Was ist besser um Coversongs bekannter Titel einzuspielen? Gute Karaokevorlagen oder besser Studio- und Liveversion der Originalbands dafür zu nehmen?

  • Ich spiele in einer Coverband Schlagzeug. Wir sind alle bereits 60+ sind erfahren und spielen Rock, Pop, Blues aus den 60ern bis 80er Jahren.

    Vor kurzem hatten wir einen Sängerwechsel in der Band. Der alte Sänger ist aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden und ein neuer Sänger kam hinzu. Dieser hat 30 Jahre Erfahrung mit einer Coverband. Laut seiner Aussage haben Sie in dieser Band für alle Ihrer eingespielten Songs ausschließlich Karaokevorlagen benutzt und sind damit bestens gefahren und wir sollten das bitte gefälligst auch so tun. Ich bin da aber anderer Meinung und orientiere mich als Drummer lieber an den Originalen Studioversionen oder guten Live-Vorlagen. Schon allein um mich auf den richtigen Groove zu triggern und den an die Band weiterzugeben, sofern es mir gelingt.

    Karaokevorlagen sind mir eigentlich immer viel zu lasch. Was meint Ihr dazu? Wie haltet Ihr das? Ich hatte deswegen einen Disput mit dem neuen Sänger, er bestand auf seine Karaokevorlagen.

  • Ich hab mich in der Coverband auch immer so nah wie möglich ans Original gehalten, und wenn ich es nicht rausgehört hab oder es mir zu schwierig war, hab ich es für mich abgeändert. Der Sänger wäre wohl der allerletzte, von dem ich mir dreinreden ließe, wie ich ein Cover spiele 🤨

    Lieber brennende Herzen, als erloschene Träume! <3 xxxx Love life, and live! - It's worth it.


    “You are never too old to set another goal, or to dream a new dream.” ― C.S. Lewis


    Don‘t waste your time or time will waste you. (Muse - Knights of Cydonia)

  • Es gibt die Möglichkeit aus jedem Song die Gesangsstimme zu eliminieren. Dann sucht ihr euch die passende Version heraus und bereitet dem sänger eine karaokeversion auf. Dann kann er üben.

    Wenn der Kollege aber generell auf seinem Vorgehen besteht, wird es schwierig im Bandgefüge. Da ist Ärger vorprogrammiert.

  • Ich habe noch nie mit Karaoke-Versionen gearbeitet, kann daher nicht einschätzen, ob sie irgendwelche Vorteile böten. Aber wer ist der Herr, euch Vorschriften machen zu wollen?


    Ihr nehmt die Vorlage, die euch musikalisch gefällt und die euch die beste Analyse des Songs ermöglich. Ob er für sich dann zum Üben Karaoke spielt, ist seine Entscheidung.


    Gibt es denn seinerseits irgendwelche Gründe, die für Karaoke-Vorlagen sprechen? Oder geht es nur ums Ego? Mir fallen auf Anhieb viele Dinge ein, über die es sich in einer Band eher lohnt, zu diskutieren, als über so einen Bullshit. Wenn ihr den Song mal draufhabt, interessiert sich doch eh keiner mehr für die Vorlage.


    Ich glaube, wenn der Kollege so fordernd auftritt, wie du es darstellst, würde ich dem Herrn Sänger wohl die Tür zeigen. So ein Verhalten geht in meinen Augen gar nicht.

  • Hallo, finde es schön merkwürdig das euer "neuer" Sänger darauf besteht !!! das ihr diese Karaoke Vorlagen nutzt. Ihr spielt doch auch schon viele Jahre zusammen und anscheinend ist EUERE Vorgehensweise auch nicht schlecht. Ich sehe das ähnlich wie mc.mod das ihr "viel Freude" mit dem Kollegen haben werdet.

    Bei einem neuen Titel, der bei uns von jedem Bandmitglied vorgeschlagen werden kann, wird zunächst die Version genommen die vorgeschlagen ist. Sollte jemand aber eine "bessere" Version finden kann diese oder Teile davon in den neuen Titel einfließen. Dann ist es am Ende , zumindest in Teilen, halt unsere eigene Version.

    Vielleicht könnt ihr euch mit ihm einigen das ihr einige Titel "wie früher" macht und einige nach seinem "System".

    "Diktatorische" Verhaltensweisen in einer (nicht professionellen) Band gehen m. E. überhaupt nicht (Und bevor eventuell die Diskussionen los gehen, in eine professionellen Band auch nur bedingt).

    Gruß

    Ralf

    Bier und die Pfalz, Gott erhalt's ;)

  • Was ist den der genaue Unterschied?

    Bei Karaoke liegt der Schwerpunkt mehr darauf, dass man den Song singt.

    Das ist nicht ganz richtig. Es gibt Plattformen, die Karaoke-Versionen auch für alle möglichen Instrumente anbieten.


    Wilfried

    Hast du mal gefragt, warum er auf Karaoke besteht?


    Wir nutzen sie gelegentlich als Playback, wenn z.B. der Sänger nicht da ist oder die Gitarren noch nicht klar kommen. Die spielen dann einfach drüber, bis es passt.

    Ich sehe hier den Vorteil, dass gute Karaoke-Versionen in der Regel nicht so viele Temposchwankungen haben wie manche Originale. Zur Zeit machen wir ein bisschen was von Tom Petty. Der hat im Studio auch gerne getrickst. Da wird in einzelnen Passagen mal eben das Tempo angezogen. Als Playback ist das Original dann eher schwierig.


    Ein weiterer Vorteil ist, dass Karaoke-Versionen keinen Fade-Out haben. Sie bieten ein passendes Song-Ende, was ich sehr schätze.


    Dazu kommt, dass Karaoke sich meistens auf die Grund-Instrumente stützt. Z.B. Orgel-oder Harp-Spuren werden durch passendes Gitarrenspiel ersetzt. Zwei Schlagzeuger verschmelzen zu einem; weitere Percussion-Instrumente werden spielbar bei den Drums untergebracht.


    Und nicht zuletzt: besonders herausragendes Können bei den Originalen wird abgespeckt, so dass auch ein Normalo an prägnanten Stellen Effekte erzielen kann.

    "Ambition is a dream with a V8 engine" - Elvis Presley

  • Erster Eindruck, dieses Themas, insofern ich es falsch interpretiret habe und jetzt ohne die Version des Sängers zu kennen: Ich bin ein sehr verwundert, dass solche grundlegende Dinge, nicht schon beim Vorstellungsgespräch besprochen wurden und er schon euer "neuer" Sänger ist. IMHO sind das ja Dinge, die man im Vorstellungsgespräch schon ausräumt oder zumindest anspricht, bevor man jemanden in die Band aufnimmt.

    Ich weiß, dass es immer schwer ist einen guten Sänger zu finden, aber wenn einer schon so kommt und "drauf besteht", dann ist er der falsche Mann.


    Zum eigentlichen Thema: das macht halt jeder so wie er mag. Ich persönliche halte von Karaokeversionen überhaupt nichts. Karaoke ist für mich ein Spass, aber für mich nie und nimmer eine Grundlage seriöse Musik zu machen. Ich habe bestimmt beim Covern immer meine eigene Note dazugegeben, zum einen weil ich es schöner fand und ganz sicher auch, weil meine Fähigkeiten bei manchen Liedern begrenzt waren. Aber ich habe mich stets zuerst mal mit den Originalversionen beschäftigt und dann auch mal wie es andere Bands gecovert haben. Aber an Karaoke habe ich nie den leisesten Gedanken gehabt.

  • Ich spiele in einer Coverband Schlagzeug. Wir sind alle bereits 60+ sind erfahren und spielen Rock, Pop, Blues aus den 60ern bis 80er Jahren.

    Vor kurzem hatten wir einen Sängerwechsel in der Band. Der alte Sänger ist aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden und ein neuer Sänger kam hinzu. Dieser hat 30 Jahre Erfahrung mit einer Coverband. Laut seiner Aussage haben Sie in dieser Band für alle Ihrer eingespielten Songs ausschließlich Karaokevorlagen benutzt und sind damit bestens gefahren und wir sollten das bitte gefälligst auch so tun. Ich bin da aber anderer Meinung und orientiere mich als Drummer lieber an den Originalen Studioversionen oder guten Live-Vorlagen. Schon allein um mich auf den richtigen Groove zu triggern und den an die Band weiterzugeben, sofern es mir gelingt.

    Karaokevorlagen sind mir eigentlich immer viel zu lasch. Was meint Ihr dazu? Wie haltet Ihr das? Ich hatte deswegen einen Disput mit dem neuen Sänger, er bestand auf seine Karaokevorlagen.

    Habe vllt. auch noch nicht ganz verstanden, was Du mit "einspielen" meinst ?

    Aufnehmen: Da Muss letztlich Karaoke hin oder her das Arrangement einfach amtlich sein. Da kann es ja sein, dass man sich im Ablauf an einer Karaoke Version orientiert. Wenn Du dann aber konkret Aufnehmen willst, verstehe ich nicht ganz wozu das gut sein sollte...Clicktrack und los gehts.


    Stücke Einstudieren vllt. auch wenn jemand nicht da ist: Dann müsstest Du ja selektiv Spieler aus dem Track rausnehmen. Denke, dass sind ja immer dann Minus-Vocals Dinger (Denke darum geht's dem Sänger auch damit er damit üben kann). Ob, ich aber wg. der Erleichterung für den Sänger vllt. auch schon lang geübte Ablaufe umwerfen würde...wohl kaum.

    "If you don't have ability you wind up playing in a rock band" (Buddy Rich)

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