmöglichkeiten wegnehmen, dann ist das eben so. Dann ist der Profi nicht zugkräftig genug, so dass der Veranstalter den billigen Weg wählt. Das ist ja aber eher die Ausnahme. Wer erfolgreich als Profimusiker bestehen will, muss auch verschiedene Dinge gut machen: Spielen muss er können, vielseitig sein, sich gut vermarkten können, zuverlässig sein.... Da gab es irgendwo ein schönes Interview mit Patrick Metzger. Der hat all das ausführlich beschrieben, und so hat er den Job bei Beatrice Egli bekommen, U-Musik der härtesten Sorte, aber mit Sicherheit einträglich. Der hätte bestimmt auch sagen können "Igitt, was ne Drecksmusik, so was spiele ich nicht!" Aber die wird nachgefragt, die schafft sich ihren Markt. Und darum geht es, im Großen wie im Kleinen. Und die Solidarität, Förderung usw. kann maximal bis dahin gehen, dass einem Musiker gezeigt wird, wie er seinen Job auskömmlich bestreiten könnte. Machen muss er es dann aber selber.Und da trifft er dann auf die Nachfrage.

    667 - The Neighbour Of The Beast!!

  • Logische Konsequenz: Der vernunftbegabte Mensch zukünftiger Generationen wird früher oder später entscheiden:"Och nö...lieber nicht"


    Die Zahl wird dadurch vermutlich geringer, evtl. werden solche Leute dann "Mangelware" und gesucht, weil doch Interesse, wenn auch evtl.nur durch ein eher kleines Publikum besteht, die das dann auch mehr wertschätzen und auch bereit sind mehr dafür zu bezahlen. Womit man wieder bei dem Einfachen Prinzip und Argument von Angebot und Nachfrage wären.


    Vielleicht hat auch eine neuere/andere Generation überhaupt kein Interesse an gewisser Art von Musik und Darbietungen, aber bis dahin liegen die meisten wohl schon eher unter der Erde. Da interessierts keinen mehr.
    Genauso wie einige Dinge und Gepflogenheiten heute einfach auch kein Thema mehr sind.


    Aber Liebhaber für Seltenes finden sich in der Regel ja zumindest vereinzelt doch immer. Und manchmal lebt Einiges, nach Jahren in einem regelrechten Boom neu auf und wird entsprechend auch wieder mehr honorriert.

    ich höre immer du musst, du brauchst.....ist "modern", "out", "in", "trendy" und so....
    ich mach`s wie`s mir passt, schei.. auf die Säue, die laufend sinnbefreit durch
    die Dörfer getrieben werden.



  • . In der klassischen Musik ist es sicher notwendig, im orchestralen Bereich gescheite Gehälter für die (allerdings zumeist auch sehr gut ausgebildeten) Musiker zu bezahlen. Dann kommt eine gewisse Qualität raus, und orchestrale Aufführungen im klassischen Bereich sind auch heute noch nachgefragt.

    Also da bin ich echt anderer Meinung. Genau wie die Unterscheidung zwischen U- und E-Musik ist die massive Förderung von "klassicher" Musik ein Kind des Bildungsbürgertums. Das hat schon immer a) den eigenen Geschack als den "Guten Geschmack" verkauft und b) damit die Deutungshoheit über das was Kunst und Kommerz ist für sich eingenommen. Ich finde eine Big Band-Formation, Rap-Musiker, Sprayer oder Poetry-Slammer usw. usw.... stehen dem Orchester in nichts nach. So ein Orchester könnte auch keine 5min ohne Krasse Förderung überleben:


    Hier nochmal die 257 EUR Zuschuss für einen Besuch in der Staatsoper. Da spielt ja fast ne ganze Jazzband dafür :D :pinch:


    https://www.tagesspiegel.de/be…r-staatsoper/9319194.html

    SCIENCE FOR THE WIN!
    Ich habe Interesse an; Zildjian K-Istanbul und Avedis Rides und Hihats (bis ende 60er) sowie Sonor Drumsets bis 1990! :thumbup:

    Einmal editiert, zuletzt von sonorfan ()

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