Notenhals mit Querstrich(en): Wie nennt man das im Schlagzeugkontext?

  • Guten Tag,


    wenn Notenwerte unterteilt werden, indem man ihnen einen oder mehrere Schrägstriche durch den Hals (bzw. bei halslosen Noten über den Kopf) macht, nennen das zumindest die Streicher ein Bogentremolo. Nun wird die Schreibweise ja auch oft für das Trommeln genutzt - nicht nur für den offenen Wirbel. Kennt jemand einen in der Welt des Schlagzeugs ansässigen Fachbegriff für diese Schreibweise? Bogentremolo will ja irgendwie nicht so richtig passen und Stocktremolo wäre jetzt albern. :)


    M.

  • Allgemein Wirbelschreibweise, Wirbelnotation, würde ich sagen 😉

    Die Tremolo Schreibweise mit dieser gewellten tr-Linie ist eher selten.

    "Die Sprache ist natürlich im ersten Moment immer ein Hindernis für die Verständigung."



    Marcel Marceau (*1923), französischer Pantomime

  • Guten Nachmittag,


    bei diesen Strichen handelt es sich um die Abkürzung für ein Tremolo.

    Auf welchem Instrument dieses auszuführen ist, ergibt sich aus den Umständen.


    Je nach Werk, Arrangeur und Dirigent ist die Ausführung auf der Trommel entweder

    egal im Sinne von Hauptsache, es wirbelt oder so wie bezeichnet:

    drei Striche über einer ganzen Note im Viervierteltakt wären Zweiunddreißigstel,

    zwei Striche Sechzehntel und ein Strich Achtel. Da muss man manchmal aufpassen

    und sich im Zweifel mal das Werk anhören, wie es andere gestande Geister zu zelebrieren

    wissen.


    Grüße

    Jürgen

  • Allgemein Wirbelschreibweise, Wirbelnotation, würde ich sagen 😉

    Die Tremolo Schreibweise mit dieser gewellten tr-Linie ist eher selten.

    Im Deutschen kenne ich Wirbel und Presswirbel. Wirbel entsprechend RRLL ...beide kenne ich mit meist 2 Querbalken (es muss eigentlich angegeben werden was konkret gemeint ist. Für Presswirbel sieht man oft auch ein Z im Notenhals...


    und da ich hier gerade in Richard Hochrainers garantiert anglizismenfreien Werk "Übungen für kleine Trommel" nachlese: Flam = Schleppschlag...Ruff = "Rucker" ...Viefachvorschlag "Wirbelrucker"....auf S. 31 der Hinweis "Benütze gelegentlich das Metronom"...ok...da kommt eh schon die Deltaforce rein...ich muss weg !


    ...ich ergänze noch mit Sigfried Finks Heft 5 : Der Wirbel



    ...denke aber Jürgen hat aus der Praxis recht, da diese Frage sich auch Leute stellen, die Stücke geschrieben haben und einfach eine Lösung in Ihre Komposition schreiben.

    "If you don't have ability you wind up playing in a rock band" (Buddy Rich)

    Einmal editiert, zuletzt von 3OakDrums ()

  • Die Frage war ja lediglich wie man diese Notation für SCHLAGZEUG nennen würde (das ist der einfache Teil), nicht was damit in der Ausführung gemeint ist (da wird's dann schon schwieriger)

    Open roll, closed roll, mit Abschlag oder ohne, angebunden oder abgesetzt...

    "Die Sprache ist natürlich im ersten Moment immer ein Hindernis für die Verständigung."



    Marcel Marceau (*1923), französischer Pantomime

  • Ich kenne die Noten mit einem Strich ( nicht jene mit drei, die einen Wirbel darstellen) als "Faulenzer", weil man die Noten nicht einzeln notiert.

    Soweit ich weiß sind Faulenzer die Symbole 𝄍 , 𝄎 oder 𝄏 die anzeigen, den vorherigen Teil (z.B. letzter Takt) nochmal zu spielen. Den Strich durch einen Notenhals kenne ich als Zeichen für einen Trommelwirbel allgemein oder als Zeichen, die entsprechende Note als (closed roll?) Wirbel bei n Strichen 2ⁿ mal zu wiederholen, da ist die Interpretation aber eher uneinheitlich. In Stick Control stehen zwei Striche mal für 4 Noten (Seite 32, Nr 61 Links, 𝅘𝅥𝅮 + 𝅫 = 𝅘𝅥𝅰 𝅘𝅥𝅰 𝅘𝅥𝅰 𝅘𝅥𝅰), mal stehen drei Striche mal für 5 Noten als Quintole über eine halbe Note (Seite 38 Nr. 21), mal die gleiche Notation für 8 Schläge über eine halbe Note (Seite 43, Nr 13), mal für 10 Noten (Seite 39, Nr. 13).


    P.S: Ich würde die Striche als Tremolo- oder Wirbel-Striche bezeichnen mit der Semantik ein Strich=verdoppeln, zwei Strich=Vervierfachen, drei Striche=irgendwas mehr als vier. Nur als Presswirbel würde ich das nicht interpretieren, dafür gibt's das kleine 𝆎 (nicht von allen Notensatzprogrammen unterstützt).


    P.P.S: Hier hat jemand im Detail die verschiedenen Notationen für Schlagzeugwirbel auseinander genommen und eine Tabelle der Symbole gibt's im Unicode-Standard.

    3 Mal editiert, zuletzt von jakobs ()

  • Eigentlich heißt ein Strich durch eine Note, dass man einen Doppelschlag ausführt (Diddle).

    Bei 2 Strichen, kenn ich es so, dass man einen Wirbel in der Länge der durchgestrichenen Note spielt. Soviel zum Schlagzeug (korrigiert mich gerne).

    Beim Kontrabass (und wohl den meisten intonierenden Instrumenten) ist die einfach durchgestrichene Note der halbe Notenwert doppelt gespielt und zweifach durchgestrichen ergo der viertel Wert vierfach. In der Praxis endet das aber nicht selten in ad lib gespielten Klangteppichen :D

  • Eigentlich heißt ein Strich durch eine Note, dass man einen Doppelschlag ausführt (Diddle).

    Bei 2 Strichen, kenn ich es so, dass man einen Wirbel in der Länge der durchgestrichenen Note spielt. Soviel zum Schlagzeug (korrigiert mich gerne).

    Beim Kontrabass (und wohl den meisten intonierenden Instrumenten) ist die einfach durchgestrichene Note der halbe Notenwert doppelt gespielt und zweifach durchgestrichen ergo der viertel Wert vierfach. In der Praxis endet das aber nicht selten in ad lib gespielten Klangteppichen :D

    Der Schrägstrich heißt, dass man den Notenwert unterteilt. Der sagt nicht, wie (Doppel- oder Einzelschläge) man spielt.

    Auch zwei Striche haben mit der Spielweise (Wirbel) nix zu tun, sondern hier werden die Notenwerte nochmals unterteilt.

    Das mit mit den halbierten bzw. geviertelten Notenwerten stimmt so, wenn die Ausgangsnote ein Viertel oder kürzer ist.

    M.

  • Die Frage war ja lediglich wie man diese Notation für SCHLAGZEUG nennen würde (das ist der einfache Teil), nicht was damit in der Ausführung gemeint ist (da wird's dann schon schwieriger)

    Open roll, closed roll, mit Abschlag oder ohne, angebunden oder abgesetzt...

    Ja aber meine Interpretation (wie es dort auch formuliert ist): Offener Wirbel (wenn RRLL...) oder Presswirbel (Geschlossener Wirbel) Sofern also geBuzzert wird (also kein genau definiertes R/L-Sticking) ausgeführt wird. Einfach oder Mehrfachstrich wenn Open Roll, Triller/tremolo oder "Z" durch Notenhals, wenn geschlossener Wirbel.


    Und da ich bisher Siegfried Fink und Richard Hochrainer als Godfather's des Germanisten- und Deutschorientierten Klassikgetrommels auf dem Zettel hatte, könnte man das als Beleg für die "korrekte" Notation werten...muss man aber nicht (wollte halt nur eine Quelle hinterlegen)....das da auch was zur Ausführung geschrieben wird, ok.

    "If you don't have ability you wind up playing in a rock band" (Buddy Rich)

  • Guten Abend,


    der sogenannte (aber eigentlich falsch bezeichnete) Presswirbel ist eine Ausführung.

    Die US-Amerikaner nennen ihn gerne "Buzz-Roll" nach seinem Klang und schreiben gerne ein "z" in die Noten, wenn sie den explizit wollen.

    Hierzulande und in traditioneller Notation würde man korrekt ein "tr" über die Note schreiben und ggf. mit der Wellenlinie ergänzen.

    Es gibt aber auch Komponisten und Arrangeure, die es nicht so genau nehmen oder wissen und dann die drei Schrägstriche verwenden.

    Das ist eigentlich falsch, weil man mit dem Presswirbel üblicherweise keine exakte Anzahl an Noten produzieren kann, es hängt immer etwas

    vom Instrument und dessen Stimmung ab. Früher war das für mich überhaupt kein Thema, weil meine Rock-Eimer für solche Zirkuswirbel

    zu tief gestimmt waren.


    Grüße

    Jürgen

  • Man muss eigentlich zu dem Thema nur wissen, dass es in der Praxis generell keinen einheitlichen Standard gibt. Es haben auch nicht immer alle Arrangeure/Komponisten Ahnung vom Bereich Schlagwerk. Daher muss interpretiert werden. Ich halte es so, allgemein bei Orchesterliteratur und deutschen bzw. europäischen Märschen immer zuerst den Buzz Roll (geschlossenen Wirbel) zu spielen (sofern nicht anders angegeben, wie z.b. durch kleine Punkte über der Note) und bei amerikanischer Literatur (Rudimental) hingegen primär mit Double Strokes (open roll). So als grobe Richtschnur.

    Die Anzahl der Schrägstriche sollte nie zu ernst oder genau genommen werden. Das Tempo der Stückes und der Klang sind entscheidend für die Wirbelaufteilung (zu verstehen als Handbewegungen, die entweder mit Doubles oder eben buzzes ausgeführt wird)

    Wer bis hierhin mitgelesen hat...und alles verstanden hat...Herzlichen Glückwunsch 😆

    Thank you for your attention to this matter😉

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    Marcel Marceau (*1923), französischer Pantomime

  • Ich hab verstanden, oder meine Verstanden zu haben, :/ - ohne Gewähr

    das der Presswirbel der mit Doubles ist und im Unterschied

    der/das mit tr der Triller, beide mit undefinierter Anzahl von Schlägen.

    (edith: ab drei Querstrichen durch den Hals (32tel) als soviel Schläge wie raus zu holen sind (undefiniert) weil nicht zählbar)

    Den tr mit und ohne Erweiterungslinie (Welle),

    den gabs wohl noch mit Vorschlag und auch Nachschlag,

    Mit Hauptnote beginnend und Nebennote beginnend und auch umgekehrt, und vom Doppelschlag beginnendn auch.


    Und um noch mehr Verwirrung zu stiften, das Zeitlich bezüglich der Jahrhunderte und Länderspezifisch auch noch unterschiedlich.


    Aber wie schon bereits mehrfach Erwähnt die eingangsfrage Betreffend, für Trommler nicht als Bogentremelo bezeichnet,

    wir sind ja keine Streicher und spielen i,dr. nicht mit Bogen.


    Von daher passt der/das mit Wirbel schon.


    Wie es bei Esoterischen Gong " Rubblern" ist , und ob die Mit Bögen drüber Rubbeln - ? :/

    ich höre immer du musst, du brauchst.....ist "modern", "out", "in", "trendy" und so....
    ich mach`s wie`s mir passt, schei.. auf die Säue, die laufend sinnbefreit durch
    die Dörfer getrieben werden.



    Einmal editiert, zuletzt von orinocco ()

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