Mir gefällt Danys Beschreibung ihrer ersten Live-Erfahrungen gut. Sie hat ja wirklich später als die meisten von uns angefangen und ist halt ins kalte Wasser gesprungen und geschwommen. Ganz viele tolle Tipps kamen auch von anderen.
Was dir als Drummer bewusst sein sollte: keiner geht ins Konzert, um einen tollen Drummer zu sehen. Na gut, vielleicht der eine da hinten links im Eck, den man eh nicht erkennen kann. Alle übrigen wollen mitwippen oder tanzen, und dazu braucht es einen durchgehenden Beat ohne Schnörkel und Aussetzer. Wenn du nervös und unsicher bist, lass einfach alle Fills weg und markier neue Parts höchstens mit nem herzhaften Crash. Kein spielerisches Risiko, jeder weiß wo er ist, und das Publikum nimmt ne echt coole Socke von Drummer wahr It's that easy.
Wenn ein Song mit markanten Drums alleine beginnt, du dich möglicherweise gleich am Anfang verspielen solltest, dann bricht ab, lach laut auf oder schüttel den Kopf und sag deutlich hörbar zum Publikum "Wir können das besser, also fangen wir jetzt nochmal von vorne an." Das funktioniert und ist überhaupt nicht peinlich, selbst bei bekannten Acts. Frank Zappa war berühmt für solche Aktionen und hat schon mal ne Nummer spontan 20 bpm langsamer gespielt, wenn der Drummer nen schlechten Tag hatte.
Zu mir kam sogar mal ne Gruppe nach dem Konzert (mit Abbruch) und haben gelobt, das sei die allerbeste Stelle gewesen, total professionell, weil wir genau NICHT versucht haben, uns verkrampft nichts anmerken zu lassen. Die empfanden das als hochsouverän, und alle anderen Fehler haben sie eh nicht gehört. Weiß ja außer der Band niemand, wie es klingen soll.