Musik machen war/ist häufig dank des Konkurrenzangebots vieler, die es für lau machen weil ihnen die rosigen Zukunftschancen versprochen werden, nach wie vor unterbezahlt.
oder überbezahlt. Das Angebot regelt die Nachfrage. Wenn man nach einem finanziellen Auskommen im Leben sucht, gibt es Im Prinzip nichts dümmeres als sich in einem Bereich zu professionalisieren, in dem sich Millionen von Konkurrenten tummeln, die den Job gern umsonst machen. Und das schon immer,
Musiker, die es aus nur Leidenschaft machen und die nicht irgendwann auf die Schnapsidee gekommen sind, das Hobby zum Beruf zu machen, sind nicht dafür verantwortlich, dass Berufsmusiker fast immer am Existenzminium rumkraxeln, sofern sie nicht dabei irgendwann berühmt geworden sind.
Herausragende Musiker gibt es viele, dazu braucht es kein Diplom. Das ist kein Privileg von Berufsmusikern. Und dieses Framing "weil ihnen die rosigen Zukunftschancen versprochen werden" ist doch quatsch. Sorry. Soviel Leichtgläubigkeit findest du vielleicht bei Schülerbands, die naiv von einer Rockstarkarriere träumen...
Man macht es für lau, weil man als Musiker seine Musik normalerweise auch vor Publikum präsentieren möchte und warum auch nicht, wenn Profis das oft nicht besser können als man selbst. Die Ureigenschaft von Musik ist, dass sie eine Leidenschaft erzeugt, die niemand kontrollieren kann. Und nur weil einer da von leben möchte, leitet sich daraus kein moralischer Anspruch ab, anderen den Zugang zum Publikum einzuschränken.
Den Rest, also z. B. Amateurbands anzubieten für lau als Vorgruppe eines Topacts zu spielen, regelt allein der Kapitalismus im Musikgeschäft, für den sich jeder Profi irgendwann mal frei entschieden hat.
Wir spielen umsonst oder gegen Gage. Was man uns so anbietet