Was haben das Meisterwerk von Rush "Moving Pictures" und die knapp 2 Jahre vorher erschienene Platte "The Wall" von Pink Floyd in Sachen Drums gemeinsam?

  • Vielleicht vorrangig etwas für Bandmaschinenfreaks, oder jene die Analog-Zeiten noch erinnern? Wenn die Stories der Videos stimmen, wäre das klasse und würde ein Mysterium meiner Jugend aufklären helfen.


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    Zum subjektiven Hintergrund:

    Um 1981 erwarb ich ein passables Tapedeck. Unter den ersten 2 aufgenommenen Kassetten auf Maxell XL II Chromsubstitut-Band war eine Aufnahme von Rush "Moving Pictures.


    Diese Aufnahme klang sensationell. Ich emfpand das Drumset als hifi-artig im Sound. Die Becken nicht laut im Mix aber unverfärbt insbesondere in den Höhen. Der Sound hatte auch eine gewisse "kühle" oder "laborartige Sezierbarkeit" der einzelnen (Drum-)Instrumente zueinander/voneinander, aber auch Druck! Das alles hatte mich damals und in Folgejahren begeistert.


    Ich erklärte es mir so, dass

    1.) Rush damals wohl sensationelle Studiotechnik einsetzte (das modernste vom modernen)

    2.) Mein Tapedeck total neu war, also der Tonkopf noch elektromagnetisch beste Eigenschaften aufwies

    3.) Es ein gutes Band war (Die Maxell XL sind bis heute sehr beliebt)


    Das seltsame nur, diese Kassetten-Aufnahme empfand ich Jahre später immer noch als sehr, sehr gut. Später erwarb ich natürlich die Moving Pictures als CD.


    Jahrzehnte vergingen. Für manche ein Sakrileg, aber abseits des Songs "Wish You were here" konnte ich mit Pink Floyd nie etwas anfangern, war mit jener Ansicht aber isoliert im Freundeskreis ;)


    "Another Brick in the Wall" stellen viele/so auch ich als "Four on the floor"-Beat und ziemlich tight getrommelt, diversen Drumschülern vor. Erst etwa vor 2 Jahren fiel mir auf, dass der Drumsound mir subjektiv freilich, viel weniger gefällt als der von RUSH bei Moving Pictures (völlig andere Drummer, völlig andere Setups, völlig andere Enginerers und Produzenten etc.)


    aber: auch diese unverfärbte Beckenwiedergabe bzw. auch "Druck" hat. Auch dieses unverfärbte, nicht-verschmierte, und nicht "phasende" Beckensounds. Ich fand/finde den Drumsound nicht altbacken.


    Und dann stolperte ich neulich in kurzem Abstand über 2 Videos und dachte ich spinne. Niemals hätte ich damit gerechnet.

    Ich behaupte hiermit nicht, dass jenes in den Videos beschriebene Recording-Procedere die einzige Ursache ist für die 2 guten, cleanen Drumsounds, aber für mich ist quasi mit jenen Videos (wenn das Procedere so angewendet wurde wie behauptet) der Teil eines Jugend-Mysteriums aufgeklärt ;).

    Youtube kann doch für etwas gut sein! :D


  • Ja, gut Gerald. Das war ja immer das Problem von Tape. Abrieb und Übersprechen und natürlich die Dynamik und ihrem Verlust.
    Für Hobbybands und billige Produktionen wurden fast ausschließlich gebrauchte Bänder genutzt.
    Das galt auch für das 2Track Senkelband.
    Ich hatte leider nie das Vergnügen in einem der teuren und besser ausgestatteten Studios zu recorden.
    Damals war 16 Spur standard und 24 schon Luxus. 2 gekoppelte Maschinen nur was für die ganz großen teuren Produktionen.


    Ich weiß noch, das oft bei größeren und teuren Produktionen die Drums und der Bass extra recordet wurden.
    Doch nicht jedes Studio hatte 2 Maschinen.
    Man war jedoch immer bemüht, das Band so wenig wie nötig zu strapazieren.

    Sehr schön deine beiden Videos.
    Zeigen sie doch den jüngeren, wie abenteuerlich vor 40 Jahren noch die Musikproduktion
    gefahren wurde und mit welchen Tricks man aus den technisch beschränkten Mitteln das maximale rausgeholt hat.

    BTW. ALLE meine Musikkassetten sind mittlerweile Schrott und kaum mehr hörbar.
    Ein altes Senkelband konnte ich dank heutiger Technik aber retten und "restaurieren", remastern wie man heute sagt.


    Ich würde gerne mal eine komplette Produktion auf Band machen.
    Da würden manche heutige Bands sicher ganz schön an ihre Grenzen kommen. :)
    (und ich auch)

    Experte in Dingen, von denen ich keine Ahnung habe.

  • Wenn die Stories der Videos stimmen, wäre das klasse und würde ein Mysterium meiner Jugend aufklären helfen.


    völlig andere Drummer, völlig andere Setups, völlig andere Enginerers und Produzenten etc

    Damit sollte, unabhängig von den Videos, die wirklich interessant sind, alles geklärt sein.

    Keine Wissenschaft, keine Korrelation, Gevatter Zufall hat zugeschlagen.


    Ich sitze gerade an meiner Dissertation, bei der ich mich mit der Drehgeschwindigkeit von Blaualgen in Erdbeerjogurt beschäftigte.

    Unter dem Titel: Was, wenn die Katze ein Pferd wäre? Könnte man dann Bäume hochreiten?

    Hier wird die These aufgeworfen, dass Phil Collins und Michael Jackson ein und die selbe Person sind, da beide mit Quincy Jones gearbeitet haben.


    Ist aber schön zu lesen, dass die 60h Woche doch nicht so hart kickt, wenn man selbst Videos aus Spaß an der Freude produziert und sich mit Fragen beschäftigt, die es nicht gibt. Aber genau dabei YouTube Videos guckt.

    Das ist doch auch was ^^ 8)

  • Und dann stolperte ich neulich in kurzem Abstand über 2 Videos und dachte ich spinne. Niemals hätte ich damit gerechnet.

    Ich behaupte hiermit nicht, dass jenes in den Videos beschriebene Recording-Procedere die einzige Ursache ist für die 2 guten, cleanen Drumsounds, aber für mich ist quasi mit jenen Videos (wenn das Procedere so angewendet wurde wie behauptet) der Teil eines Jugend-Mysteriums aufgeklärt ;) .

    Interessant! Der Tape-Verschleiß beim Abspielen und Overdubben und die limitierte Spurenanzahl waren damals sicher herausfordernd. Es war meines Wissens aber auch üblich, mehrere Mikrofone auf einen (Mono) oder zwei (Stereo) Tracks zusammenzufassen und im Recording-Mischpult dafür schon entsprechend vorzubereiten / zu bearbeiten. Mehrfach mikrofonierte Snares, Bassdrums, zwei Bassdrums, sehr viele Toms (auf zwei Spuren / Stereo) z.B. ...


    Davon abgesehen waren die drei von Rush (oder zumindest Geddy) meines Wissens auch Soundschrauber und wussten genau, wie wichtig der Mix ist.

    Mir ist immer noch etwas rätselhaft, wie die den Tom-Sound auf Moving Pictures kreiert hatten. Sehr hoch und knallig gestimmt auf jeden Fall (das fällt auch im Vergleich zum Vorgänger-Album "Permanent Waves" auf), aber was noch? Klingt auf jeden Fall auch nach Gates. Aber vielleicht wurde auch noch viel mehr gemacht oder anderweitig getrickst.

    Ein etwas komischer Kommentar zu meinem Tom-Stimmvideo behauptete, dass Neil Peart nicht stimmen konnte und die Toms getriggert hatte und daher ein schlechtes Vorbild dafür wäre (das war wieder mal einer, der sich nicht mal die Mühe gemacht hat seinen Kommentar auf Englisch zu verfassen).

    Ich hatte das ganz anders wahrgenommen und finde den Schlagzeugsound vom Moving Pictures Album sehr spannend und inspirierend.


    Denn auch wenn es stimmt und die Toms auf dem Album getriggert wurden (glaube ich aber nicht), sind die Sounds ja immer noch selbst kreiert und auch insofern sehr innovativ. Ich kann mir vorstellen, dass die für die Snare z.B. ein Sample dazu gemischt hatten.


    Ich hatte Moving Pictures das erste mal gehört als ich 7 Jahre alt war und es hatte mich damals auch umgehauen.


    Man merkt auch an anderen Sachen, wie viel innovative Detailarbeit da bei Soundgestaltung betrieben wurde. Man nehme z.B. den Bass von YYZ. Der ist in Stereo und breit! Für die damaligen Zeiten und auch heute noch ziemlich abgefahren. Die Gitarren sind hier und da auch breit gezogen.

  • Zitat

    Ich hatte Moving Pictures das erste mal gehört als ich 7 Jahre alt war und es hatte mich damals auch umgehauen.

    Wow! Das ist jung.

    Kumpels and me waren 15 als die Platte veröffentlicht wurde und sie hatte uns bis ins Mark "erschüttert", in positiver Hinsicht :D . Sound, Musikalität, Songwriting etc.


    Verfärbung erkannte man in den analogen Zeiten direkt nach dem Mittelalter ;) ziemlich gut an der Hihat. Verschmierte etwas oder gab es Phasen-Färbung im Sound, war die Kassettenkopie (von der Kopie) erkannt. Technisch waren aus Kanada Saga und Rush extrem Technik-affin. Das spiegelte sich immer in ihrem Equipment und auch den jeweiligen Platten in den Songs und sounds. Auch diese von Dir super-beschriebene "Detailarbeit". Viele Songs wirken wie Adventure-Games, man kann oftmals noch lange Zeit neue, ehemals ungehörte Details erkennen.

  • BTW. ALLE meine Musikkassetten sind mittlerweile Schrott und kaum mehr hörbar.
    Ein altes Senkelband konnte ich dank heutiger Technik aber retten und "restaurieren", remastern wie man heute sagt.

    🤣

    Ich hab 4-Spur-Recorder Aufnahmen aus 1995 bei mir noch immer im Original rumliegen

    Die Kassetten (z.B. TDK SA und SA-X) waren schon beim Aufnehmen gebraucht, und dann wurde am 4 Spur recorder jeder mögliche Unfug ausprobiert der einem nur einfallen kann. Ich war so ca. 14-17 Jahre alt, in der Zeit.

    Zu deiner Feststellung kann ich nur sagen: Nein, die Dinger sind keineswegs Schrott und kaum mehr hörbar. Ich hab mir vor einigen Jahren dann ein Tascam Portastudio zugelegt (eine echte Wundermaschine, wenn man sich etwas genauer damit befasst) und die Kassetten von damals klingen nicht schrottiger als seinerzeit in den 90ern.

    Aber keineswegs unhörbar, da hast du etwas übertrieben, finde ich.

    Außerdem lässt sich mit so nem 4track Gerät ein Effekt erzeugen, der digital kaum nachzustellen ist, nämlich old-school Aufdoppeln mit schneller eingespieltem Material um z.B. bei ein und derselben Stimme in der gedoppelten Variante ein dunkleres Timbre zu haben.

    Das ist natürlich schon sehr weit draußen angesiedelt, aber ich hab das selbst ausgetestet, bei Vocal Aufnahmen und das kann echt interessant klingen.

    Ich hab mir lange darüber den Kopf zerbrochen .....ich glaube, das kriegst du "digital" nicht wirklich gebacken. Außer vielleicht unter Zuhilfenahme von Matlab/Simulink oder speziell selbst programmierter Software-Unterstützung

  • Es hängt vieles von diversen Faktoren ab. Lagerung, chemische Rezeptur etc.

    Ich habe viele Bänder (Audio-Kassetten und Videokassetten) da ist alles super.

    Ich hatte aber auch einzelne Videokassetten da waren nach Jahren der Lagerung Dropouts in einer Fülle als haben sie neben dem Reaktor von Tchernobyl gelegen. Nicht mehr ansehbar.


    Auch ein altes Acht-Spur Ampeg-Band war für Sicherungszwecke des Inhaltes (Digitalisierung) in einem Tonstudio noch 2-3 Mal abspielbar. Der Abrieb des Bandes nach Jahrzehnten der Lagerung (aufgenommen 1985, digital gesichert um 2018) war immens. Als habe jemand "Schuhe aus dem Sandkasten ins Haus gebracht" bzw. über den Tonkopf.


    Wir lernen daraus: wer noch etwas wichtiges auf Bändern hat, sicherheitshalber nicht mehr warten. Besser zeitnah sichern.


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