In-Ear Kopfhörer Empfehlung?

  • Wie gut dämpfen denn angepasste Kopfhörer wirklich?

    Ohrangepasst ist nicht gleich ohrangepasst.


    Die erzielbare Dämpfung hängt maßgeblich vom verwendeten Material und vom tatsächlichen Sitz im Ohr ab.

    Gerade Letzterer verändert sich im Laufe der Zeit, wodurch die Abdichtung und damit auch die Dämpfung nachlassen werden.


    Weiche, ohrangepasste Hörer erreichen im Neuzustand häufig die höchste Dämpfung – teilweise deutlich über 35 dB.

    Harte Acryl-Hörer liegen meist etwas darunter, bieten aber ebenfalls eine sehr gute Isolation.

    Beide Varianten haben jedoch gemeinsam, dass der Sitz nicht dauerhaft unverändert bleibt.


    Bei universellen Hörern hängt die Dämpfung vor allem vom verwendeten Aufsatz und dessen individuellem Sitz ab.

    Da jeder Gehörgang anders ist, lassen sich pauschale Dämpfungswerte nur bedingt angeben.

    Hat man jedoch einen Hörer gefunden, der zusammen mit dem passenden Aufsatz zuverlässig abdichtet, bleibt diese Dämpfung in der Regel über viele Jahre konstant erhalten.


    Neben dem gemittelten Einzahlwert der Dämpfung sollte man außerdem berücksichtigen, dass sich die Frequenzbereiche, die von außen noch wahrgenommen werden, je nach Bauart und Material deutlich unterscheiden können.

    Meiner Meinung nach sollte die Isolation daher nicht das alleinige Entscheidungskriterium für oder gegen einen Custom-Hörer sein.


    Man sollte sich bewusst machen, dass die Passform eine begrenzte Lebensdauer hat.

    Bei manchen Nutzern funktionieren Custom-Hörer ein paar Jahre problemlos. Bei anderen ist der Spaß von kürzerer Dauer. Die Abdichtung verschlechtert sich aber grundsätzlich schleichend.

    Häufig macht sich das zunächst durch einen allmählichen Verlust im Tieftonbereich bemerkbar – ähnlich wie bei einem Hochpassfilter, dessen Grenzfrequenz langsam nach oben wandert.

    Ist die Passform erst einmal verloren, steht man wieder vor einer Neuanschaffung.

    Der anfängliche Komfort und die hervorragende Isolation können diesen Nachteil natürlich durchaus aufwiegen – man sollte ihn lediglich bei der Kaufentscheidung berücksichtigen.

    Sind regelmäßig Investitionen und das Budget kein Problem, ist die Custom Variante die komfortabelste Lösung.


    Bei universellen Hörern besteht die Herausforderung darin, eine Kombination aus Hörer und Aufsatz zu finden, die sicher sitzt, gut abdichtet und klanglich überzeugt.

    Sind diese Parameter erfüllt, hat man dafür oft über viele Jahre Ruhe.


    Einen Mittelweg zwischen beiden Welten bieten übrigens die Lösungen von Live-Ears. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann mich gerne unverbindlich kontaktieren. :)

  • Danke für Euere Tipps.

    dass sich die Frequenzbereiche, die von außen noch wahrgenommen werden, je nach Bauart und Material deutlich unterscheiden können.

    Das ist ja auch bei bloßen Dämpfern so: Alle Hersteller behaupten, linear zu dämpfen, aber so ganz klappt das ja dann doch nicht.


    Ich habe übrigens mal beim Üben zum Test eine Micky Maus (also ein Schallschutz von der Baustelle) über den Kopfhörer gezogen. Man hat fast nur noch den mikrofonierten Sound gehört - wäre da nicht ein schmales Frequenzband im Bereich der Bassdrum gewesen, was einfach nicht tot zu kriegen war und vollkommen überrepräsentiert tierisch genervt hat.


    Wie eingangs erwähnt, fahre ich mit den SE215 ja wirklich nicht schlecht und es wird wohl auch dabei bleiben.


    M.

  • Im direkten Vergleich dichten mE die Drumeo-IE's etwas besser ab die 215, was ich in erster Linie auf die etwas vergrößerte, Deckplatte zurückführe. Ob das aber auch nur bei meinen Ohren so ist oder generell gilt, kann ich natürlich nicht sagen. Kriegsentscheidend ist der Unterschied ohnehin nicht.


    Für mich hat sich auch nach so langer Zeit einfach die Kombination IE plus Schallschutz-Kopfhörer bewährt. Schon vor 25 Jahren waren die 3M-Peltor-Hörer in Sachen Dämmung einfach das Beste, der ViCFirth-Hörer ist letztlich ja diesen Dingern auch nachempfunden. Und 3M Hat eben auch das Problem der Klobigkeit gelöst, indem es jetzt in den letzten 20 Jahren so viele leichtere Modelle auf den Markt gebracht hat, dass jeder eigentlich für kleines Geld da was finden kann.


    Je nach Geschmack findet man dann eben die klobigen Doppelkapsel Hörer, oder die modernen Hörer mit nur einer Kapsel, die natürlich etwas weniger Isolation aufweisen, dafür allerdings höher im Tragekomfort sind. Entscheidend ist aber im Regelfall zur Schallisolierung ja nicht nur die Kapsel, sondern eben auch der Anpressdruck und der allgemeine Sitz, das muss man einfach mal austesten.


    Interessante schlanke Varianten gibt es auch aus dem Bereich des Schiesssports, die auf eine gute Mischung aus Isolation und Beweglichkeit aus sind. Zudem haben die meisten ein Mikrofon eingebaut, welches man anstellen kann, wenn man sich unterhalten will, ohne die Kopfhörer immer wieder abnehmen zu müssen. (Keine Sorge: das Mikrofon macht bei lauten Tönen von außen automatisch "dicht", weil da ein Impuls eingebaut ist.)


    In jedem Fall alles besser als Hörsturz oder Tinnitus:


    Gavin Harrison : Lautstärke

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    Gavin Harrison: Tinnitus

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  • Ich benutze im Proberaum sowie auf der Bühne diese hier: In-Ears Zum Stopfen verwende ich dieses: Ohrstopfen

    Mit der Benutzung in dieser Konfiguration, bekomme ich von den Geräusuchen um mich herum (fast) nichts mehr mit.

    Wenn etwas geklärt werden muß, geschieht das in der Regel über FOH. Auch im Proberaum solange die In-Ears benutzt werden.


    Ich hatte mich seinerzeit mit Null-Ahnung auf die Suche gemacht und bin dann hier Bonedo zu meiner Entscheidung gekommen.

    Bisher bin ich hochzufrieden, meine Angst, die auswechselbaren Kabel könnten auf Dauer Schwierigkeiten Machen hat sich erledigt.

    Mit der Passung bin ich ebenfalls zufrieden. Wenn man die Teile in den Ohren vergisst, sagt das ja schon viel aus.

    Allerdings bin ich nur im Zusammenhang mit den entsprechenden Gummis glücklich.


    Bliebe noch zu sagen, vor kurzem haben sich drei weitere Bandmitglieder, darunter zwei Sängerinnen, für dieses System entschieden.

    Der Sänger benutzt individuell anfertigte, (was der Bassist auch gerade plant).


    Unser Hubi (E-Gitarre) will nix anderes als seine Monitorbox – auch in hundert Jahren nicht.

  • Moin

    Wie schon zu Beginn in den Raum geworfen, bin ich ganz bei der KZ ZS- Serie.

    Hatte mir damals (2018) auch auf Grund der Testreihe hier die ZS-5 angeschafft und bin bis heute sehr zufrieden.

    Klar gibt es schlankere, hübschere Hörer, der Klang ist jedoch Preis/ Leistung betrachtet unschlagbar.

    Kurze Hintergrundinfo, ....

    Ende letzten Jahres hat sich die eine Band entschlossen alles auf IEM umzurüsten und unsere gesammelte Gage mal auf den Kopf zu hauen ;)

    Hauptgrund war die Lautstärke und damit verbundenes (Proberaumbedingtes) Feedback wegen den Monitorboxen.

    Also 4x LD Mei 1000, KH-Verstärker, Kabelsalat und alles erst mal abstimmen. Klappt alles super, bis auf den Klang der OEM- Ohrstöpsel.

    Dann gab es für die Kollegen testweise meine ZS-5 als Vergleich und siehe da, es lagen überall Kinnladen im Proberaum ^^ Unser Guitarrero hatte bis dahin mit den Sennheiser geliebäugelt, das war aber schnell erledigt. Und das waren "nur" die ZS-5, geordert haben wir dann für alle die ZS-10 Pro, die noch ein Stück ausgewogener klingen. Alle Glücklich und zufrieden, ich hab mir dann noch ein Kabel- IEM besorgt, für die "stillen Stunden" ohne Band ^^

    Die Passform bzw. angepassten Stopfen und Abdämpfung war natürlich auch so eine Debatte, dank Euch und eurem "Informationswahn" war das auch schnell erledigt :thumbup:

    Die erzielbare Dämpfung hängt maßgeblich vom verwendeten Material und vom tatsächlichen Sitz im Ohr ab.

    Gerade Letzterer verändert sich im Laufe der Zeit, wodurch die Abdichtung und damit auch die Dämpfung nachlassen werden.

    Genau da war der Hund bei den Kollegen begraben, die Einsicht kam dann aber langsam. Auch das die Passformen und Treiber, mehr oder weniger, nix miteinander zu tun haben und 2 separate Kostenstellen sind.

    Die aktuellen ZS-10 Pro sind mit 26dB Dämpfung angegeben und die Silikonstopsen kosten nix, also klare Kaufempfehlung.

    So, das sollte erst mal genug Verwirrung stiften. Wem das Geld locker sitzt ist mit vernünftig angepassten IE-Teilen mit Sicherheit gut beraten und beim Martin in guten Händen ;) Von den Low Budget- DIY- Abdrücken für zu Hause auf dem Klo würde ich Abstand halten. Da gibt es Fachleute für :thumbup:

    Ach so, ... wenn das Geschreibsel zu viel wird/ ist, könnte man das in die damalige Testreihe verschubsen, dann ist alles zusammen und aktuell ;)

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