Schlagabtausch, der Schlagzeug Podcast: Das Geheimnis der Collapsed Rudiments: Claus Hessler über Jim Chapins Erbe

  • Das Thema Collapsed Rudiments finde ich schon ein bisschen interessant. Hab im Anhang mal ein Beispiel mit einem Paradiddle notiert.

    Da wechsele ich aber nur die Subdivision. Bei den Quintolen fülle ich die "Lücke" auch mit rl auf.

    Grundsätzlich ein guter Gedanke, aber es handelt sich streng genommen in Deinem Beispiel nicht um „Collapsed Rudiments“, weil Du die rhythmische Struktur des Stickings nicht verändert hast.


    Du hast die Subdivision verändert, also ein 4er-Grouping über einen 5er gelegt. Dadurch entsteht natürlich sofort ein anderes Gefühl, eine andere Wahrnehmung und quasi eine neue rhythmische Ebene aus demselben Rudiment heraus.


    Bei den Collapsed Rudiments werden aber Teile des Stickings zeitlich expandiert oder komprimiert („zusammengepresst“), sodass sich die rhythmische Struktur selbst verändert.

    Also: Der Effekt und die Wahrnehmungsverschiebung gehen definitiv in eine ähnliche Richtung, aber der eigentliche Rhythmus des Stickings bleibt in Deinem Beispiel noch erhalten, nur eben in einer anderen Subdivision gespielt.

  • Grundsätzlich ein guter Gedanke, aber es handelt sich streng genommen in Deinem Beispiel nicht um „Collapsed Rudiments“, weil Du die rhythmische Struktur des Stickings nicht verändert hast.

    Das hab ich mir schon gedacht. Mit dem Erklärvideo wird auch schon klarer was damit gemeint.

    Dabei ist meine Notation schon ne Schaufel. Muss ich wohl noch ne Schüppe nachlegen.

    Was mich bei Claus immer so fasziniert ist, dass er so mühelos, schon beinahe beiläufig, zwischen den verschiedenen Versionen hin und her springt und dabei einem das Ding noch erklärt.

    Es gib auf YouTube ein Video mit Anika. Sie trommelt mit ihm, aber kann ihm nicht immer folgen.

  • Claus ist nicht von dieser Welt!

    Das er von dieser Kugel stammt bin ich mir sicher. Der Unterschied zu uns anderen ist, dass es sich mit der Materie auseinander gesetzt hat und nicht gefragt hat, ob man das braucht.

    Was ich bei ihm, als OHP-Spieler, auch zum tragen kommt ist>sich dafür zu entscheiden. Umzuswitschen ist kein Pappenstiel, sondern harte Arbeit.

    In dem Zusammenhang hat er auch mal gesagt, dass er mit Links besser Ostinato spielen kann bzw. es sich besser anfühlt (grobe Wiedergabe seine Aussage)

    Ich weiß leider auch nicht mehr, um was es genau ging. Wurde auch nicht weiter beleuchte, warum das so ist.

    Das ist bei mir irgendwie auch so. Und ich bin mir sicher, dass ich kein Alien bin ;)

  • ...interessant wäre nun zu verstehen (vllt. kann das der Kollege Hessler ja erklären): Komme ich dann nicht in vielen Fällen bei der Kollabierung oder Expansion nicht automatisch wieder zu schon bekannten Rudimenten ?


    Nehmen wir das eine Beispiel oben Double Stroke. Du verschiebst so lange bis Du bei dem guten alten und wohlbekannten alternieren den Flam landest ?

    Frage (noch ziemlich uneducated): Versuchst Du dann nicht eine Gleichung nach einer Unbekannten aufzulösen und bekommst aber dann 1=1 (ohne X) raus ? Klar kannst Du jetzt jede infinetesimale Verschiebung als "Farbe" definieren und das zur Wissenschaft machen....dann kann ich ja auch Fragen: Bei welchem Abstand der beiden Noten ist dann ein Flam noch ein Flam und ab wann ist dann etwas wirklich Neues entstanden ?


    Die Idee eines Rudiments ist im Kern ja Stockbewegungen und deren Koordination quasi auf einer Molekulare Ebene zu systematisieren/kategorisieren. Also eigentlich den Anspruch zu sagen, egal wie smart und kreativ Du mit (zunächst mal) 2 Stöcken umgehst, bricht sich alles auf dieses "Periodensystem" herunter.


    Der Ansatz das "Collapsed Rudiment" zu nennen impliziert ja quasi die Atomspaltung...also in etwas komplett Neues elementare vorzudringen...mich dünkt ich zweifle immer noch...bzw. habe hier immer noch "Hokus-Pokus-Alarm".

    "If you don't have ability you wind up playing in a rock band" (Buddy Rich)

  • ...interessant wäre nun zu verstehen (vllt. kann das der Kollege Hessler ja erklären): Komme ich dann nicht in vielen Fällen bei der Kollabierung oder Expansion nicht automatisch wieder zu schon bekannten Rudimenten ?

    Ja, das hat CH doch x-mal selbst gesagt.

    Tipp unter Freunden: Schau Dir doch einfach

    mal ein paar Vids zum Thema an.


    fwdrums

    nontoxic: kurze lange CD-Pause

  • 3OakDrums:

    Absolut ja, kollabierte oder expandierte Rudiments können durchaus wieder zu bekannten Rudiments oder bekannten Bewegungsmustern führen. Aber sie müssen es eben nicht. Das eine schließt das andere nicht aus.


    Ein Rudiment ist ja erstmal, wie Du korrekt sagst, ein Bewegungsablauf bzw. eine bestimmte Koordination. Man nimmt also etwas Bekanntes, verändert zeitliche Beziehungen innerhalb dieser Bewegung und bekommt dadurch plötzlich neue Wahrnehmungen, neue Phrasierungen oder neue rhythmische Ergebnisse, ohne komplett neue Stickings lernen zu müssen.


    Deshalb geht es wahrscheinlich weniger darum, ein völlig neues Element zu erfinden, sondern eher darum, bekannte Bewegungen anders zu betrachten, anders zu hören und anders zu organisieren.

  • ...naja, von den Vids her kamen ja genau meine Fragen...und da war für mich das Ergebnis "Raider heiß jetzt Twix by J.Chapin presented from C. Hessler"...aber ich steige trotzdem nochmal tiefer ein....Danke Dir !

    "If you don't have ability you wind up playing in a rock band" (Buddy Rich)

  • Was für ein verspultes und gleichzeitig spannendes Thema! Hab jetzt auch den Podcast durchgehört.

    Todd Sucherman macht sowas ähnliches mit Flam-Übungen, wo er dann sagt "flatten out the flams", was soviel heißt wie, spiel Vorschlag und Hauptschlag genau gleichzeitig.


    Da kommen wir also vom Vodka-st zum Cola-Bier und für die Anti-Alkoholiker gibt es einfach O-Saft mit Eiswürfeln. Und dazu noch ein Käsetoast mit Ei darin, gell Dirk? Wenn Podcast-Inhalte und Chefkoch-Empfehlungen kollabieren... :S

    Four on the floor sind zwei zu viel.

    SONOR Vintage Series: 20", 22" BD; 14" Snare-Drum; 10", 12", 13" TT; 14", 16" FT

    PAISTE 2002, 2002 Big Beat, 602 Modern Essentials, PstX

    Gigs: 23.01.26 Markthalle Freiburg, 21.03.26 Heimathafen Lörrach, 09.05.26 KiK Offenburg, 19.06.26 Haferkasten Kenzingen, 19.09.26 Mehlsack Emmendingen, 03.10.26 Private VIP Gig, 31.10.26 Durbacher Hof Offenburg, 21.11.26 Bierakademie VS, 28.11.26 Heimathafen Lörrach mit >> Blackwood Mary

    >> Mein Vorstellungsthread

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