Meine Sicht…
aber als "Nicht-Jazzer" darf man das dann doch irgendwie nicht alles
Das stimmt so nicht, weil das…
Erlaubt ist angeblich alles und so hören sich die Aufnahmen der Pros auch an (damit meine ich z. B. auch ganz konkret dass der Swing mal kurz in einen Steady Beat geht und wieder zurück)
Auch nicht stimmt…
Bin ich Jazzer, bin ich Funker, bin ich Rocker … who cares.
In dem Moment in dem ich "Jazz" spiele bin ich "Jazzer" im anderen halt "Rocker". Aber egal was ich mache, ich muss halt ansatzweise die Grundregeln, Struktur und etwas Vokabular mitbringen. Im Rock der 1/16-Fill mit'm Crash voll auf die 1, beim (ich sag jetzt mal) Classic-Jazz iss'es die Triole. Und für uns Drummer ist im "Jazz" vorrangig die Struktur und der Feel wichtig.
Das ist z.B. der Grund warum ich nicht mitgemacht habe. Die Struktur des Playalongs ist eher ungewöhnlich. Für den Anfänger (oder mich) wäre da eher ein Standard (da beziehe ich mich auf's Real Book) in gewohnter Form mit ein oder zwei Solo Chorus. Ich persönlich hab zwei dreimal dazu gespielt und kam nicht im Ansatz gut in die Form wie z.B. bei ner Session, weil's eben nicht "Standard" war und ich Zeit fürs auschecken investieren hätte müssen. Ausserdem, ich habs oben schon geschrieben, der Feel, angelegt als astreiner Swing mit 1/4 Klick drunter -> Polka 
Die Form… Aus der Form ergeben sich dann verschiedene Regeln, oder auch Möglichkeiten… z.B. A A Swing - B Bossa Nova - A Swing! Das ist dann Regel, was der Solist drüber spielt ist Improvisation, aber auch der folgt den strukturellen und harmonischen Regeln des Stücks. (Haben z.B. wir letzten Freitag auf der Session verkackt weil der Wechsel vom 1/16 in den Swingfeel nicht recht gelingen wollte). Also man geht nicht mal schnell kurz in nen Stead Beat… das ist geregelt.
Ich liebe Swing, Pop, Latin und Modern Jazz und hab das viel gehört, war nützlich, denn obwohl meine technischen Fähigkeiten niemals ausreichen würden um hochklassik "Jazz" zu spielen, hab ich mein Swing-Pattern geübt und find mich in der Form zurecht. Das mit dem vielleicht ganz gutem Feel reicht auf jeden Fall aus, das auch Extra-Klasse-Musiker gerne mal eine Nummer mit mir spielen und da reden wir noch nicht über virtuoses Comping oder wilde ternäre Paradiddle-Fills.
Jazz-Weisheit No. 1 (nach wie vor) “It don't mean a Thing …
Ich hatte das beim Thema Jazz kürzlich mal woanders aus Spaß gesagt, aber so ein "Jazz Workshop" bei einem von euch "echten Jazzern" im DF wäre richtig super!
Ich kann Dir keinen Workshop geben, aber… Hör Dir doch die Originals aus'm Real Book an (und schau Dir vielleicht noch dazu das Lead Sheet an). Zählen kannst Du ja. Dann wirst Du sehr schnell merken, dass die Grenzen für das "ich mach jetzt mal was ich will" relativ eng gesteckt sind. Und vor allem! Spiel zu DIESEN Aufnahmen. Die haben Feel, die meisten Playalongs sind halt irgendwie wie nasse Socken… (zum Pattern üben schon ok, zu mehr aber nicht)
Was mir auch noch einfällt und ich schon von vielen guten Leuten gehört habe… "If you don't know the lyrics, you can't play the tune" Abgedroschen, aber sagt einiges über Feel.
Ich hoffe, dass das jetzt etwas Licht in das Thema "Jazzer-Besser-Wisser-Ei" bringt …