Bitte um Hilfe! Aus Akustik Drums muss E-Drum werden... Eure Empfehlungen 2018!?

  • Hallo zusammen,
    da ich absoluter Newbie im E-Drum Bereich bin und viele Wege nach Rom führen, würde ich mich über eure Empfehlungen freuen.


    Warum?
    Über unserem Band Proberaum gibt es Nachwuchs. Leider wird das akustische Drums übers Mauerwerk übertragen, was unsere Probezeiten stark einschränkt.


    Meine Idee:
    Ich möchte mein Sonor Martini Kit mit Meshheads bestücken und mir ein E-Drum Modul zulegen.


    Folgende Möglichkeiten hätte ich gerne:
    a.) Ein Roland Modul mit min. 4 Ausgängen (BD und SN getrennt raus schicken und eine weitere Stereospur mit Toms und in Sonderfällen Becken)


    oder


    b.) Zwei Soundmodule um 4 Ausgänge zu haben.



    Ich möchte aus Kostengründen gerne gebraucht kaufen und bräuchte allerdings euren Rat bei folgendem:


    1.) Welche Meshheads?
    2.) Welche Trigger für BD und Toms?
    3.) Ab welcher Klasse von Roland Modulen hat man mit Meshheads ein vernünftiges Spielgefühl? Oder funzt bei sowas auch ein 2 Box Modul?
    4.) Welches Modul bietet in 2018 das beste Preisleistungsverhältniss auf dem Gebrauchtmarkt?
    5.) Welche E-Snare kaufen? (hab keine Snare übrig und kaufe dann wohl lieber gleich eine E-Snare oder?)



    Ich hoffe es geht in Ordnung, dass ich hier einen solch offenen Post mache. Im E-Drum Bereich hat sich die letzten Jahre aber garantiert mehr getan als im Akustik Drum Bereich.


    Beste Dank im Voraus!

  • Über unserem Band Proberaum gibt es Nachwuchs. Leider wird das akustische Drums übers Mauerwerk übertragen


    Ich habe das schon verschiedentlich angemerkt: Mitunter gibt es bei E-Drums ein böses Erwachen, wenn man dessen Basspedal stärker bespielen muss, als am A-Set.


    Daher ein einfacher Test, den Du auch mit den Bewohnern darüber durchführen kannst:
    A ) kräftigen Trittschall erzeugen (Gummihammer o.Ä. - ahmt BD-Pedal des E-Drums nach)
    B ) Stereo Anlage laut, lauter, kräftig laut stellen.


    Test A sollte klar sein: Damit prüfst Du, ob und wie stark ggf. Vibrationen Deines Bodens sich in Stockwerke darüber oder darunter fortpflanzen. Vibrieren tut jeweils der ganze Boden, bzw. mehr oder weniger resonant dazu auch die Decke (also deren Boden). Diese Schwingungen liegen unter 100 Hz, daher klingt's immer dumpf und mit Pech auch laut. Ist auch nicht anders als bei anderen Membranen, wie etwa bei Schlag- und Resofell. Die Physik ist vergleichbar, nur die Verhältnisse ändern sich leicht.


    Test B prüft den anderen Ausbreitungsweg durch direkten Schall. Auch der kann, bei genügend großem Pegel und für Dich ungünstige mechanische Gebäudeverhältnisse, Deine Decke, also den Boden Deiner Nachbarn, in Schwingung versetzen. Das Tock-Tock Geräusch bei bemusizierten E-Drum Becken kann so um die 80 dB liegen (etwas kräftigere Zimmerlautstärke). Da Ihr den Drummer ja auch hören wollt, kommt der Ton dann wohl sowieso über Lautsprecher ... und die werdet Ihr ganz sicher lauter als das Tock-Tock Geräusch einstellen. Daher Test B. Ungestüme A-Set Drummer bringen es dabei locker auf ca. 110 dB bis 130 dB (Schmerzgrenze). Test B imitiert übrigens auch den Effekt von A-Sets in direkter Abstrahlung, also ohne Bodenvibrationen (BD-Wumms, Snare, Becken ...) ...


    Grüße + viel Erfolg, Michael

    "Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie." (Wird Kurt Lewin zugeschrieben) // Was schlechte Theorien unbrauchbar macht ... //

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  • 1.) Welche Meshheads?
    2.) Welche Trigger für BD und Toms?
    3.) Ab welcher Klasse von Roland Modulen hat man mit Meshheads ein vernünftiges Spielgefühl? Oder funzt bei sowas auch ein 2 Box Modul?
    4.) Welches Modul bietet in 2018 das beste Preisleistungsverhältniss auf dem Gebrauchtmarkt?
    5.) Welche E-Snare kaufen? (hab keine Snare übrig und kaufe dann wohl lieber gleich eine E-Snare oder?)


    Ich rate dir generell zu einem Software-Setup, da du mit Roland Modul ansonsten wahrscheinlich vom Glauben abfallen wirst, was Klang anbelangt (habe deine A-Drum-Bilder gesichtet...).


    zu 1: Drum-Tec Design


    zu 2: Billige DDrum RedShot tun's erstmal für Mono-Toms (für Kick sowieso). (man kann auch eine Klasse dadrüber nehmen; das wäre dann roadtauglicher.)


    zu 3: ich rate dir bei einem Soft-Setup zu einem gebrauchten TD9-Modul (ca 200,- bis 300,-) - die Multi-Outs würdest du dann mit einem tauglichen Audio-Interface klarmachen; die Mesh-Triggereigenschaften vom TD9 sind super. Ansonsten ab TD-20.


    zu 4: siehe oben


    zu 5: Du würdest mit der 13er Diabolo von Drum-Tec auch für eine evtl. eDrum-Zukunft alles richtig machen. Ist auch größenmäßig angenehmer als 12". Du könntest aber auch das "DDT MS-140 E-Snare Pad 14" in Erwägung ziehen (ist noch größer und günstiger).


    Ich nehme an, du willst generell deine A-Cyms und -Hihat weiter verwenden?



    Trittschallpodest mit Sylomer-Pads würde ich auch empfehlen; allerdings wirkt der "Luftschall" natürlich auch gehörig, wenn es um die Whg. direkt drüber geht.

  • Vielen Dank für eure Ausführliche Antworten!
    Das hilft mir schon mal deutlich weiter. :thumbup:


    Das Thema Erschütterung bei der Bassdrum mit Meshheads habe ich tatsächlich schon gestest und ist unproblematisch.


    Bin mir nur bei dem Modul noch unschlüssig. Ich benötige meine Laptop samt Interphase schon zum recorden und möchte mir keinen Zweiten für das E-Drums kaufen.
    Das Modul sollte von den Sounds und der Dynamik seinen Job alleine machen.
    Ich würde die Becken vorerst akustisch spielen und nur im absoluten Notfall diese Elektronisch nutzen.
    In Sachen Latenz, Dynamic und Sound finde ich das 2Box DrumIt Three sehr interessant. Hier könnte ich zur Not auch Roland Cymbals anschließen... ist natürlich mit 800,- Euro wieder ne größere Investition und Erfahrungsberichte zu diesem neuen Modul gibt es ja leider auch noch nicht.


    Wie ist ein gebrauchtes TD12 Modul einzuordnen? Diese gibt es schon um die 500,- Euro...

  • In Sachen Latenz, Dynamic und Sound finde ich das 2Box DrumIt Three sehr interessant.


    Klar, kann man machen mit eigenen (Drum-SamplerSoftware-) Samples (die Onboard Sound sind nix). Das Ding dabei ist, daß du dich bei aufgespielten Sounds festlegen mußt und danach keine Möglichkeiten wie in einer guten Sampler-Software hast. Bedeutet also viel Checkerei und es wird wohl schwierig werden, zu checken und auszuwählen, wenn man keine Software-eDrums-Testmöglichkeit hast... In dem Fall würde ich den recordeten Proberaum-Bandsound mit recordetem Drum-Midi zum testen nehmen.


    Stimmt, TD12 hat aber 2 Direct-Outs, von daher für deine Zwecke machbar; klingt natürlich wieder schrecklich.

  • Danke dir für die flotte Antwort. :)
    Schade... dachte gerade beim 2 Box sind die On Board Sounds den Roland Modulen (in der unter 1000,- Euro Preisklasse) überlegen. :S
    Was mich bei der TD9 Geschichte einfach nervt, ist der Spezialstecker für die Inputs.
    Ich möchte keinen vorkonfigurierten Kabelstrang nehmen oder mir eine Patchbay bau müssen.
    Daher die Idee mit dem TD12.


    Können die Trigger Eigenschaften von einem TD12 mit einem TD9 mithalten?
    War der Vorschlag TD20 auch nur auf die guten Trigger Eigenschaften bezogen, oder werden ab der Klasse auch die Drum Sounds annehmbar?


    Mit welcher Software und Hardware (Modul + Interphase) arbeitest du?

  • Hallo,


    kurze Zwischenfrage: Möchtest du das Schlagzeug dann zusammen mit dem Rest der Kapelle in Zimmerlautstärke über die PA laufen lassen? Oder wollt ihr komplett leise und mit Inear proben?


    Ich persönlich würde definitiv zum Inear raten. Meiner persönlichen Erfahrung nach macht das richtig Spaß und schont die Umwelt, während das leise Rocken nichts Halbes und nichts Ganzes ist. Dazu kommt, dass du, damit das E-Drum nicht blechern klingt, eine ordentliche Proberaum-PA brauchen würdest.


    Bei beiden Versionen würde ich aber zu elektronischen Becken wechseln. Die Kombination hat mich nie wirklich glücklich gemacht. Zumal gerade die Becken (neben der Snare) im Umfeld ja als die lautesten Teile eines Schlagzeugs wahrgenommen werden.


    Ich selbst spiele ein Td-12 und habe es eben auch für genau deine Anwendung eingesetzt: Leises Proben über Inear.


    Ich beschwere mich hier auch sehr oft über die Sounds von Roland, weil die einfach ziemlich synthetisch klingen. Da ist das Td-12 leider keine Ausnahme. Über PA habe ich auch noch keine zufriedenstellenden Ergebnisse hinbekommen. Über Kopfhörer habe ich es aber schon geschafft, mir ein vernünftiges Set zu basteln, mit dem ich Spaß haben kann. Es ist keine Offenbarung, aber es "reicht" zum Proben. Leider klingt es über andere Kopfhörer dann natürlich anders, was heißt, dass die Bandkollegen dann nicht in den Genuss des für mich optimierten Sounds kommen. Andererseits zeigt die Erfahrung leider, dass andere Musikusse mit deutlich weniger zufrieden sind. Solange sie den Takt raushören und es nicht unangenehm klingt, ist es oft schon genug. ;(


    Die Triggereigenschaften vom Td-12 empfinde ich als sehr gut. Da hatte ich nie Probleme.


    Ich benutz(t)e 2-lagige Meshheads auf den Toms, darunter Remo Ring Controls und Mono-Anklemmtrigger von ddt (nicht die red shot). Damit war ich immer zufrieden.

  • Eigentlich alle moderneren Roland-Module triggern gut bist bestens (kommt halt manchmal auf das Datum an bzgl. Pad-/(Controller)-Support, vor allem bei Hihat). TD12 hat noch zusätzlich Positional Sensing.


    Ich habe das TD12 verpeilt zu nennen, weil ich dachte du wolltest noch mehr Ausgänge. Also die Triggereigenschaften sind bei den Flaggschiffen höchstens bzgl. Hihat-Spielbarkeit der Modul-Sounds besser. Ein wichtiger Punkt ist da auch, daß TD12, -20, -30 separat einstellbares Hihat-Pedal-Volume ermöglichen, was bei TD9, 11, 15 und Konsorten nicht geht.


    Die Drumsounds werden nicht annehmbarer beim TD20 vs TD12.


    Ich habe viele Soft-Sampler wie BFD2/3, sämtlichen Toontrack-Kram, und mit viel geil finde ich auch die GrooveAgent SimonPhillipsStudioDrums. Als Modul habe ich TD9+11 und Audio Devices habe ich viele (z.B. RME Fireface400, -Fireface UC, -Babyface, sowie Focurite Saffire Pro 14 und -40, Roland Quadcapture, Steinberg UR22, M-Audio 192er Karte + -FastTrackPro und ganz neu das neue Arturia USB-Device, welches auch gute Latenzen hinkriegt. Für Software-Drumming für mich nehmbar sind die mit guten Latenzwerten (alles Genannte außer USB-Devices wie Roland Quadcapture, Steinberg UR22, M-Audio FastTrack). Soundmäßig sind die RME und die Focusrite referenzig.

  • während das leise Rocken nichts Halbes und nichts Ganzes ist. Dazu kommt, dass du, damit das E-Drum nicht blechern klingt, eine ordentliche Proberaum-PA brauchen würdest.


    Bei beiden Versionen würde ich aber zu elektronischen Becken wechseln. Die Kombination hat mich nie wirklich glücklich gemacht. Zumal gerade die Becken (neben der Snare) im Umfeld ja als die lautesten Teile eines Schlagzeugs wahrgenommen werden.


    Guter Einwand: kann ich voll supporten!

  • Bei der Gelegenheit werfe ich mal das Alesis Trigger IO in den Raum, und bitte um einen Pro/Kontra zu den bisher genannten Roland Modulen.

    {brigens> Ein Kezboard/Treiber ist v;llig [berfl[ssig! :D

  • Danke für die vielen Rückmeldungen!
    Hab mir gestern sehr günstig ein 2Box DrumIt Five Modul geschossenen.
    Ein TD11 als Trigger Modul wäre nicht günstiger gewesen, darum hab ich direkt zugeschlagen.
    Denke damit stehen mit alle Türen offen. :)


    Nun bin ich noch am Überlegen welche Trigger.
    Das 2Box Trigger Set ist mit 99,- Euro schon sehr interessant, wobei mir bei den DDrum Pro Triggern die XLR Buche besser gefällt...
    Mal schauen... :)

  • Nick74
    Du hast meinen Post missverstanden. Ich habe keine Empfehlung für das Trigger IO ausgesprochen, sondern nach Erfahrungswerten oder einem Vergleich gefragt. Klär mich gerne auf, was daran der Brüller ist.

    {brigens> Ein Kezboard/Treiber ist v;llig [berfl[ssig! :D

  • Nick74
    Du hast meinen Post missverstanden. Ich habe keine Empfehlung für das Trigger IO ausgesprochen, sondern nach Erfahrungswerten oder einem Vergleich gefragt. Klär mich gerne auf, was daran der Brüller ist.


    Hmm, ok, aber es steht hier im Forum generell doch so Einiges an Erfahrungen über das Teil, und wie kommst du jetzt ausgerechnet dadrauf? Das Ding ist ja auch gar kein Soundmodul, was der TS ja gerne hätte. Ich dachte du wolltest einen Scherz machen, weil ich das Ding extrem gedisst habe... Klär mich gerne auf ;). Falls du es wirklich nicht weißt: das Gerät ist halt ziemlich einzigartig (in seiner Beschissenheit)... Schon weil der TS ja gerne ein Pro-Pad als Snare möchte, ist leider dieses Ding auch nicht im Entferntesten etwas für ihn... Außerdem heißt es seit einiger Zeit ganz anders, nämlich "DDrum DDTI" und ist nun rot wie der Ferrari unter den TriggerDevices :D .

  • Ich hatte auch schon drüber nachgedacht ein einfaches EDrum anzuschaffen um Ideen schneller festhalten zu können. Bis ich am ADrum erst mal alle Mikros angebaut habe usw... im Prinzip bräuchte ich ja nicht mal Ein Soundmodul, da die Sounds komplett aus dem Rechner kommen, aber ein reines Midi-Modul gibt es nicht oder? Wäre mal eine Marktlücke. Kann doch so schwer nicht sein. Oder gibt es sowas und ich kenn es nicht? Da es nur eine "nebenbei" Lösung für mich wäre die nice to have ist wäre das Budget nicht das größte. Irgendwas gebrauchtes aus den Kleinanzeigen fischen. Mh...

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  • Nö, och nö: TriggerToMidi-Devices, die taugen gibt es quasi nicht. Das kommt daher, daß der Marktführer Roland (und dementsprechend auch preislich kurz dadrunter angesiedelte e-Drum-Hersteller-Heinis) der Meinung ist, daß du, wenn du seine guten Triggereigenschaften haben möchtest, gleich auch unweigerlich seine greislichen Klänge haben wirst und zumindest bei Neuware einen unverschämten Preis zahlst. Das nennt man dann Roland-Drum-Modul.



    Billiger TriggerToMidi-Kram wie "AlesisTriggerIO" (oder neuerdings auch "DDrum DDTI" genannt) ist schrecklichster Schrott, den man als Haupt-Tigger-Device für ein e-Kit nicht haben will. Es gibt zwar noch das Megadrum, aber das kommt auch nicht ran, und was sich reimt, das stimmt. :D


    Ein einfaches e-Drum kann man aber z.B. mit dem Fame DD6500 haben, für wenig Kohle, und damit Rechner ansteuern. ;)

  • Ein altes Roland TD3, TD6, Yamaha DTExpress oder FAME DD 602 gebraucht kaufen reicht auch - die MIDI Einheiten haben sich, glaube ich, seit Jahrzenhnten nicht verändert, aber funktionieren zufriedenstellend.

    2 Mal editiert, zuletzt von Hammu ()

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