Roland: Akustische Größen (Roland VAD Kits) und das neue TD27 Modul

  • Sehe ich genauso wie mein Vorredner (außer, daß bei Linux audio-mäßig einfach fast nichts an Software und Treibern vorhanden ist, und es deswegen hinten runterfällt). Ich kann nicht bestätigen, daß meine Win-Rechner auch nur ansatzweise crash-anfälliger wären als mein 2020-Macbook-Pro: sie sind quasi der Fels in der Brandung ( -> natürlich eine Hardware-Auswahl u. Settings-Sache). Wenn man mit 'nem Haufen 3rd-Party-Plugins arbeitet, ist eine Mac-Konfiguration sogar sehr viel nerviger hinzukriegen. Und vergiß mal auf Mac komplett alles an Software und Treibern, was nicht absolut kompatibel ist!! (und da gibt es so einiges...!) Jede Menge Musikmachende haben in ihren Studios Windows-Audio Rechner, und warum, weil's nicht so nervt mit Setups und Kompatibilität und insgesamt ein viiiiieeeel besseres Preis-Leistungsverhältnis hat. Ok, die neuen M1-Macs sind aufgrund ihrer Leistung und Eigenschaften da ein Sonderfall (besonders für die Live-Bühne), aber es ist aufgrund von noch fehlender Soft-Kompatibilität noch ziemliche Zukunftsmusik, und man kann davon ausgehen, daß andere Hersteller (PC) dahingehend nachlegen werden.

  • ...


    Ich kann mich auf jeden Fall hier im Forum nicht erinnern, eine andere Marke gelesen zu haben, die es bemerkenswert anders/besser macht als Roland.


    Eigentlich schon. Pearl Mimic, Gewa G9 oder 2box Drumit 3/5 bieten klanglich definitv weit hochwertigere Lösungen. Pearl und Gewa bieten leider nur Flaggschiffe zu entsprechenden Preisen. 2box ist zwar Mittelklasse aber hier fehlt es leider an allgemeiner Ausstattung für ein vollwertiges eDrum Produkt für vielseitige Anwendungen.

    Alesis hat meines Erachtens wie immer zu viele Problemstellen vor allem mit 3. Party Equipment und Performance um es ernsthaft in die Mittelklasse einzureihen.


    Roland sind lediglich was die Ausstattung im Einstiegs- und Mittelklasse Sektor angeht Marktführer. Die Werbemaschinerie tut ihr übriges und ist Kernstück der Verkaufszahlen von Roland.


    Wie auch im Akustik Drum Bereich gibt es nicht DAS Anwendungsgebiet, sondern viele verschiedene. Alleine guter Sound ist für viele eben kein Kaufargument.



    Bzgl. der IT Metapher:

    Pack ein Jailbrake auf ein iOS Gerät und du hast Windows. Die einzige Stabilität die Apple gewährleisten kann ist das Resultat aus „Zensur“ und Beschränkung. Wie die beiden Vorredner schon richtig gestellt haben, aus IT-Sicht einfach das sicherere Gerät für nicht-Experten. Windows wird idR durch fehlende Expertise gecrasht, nicht weil es Windows ist.

    (Ausnahmen bestätigen die Regel)


    Diverse Windows Versionen wie Vista oder Win8/10 sind das beste Beispiel. Wenn Microsoft versucht in Richtung Apple zu gehen, wird das System stabiler aber es leidet das Performance Potential. Eine Sache hat sich bis heute im IT Bereich nicht verändert. Software DAU-tauglich zu machen. (den Dümmsten Anzunehmenden User)

    Apple geht den Weg des geringsten Widerstandes und macht alle Schnittstellen, die Fehlerpotential haben einfach direkt dicht.

    Windows ist idR das potentiell schnellere und vielseitigere System. Es braucht aber eine gewisse Expertise um das zu gewährleisten. Das einzige was Microsoft bis heute nicht vernünftig hinbekommt ist das Ressourcen Management. Was für professionelle Audioanwendungen leider essentiell ist. Um das zu bereinigen braucht es gewisse Zeit und Muße.


    Das ist auch der Grund warum ich nichts von Pauschalempfehlungen für jeden Nutzer halte und tatsächlich gerne Roland empfehle auch wenn ich von deren Sounds grundlegend nicht überzeugt bin. Auf einen 20cm Topf passt eben selbst der schlechteste 20cm Deckel noch besser als ein 30cm Deckel. Blöde Metapher aber die Praxis zeigt, dass es viele Nutzer gibt, die wie alle das Maximum für ihr Geld wollen, jedoch lieber ohne zu große Kompromisse eingehen zu müssen am Klang sparen als, dass sie aus Mangel an Fachwissen (weil sie einfach lieber Musiker als Techniker sind) mehr Zeit für umständliche Einstellung, Optionen und Anpassungen aufbringen müssen um es am Ende doch nicht zufriedenstellend hinzubekommen.


    Roland hat seine Berechtigung, genau wie Apple. Viele Nutzer haben das Interesse sich eingehender mit Technik zu beschäftigen, andere wiederum nicht das geringste. Was völlig wertfrei betrachtet werden sollte.

  • Windows wird idR durch fehlende Expertise gecrasht, nicht weil es Windows ist.

    (Ausnahmen bestätigen die Regel)

    Die Ausnahmen sitzen zum Teil in Redmond selbst. :D Spaß beiseite, bei gewissen Inkompatibilitäten muss man sich bei Windows doch hin und wieder wundern, und gewisse "Features" die eigentlich Bugs sind sind teilweise doch sehr amüsant bis hin zu ärgerlich. Will das jetzt gar nicht ausufern lassen, man kann bei Windows genauso wie bei Apple in das Problem laufen, das man das etwaige Problem gar nicht lösen kann, weil das zu tief im System gekapselt ist, nur wesentlich seltener.


    lg

  • Musiker sind keine IT Menschen. So einfach ist das. Jemand der sich auskennt und den Großteil seiner Zeit mit diversen Computersystemen verbringt kann eigentlich mit jedem gängigen Betriebssystem arbeiten.

    Genau. :) Ich bin ja selbst SW Entwickler und verweigere mich Apple prinzipiell. Habe aber eben schon schmerzliche Live-Erfahrungen mit DIY-Lösungen auf einem Windows-Rechner gemacht. Das war eben einmal der Totalausfall des Bühnenlichtes und ein andermal Backingtracks über Midi getriggert, welche sich dann mitten im Song mit der typischen Bluescreen-Ankündigungs-Tonverzerrung selbst beendet haben. :) Da habe ich mir geschworen: Auch wenn du's theoretisch selber programmiert bekommst, auf der Bühne nur noch mit funktionierendem Zeug.

    Das erinnert mich an ein Interview mit Bertram Engel, wo er von einem uralten Drumcomputer erzählt, den er für Klicktracks wegen seines wohl speziellen Timings einsetzt. Davon hat er sich 8 Stück oder so gebraucht gekauft, weil immer mal einer das zeitliche segnet. Aber Betram Engel hat eben seinen Tech für solche Dinge. Auf der Bühne möchte ich den IT Mensch hinter mir lassen.

    Pearl Mimic, Gewa G9 oder 2box Drumit 3/5 bieten klanglich definitv weit hochwertigere Lösungen. Pearl und Gewa bieten leider nur Flaggschiffe zu entsprechenden Preisen.

    Ok, auch interessant in Bezug auf das Gewa G9! Klanglich hochwertiger? Das "klingt" im G9-Thread hier im Forum aber anders von den Kollegen. :saint:

    Four on the floor sind zwei zu viel.
    SONOR Vintage Series: 22" BD; 14" Snare-Drum; 12", 13" TT; 14", 16" FT
    PAISTE 2002 Big Beat: 15" HiHat; 18", 20", 22" Multi, 16" PSTX Thin Crash, 14" Stack aus PST7 China und 14" PTSX Thin Crash

    VIC FIRTH 5A American Classic Hickory, REMO Ambassador Coated

    >> Mein Vorstellungsthread

  • Ja das stimmt schon, Mimic oder VST

    Niveau hat das G9 sicher nicht aber es ist hinsichtlich der Modulgestaltung schon fortschrittlicher. Ich denke außer Medeli gibt es auch kaum Module auf dem Markt die von Haus aus schlechter klingen als Rolands. In den höheren Preisklassen hat man zumindest noch ein paar taugliche Tools dazu gepackt mit denen sich gut arbeiten lässt. Hier kommt dann jedoch direkt wieder die nötige afinität zur Technik ins Spiel, die viele Nutzer einfach nicht haben oder gar haben möchten, was Roland für ein Out of the Box Gerät praktisch disqualifiziert. Bei ATV dagegen genau umgekehrt. Out of the box aber schnell ausgereizt und langweilig. Aber das ist wie immer subjektiv und muss nicht jedem so gehen.

  • So Leute,

    ich habe seit einigen Tagen ein VAD506 dastehen. :)

    Zunächst bin ich positiv überrascht, denn außer der HiHat ist da nichts, mit dem ich nicht gerechnet hätte.

    Insgesamt ist das Set sehr empfindlich, was die Dynamik angeht. Im Prinzip aber nicht sehr anders als das, was man von einem voll abgenommenen Akustik-Set kennt. Die Toms und die digitale Snare sind super. Das Bass-Drum Pad ist nicht so erschreckend unnatürlich, wie es viele sagen - finde ich. Nur für "buried" Spiel nicht so geeignet, weil dann bei schwankenendem Druck schnell ein zweiter Kick getriggert wird.

    Das Digital Ride ist sehr cool und auch super zum Crashen geeignet. Endlich kann man sich die Kuppe im Verhältnis zum Bow mal so einstellen, wie es beim Traum-Ride sein muss! Die Crashes verhalten sich beim Spielen recht natürlich, wie man es gewohnt ist. Schade ist, dass sie bei leisen Anschlägen im Prinzip genau so klingen wie Vollgas, nur leiser. Aber das leigt ja hauptsächlich am TD27, schätze ich. Software-Sounds habe ich noch keine ausprobiert.


    Zu den Sounds vom TD27 habe ich nicht viel zu sagen, weil ich einfach nur eine Übe-Alternative zu meinem Akustik-Set wollte. Habe deshalb bisher ausschließlich das "Beech" Kit gespielt und mir relativ große und dunkle Becken dazu eingestellt. Alles recht cool eigentlich. Aber wegen der enormen Dynamik darf ich nicht zu viel auf dem E-Kit spielen, weil ich sonst nicht mehr am Akustikset spielen kann... :S


    Nun aber zur HiHat (VH10), bei der ich zeimlich ernüchtert bin und die mich ehrlich gesagt nervt:

    Ich habe den Eindruck, dass die Kante nicht dort am besten triggert, wo man sie normalerweise bei einer echten HiHat anschlägt, sondern eher auf einem schmalen Streifen, der schon auf der Fläche liegt. Beim klassischen "Shank Tip" Spiel ist bei mir dann häufig der "Tip" mehr betont (sogar leicht offen) als der "Shank", weil mein Tip wahrscheinlich aus Sicht der VH10 eher ein gut gespielter Shank ist.

    Außerdem merkt sich die HiHat (vielmehr das Modul) nicht, wenn ich die HiHat kurz nach (quasi zeitgleich) dem Schlag öffne, so wie man das von einer analogen HiHat gewohnt ist. Der erwartete schlürfende Open-Sound bleibt dann aus. Die HiHat muss sich also zum Zeitpunkt des Schlages schon in der gewünschten Öffnungsstufe befinden, was extrem schwierig ist. "On the fly" Nachjustieren wie bei echter Bronze ist nicht möglich. Das hätte ich vom Fast-Flagschiff-Modul echt nicht erwartet! Muss es wirklich die digitale HiHat sein? Kann die das überhaupt?

    Im Gesamtkontext ist die HiHat bisher extrem irritierend und sorgt auch dafür, dass ich nicht so entspannt spiele, wie es die restlichen Komponenten möglich machen würden. Dadurch, dass man nicht das hört, was man spieltechnisch erwartet, verkrampft man und gewöhnt sich eine Sch***-Dynamik in der HiHat-Hand an! Vielleicht haben da gewisse Software-Lösungen noch etwas Potential, vor allem was das Hochziehen der HiHat angeht. Oder muss ich mir eine noch exaktere Spielweise angewöhnen? :/

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  • Habe auch das 503 aber mit 12“ Tom und ein zusätzliches 16er Crash vom 506er, hatte ich mir bei Drumtec zusammenstellen lassen. Dazu dann die Live-Sound-Edition, wesentlich besser als die originalen Rolandsounds.

    Ja, die HH ist ne Katastrophe im Vergleich zur akustischen HH, habe mir die digitale 14er schon im Mai bestellt, aber wurde immer noch nicht geliefert 🤷‍♂️

    Ich hoffe, die ist so gut wie das Ride und die Snare.

    Mittlerweile spiele ich sogar lieber auf dem E-Set als auf meinem Akustik-Set, weil der Sound wesentlich geiler ist, klingt einfach immer und das sogar dynamisch usw …


    Gruß ✌️

  • Außerdem merkt sich die HiHat (vielmehr das Modul) nicht, wenn ich die HiHat kurz nach (quasi zeitgleich) dem Schlag öffne

    Das was Du Dir wünscht, dürfte schwer umsetzbar sein. Ich nehme mal (grob) folgende Ablaufkette an, dabei sei aber ausdrücklich erwähnt, dass ich kein EDrum besitze und sich das folgende nur auf Annahmen bezieht:


    Stick triff das Pad -> Piezo nimmt das Signal auf & Modul erkennt Schlag -> es startet die Scan Time (angenommen 3 ms) in der das Signal des Piezos und des Sensors für den „Öffnungsabstand“ überwacht werden -> Auswertung der Signale & Zuordnung zu einem Sample (vernachlässigbare Zeitdauer) -> Abspielen des Samples


    Wenn man die HiHat nach der Scan Time öffnet, dann liegt dies ja auch schon nach dem Anfang vom Abspielen des Samples. Dann müsste man das Sample mehr oder weniger abbrechen und in der Mitte eines anderen Samples weiter abspielen. Ob man das so hinbiegen kann, dass es gut klingt, ist fraglich, denke ich.


    Für den Menschen sind 3 ms nicht viel & meiner Meinung nach nicht wahrnehmbar, also kann es durchaus auch sein, dass, auch wenn man denkt die HiHat zeitgleich mit dem Schlag geöffnet zu haben, das Öffnen tatsächlich außerhalb der Scan Time lag. Und dann ist noch die andere Frage, zu welchem Zeitpunkt der Öffnungsabstand gemessen wird. Über die ganze Scan Time, nur einmal am Anfang, nur einmal am Ende oder ähnliches. Geringe Latenz und akkurates Interpretieren des Schlagtypes etc. beißen sich und das Modul kann leider nicht in die Zukunft blicken, höchstens Extrapolieren.



    Ähnliches müsste auch für Flams gelten: Als ich probeweise mal getestet habe, wieviel Zeit zwischen meinem ersten und zweiten Schlag vergeht, waren das durchaus gerne mal über 20 ms, also deutlich größer als die Scan Time. Insofern kann das Modul den ersten Schlag nicht als Flam deuten und spielt lediglich das Sample zu einem einfachen Schlag ab. Erst nach der Auswertung des zweiten Schlags kann das Modul vermutlich auf Grundlage des geringen zeitlichen Abstandes darauf schließen, dass es sich eigentlich um einen Flam gehandelt hat und diesen dann abspielen, so zumindest meine Vorstellung. Wie gesagt, ich habe kein EDrum und kann es nicht testen. Falls ich da falsch liegen, dann bitte korrigieren.

  • die konstruktionsbedingten Unzulänglichkeiten dieser VH-10/11 Motion-Units

    Naja, aber in dem von dir verlinkten Thread spricht der Herr Schumacher offensichtlich davon, dass gerade die Roland-Module mit den Konstruktionsschwächen umgehen kann und es eher bei Fremdklangerzeugern zu Problemen kommt. Da bei der VH10 2 Signale geliefert werden (Pad + Controller), hätte ich erwartet, dass Anschlag und Öffnungsgrad getrennt verarbeitet werden können und gerade eine intelligente Softwarelösung diese beiden Signale kombinieren kann. Ich schrieb ja, ich habe den Eindruck, dass das Anschlagssignal statisch interpretiert wird und keine Rücksicht auf den Öffnungsgrad und dessen Vergangenheit/Zukunft nimmt.


    Wenn die VH10/11 tatsächlich diese Defizite hat, dann fragt man sich doch, wieso Roland sie gerade in den höherklassigen Sets anpreist und verkauft. Auch im Verhältnis zu den offensichtlich extra designten neuen dünneren Crash-Pads. Nimmt man das in Kauf, nur weil sich die HiHat "realistisch" bewegt? Ist ja ok, aber warum verkaufen sie bei diesem Geld dann nicht wenigstens ihre eigene HiHat-Maschine, die den Öffnungsgrad wie bei den niederpreisigen Varianten unten am Pedal triggert und trotzdem das Beckenpad bewegt?

    Ich kann mir auch nicht so richtig vorstellen, wie ein Michael Schack so eine Werbe-Performance hinlegt, wenn die HiHat so sch*** ist!? Der muss dabei doch auch den Vogel kriegen, auch wenn er ein Profi ist. Aber kann man einfach mal so schnell seine Bewegungen dermaßen umstellen, dass es klingt wie im Promo-Video? Oder wurde da geschummelt?


    Ich muss aber vielleicht auch mal meine Iron Cobra HiHat ausprobieren. Die läuft ja auch bei echten HiHats besser als eine günstige alte Basix. :)


    Oder liegt der Schlüssel im Stichwort "akustische Größen" siehe Thread-Titel? Ich meine, 12 Zoll ist im Vergleich zu den anderen Pads schon nicht ganz "akustisch" groß. Vielleicht sollte ich die HiHat soweit wegstellen, als wäre es eine 14er. Dann könnte es sein, dass ich eher die "Oberkante" als die Kante treffe, wenn ich vom Abstand her wie auf einer 14er spiele...aber auch das dürfte eine hirnleistungsmäßige Herausforderung werden, weil ich wahrscheinlich einfach weiter mittig spiele.


    Wenn man die HiHat nach der Scan Time öffnet, dann liegt dies ja auch schon nach dem Anfang vom Abspielen des Samples. Dann müsste man das Sample mehr oder weniger abbrechen und in der Mitte eines anderen Samples weiter abspielen. Ob man das so hinbiegen kann, dass es gut klingt, ist fraglich, denke ich.

    Ganz genau, das scheint mir ja auch das Problem zu sein. Das das nicht so ganz einfach lösbar ist, sehe ich ein. Sollte aber dann kein Problem der Konstruktion sein, sondern des verarbeiteten Moduls oder Software-Samplers. Und damit kann es bei den Lowcost-Varianten mit fester HiHat eigentlich nicht besser sein.


    Die Lösung könnte so aussehen:

    Angenommen, ich habe 8 Öffnungsgrade. Dann brauche ich 8 Samples für jede Schlag-Intensität, welche ich beim Schlag alle zeitgleich starte, aber nur jeweils im ScanTime-Raster abhängig des Öffnungsgrades einblende. Ich brauche also einen digitalen Mischer, dessen Fader über den Öffnungsgrad gesteuert werden. Da die Samples alle zeitgleich gestartet werden, klingen sie dann schon, wenn sie eingeblendet werden.

    Noch besser wäre, wenn ich für jede Start-Anschlagsintensität einen eigenen 8-Sample-Pool hätte. Oder ich schneide meine Samples in 8 Teile und blende sie bei Bedarf alle ein.

    Ich weiß, dass so etwas in Hardware teuer werden kann. Aber so etwas in die Richtung erwarte ich eigentlich schon, wenn mit Begriffen wie "Prismatic Sound Modelling" geschmissen wird. :D Oder war das Gewa?


    Mindestens sollte das TD27 in sich doch eine gute Performance abliefern. Es muss ja nicht die perfekte HiHat sein, aber im Verhältnis zu den anderen Pads hätte ich da schon mehr erwartet. Deshalb: Vielleicht übersehe ich auch etwas. Aber das HiHat Trigger Setup ist recht übersichtlich...

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    2 Mal editiert, zuletzt von MoM Jovi ()

  • Naja, aber in dem von dir verlinkten Thread spricht der Herr Schumacher offensichtlich davon, dass gerade die Roland-Module mit den Konstruktionsschwächen umgehen kann und es eher bei Fremdklangerzeugern zu Problemen kommt.

    Das ist auch relativer Blödsinn seitens Schumacher, denn natürlich gibt es auch bei Modulsounds ähnliche Probleme (ich hab's getestet). Es fällt lediglich wegen fehlender Open-Closed-Stages und deren Transition-Points weniger auf.



    Wenn die VH10/11 tatsächlich diese Defizite hat, dann fragt man sich doch, wieso Roland sie gerade in den höherklassigen Sets anpreist und verkauft.

    Nun, die meisten Kunden wollen diese albernen Hoch-Runter-Hihats (vielleicht ist es noch nicht aufgefallen, aber der Hoch-Runter-Modus ergibt nicht im Entferntesten einen Sinn bei eDrums ;) ), und zwar auch im Mid-Class-Bereich: sie glauben, daß es damit authentischer wäre...

    Die HighEnd-Class hat VH-13/14, welche in Sachen Response schon wesentlich besser sind, auch generell trigger-mäßig. Die Response und Range eines guten Controller-Pedals ist IMO dann nochmal 'n Tacken besser.



    Ich kann mir auch nicht so richtig vorstellen, wie ein Michael Schack so eine Werbe-Performance hinlegt, wenn die HiHat so sch*** ist!?

    Also ich finde sie sch*** und würde sie niemals gegen ein FD-9 eintauschen. Werbe-Kram der unteren Klassen ist übrigens absolut nicht das, was Pro- o. Top-Spieler für sich benutzen. ;) Und Top-Spieler verfügen selbstverständlich über die nötige Spiel-Technik, um Unzulänglichkeiten der Hardware bei Werbe-Clips zu kaschieren.

  • so etwas in die Richtung erwarte ich eigentlich schon, wenn mit Begriffen wie "Prismatic Sound Modelling" geschmissen wird.

    Roland macht ständig Witze bzgl. der Bezeichnung seiner lächerlichen Modul-Klänge.



    Mindestens sollte das TD27 in sich doch eine gute Performance abliefern. Es muss ja nicht die perfekte HiHat sein, aber im Verhältnis zu den anderen Pads hätte ich da schon mehr erwartet. Deshalb: Vielleicht übersehe ich auch etwas. Aber das HiHat Trigger Setup ist recht übersichtlich...

    Gerade bei TD-27 / VH-10 gibt es üble Probleme mit den Modulsounds. Lies. Kann man glücklicherweise vom Midi-Output für VSTi-eDrumming nicht behaupten: der funktioniert erwartungsgemäß.

  • Wenn man die HiHat nach der Scan Time öffnet, dann liegt dies ja auch schon nach dem Anfang vom Abspielen des Samples. Dann müsste man das Sample mehr oder weniger abbrechen und in der Mitte eines anderen Samples weiter abspielen.

    Die Toontrack-Hihat-Engine funktioniert tatsächlich genau so.


    Daß man sein Spiel auf e-Hihats ein wenig kalibrieren muß, sollte klar sein. Wenn die e-Hihat-Übersetzung optimal funktioniert, sind das allerdings nur Nuancen und die jeweilige Adaption (von A nach E und umgekehrt) sollte für einen relativ guten und erfahrenen Spieler in kürzester Zeit erreicht sein. Die Response-Verzögerung ist größenordnungstechnisch schließlich im Millisekunden-Bereich angesiedelt.


    Ich kann mir sehr gut vorstellen, daß bei Mom Jovi's Hihat-Beschwerde die bekannte TD-27-Hihat-Modulsound-Issue schuld ist.

  • Daß man sein Spiel auf e-Hihats ein wenig kalibrieren muß, sollte klar sein.

    Jap, allmählich komme klar ich mit der VH10. Das Hauptding ist, dass E-Drums extrem sensibel auf Dynamik sind - im Prinzip aber auch nur so wie ein voll abgenommenes Akustikset mit geschlossenem Kopfhörer abgehört. Aber diese geistige Transformation muss man schaffen und es kommt dazu, dass eine echte Trommel/HiHat/Becken einen dynamischen "Ausrutscher" verzeiht, wogegen das elektronische Pendant, ich sag mal schnell "unlinear" wird. Wenn ich einen schnellen Beat mit weit offenen HiHats spiele, dann wirft es mich halt aus der Bahn, wenn zwischendurch plötzlich ein Chick-Sound kommt. Das meintest du wohl mit den konstruktionsbedingten Unzulänglichkeiten: Ein zu harter Schlag auf die "offene" (= weit vom Controller-Sensor entfernt) triggert den Controller genau so, wie es die Chick-Bewegung mit dem Fuß tut.

    Weiterhin fehlt mir bei der Kombi VH10/TD27 genau jene Öffnungsstufe, die ich für einen fetten Rock-Refrain brauche. Wie du sagst, kalibriert man sein Spiel und so erreiche ich den gewünschten Sound mit der nächst kleineren Öffnungsstufe und entsprechend härterem Spiel. Das führt aber dann zum angesprochenen Übersprech-Trigger mit dem Chick, sobald ich mit dem Fuß eine kleine Bewegung mache...weil ich es eben gewohnt bin, mit dem HiHat-Fuß ständig nachzujustieren. Und das mag die E-HiHat definitiv nicht, dieses "sloshy" Spiel.


    Nichts desto trotz finde ich, dass die sensible Dynamik des E-Kits auch meinem akustischen Spiel zugute kommt. Ich achte viel mehr auf Nuancen. Von daher definitiv kein Fehlkauf gewesen. :)


    Hier mal eine Hörprobe mit dem Factory "Beech Wood" kit und Dark Cymbals. Bis auf die Wackler in der HiHat Dynamik bin ich recht zufrieden. Toms kommen im Mix leider nicht so durch:

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  • Weiterhin fehlt mir bei der Kombi VH10/TD27 genau jene Öffnungsstufe, die ich für einen fetten Rock-Refrain brauche. Wie du sagst, kalibriert man sein Spiel und so erreiche ich den gewünschten Sound mit der nächst kleineren Öffnungsstufe und entsprechend härterem Spiel. Das führt aber dann zum angesprochenen Übersprech-Trigger mit dem Chick, sobald ich mit dem Fuß eine kleine Bewegung mache...weil ich es eben gewohnt bin, mit dem HiHat-Fuß ständig nachzujustieren. Und das mag die E-HiHat definitiv nicht, dieses "sloshy" Spiel.

    Du meinst bestimmt eine konsistent kontrollier- u. haltbare, gleichbleibende "crunchige Closed Loose"- oder "HalfOpen"-Stufe. Wenn es dich interessiert, kann ich dir zeigen, wie man dies hinbekommt (ich nutze dazu Remapping, welches Range-Erweiterung und Stage-Skipping beinhaltet). Lies mal das hier, und stell dir vor, daß die zweite Stufe (um welche es ja geht und die gleichbleibend konsistent kontrollierbar werden soll) mit eben jenem crunchigen Closed Loose-Sound bestückt wird. :)

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